ADHS: Typen, Zahlen, Fakten, Hilfe, Bekämpung in Deutschland

ADHS: Typen, Zahlen, Fakten, Hilfe, Bekämpung in Deutschland

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ADHS: Typen, Zahlen, Fakten, Hilfe, Bekämpung in Deutschland

ADHS macht viele Probleme im Grundschulalter, die Unruhe kann sich im Jugendalter vermindern, die Konzentrationsfähigkeit kann als Erwachsener schlechter werden

ADHS in Zahlen und Fakten

Derzeit wird viel gesprochen über Krankheit ADHS, die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung oder das Zappelphilipp-Syndrom wie es die Leute nennen. Kurz und knapp sind hier ein paar Inforationen zu ADHS und was das ist. Was die Forscher bereits über ADHS herausgefunden haben, erfährst du alles:

ADHS und wie man es sonst noch nennt!

Von den Forschern hat ADHS schon viele Namen bekommen, bei einigen Leuten hat sich HKS als die Abkürzung bis heute gehalten. Allerdings sagen die meisten Menschen ADHS für die „Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung“. Es benutzen aber manchmal noch Leute ältere Begriffe sowie Abkürzungen: Die Bezeichnung Hyperkinetische Störung (HKS) ist als Begriff in Deutschland sowie Europa noch weit verbreitet. Der ruhige Träumertyp wird manchmal als bestimmte Form der ADHS bezeichnet mit Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS).

ADHS ist nicht wie Masern oder Mumps, die kann man eindeutig nachweisen beziehungsweise ausschließen. ADHS ist eher ähnlich mit Übergewicht und Bluthochdruck. Nur wer zuviel hat, bekommt Probleme. Nur dann ist ADHS behandlungsbedürftig, wenn die Intensität der Symptome zur deutlichen Beeinträchtigung im Leistungsbereich sowie Sozialbereich führen, und der Betroffene darunter leidet sowie weitere psychische Störungen folgen könnten wie Suchtgefahr oder Depressionen oder Aggressivität.

ADHS Ursachen & Hilfe - heute Hyperaktivität, früher Zappelphilipp

Kernprobleme

Die Kernprobleme oder Symptome, wie die Mediziner sagen, sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität sowie Impulsivität. Jeder Mensch ist mehr oder weniger unaufmerksam oder impulsiv sowie hyperaktiv. Erst bei einer bestimmten Intensität der Auffälligkeit ist es ein Störung. Die Grenzen zur „Normalität“ lassen sich nicht genau ziehen.

Ähnlich wie bei verschiedenen psychischen Problemen sowie auch körperlichen Erkrankungen, können sie mehr oder weniger intensiv ausgeprägt sein. Leute mit sehr starken Kernproblemen, sind in ihrem Leben dadurch eingeschränkt. Sie können zu Beispiel Probleme in der Schule haben oder im Beruf eine geringere Leistungsfähigkeit sowie Probleme in Beziehungen zu anderen haben (z.B. Familie oder zu Gleichaltrigen).

ADHS zeigt sich in unterschiedlichen Facetten. Fachleute unterscheiden heute 4 unterschiedliche ADHS-Typen.

Die ADHS-Typen:

  • Der ADHS-Mischtyp
  • Der vorwiegend unaufmerksamer ADHS-Typ
  • Der vorwiegend hyperaktiv und impulsiver ADHS-Typ
  • Der ADHS-Residualtyp

Sonst noch was?

Neben den Symptomen Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität haben Jugendliche mit ADHS oft noch andere Schwierigkeiten. Zusätzlich und am häufigsten haben Jugendliche mit ADHS oppositionelle sowie aggressive Verhaltensweisen.

Jugendliche mit ADHS sind grundsätzlich so intelligent wie solche ohne ADHS, trotzdem habe viele der Betroffenen Probleme mit den Schulleistungen oder in der beruflichen Ausbildung später.

Mit der Zeit entwickeln viele Jugendliche mit ADHS auch emotionale Probleme, zu Beispiel Ängste sowie Unsicherheiten oder bekommen miese und depressive Stimmungen. Sie trauen sich meist weniger zu, besonders in Situationen, wo sich es um schulische Leistungen dreht und auch in anderen Situationen. Viele Jugendliche mit ADHS werden ausgeschlossen und abgelehnt von Gleichaltrigen, zum Teil weil sie wegen ihrer ADHS-Probleme so unberechenbar sind für andere oder weil weitere der genannten zusätzlichen Probleme haben.

Wegen der meist unangemessener Verhaltensweisen Jugendlicher mit ADHS gibt es häufig mit ihren Eltern Auseinandersetzungen. Zwischen Eltern und Jugendlichem sind die Beziehungen häufig sehr angespannt. Daher haben die Jugendlichen und Erwachsenen wegen dieser Beziehungsprobleme oft Streit.

