Achalasie: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Achalasie

Achalasie

© Two Brains Studios / fotolia.com

Achalasie

Achalasie ist eine Erkrankung, bei der die Muskulatur der Speiseröhre gestört ist und der untere Speiseröhrenschließmuskel nicht richtig öffnen kann.

Was ist Achalasie?

Der Begriff der Achalasie stammt aus dem griechischen und wurde im Jahr 1927 von Sir Arthur Hurst geprägt. Es führt zu Schlückstörungen.

Die Ursachen für Achalasie

Die primäre Achalasie

Die wirkliche Ursache für eine Achalasie ist noch nicht aufgeklärt. Es ist eine Nahrungspassagestörung der Speiseröhre. Es gibt aber Patienten, bei denen eine erhöhte Anzahl von Antikörpern gegen das autonome Nervensystem nachgewiesen wurde. Daraufhin wird vermutet, dass es sich bei einer Achalasie um eine Form der Autoimmunerkrankung handelt. Es werden aber auch erregerbedingte Ursachen in Betracht gezogen. Publiziert wurden die mögliche Mitwirkung von Masernviren, humanen Papillomaviren und Varizella-Zoster-Viren. Auch erbliche und psychische Faktoren werden immer noch diskutiert.

Bei einer Achalasie ist im unteren Ösophagus die Peristaltik gestört und die reflektorische Relaxation beim Schluckakt fehlt. Dadurch kann sich der Speiseröhreninhalt nicht in den Magen entleeren, was zu einem Aufstau führt. Das führt zu den typischen Schluckbeschwerden. Erst wenn der aufgebaute Druck übersiegen wird, kommt es zu einer Entleerung in den Magen.

Die sekundäre Achalasie

Eine sekundäre Achalasie kann durch Karzinome und Tropenkrankheiten ausgelöst werden. Diese Form der Achalasie bezeichnet man auch als Pseudoachalasie. Weitere Erkrankungen die zu einer Achalasie führen können sind: eosinophile Gastroenteritis, Amyloidose, Neurofibromatose, Sarkoidose, Multiple endokrine Neoplasie Typ 2B, Morbus Fabry und eine chronische idiopathische intestinale Pseudoobstruktion.

Typische Symptome und Anzeichen bei Achalasie

Schluckstörungen sind die Leitsymptome der Achalasie. Diese nehmen meist mit Fortlauf der Erkrankung zu. Die folgenden Symptome treten bei einer Achalasie auf:

  • Regurgitation
  • Schluckbeschwerden (Dysphagie)
  • Retrosternaler Schmerz
  • Gewichtsverlust
  • Aspirationen
  • Aufstoßen
  • Völlegefühl
  • Gewichtsverlust durch gestörte Nahrungsaufnahme

Die Stufen

  • Stadium I (hypermotile Form)
  • Stadium II (hypomotile Form)
  • Stadium III (amotile Form)

Diagnose & Verlauf von Achalasie

Im Frühstadium der Achalasie die erste Methode die Druckmessung der Speiseröhre. Im Rahmen dieser Untersuchung ist es möglich eine unzureichende Öffnung des unteren Speiseröhrenschließmuskels in einer Kombination mit der Pumpfunktionsstörung oberhalb des Schließmuskels der Speiseröhre festzustellen. Ist das Stadium weiter fortgeschritten, erfolgt eine Röntgenuntersuchung mit Kontrast-Schluckbrei für die charakteristischen Befunde. Jedoch kann man sich nicht allein auf diese Untersuchungen verlassen, wenn man vielleicht auch noch andere Ursachen für eine Schluckstörung ausschließen möchte. Dazu zählen zum Beispiel Narbenstrikturen, Karzinome, selten Dysphagia lusoria, neurologische Störungen, Megaösophagus bei Chagas-Krankheit oder Sklerodermie. In der Röntgendiagnostik ist aus diesem Grund auch eine Endoskopie oder Gastroskopie zu fordern.

Die Behandlung & Therapie bei Achalasie

Die pharmakologische Therapie

Bei leichteren Formen einer Achalasie ist eine Arzneimitteltherapie und mit humane Papilloviren möglich. Zu dieser Therapie eignen sich unter anderem Kalziumkanalblocker und Nitrate, die den Muskeltonus herabsetzen und dadurch den besseren Abfluss der Nahrungsmittel ermöglichen. Da diese Substanzgruppen nur eine kurze Halbwertzeit haben, erfolgt die Einnahme meist 10 bis 30 Minuten vor dem Essen. Besonders bewährt aus der Gruppe der Nitrate hat sich Isosorbiddinitrat. Hiefür wurde die beste Wirkung zur Linderung einer Achalasie nachgewiesen. Allerdings gilt diese Methode im Gegensatz zur invasiven Therapieoptionen als nicht so effektiv. Aus diesem Grund wird sie meist bei den Patienten verwendet, die es ablehnen sich invasiv therapieren zu lassen oder deren Allgemeinzustand so schlecht ist, das die invasive Therapie nur mit großen Komplikationsrisiken verbunden sein würde.

