Blasenschwäche (Inkontinenz): Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Blasenschwäche

Blasenschwäche / Inkontinenz

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Blasenschwäche / Inkontinenz

Unter einer Harninkontinenz besser als Blasenschwäche bekannt, verliert man die Kontrolle über die Harnabgabe. Die Ursache für diesen Kontrollverlust ist eine Störung vom System das aus dem Blasenmuskel, der Beckenbodenmuskulator und den Nerven im Rückenmark und Gehirn besteht.

Je nach Schweregrad der Blasenschwäche kann dies für die Menschen unterschiedliche Auswirkungen haben. Für eine Blasenschwäche kann es eine Vielzahl von Ursachen und Grunderkrankungen geben. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Formen der Blasenschwäche. Leider ist vielen Menschen eine Blasenschwäche peinlich, sodass sie zu keinem Arzt gehen. Auch weil viele Menschen glauben, dass es gegen eine Blasenschwäche keine Behandlungsmöglichkeiten gegen würde. Leider ist dies ein weit verbreiteteter Irrtum, den es gibt mittlerweile sehr gute Möglichkeiten in der Behandlung einer Blasenschwäche. Derzeit sind allein in Deutschland über fünf Millionen Männer und Frauen von der Blasenschwäche betroffen. Davon ist jede Dritte, eine Frau über 50 Jahre alt.

Neben der Blasenschwäche gibt es auch die Stuhlinkontinenz, hierbei kommt es zu unkontrollierten Stuhlabgängen. 

Wie funktioniert unsere Blase?

Die Blase hat zwei Funktionen im menschlichen Körper, nämlich das Speichern und die Abgabe von Urin. Damit die Blase speichern kann, muss sie sich ausdehnen. Hierbei sind die Blasenmuskel entspannt und der Schließmuskel angespannt. Dies verhindert, dass der Urin nicht direkt über die Harnwege entleert werden kann. Soll die Blase entlernt werden, entspannt sich der Schließmuskel und die Blasenmuskel werden angespannt.

Ursachen von Blasenschwäche

Fünf verschiedene Formen der Blasenschwäche können bei einem Menschen auftreten. So gibt es die Belastungsinkontinenz, die Dranginkontinenz, die Reflexinkontinenz, die     Überlaufinkontinenz sowie die Extraurethrale Harninkontinenz. Für die einzelnen Formen der Blasenschwäche gibt es unterschiedliche Ursachen. Neben schweren Erkrankungen können auch eine dauerhafte körperliche Belastung oder zum Beispiel eine Geburt eine Blasenschwäche auslösen. Nachfolgend eine kleine Übersicht über die einzelnen Formen:

Überlaufinkontinenz

Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung, in form eines  Abflusshindernis (z.B. Harnsteine, Tumore) in den Harnwegen. Je nach Schweregrad kommt es bei einer Überlaufinkontinenz zu häufigem Harndrang, aber nur einem geringen Harnabgang. In bestimmten Fällen kann auch ein ständiges Tröpfeln vom Harn erfolgen.

Belastungsinkontinenz

Die Belastungsinkontinenz auch als Stressinkontinenz bezeichnet, wird aufgrund von körperlicher Belastung ausgelöst. Durch die körperliche Belastung erhöht sich der Bauchdruck mit Auswirkungen auf die Blase. Durch Niesen oder Husten kann es dann vorkommen, dass es zu einem unkontrollierten Urinverlust kommt. Der Urinverlust kündigt sich vorher nicht an. Gerade Frauen sind häufig von der Belastungsinkontinenz betroffen. 

Dranginkontinenz

Die Dranginkontinenz zeichnet sich dadurch aus, dass fast ständig ein Harndrang besteht. Dies kann sich mehrmals pro Stunde plötzlich bemerkbar machen. Das besondere bei der Dranginkontinenz ist hierbei, dass die Blase zum einen nicht voll ist und die Urinabgabe meist nur gering ist.

Reflexinkontinenz

Bei Reflexinkontinenz handelt es sich um eine Form der Blasenschwäche, die den vollständigen Kontrollverlust bedeutet. Die Betroffenen die an einer Reflexinkontinenz erkrankt sind, merken weder wann die Blase voll ist noch können sie die Entleerung der Blase steuern. 

Extraurethrale Harninkontinenz

Von der Extraurethrale Harninkontinenz spricht man, wenn der Urinabgang nicht über die Harnwege erfolgt, sondern über andere Öffnung, zum Beispiel über den After. Verantwortlich dafür ist eine Fistel, hierbei handelt es sich um eine unnatürliche Verbindung, die es zum Beispiel zwischen Blase und Darm geben kann.

Die Belastungsinkontinenz wie auch die Dranginkontinenz sind die zwei Formen der Blasenschwäche, die am häufigen auftreten. Auf dritter Stelle stehen die Mischinkontinenzen, hierbei kann es sich zum Beispiel um ein gemischtes Krankheitsbild aus einer Belastungsinkontinenz und einer Dranginkontinenz handeln.

