Alzheimer: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Alzheimer

Alzheimer

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Alzheimer

Alzheimer ist eine fortschreitende Degeneration des Hirngewebes, welche in der Regel Menschen im Alter von über 65 Jahren betrifft.

Es ist die häufigste Ursache von Demenz und wird durch einen verheerenden geistigen Verfall gekennzeichnet, durch welchen sich geistige Funktionen wie Gedächtnis, Verständnis und Sprache verschlechtern. Gedächtnisstörungen sind ein wesentliches Merkmal der Alzheimerkrankheit und oft das erste Anzeichen dieser Bedingung, aber das Kurzzeitgedächtnis geht als Erstes verloren. Im Laufe der Zeit neigt ebenfalls die Aufmerksamkeit abzubauen, einfache Berechnungen werden unmöglich und normale Aktivitäten werden zunehmend schwieriger, was zudem von Verwirrung und Frustration begleitet wird.

Diese Symptome verschlechtern sich meistens in der Nacht, aber auch dramatische Stimmungsschwankungen, Wutausbrüche, Anfälle von Ängstlichkeit und Zeiten der tiefen Teilnahmslosigkeit können auftreten. Der Leidende wird ebenfalls zunehmend orientierungslos und kann ohne eine Aufsicht leicht verloren gehen. Körperliche Probleme, wie ein ungerader Gang oder ein Verlust der Koordination, können sich auch nach und nach entwickeln. Schließlich kann der Patient körperlich hilflos, inkontinent und nicht ansprechbar werden. Der Verlauf der Alzheimerkrankheit kann vom Beginn bis zum Tod nur ein paar Jahre betragen oder einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren benötigen. In der Regel überleben Menschen mit Alzheimer jedoch nur etwa neun Jahre, wobei Frauen anfälliger als Männer sind und die Hälfte aller Pflegeheimbewohner leiden an Alzheimer oder ähnlichen Erkrankungen.

Ursachen von Alzheimer

Bei der Alzheimerkrankheit sind lediglich die Risikofaktoren bekannt, denn die direkten Ursachen werden immer noch erforscht. Es wird zum Beispiel ein genetischer Faktor mit der Alzheimerkrankheit in Zusammenhang gebracht, da es bekannt ist, dass diese Krankheit in einigen Familien vererbt wird. Forscher haben sogar ein Gen festgestellt, welches eine besonders schwere Form der Krankheit verursacht. Wenn eine Person dieses Gen nur von einem Elternteil erbt, besteht eine erhöhte Chance an Alzheimer zu Erkranken, im Vergleich zu Menschen, mit einem normalen Gen. Erbt eine Person hingegen das Gen von beiden Eltern bedeutet dies, dass eine Person sehr wahrscheinlich an dieser Bedingung erkranken wird und sogar in einem früheren Alter.

Von einer familiären Alzheimerkrankheit (FAD) wird hingegen dann gesprochen, wenn Alzheimer eindeutig von einer Generation in einer Familie zur nächsten weitergegeben wird. In diesem Fall tritt die Krankheit in der Regel vor einem Alter von 60 Jahren auf und besitzt ein Gen, welches APOE e4 genannt wird und bei vielen Familienmitgliedern gefunden wird. FAD erklärt jedoch nur etwa 6% aller Fälle von Alzheimer.

Ein anderer Typ der Alzheimerkrankheit wird sporadischer Alzheimer genannt und wird auch in Familien vererbt, aber in einem viel geringeren Ausmaß und tritt selten vor einem Alter von 70 Jahren auf. Wenn ebenfalls ein Elternteil der betroffenen Person an der Alzheimerkrankheit leidet, aber nicht das APOE e4 Gen besitzt, ist das Risiko nur geringfügig höher als dass der allgemeinen Bevölkerung. Auch wenn niemand in der Familie einer Person Alzheimer gehabt hat, kann diese immer noch an der sporadischen Alzheimerkrankheit erkranken. Die meisten Forscher glauben zudem, dass es andere Gene gibt, die Menschen für Alzheimer anfällig machen können, aber Gene allein sind nicht genug, denn ein anderer Auslöser muss den Krankheitsprozess aktivieren.

Mögliche Risikofaktoren sind:

  • Kopfverletzungen: Studien zeigen, dass Menschen, die Gehirnerschütterungen erlitten haben, im späteren Verlauf ihres Lebens eher an der Alzheimerkrankheit leiden
  • Kreislauferkrankungen: Koexistierende Schlaganfälle erhöhen ebenfalls das Risiko und die Schwere der Gedächtnisprobleme bei der Alzheimerkrankheit
  • Geschlecht: Frauen werden fast doppelt so häufig wie Männer mit Alzheimer dijagnostiziert
  • Bildung: Eine Forschung legt nahe, dass gebildetere Menschen weniger anfällig für Alzheimer sind. Diejenigen, die bereits an dieser Krankheit leiden, können ebenfalls ihre Symptome verringern, wenn sie geistig aktiv bleiben, denn ein unbenutztes Gehirn altert schneller.
  • Prionen: Einige Forscher spekulieren, dass Prionen (winzige infektiöse Partikel aus Protein) für die Alzheimerkrankheit verantwortlich sind, indem sie eine Infektion des Gehirns verursachen.

