Bluthochdruck (Hypertonie): Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Bluthochdruck

Bluthochdruck / Hypertonie

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Bluthochdruck / Hypertonie

Der Bluthochdruck ist oft das Resultat von anderen Erkrankungen, der Lebensweise und einer genetischen Veranlagung. An erster Stelle stehen die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die koronaren Herzerkrankungen.

Zu befürchten ist der Herzinfarkt oder auch der Schlaganfall. Deshalb ist es das erklärte Ziel, den Blutdruck zu senken. Die große Gefahr des Bluthochdrucks ist ähnlich wie beim Diabetes mellitus, dass sich zu Beginn der Erkrankung keine Symptome bemerkbar machen. Es kann also bei einem Patienten schon über einen längeren Zeitraum ein erhöhter Blutdruck vorliegen.

Blutdruck kann auch als Gefäßdruck bezeichnet werden. Der Blutfluss erzeugt in den Gefäßen einen Widerstand. Wenn dieser gemessen wird, sind es die Werte bzw. die Höhe des Blutdrucks. 

Von der Kraft des Herzens und von weiteren Umständen wird der Widerstand und somit die Höhe des Blutdrucks beeinflusst. Medizinisch wird der Bluthochdruck in drei Grade der Schwere eingeteilt. Die Messung stellt den systolischen und den diastolischen Wert dar. Zuerst wird an den Messgeräten das systolische Ergebnis angezeigt. Dies ist der höhere Wert und zeigt die Tätigkeit des Herzens an. Es wird das Zusammenziehen des Herzmuskels und der sich dadurch ergeben Druck angezeigt. Der diastolische Wert ist das zweite Messergebnis. Dieser kleinere Wert gibt an, wie hoch der Druck noch in den Gefäßen ist, wenn sich der Herzmuskel wieder entspannt hat.

Übersicht der Blutdruckwerte
  systolischer Wert diastolischer Wert
Normalwert 120-130 mmHg 80 -  85 mmHg
l eichter Bluthochdruck 140-159 mmHg 90  - 99 mmHg
mittelschwerer Bluthochdruck 160-179 mmHg 100-109 mmHg
schwerer Bluthochdruck ab 180 mmHg ab    110 mmHg


Die 3 Formen der Blutdruckerkrankung

Eigentlich werden Blutdruckerkrankungen in drei Gruppen gegliedert. Den Blutdruck (Hypertonie), den zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie) und den Hochdruck der Pfortader (portale Hypertonie).

Am häufigsten wird allerdings die Diagnose des Bluthochdrucks gestellt. Dieser ist auch mit vielen Gefahren verbunden.

Ursachen von Bluthochdruck

Ein Bluthochdruck kann auf primäre oder auch auf sekundäre Ursachen zurückzuführen sein. 

Primären kommen die Psyche, der Bewegungsmangel, die Ernährung, die Genetik, der Stress und, die Konstitution als Auslöser in Betracht. Sekundäre Ursachen können Erkrankung der Nieren oder anderer Organe sein. Der Bluthochdruck wird vor allem durch die verstärkte Einnahme von Medikamenten und dem Alkoholmissbrauch begünstigt. Risikogruppen für den Bluthochdruck sind Raucher, Schwangere, Diabetiker und übergewichtige Menschen. 

Der Bluthochdruck wird zu den Erkrankungen gezählt, die aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen verstärkt auftreten. Begonnen bei dem Beruf, welchen in den letzten Jahren, in vielen Fällen, durch die Innovation der Technik, nicht mehr so körperlich anstrengend ist. Viele Tätigkeiten werden im Sitzen ausgeübt. Anderen erfordern mehr eine geistige Anstrengung, was den Stress begünstigt. Die Ernährung ist im Vergleich zu früheren Jahren wesentlich üppiger geworden. Daraus folgt nicht nur das Übergewicht. Zudem hat sich das Angebot der Genussmittel erhöht, was den Appetit darauf steigert.

Symptome von Bluthochdruck

  • Kopfschmerzen vor allem am Morgen
  • Benommenheit
  • Sehstörungen
  • Ohrengeräusche 
  • Nasenbluten
  • Atemnot
  • Gereiztheit
  • Schlafstörungen
  • Farbliche Änderungen der Gesichtshaut (von stark gerötet bis Blaurot)

Viele Patienten haben schon seit geraumer Zeit, wenn nicht gar seit Jahren einen zu hohen Blutdruck. Er kann, bis er festgestellt wird, schon erheblichen Schaden im Körper angerichtet haben. Die eben aufgeführten Symptome lassen den Patienten nicht sofort schlussfolgern, dass es sich um einen Bluthochdruck handelt. Stellenweise sind es die Mitmenschen, die darauf hinweisen. Aus diesem Grund ist es wichtig, wenn ein oder mehrere Symptome auftreten eine Blutdruckkontrolle vorzunehmen.

Diagnose von Bluthochdruck

Der Arzt wird zuerst in einem Gespräch die Krankheitsgeschichte (Anamnese) aufnehmen. Er folgt die körperliche Untersuchung. Hierzu gehört auch das Messen des Blutdrucks. Vor allem, wenn der Verdacht auf Bluthochdruck besteht, wird die Messung am linken und anschließend am rechten Arm vorgenommen. Eine präzisere Aussage ist möglich, wenn eine Langzeitmessung des Blutdrucks erfolgte. In diesem Fall wird dem Patienten ein Blutdruckmessgerät angelegt, welche über einen Zeitraum von 24 Stunden in unterschiedlichen Intervallen den Blutdruck automatisch misst und die Ergebnisse aufzeichnet. Des Weiteren wird er ein Blutbild und eine Urinuntersuchung anordnen. In jedem Fall wir ein EGK (Elektrokardiogramm) geschrieben. Eine weitere Untersuchungsmöglichkeit ist der Ultraschall. Nachdem ihm alle Befunde vorliegen, kann er die gezielte Therapie einleiten.

