Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom): Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

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Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs, auch Pankreaskarzinom genannt, ist eine sehr seltene Krebsart und eine bösartige Gewebsveränderung der Bauchspeicheldrüse.

Er macht circa 3% aller Krebserkrankungen aus. Alleine in Deutschland erkrankten im Jahr 2012 rund 15400 Menschen an dem bösartigen Tumor. Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt eher bei älteren Mensch ab dem 60. Lebensjahr vor. Junge Menschen sind davon nur sehr selten betroffen. Insgesamt erkranken Männer häufiger an Bauchspeicheldrüsenkrebs als Frauen. Wird der Krebs nicht rechtzeitig diagnostiziert dann kann er Tochtergeschwulste , vor allem  in Leber, Lunge und Knochen, bilden. Allgemein gibt es vier verschiedene Stadien, in die das Ausmaß der Gewebeveränderung eingeteilt wird:

Ursachen von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bis heute ist die Entstehungsursache von Bauchspeicheldrüsenkrebs, wie auch bei anderen Krebsarten, weitestgehend unbekannt. Jeodch gibt es einige Faktoren, die das Risiko an einem Pankreaskarzinom zu erkranken, erhöhen können. Dazu zählen:

  • Rauchen: Raucher haben ein 3-5 Mal so hohes Risiko an Krebs zu erkranken
  • Übermäßiger Alkoholkonsum: Zu viel Alkohol erhöht das Risiko an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken
  • Vorerkrankungen: Menschen, die sich zuvor schon einer Magenoperation unterziehen mussten, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko zu erkranken
  • Giftstoffe: Der Kontakt mit Fungiziden, Pestiziden, Chrom, elektromagnetisierte Felder wird als großer Risikofaktor für die Entstehung des Bauchspeicheldrüsenkrebs gesehen
  • Entzündungen: Menschen, die an einer angeborenen oder langjährig chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse leiden haben ein extrem hohes Risiko zu erkranken
  • Veränderungen der Erbsubstanz: In seltenen Fällen kommt die genetisch verebbare Tumorerkrankung gehäuft in Familien vor
  • Polypen im Magen-Darm-Trakt
  • Übergewicht
  • Übermäßiger Verzehr von verarbeiteten Fleischprodukten
  • Vorkommen von Brust-oder Eierstockkrebs in der Familie
  • Entfernung eines früheren Tumors an einer anderen Körperregion

Symptome bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die allgemeinen Symptome sind Appetitlosigkeit, Durchfall, Gewichtsverlust, Leistungsschwäche, Thrombosen, Juckreiz und eventuell erneut aufgetretener Diabetes mellitus. Da die Bauchspeicheldrüse direkt vor der Wirbelsäule liegt, können gegebenenfalls auch Rückenschmerzen auftreten. Manche Tumore drücken auch auf die Vene, die Blut von der Milz transportiert. Als Folge dessen können Krampfadern in der Nähe der Bauchspeicheldrüse und des Magens auftreten. Da die Bauchspeicheldrüse für die Bildung von Insulin zuständig ist, kann es auch zu einem Abfall des Blutzuckerpiegels kommen. Als Folge davon können Schweißausbrüche, Zittern, großer Hunger, Herzkopfen, Schwäche und sogar Bewusstseinsverlust auftreten.  Im Anfangsstadium bereitet der Bauchspeicheldrüsenkrebs keine oder nur leichte Beschwerden, wie etwa Übelkeit. Die meisten Menschen suchen den Arzt jedoch erst im fortgeschrittenen Stadium auf, wenn Beschwerden wie Gelbsucht, Oberbauch- oder Rückenschmerzen auftreten. In diesem Stadium hat der Bauchspeicheldrüsenkrebs jedoch meistens schon Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet. Auch Verdauungsprobleme, wie unverdautes Fett im Stuhl, kann ein Anzeichen auf Bauchspeicheldrüsenkrebs sein.

Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Um Bauchspeicheldrüsenkrebs zu diagnostizieren gibt es verschiedene Möglichkeiten. Als Erstes führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch, bei der auch Blut abgenommen wird. Anhand des Blutbilds und einer Eisenwertstörung kann sich der Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs verstärken. Um sicher zu gehen wird jedoch erst einmal eine der folgenden Untersuchungen durchgeführt:

  • Ultraschalluntersuchung des Bauchs
  • Computertomographie
  • Kernspintomographie
  • Endosonografie
  • Röntgenuntersuchung des Brustkorbs
  • Skelettszintigraphie
  • Positronen-Emissions-Tomographie

Wird vom Arzt tatsächlich Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt, muss das Stadium der Erkrankung bestimmt werden. Auch dafür gibt es verschiedene Methoden, von denen manchmal sogar mehrere angewandt werden:

  • Röntgenaufnahmen
  • Magenspiegelung
  • Gewebepunktion
  • Blutuntersuchungen
  • Spiegelung von Gallen- und Bauchspeicheldrüsengängen

Da sich der Krebs in Kopf, Körper oder Schwanz der Bauchspeicheldrüse entwickeln kann, wird der Krebs nach einem TNM-Stadium eingeteilt. T bedeutet Tumorgröße, N steht für Lymphknotenbefall und M steht für die Metastasierung. Diese Einteilung hilft den Ärzten dem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen. Dabei gibt es folgende Unterteilungen:

  • T0: Kein Anhalt für einen Primärtumor
  • T1: Der Tumor begrenzt sich auf die Bauchspeicheldrüse
  • T2: Der Tumor breitet sich in Zwölffingerdarm, großen Gallengang oder umliegendes Gewebe aus
  • T3: Der Tumor breitet sich in Magen, Milz, Dickdarm oder benachbarte Gefäße aus
  • N0: Kein Befall der regionären Lymphknoten
  • N1: Befall der regionären Lymphknoten
  • M0: Kein Nachweis von Metastasen
  • M1: Metastasen in nicht regionären Lymphknoten oder anderen Organen

Zusätzlich wird noch das Wachstumsverhalten des Tumors in verschiedene Gruppen unterteilt. 

