Angststörungen: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Angststörungen

Angststörungen

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Angststörungen

Jeder erlebt Angst von Zeit zu Zeit als Ergebnis einer Situation, die wir als bedrohlich wahrnehmen, wie zum Beispiel eine mündliche Präsentation vor vielen Leuten machen zu müssen, ein Beinaheunfall mit einem Auto zu erleben oder das Warten auf die Ergebnisse einer Laboruntersuchung.

Angst kann sogar in gewissen Maßen hilfreich sein, denn dieser Zustand kann Menschen helfen mit einer bedrohlichen Situation umzugehen, eifriger für eine Prüfung zu lernen und sogar eine bessere Leistung im Sport zu vollbringen. Angst ist daher in den meisten Fällen nicht unbedingt schädlich und dauert in der Regel nur eine kurze Zeitspanne.

Aber wenn die Angst persistent (anhaltend) wird und die Fähigkeit zur Bewältigung des täglichen Lebens behindert wird, dann leidet eine Person an einer Angststörung. Angststörungen treten häufig zusammen mit anderen Erkrankungen auf, wie Depressionen, Essstörungen oder Drogenproblemen. Angststörungen sind die häufigste aller psychischen Störungen, wobei einer von jeweils vier Erwachsene eine Angststörung irgendwann in seinem Leben erleidet und etwa einer von zehn Menschen hat in zu diesem Zeitpunkt eine Angststörung. Diese Erkrankung ist häufiger bei Frauen anzutreffen, aber sie kann auch Kinder und Erwachsene aller Altersgruppen betreffen. Viele Menschen missverstehen diese Störungen jedoch und denken, dass sie ganz alleine diese Erkrankung bewältigen können(D.?h. ohne Behandlung), was normalerweise nicht der Fall ist. Glücklicherweise gibt es viele Behandlungen, welche den betroffenen zur Verfügung stehen, um ihnen zu helfen.

Ursachen von Angststörungen

Zwar wissen Forscher noch immer nicht genau, warum bei manchen Menschen Angststörungen auftreten, aber es ist bekannt, dass verschiedene Faktoren bei der Einstehung dieser Erkrankung beteiligt sind. Wie viele andere psychische Störungen auch sind Angststörungen das Ergebnis einer Kombination von biologischen, psychologischen und anderen individuellen Faktoren. Wie eine Person denkt und auf bestimmte Situationen reagiert, kann das Gefühl von Angst beeinflussen. Manche Menschen können daher bestimmte Situationen für gefährlicher wahrnehmen, als sie tatsächlich sind (zum Beispiel Flugangst). Andere können eine schlechte Erfahrung gemacht haben und sie befürchten, dies wird wieder geschehen (zum Beispiel ein Hundebiss). Einige Psychologen glauben, dass Erfahrungen in der Kindheit auch zur Entwicklung von Angststörungen beitragen können.

Forscher wissen jedoch genau, dass Probleme mit der Gehirnchemie zu einem großen Teil zur Entwicklung von Angststörungen beitragen. Bestimmte Neurotransmitter (Botenstoffe) im Gehirn sind für das Gefühl von Angst verantwortlich, darunter Serotonin, Noradrenalin und Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Forscher haben auch herausgefunden, dass Veränderungen in der Aktivität von bestimmten Bereichen des Gehirns auch für die Entwicklung von Angststörungen beteiligt sind. Viele Angststörungen sind in Familien geläufig und wahrscheinlich eine genetische Ursache.

Bestimmte Erkrankungen wie Anämie und Schilddrüsenprobleme können auch zu Symptomen von Angststörungen führen. Ebenfalls können auch andere Faktoren wie Koffein, Alkohol und bestimmte Medikamente Angstsymptome verursachen. Traumatische Lebensereignisse wie der Tod eines Familienmitglieds, Zeuge eines Todes zu sein, Krieg und Naturkatastrophen wie Wirbelstürme und Erdbeben können zudem auch Angststörungen auslösen.

Symptome bei Angststörungen

Da Angststörungen eher eine Gruppe von verwandten Bedingungen als eine einzelne Erkrankung sind, können die Symptome von Person zu Person sehr unterschiedlich sein. Eine Person kann von intensiven Angstattacken leiden, die ohne Vorwarnung zuschlagen, während eine andere Person Panik bei dem Gedanken zu einer Party zu gehen bekommt. Jemand anderes kann zum Beispiel auch mit einer unglaublichen Angst vor dem Fahren oder unkontrollierbaren sich aufdrängende Gedanken kämpfen. Betroffene Menschen können auch in einem ständigen Zustand der Spannung leben und sich Gedanken über alles und jedes machen. Trotz ihrer unterschiedlichen Formen besitzen alle Typen von Angststörungen ein Hauptsymptom, was anhaltende Angst oder Sorge in verschiedenen Situationen ist, in denen die meisten Menschen nicht das Gefühl haben bedroht zu sein.