Therapie und Behandlung bei Bluthochdruck

Unterschieden werden muss bei der Behandlung ob es such um eine primere Hypertonie handelt, oder ob die sekundäre Hypertonie diagnostiziert wurde.

Zunächst die Therapiemöglichkeiten beim Primeren Bluthochdruck. In vielen Fällen, vor allem dann, wenn der Bluthochdruck frühzeitig erkannt wurde, ist die Änderung des Lebensstils das Wichtigste, um den Blutdruck zu senken.

Der Maßnahmenplan

  • Gewichtsreduktion
  • regelmäßige, körperliche Bewegung
  • Salzarme Kost
  • minimaler Alkoholkonsum
  • kein Nikotin
  • geringer Koffeingenuss
  • gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Alternativen für blutdrucksteigernde Medikamente 

Sind diese Maßnahmen nicht ausreichend den Blutdruck dauerhaft zu senken, wird der Arzt Medikamente verordnen. 

Die Behandlung der sekundären Hypertonie

Die eben aufgeführten Maßnahmen sind grundsätzlich zu beachten. Leider beeinflussen sie den Bluthochdruck nicht in der gewünschten Weise. Hier gilt es die Grunderkrankung, die zu der Erhöhung des Blutdrucks führt zu behandeln. Bei den Grunderkrankungen liegen oftmals Organfunktionsstörungen zugrunde. In erster Linie kommen Nierenerkrankungen in Betracht. Sie können beispielsweise wegen der Schädigung durch den Diabetes mellitus, das Salz nicht ausreichend ausscheiden. Es kommt z einer Verengung der Nierenarterien. Hormonstörungen, wie sie in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren häufig auftreten können als Ursache für die den sekundären Bluthochdruck infrage. Ebenso kann eine Erkrankung der Schilddrüse verantwortlich sein. Diese Krankheiten müssen behandelt werden, um den Blutdruck zu senken.

Bei den Medikamenten werden ACE-Hemmer und Beta-Blocker verordnen. Zusätzlich werden Diuretika, welche der Entwässerung dienen und Kalzium-Antagonisten vom Arzt verschrieben. 

Die Prognosen für einen Bluthochdruck sind positiv. Wichtig ist, dass die Erkrankung so früh wie möglich erkannt und behandelt wird. Oftmals ist eine Änderung der Lebensweise erforderlich. Der Verzicht auf Nikotin und Alkohol gehört dazu. Besteht Übergewicht ist dies zu reduzieren. Unter diesen Umständen beeinflusst die Erkrankung weder die Lebensqualität noch die Lebenserwartung.

Dem Blutdruck vorbeugen geht voraus, ihn regelmäßig zu überprüfen. Günstige Blutdruckmessgeräte gibt es zu kaufen. Man kann diese sich auch in der Apotheke ausleihen. Diese Selbstkontrolle ersetzt den regelmäßigen Arztbesuch natürlich nicht. Allerdings können die Werte schon auf eine Erhöhung des Blutdrucks hinweisen. Deshalb sollte man stets die gleichen Bedingungen bei der Messung beachten. Die Ernährung spielt eine wesentliche Rolle. Sie beeinflusst nicht nur den Blutdruck negativ. Ungesunde Fette und eine einseitige Ernährung begünstigen auch das Übergewicht. Dieses gilt es, prophylaktisch zu reduzieren. Bei den Zubereitungen der Speisen ist auch der Salzverbrauch so niedrig wie möglich zu halten. Die Lebensmittelindustrie verwendet bei der Herstellung bereits Salz. Mehr als 6 Gramm Salz am Tag sollten nach zu sich genommen werden.

Tipp

Die Verwendung von frischen aromatischen Kräutern gibt den Speisen einen besonderen Geschmack:

  • Schnittlauch
  • Petersilie
  • Dill
  • Basilikum
  • Oregano
  • Majoran
  • Kresse

Neben dem gesundheitlichen Aspekt bringen diese Kräuter, die man auch im Winter im kleinen Kräutergarten ernten kann, eine optische Bereicherung.  Genussmittel wie Alkohol, fettes Essen, Süßwaren und dergleichen sollten nur in Maßen zu sich genommen werden. Ebenso wichtig ist es, auf das Rauchen zu verzichten.   Den Rat Stress und Aufregung zu vermeiden bekommt jeder Patient zu hören. Leider sind diese Ratschläge in der Praxis nicht so einfach umzusetzen. Das autogene Training und auch die progressive Muskelentspannung können helfen, besser damit umzugehen.

Mit dem Arzt ist zu prüfen, welche Medikamente die Steigerung des Blutdrucks begünstigen. Es sollte hierfür eine alternative Medizin gefunden werden. Zu beachten ist, dass blutdrucksenkende Medikamente nicht abzusetzen sind. Selbst wenn die Messungen ausgezeichnete Werte ergeben. Oftmals sind das die Ergebnisse der Therapie, da der Körper einen Spiegel aufbaut.

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