  • G1: Gut differenzierte Tumoren
  • G2: Mäßig differenzierte Tumoren
  • G3: Schlecht differenzierte Tumoren
  • G4: Undifferenzierte Tumoren

Grundsätzlich wachsen differenzierte Tumore langsamer und weniger aggressiv.

Behandlung und Therapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Wenn der Krebs nur auf die Bauchspeicheldrüse selbst beschränkt ist, wird das Organ operativ von einem geschulten Chirurgen entfernt. Ist nur ein kleiner Teil betroffen, so wird auch nur dieser Teil entfernt. Zusätzlich werden alle Lymphknoten die sich in unmittelbarer Umgebung befinden entfernt. In schwierigen Fällen kann es jedoch sein, dass auch Teile des Magens, des Dünndarms oder der Galle entfernt werden müssen. Danach wird der Patient erst einmal auf die Intensivstation verlegt. Verläuft die Genesung erfolgreich, kommt der Patient auf die normale Station. Während des stationären Aufenthalts erfolgt die Betreuung durch Ärzte, Physiotherapeuten und Ernährungsexperten. Im Anschluss an die Operation erfolgt die Chemotherapie. Diese beginnt innerhalb der ersten sechs Wochen nach der Operation und dauert circa ein halbes Jahr lang. Zusätzlich zur Chemotherapie wird, ab der chirurgischen Entnahme der Bauchspeicheldrüse, dem Körper Insulin zugeführt. Da der Körper ohne die Bauchspeicheldrüse das lebenswichtige Insulin nicht mehr von selbst bilden und den Blutzuckerspiegel nicht mehr kontrollieren kann, entwickeln viele Betroffene einen Diabetes mellitus. Eine Chemotherapie ist erforderlich, damit die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens des Tumors verhindert wird. Ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs jedoch schon so weit fortgeschritten dass eine Operation nicht mehr möglich ist, da lebenswichtige Nachbarorgane schon befallen sind, versuchen die Ärzte die Lebenserwartung durch Bestrahlung und Chemotherapie zu verlängern. Damit wird das Fortschreiten des Tumors verhindert und die Symptome gemildert. Zudem erhalten die Patienten Schmerzmittel gegen die Tumorschmerzen. Eine Heilung ist in diesem fortgeschrittenen Stadium jedoch nicht mehr möglich. 

Es gibt aber neue Hoffnung durch einen neuen Therapieansatz, der auf einer biologischen Behandlung basiert. Da sich gesundes Gewebe von Krebsgewebe unterscheidet versuchen Wissenschaftler das Immunsystem der Patienten künstlich anzuregen, damit deren Körper das fremde Gewebe von selbst als nicht körpereigen anerkennt und es von selbst bekämpft. Diese biologische Therapie wird zur Zeit jedoch noch von den Wissenschaftlern untersucht und getestet.

Im Anschluss an eine Krebsbehandlung müssen die Patienten regelmäßig den Arzt aufsuchen, um ein Wiederauftreten des Bauchspeicheldrüsenkrebs ausschließen zu können. Dabei werden Ultraschalluntersuchungen, Computertomographien und auch Kernspintomographien eingesetzt. Zudem erfolgt im Anschluss an eine Krebsbehandlung ein Aufenthalt in einer Rehabilitaionsklinik. Dort wird mit Ernährungsexperten und Psychologen gearbeitet. Die Ernährung nach einer Tumorentfernung spielt eine große Rolle. Wurden noch andere Teile, wie zum Beispiel vom Magen entfernt, werden häufig nicht mehr alle Speisen vertragen. Gerade Milchprodukte oder fetthaltige Lebensmittel nimmt der Körper nicht mehr so gut auf. Psychologen sind extrem wichtig, da eine Krebsdiagnose und die anschließende Operation mit Chemotherapie oft einen seelischen Schaden hinterlässt. Oftmals vergeht von der Diagnose bis zur Behandlung so wenig Zeit, dass die Betroffenen die Situation gar nicht richtig realisieren, geschweige denn verarbeiten können. Zusätzlich werden die Betroffenen ausführlich über Diabetes mellitus aufgeklärt. Diese Erkrankung erfordert nämlich ein hohes Maß an Disziplin um die tägliche Dosis Insulin zu injizieren.  Auch für Patienten, deren Tumor nicht operativ entfernt werden konnte, steht nach der Chemotherapie ein Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik an. Dort wird mit Pflanzenheilkunde, Sport und Naturheilverfahren das Immunsystem angeregt, damit es sich gegen die fremden Zellen mehr zur Wehr setzt. Zudem wird den Betroffenen beigebracht auf was sie im Alltag zu achten haben. Ebenfalls in Sachen Ernährung. Auch Entspannungsübungen gehören in der Rehabilitationsklinik für die Betroffenen zum Alltag. Dies soll die Lebensqualität und somit auch die Lebensdauer der Patienten erheblich verlängern.

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