Manche Jugendlichen mit ADHS können sogenannte Tics entwickeln, das sind Zuckungen im Gesichts- sowie Oberkörperbereich oder manchmal Räuspern oder Laute, die nicht kontrollierbar sind.

Wie oft kommt ADHS vor?

Die Zahlen schwanken, wie oft ADHS genau vorkommt . Forscher haben herausgefunden, dass etwa 2 bis 6 pro 100 Jugendliche ADHS haben in Deutschland.

Bei Jungen tritt ADHS in allen Untersuchungen häufiger als bei Mädchen auf.

Wo kommt ADHS her?

Bis heute versuchen Wissenschaftler die Ursachen zu erforschen von ADHS. Bisher gibt es keine erklärende Antwort, warum jemand ADHS hat.

Allerdings gibt es eine Einigkeit bei den meisten Wissenschaftler darüber, dass die Hauptursachen darin liegen, dass die Funktionsweise des Gehirns sich verändert hat. Allerdings sind diese Veränderungen so komplex, dass man sie bei einzelnen Personen meist nicht nachweisen kann. Du siehst in dem folgenden Video, die Veränderungen im Gehirn und der Funktionsweisen bei Jugendlichen mit ADHS. Da muss so aber nicht bei allen ADHS Betroffenen so zutreffen, wie dargestellt.

Heute geht man davon aus, dass bei einer ADHS viele Faktoren zusammenwirken. Forschungen zeigen, dass auch einzelne genetische Veränderungen eine Rolle spielen können, die aber nicht alles erklären. Andere Faktoren sind Schwangerschafts- sowie Geburtskomplikationen und Umwelteinflüsse wie belastete Familiensituationen.

Positive Eigenschaften von ADHS

Betroffene mit ADHD bringen manchmal mit kindlicher Begeisterungsfähigkeit und erfrischendem Neugierverhalten sowie originellen Problemlösungen Leben in unsren grauen Alltag. Sie sind mit ihren ungewöhnlichen Verhaltensweisen sowie besonders strukturierter Sensibilität oft so phantasiereich, dass sie Gleichaltrige alt ausschauen lassen. Weil sie sich zwingen in ein Schema von Gleichförmigkeit, zeigen sie ein buntes, vielfältiges und manchmal skurriles Bild.

Wie verläuft ADHS?

Die ersten ADHS-Probleme kann man in der Regel bereits im Vorschulalter beobachten. Sie sind meist spätestens im Alter gut erkennbar von fünf oder sechs Jahren. Kinder in diesem Alter fallen besonders durch ihre Hyperaktivität sowie ihre Impulsivität auf, wenn sie ADHS haben. Spätestens im Grundschulalter kann man bei den meisten Kindern die typische Unaufmerksamkeit feststellen.

Mit dem Dann verschlimmert sich mit Beginn der Schulzeit bei vielen Kindern die Problematik, da sie in der Schule richtig heftige Probleme bekommen. Die Lehrer beschweren sich, weil die Betroffenen nicht aufpassen oder ständig dazwischen quatschen dauernd auf ihrem Platz herumrutschen. Zuhause Die sind zu Hause Hausaufgaben meist ein großes Problem. So gibt es deshalb ständig Ärger mit den Eltern.

Später kann es im Jugendalter passieren, dass bei der ADHS einzelne Probleme weniger auftreten. In vielen Fällen bleibt es aber, dass die Betroffenen wegen ihrer ADHS bis hin im Erwachsenenalter Probleme haben. Wo im Kindesalter noch die Unruhe besonders stark ausgeprägt war, vermindert sich im Jugendalter dieses Symptom deutlich vermindert, weil es den Jugendlichen leichter fällt, längere Zeit auf ihrem Platz zu sitzen. Die Konzentrationsfähigkeit verbessert sich leider nicht immer gleich. ( ADHS Deutschland e.V. - Selbshilfe für Menschen mit ADHS )

ADHS in Deutschland nach Altergruppen (2006- 2011 je 1.000 Personen)

Altersgruppe 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Alle Altersgruppen 6,14 6,82 7,55 8,14 8,79 9,15
Kinder u. Jugendl. 0 bis 19 Jahre 29,21 32,31 35,48 37,77 39,95 41,39
Maßgebl. betr. Altersgruppe 9 bis 11 Jahre 60,3 66,14 71,25 75,05 79,03 80,67
0 bis 4 Jahre 4,57 4,47 4,39 4,59 4,55 4,44
5 bis 9 Jahre 43,61 46,76 50,23 50,84 52,3 51,91
10 bis 14 Jahre 50,42 55,52 60,89 65,44 69,47 72,23
15 bis 19 Jahre 16,92 20,73 24,21 27,53 30,39 33,45
20 bis 24 Jahre 2,71 3,46 4,54 5,8 7,13 8,24
25 bis 29 Jahre 1,42 1,67 2,13 2,53 2,93 3,25
30 bis 39 Jahre 1,12 1,3 1,51 1,73 2,19 2,28

Video: ADHS: Ursachen und Bekämpfung

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