Symptome bei Alzheimer

Der Beginn der Alzheimerkrankheit fängt in der Regel schrittweise an und wird langsam progressiv. Gedächtnisprobleme der Familienmitglieder werden zunächst als "ein normaler Teil des Alterns" angesehen, aber im Nachhinein wird von der Familie festgestellt, dass dies die ersten Stadien der Alzheimerkrankheit sein. Gedächtnisprobleme, insbesondere für die jüngsten Ereignisse (Kurzzeitgedächtnis) sind in den frühen Stadien der Alzheimerkrankheit verbreitet. Zum Beispiel kann die betroffene Person bei wiederholten Gelegenheiten vergessen ein Bügeleisen auszuschalten oder sich nicht daran erinnern, welche Medikamente sie am Vormittag zu sich genommen hat. Leichte Veränderungen der Persönlichkeit, wie eine geringere Spontaneität, Apathie und eine Tendenz sich von sozialen Interaktionen zurückzuziehen, können ebenfalls zu Beginn dieser Krankheit auftreten.

Wenn die Krankheit weiter fortschreitet, entwickeln sich des Weiteren Probleme mit dem abstrakten Denken und anderen geistigen Funktionen. Eine Person kann auch plötzlich Probleme mit Zahlen in Rechnungen haben, mit dem Verständnis, was gelesen wurde, oder bei der Organisation der täglichen Aktivitäten. Weitere Störungen im Verhalten und Aussehen können zu diesem Zeitpunkt auch festgestellt werden, wie Unruhe, Reizbarkeit, Streitsucht und einer abnehmenden Fähigkeit, sich angemessen zu kleiden.

Später im Verlauf der Erkrankung, können die Betroffenen ebenfalls auch verwirrt oder desorientiert darüber sein, welcher ??Monat oder Jahr gerade ist, oder sie sind nicht in der Lage genau zu beschreiben, wo sie leben. Letztendlich können die Patienten auch herumwandern und und nicht in der Lage sein ein Gespräch zu führen, sprunghaft in der Stimmung, unkooperativ und die Kontrolle über ihre Blasen- und Darmkontrolle verlieren. In den späten Stadien der Krankheit können Personen auch völlig unfähig sein, für sich selbst zu sorgen. Eine Folge dessen kann der Tod sein, welcher vielleicht durch eine Lungenentzündung oder einem anderen Problem verursacht wird und in stark verschlechtert Gesundheitszuständen auftritt. Diejenigen Menschen, die später im Leben an Alzheimer erkranken, sterben daher häufiger an anderen Krankheiten (wie Herzerkrankungen) und nicht an der Alzheimerkrankheit selbst.

Diagnose von Alzheimer

Da es keinen akkuraten medizinischen Test zur Identifizierung von Alzheimer gibt, kann eine richtigen Diagnose Zeit und Geduld erfordern. Der wichtigste Schritt ist, das Verhalten der betroffenen Person sowohl in der Vergangenheit als auch der Gegenwart zu beurteilen. Das Bestimmen von klassischen Mustern kann dem Arzt einer betroffenen Person nicht nur dabei helfen anderen Ursachen der Alzheimer-Symptome festzustellen, sonder auch Alzheimer von anderen Formen der Demenz zu unterscheiden. Der Arzt wird für eine Diagnose auch die Familiengeschichte erfragen, medizinische Tests anordnen und ebenfalls den Gedächtnisverlust mit einer Vielzahl von Einschätzungen beurteilen. Um die Alzheimerkrankheit aus den Symptomen des Patienten zu diagnostizieren, wird der Arzt nach Folgendem suchen:

  • Erhebliche Probleme mit dem Gedächtnis bei einem sofortigen Abruf des Kurzzeit- oder Langzeitgedächtnisses
  • Eine schlechte Koordination oder Probleme der Gang- oder Muskelfunktionen
  • Symptome, die nach und nach erscheinen und immer schlimmer im Laufe der Zeit werden

Therapie und Behandlung von Alzheimer

Da es derzeit keine Heilung für die Alzheimerkrankheit gibt, konzentriert sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome und Aufrechterhaltung der Lebensqualität der betroffenen Person. Bestimmte Medikamente, die Cholinesterasehemmer genannt werden, können zum Beispiel helfen die Gehirnfunktionen zu erhalten und das Fortschreiten der Erkrankung für mehrere Monate oder bis zu einem Jahr herauszuzögern. Menschen mit einer mittelschweren bis fortgeschrittenen Erkrankung werden meistens mit einem Medikament namens Memantin behandelt, das einen Zusatznutzen bieten kann. Dieses Medikament kann auch von Patienten genutzt werden, die keine Cholinesterase-Inhibitoren tolerieren. Allerdings ist der Verlauf der Krankheit unvorhersehbar, sodass dieser sich auch schließlich weiter verschlechtern kann. Glücklicherweise gibt es auch eine Reihe von Möglichkeiten, um Menschen mit Alzheimer dabei zu helfen mit ihrer Krankheit zu leben, was keinerlei Medikamente erfordert, dazu gehören:

  • Notizen
  • Persönliche Organisationswerkzeuge wie Terminkalender und Piepser
  • Anweisungen für Aktivitäten wie Baden, Essen und Ankleiden
  • Familienberatung und Unterstützung

Verhaltenstraining für unangemessene Verhaltensweisen

Die Verhaltensänderungen bei der Alzheimerkrankheit können jedoch sehr belastend für Menschen und deren Familien sein. Deshalb müssen manchmal Medikamente verwendet werden, um eine schwere Unruhe oder Verhaltensweisen zu kontrollieren, die ansonsten zu körperlichen Schäden führen können oder sehr belastend für andere Familienmitglieder sind. Jedoch können in vielen Fällen Gemütserregungen ohne Medikamente kontrolliert werden

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