Für die fünf verschiedene Formen einer Blasenschwäche gibt es unterschiedliche Ursachen, meist auch als Grunderkrankung bezeichnet. Dies wären wie die bereits erwähnte Geburt durch eine Überlastung vom Beckenboden, Verletzungen am Rückenmark durch Unfälle oder Operationen oder zum Beispiel ein Hormonmangel. Aber auch der Toilettengang selbst kann eine Blasenschwäche auslösen. Wer zu selten auf die Toilette geht, schädigt seine Blase genauso, wie jemand der zu oft auf die Toilette geht. Wer nur selten auf die Toilette geht, überdehnt seine Blase. Mit der Folge, dass es zu Störungen kommen kann. Gleiches gibt aber auch für zu häufige Toilettengänge, hier besteht die Gefahr das die Blase nicht mehr in der Lage ist größere Urinmengen zu halten.

Symptome bei Blasenschwäche

Die Blasenschwäche macht sich unter dem Gesichtspunkt von Symptomen, nur durch den Harnabgang oder einem Harndrang bemerkbar. Je nach Schweregrad der Blasenschwäche tritt diese unterschiedlich stark auf. Neben dem Urintröpfeln ist hier vor allem der starke Harndrang sowie der unfreiwillige Harnabgang als Symptome zu nennen.

Die Situationen, in denen es zu einem Harnabgang kommen kann, sind höchst unterschiedlich. So kann es zum Beispiel zu einem unkontrollierten Harnabgang in Stresssituation, bei körperlichen Belastungen oder auch nur beim Lachen oder Husten kommen.

Diagnose von Blasenschwäche

Die Feststellung der Diagnose Blasenschwäche und die Einstufung ist in der Regel einfach für einen Arzt. Schwieriger im Rahmen der Diagnostik ist die Feststellung der Grunderkrankung für die Blasenschwäche.  Um die Grunderkrankung für die Blasenschwäche feststellen zu können, erfolgt eine Befragung durch den Arzt. Hierbei werden vor allem für die Diagnose wichtige Fragen, wie die Häufigkeit der Blasenschwäche oder zum Harnverhalten gestellt. Es werden aber auch wichtige Fragen zu Erkranungen oder vergangenen Operationen gestellt, dies können nämlich erste Hinweise zum Auslöser der Blasenschwäche sein. 

Neben der Befragung erfolgt auch eine körperliche Untersuchung. Beim Mann wird hierbei vor allem der Enddarm sowie die Prostata auf Veränderungen hin untersucht. Bei Frauen erfolgt eine gynäkologische Untersuchung, hier vor allem der Gebärmutter. Ergänzend erfolgt eine Ultraschalluntersuchung der Harnblase sowie der Harnwege auf Veränderungen. Je nach Art und Schweregrad der Blasenschwäche können auch weitere Untersuchungen wie eine Blasenspiegelung oder eine Computertomographie erfolgen. Bei Männern kann zusätzlich eine Blutuntersuchung zur Ermittlung vom PSA-Wert erfolgen. Der PSA-Wert gibt Auskunft über ein prostataspezifisches Antigen, gerade die Prostata ist häufige Ursache für eine Blasenschwäche beim Mann.

Therapie und Behandlung von Blasenschwäche

Die Behandlung einer Blasenschwäche ist von mehreren Faktoren wie zum Beispiel der Art der Blasenschwäche sowie der Ursache (Grunderkrankung bzw. Auslöser) abhängig. Handelt es sich zum Beispiel um eine Überlaufinkontinenz, so muss hier das Abflusshindernis aus dem Harnweg entfernt werden. Je nach Art vom Abflusshindernis kann dieses mittels Medikamenten oder durch einen operativen Eingriff entfernt werden. Eine Dranginkontinenz wird in der Regel medikamentös mit Anticholinergika behandelt. Ziel der Behandlung ist hierbei die Entlastung der Blasenmuskel sowie die Minderung vom Harndrang. 

Eine weitere Behandlungsmethode bei Blasenschwäche, unabhängig der Form ist das Beckenbodentraining in Verbindung mit einer Elektrotherapie. Hierbei wird in Zusammenarbeit mit einem Physiotherapeuten der Beckenboden und entsprechende Anspannungsmuster trainiert. Zusätzlich werden die Beckenmuskel durch elektrische Stöße stimuliert. Zum Training gehört aber auch das Einüben von festen „Toilettenzeiten“.

Je nach Schweregrad und Behandlungsmöglichkeiten der Blasenschwäche, gibt es entsprechende Hilfsmittel, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. So gibt es entsprechende Einmalschlüpfer mit Einlagen in unterschiedlichen Saugstärken oder speziell für Männer, sogenannte Kondom-Urinale. Hierbei wird der Urin direkt in einem Beutel aufgefangen. 

Es gibt diverse Möglichkeiten, wie man einer Blasenschwäche vorbeugen kann. Eine dieser Möglichkeiten ist der regelmäßige Toilettengang, hierbei sollte man aber auf ein gesundes Mittelmaß achten. Unter "Ursache" wurde bereits auf die Risiken für zu seltene oder zu häufige Toilettengänge hingewiesen. Ein Mittel zur Vorbeugung einer Blasenschwäche ist aber auch häufiges Trinken. Wer nur wenig trinkt, begünstigt die Gefahr von Harnwegsinfektionen, die bis hin zu einer Blasenschwäche führen können. Wer unter Übergewicht leidet, sollte abnehmen. Den der dauerhafte Druck auf den Bauch durch das Übergewicht, kann die Blase schädigen. Bereits mit diesen einfachen Maßnahmen kann man sich vor einer Blasenschwäche schützen.

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