Emotionale Symptome der Angst

Zusätzlich zu den primären Symptomen der irrationalen, übermäßigen Angst und Sorge, gehören zu den emotionalen Symptomen der Angst die folgenden:

  • Gefühle von Angst oder Furcht
  • Probleme sich zu konzentrieren
  • Ein Gefühl der Angespanntheit und Nervosität
  • Immer das Schlimmste vorauszusehen
  • Reizbarkeit
  • Unruhe
  • Immer Ausschau halten nach Anzeichen von Gefahr
  • Ein Gefühl der geistigen Leere

Körperliche Symptome der Angst

Angst ist viel mehr als nur ein Gefühl und ist ein Produkt der Kampf- oder Fluchtreaktion des Körpers, wobei Angst eine breite Palette von körperlichen Symptomen umfasst. Aufgrund der zahlreichen körperlichen Symptome können die betroffenen Personen diese Störung oft für eine medizinische Krankheit halten. Diese Personen können viele Ärzte aufsuchen und zahlreiche Besuche in einer Klinik hinter sich bringen, bevor ihrer Angststörung entdeckt wird.

Häufige körperliche Symptome der Angst umfassen:

  • Herzklopfen
  • Schwitzen
  • Magenverstimmungen oder Übelkeit
  • Häufiges Urinieren oder Durchfall
  • Kurzatmigkeit
  • Zittern und Zuckungen
  • Muskelverspannungen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schlaflosigkeit

Diagnose von Angststörungen

Eine körperliche Untersuchung, aber auch die medizinische und persönliche Geschichte eines Patienten ist unerlässlich für eine Diagnose. Weil Angst ebenfalls von so vielen medizinische Bedingungen begleitet wird, wobei manche ernst sind, ist es ebenfalls äußerst wichtig, dass der Arzt jegliche medizinischen Probleme oder Medikamente aufdeckt, die zugrunde liegen könnten oder von einer Panikattacke maskiert werden. Der Patient sollte bei einem Arztbesuch jedes Auftreten von Angststörungen oder Depressionen in der Familie beschreiben und andere Faktoren erwähnen, wie etwa einen übermäßigen Koffeingebrauch, die jüngsten Veränderungen im Lebensstil oder belastende Ereignisse. Es ist sehr wichtig ehrlich mit dem Arzt über alle Bedingungen zu sprechen, einschließlich eines übermäßigen Alkoholkonsums, Drogenmissbrauch oder andere psychische Stimmungszustände, die zu einer Angststörung beitragen könnten. Die Diagnose von Kindern mit einer Angststörung kann sehr schwierig sein, denn Angst führt oft zu störenden Verhaltensweisen, die mit Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen überlappen, was eine Diagnose in diesen Fällen sehr schwer machen kann. Andere Bedingungen, welche ähnlichen Symptomen wie bei einer Angststörung aufweisen können sind tief greifende Entwicklungsstörungen, wie zum Beispiel das Asperger-Syndrom, Lernbehinderungen, bipolare Störungen und Depressionen.

Therapie und Behandlung bei Angststörungen

Viele psychologische Behandlungen können einer betroffenen Person helfen mit Angststörungen umzugehen, aber die effektivste Form der Behandlung, welche derzeit zur Verfügung steht ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Medikamente sind jedoch auch sehr wirksam, weshalb die meisten Menschen eine kognitive Verhaltenstherapie zusammen mit Medikamenten von ihrem Arzt verschrieben bekommen, um ihre Angststörungen zu behandeln, denn durch KVT werden irrationale Ängste in einer logischen Art und Weise herausgefordert. Als Teil einer KVT, kann ebenfalls die Expositionstherapie eingesetzt werden, welche eine Konfrontation mit dem Objekt der Angst umfasst, was jedoch sehr langsam erfolgen muss. Die Expositionstherapie funktioniert jedoch am besten für spezifische Phobien (wie Angst vor Spinnen oder Fliegen), die oft gar nicht auf Medikamente reagieren. Selbsthilfegruppen können für einige Menschen auch sehr hilfreich sein.

Medikamente, welche dabei helfen Angststörungen zu beeinflussen, nutzen die drei wichtigsten Botenstoffe, welche mit Angst verbunden sind: Serotonin, Noradrenalin und Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Medikamente, welche für die Therapie von Angststörungen verwendet werden können, sind zum Beispiel Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI z. B. Fluoxetin, Paroxetin, Escitalopram), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI z. B. Duloxetin, Venlafaxin) und Anti-Depressionsmedikamente Medikamente (z.?B. Lorazepam, Alprazolam und Clonazepam). Für eine kleine Zahl von Menschen können jedoch Benzodiazepine zur Sucht oder Abhängigkeit führen.

Andere Medikamente, welche manchmal auch verwendet werden sind trizyklische Antidepressiva (TCA wie z. B. Clomipramin), Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer wie Phenelzin, Tranylcypromin) und Buspiron. Viele Menschen mit Angststörungen profitieren auch von einfachen Änderungen in ihrem Lebensstil, einschließlich der folgenden Dinge:

  • Ein reduzierter Koffeinkonsum
  • Ein geringerer Alkoholkonsum 
  • Eine Verringerung oder aufhören mit dem rauchen
  • Das Ausüben von verschiedenen Entspannungstechniken (z. B. die richtige Atmung, Yoga, Meditation usw.)
  • Die Einhaltung einer gesunden Ernährung, gute Schlafgewohnheiten und regelmäßiges Sport treiben
  • Neuer Perspektive durch das Sprechen über die eigenen Gefühle mit jemand in der Nähe oder mit einem professionellen Berater gewinnen

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