Die Ballondilatation - Druckmessung (Manometrie)

Durch einen Ballonkatheter wird der untere Ösophagussphinkter physisch gedehnt. Dies wird auch als eine pneumatische Dilatation bezeichnet. Diese zerreist förmlich den Kardiamuskel und eine Passage der Nahrungsmittel wird dadurch wieder möglich. Da die Behandlung im Zuge einer Magenspiegelung durchgeführt wird und der Patient ein sedierendes Medikament erhält, ist sie nicht schmerzhaft. Allerdings tritt bei dieser Methode das Risiko einer Speiseröhrenperforation bei etwas 2% aller Behandelten auf. Daraus resultiert meist eine sofortige Notoperation. Ein großer Teil der behandelten Patienten kann aber nach einer oder mehrfachen endoskopischen Aufdehnung auf Dauer beschwerdefrei bleiben.

Die operative Therapie

Zunehmend wird als chirurgische Therapieoption eine nach Heller laparoskopische Myotomie durchgeführt. Wird sie von einem erfahrenen Chirurgen durchgeführt, bleibt der Patient danach in der Regel auf Dauer beschwerdefrei. Zunächst sind die Ergebnisse einer Myotomie ausgezeichnet. Allerdings zeigen sich bei 10 Prozent der Leidenden nach etwa 10 bis 15 Jahren neue Symptome einer Achalasie. Meist ist die Ursache eine stark ausgeweitete Speiseröhre die geschlängelt und aperistaltisch ist.

Neu auf diesem Gebiet ist die sogenannte perorale endoskopische Myotomie, Degeneration von Nervenzellen des Plexus myenterious Auerbach. Dies Methode ermöglicht eine Myotomie auf endoskopischem Weg, die ohne Schnitt am Bauch durchgeführt wird. Hier kommt ein flexibles Endoskop bei einem Schnitt an der Speiseröhrenschleimhaut zum Einsatz. Dann wird die Schleimhaut angehoben und dort ein Tunnel gebildet. Dieser wird dann bis in den Magen fortgesetzt. Als nächstes erfolgt dann eine Muskelspaltung am Übergang zwischen Magen und Speiseröhre. Am Ende wird der Eingang mit Clips wieder verschlossen. Diese Methode stammt vom Professor Haruhiro Inoue aus Japan, der dies 2010 publizierte. Dabei zeigen sich sehr gute Kurzzeitergebnisse mit wenig Reflus, einer guten Aufhebung der Schluckstörung und eine sehr gute Behandlung der Brustschmerzen. Allerdings fehlen noch die Langzeitergebnisse dieser Methode zur Bekämpfung einer Achalasie.

Die Botulinumtoxin-Injektion

Durch die Botulinustoxin Injektion wird der Muskel zum Teil gelähmt. Dadurch ist die Nahrung besser passierbar, da die Öffnung zu dem Magen erweitert wird. Eine einzelne Behandlung hält in etwa sechs Monate an und kann immer wieder wiederholt werden.

Die Ösophagektomie

Eine operative Entfernung der Speiseröhre ist bei einer Achalasie nur selten erforderlich. Ein Dickdarmabschnitt wird meist zur Rekonstruktion zwischengeschaltet.

Welchen Arzt sollte bei Achalasie aufsuchen?

Zuerst sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Hat er den Verdacht auf eine Achalasie, wird er zu einem Facharzt überweisen.

Ist Achalasie heilbar?

Eine Achalasie bis immer noch nicht heilbar. Allerdings gibt es mittlerweile sehr gute Behandlungsmöglichkeiten für die betroffenen Patienten.

Wer operiert Achalasie?

Eine operative Therapie wird von einem erfahrenen Chirurgen durchgeführt.

Welches Essen hilft bei Achalasie?

Bei einer Achalasie sollte man mehrmals täglich kleine und hochkalorische Portionen verzehren. Das erfordert zwar mehr Aufwand als man sonst für die Nahrungsaufnahme verwendet, kann aber helfen. Frischkäse in der Vollfettstufe, gute Butter und Sahne.

Ist Achalasie vererbbar?

Bei der Achalasie handelt es sich wahrscheinlich um eine multifaktorielle Krankheit. Es scheint so, als dass Menschen mit bestimmtem genetischem Risikoprofil häufiger betroffen sind. Es konnten bereits schon für seltene Achalasie-Formen verursachende Gene identifiziert werden. Meist sind davon junge Erwachsene und Kinder betroffen.

Rezeptfreie Medikamente gegen Sodbrennen und Völlegefühle

  • OMEP HEXAL 20mg (PZN: 10070208)
  • Talcid (PZN: 1921682)
  • Riopan Magen Gel + gratis Travelbox (PZN: 8592939)
  • Talcid (PZN: 2530481)
  • Pantoprazol-ratiopharm SK 20mg (PZN: 5520856)
  • Pantoprazol-ADGC 20mg (PZN: 8998392)
  • Riopan Magen Gel + gratis Travelbox (PZN: 8592945)
  • Rennie (PZN: 1459634)
  • Pantoprazol beta 20mg acid (PZN: 5731518)
  • Bullrich-Salz Magentabletten (PZN: 3977089)
  • Maaloxan 25mVal Beutel (PZN: 1427373)

Diese Arzneimittel stellen lediglich eine exemplarische Auflistung von rezeptfreien Medikamenten gegen das Symptom dar und geben keine Empfehlung. Konsultieren Sie bevor sie irgendwelche Medikamente nehmen, unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker

Das könnte Sie auch interessieren