Asperger-Syndrom - Ursachen, Behandlung und Medikamente

Asperger Syndrom

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Asperger Syndrom

Das Asperger-Syndrom macht sich anhand von vier Aspekten deutlich, die bei einer betroffenen Person mehr oder weniger ausgeprägt sein können. Es handelt sich um eine Entwicklungsstörung, die dem Autismus zugeordnet wird.

Was ist das Asperger-Syndrom?

Die autistische Erkrankung macht sich durch eine wenig ausgebildete Sozialkompetenz bemerkbar. Die betroffene Person zeigt eine eingeschränkte Empathiefähigkeit. Die Störung der Fein- und Sensomotorik durch das Asperger-Syndrom führt dazu, dass die Betroffenen umständlich artikulieren und in ihrem sozialen Verhalten merkwürdig auffallen. Sie können ihre Gefühle nicht angemessen äußern und auch die Gefühle und nonverbalen Reaktionen des Gegenübers nicht angemessen interpretieren. Dazu zählen zum Beispiel auch Ironie und Sarkasmus, die nicht als solche erkannt werden. Menschen mit Asperger-Syndrom nehmen zum Beispiel Aussagen wortwörtlich und ernst statt sie als Scherz zu verstehen. Hinzu kommt, dass sie ihre Mimik und Gestik nicht genauso gut koordinieren können, wie es gesunde Menschen schaffen.

Ursachen für das Asperger-Syndrom

Ab welchem Alter kann man am Asperger-Syndrom erkranken? Die aktuelle Forschung geht davon aus, dass das Asperger-Syndrom ab dem vierten Lebensjahr diagnostiziert werden kann. Das Syndrom ist angeboren, und es gibt bislang keine Medikamente und keine Therapiemöglichkeit, die diese Krankheit heilen könnte. Die Verursachungen dieser Störung wird den Genen zugeschrieben. Ist das Asperger-Syndrom vererblich? Deshalb wird davon ausgegangen, dass sich das Asperger-Syndrom weiter in die nächste Generation vererben kann. Darüber hinaus werden als Ursachen auch Hirnschädigungen und neuropsychologische Ausfälle als Ursachen aufgeführt. Die letztere Ursache wird auch mit der Theory of Mind erklärt, bei der man den präfrontalen Cortex und die Amygdala im limbisches System, Teile des Gehirns, als Erklärung heranzieht. Die Amygdala ist ein Teil des limbisches Systems, das neben anderen Funktionen auch die emotionalen Reaktionen reguliert.

Typische Symptome und Anzeichen bei einem Asperger-Syndrom

Die Ausprägungen der Symptome sind unterschiedlich stark. Manche wirken nur etwas merkwürdig und verhalten sich etwas unbeholfen. Andere wiederum haben starke Schwierigkeit, im Sozialleben wirklich einzusteigen und im Beruf kaum Chancen. Eine verzögerte motorische Entwicklung, geringe Aufmerksamkeit und schnelle Ablenkung können erste Hinweise darauf sein, dass ein Kleinkind am Asperger-Syndrom leiden könnte. Es kann sich jedoch auch um ADHS handeln. Die typischen Symptome zeigen sich vor allem dann, wenn eine Beziehung aufgebaut werden soll. Die Betroffen sind nahezu beziehungsunfähig. Das äußert sich daran, dass sie sich weder in andere Menschen noch in andere Situationen hineinversetzen können. Auch die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit trotz großen Wortschatzes weist darauf hin. Aus diesen beiden Gründen können sie sich in sozialen Situationen nicht angepasst verhalten, fallen negativ auf und verursachen Stress. Menschen mit Asperger-Syndrom sind in sich gekehrt, sprechen monoton, haben motorische Probleme und Spezialinteressen. Sie mögen geregelte Abläufe.

Diagnose & Verlauf bei einem Asperger-Syndrom"

Bei der Diagnose des Asperger-Syndroms muss der Arzt weitere Störungen wie ADHS, Zwangsstörungen und frühkindlichen Autismus ausschließen. Zu welchem Facharzt sollte man gehen, bei Verdacht auf das Asperger-Syndrom? Der Fachmann für die Diagnose ist der Psychiater, der durch ein Gespräch und durch eine gezielte Beobachtung herausfinden kann, ob das Kind oder auch ein Erwachsener an einem Asperger-Syndrom leidet. Da das Asperger-Syndrom nicht heilbar ist, wird der Betroffene ein Leben lang mit den Symptomen zu kämpfen haben. Allerdings helfen spezielle Therapien und Konzepte, um zum Beispiel die Sozialkompetenz zu verbessern. Der Verlauf kann abgeschwächt und die Defizite kompensiert werden. Vor allem intelligente Menschen schaffen es ihre Defizite mit anderen Stärken zu bedecken, sodass sie das Asperger-Syndrom keineswegs an einer Berufsausübung hindert. Zudem finden Menschen vermehrt solche Nischenberufe, die ihre Stärken, wie die Introspektion oder die Gedächtnisleistung fordern. Erkennt das Kind noch nicht, dass es anders ist als die anderen Kinder, merkt es spätestens in der Pubertät, dass es sich von anderen unterscheidet. So kann es eine Depression oder andere zusätzliche Erkrankungen entwickeln, wenn das Asperger-Syndrom nicht behandelt wird.

Behandlung & Therapie von einem Asperger-Syndrom

Welche Schulform empfiehlt sich für am Asperger-Syndrom erkrankte Kinder? Ist das Kind bereits als Kleinkind auffällig und wird beim ihm das Asperger-Syndrom diagnostiziert, sollten die Eltern auch in Erwägung ziehen eine bestimmte Schulform für das Kind auszuwählen. Das Kind kann am besten in kleinen Gruppen lernen. So ist eine Walldorf-Schule eine gute Auswahl. Je nach dem, wie intelligent das Kind ist, kann es aber auch in einer ganz normalen Schule gute Leistungen erbringen, auch wenn es dort Schwierigkeiten haben wird. Unter den Behandlungsformen gibt es verschiedene Therapien wie das ABA-Programm (Applied Behavior Analysis), das Small-Talk-Training und das TEACCH-Programm (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children), mit denen der Betroffene seine sozialen Fähigkeiten ausbauen kann. Das ABA-Programm ermöglicht es Kindern, ihre Defizite durch gezielten Einzelunterricht, durch konsequentes Verhalten und durch andere Bestandteile zu verringern. Das TEACCH-Programm basiert auf speziellen Prinzipien, das das Asperger-Syndrom verständlich machen und Lehrmaterial bieten will, wie Betroffene und ihre Angehörigen damit umgehen können.

Ähnliche Störungen wie das Asperger-Syndrom

Bei der Diagnose des Asperger-Syndroms sollte man genau darauf achten, dass auch die richtige Diagnose gestellt wird. So gibt es Krankheiten und Störungen, die ähnliche Symptome aufweisen und sich nur minimal vom Asperger-Syndrom unterscheiden. Was ist der Unterschied zwischen Asperger-Syndrom und Autismus? Das Asperger-Syndrom ist eine Störung aus dem Autismusbereich. Wird jedoch eine Diagnose in Kindesalter gestellt, wird der Psychiater zwischen dem Asperger-Syndrom und dem frühkindlichen Autismus unterscheiden müssen. Frühkindliche Autisten fallen bereits sehr früh auf, weil sie nicht sprechen können und ihre Umgebung nicht als existent wahrnehmen. Später erkennt man die autistische Erkranung daran, dass die Intelligenz des Kindes unterdurchschnittlich ausgeprägt ist. Bei Kindern mit Asperger-Syndrom ist das anders. Diese Kinder sind durchschnittlich oder sogar überdurchschnittlich intelligent. Darüber hinaus gibt es die Störungen ADHS, Zwangsstörungen, Bindungsstörungen, schizophrenische Erkrankungen und andere autistische Erkrankungen, die ähnliche Symptome wie das Asperger-Syndrom aufweisen.

Spezialinteressen und Nischenberufe

Durch die Beliebtheit der IT-Berufe, ist auch das Asperger-Syndrom in den Mittelpunkt gerückt. Denn gerade hier werden speziell begabte Menschen gesucht. Solche Fähigkeiten wie das logische Denken, das Wiederholen langer Daten u.ä. besitzen Menschen mit Asperger-Syndrom, sodass sie in diesen Beruf häufig unauffällig arbeiten können. Es gibt sogar einzelne Ausschreibungen, in den Unternehmen, Menschen mit Asperger-Syndrom suchen. Die so genannten Inselbegabungen, die diese Menschen aufweisen, können also als Stärken aufgezählt werden. Wenn man zusätzlich versucht, die Defizite zu verringern, kann ein eigenständiges Leben und ein interessanter, gut bezahlter Beruf möglich sein, ohne dass Betroffene anecken und als Folge darauf an einer Depression erkranken.

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