Blutkrankheiten - Hämatologie: Definition, Symptome, Prognose, Rehabilitation, Prophylaxe

Blutkrankheiten - Hämatologie

© pixabay.com

Blutkrankheiten - Hämatologie

Die Hämatologie behandelt Blutkrankheiten, infolge auch das Immunsystem. Viele Symptome weisen den Weg. Genaue Kenntnis der Krankheit hilft zur guten Prognose

Inhaltsverzeichnis:

Blutkrankheiten - Was bedeutet das Wort: "Hämatologie"?

Die Definition von Hämatologie: Haima bedeutet Blut und logos Lehre, so bedeutet Hämatologie, die Lehre vom Blut. Allerdings bezieht man es inzwischen eher auf Blutkrankheiten.

  • Griechisch : haimatos - Blut, logos - Lehre 
  • Englisch : hematology (AE), haematology (BE) 

Blutkrankheiten im Überblick

APC-Resistenz Faktor-II-Mutation NHL (Non-Hodgkin-Lymphom)
Anämie Faktor-V-Leiden-Mutation Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)
Anämie, renale Hämophilie Prothrombin-Mutation
Blutarmut Hodgkin-Lymphom Renale Anämie
Bluterkrankheit Leukämie Rhesus- unverträglichkeit
Blutkrebs Morbus Hodgkin Von-Willebrand-Syndrom
Eisenmangelanämie Mycosis fungoides  

So ist die Definition von Hämatologie

Die genaue Definition ist schwierig. Die Hämatologie gehört eigentlich in den Bereich der Inneren Medizin. Alles dreht sich um das Blutsystem, wie alles im Besten Fall ablaufen sollte und somit zwangsläufig um Blutkrankheiten. Es ist ein sehr vielschichtiger Bereich im Rahmen der Inneren Medizin. Es ist ein junger Bereich. Die Therapien von Bluterkrankungen stecken noch in den Kinderschuhen. Alles dreht sich um feinste Zellprozesse und einiges liegt hier noch im Dunkeln.

Die Hämatologie befasst sich mit Bluterkrankungen, wie der Leukämie (Blutkrebs) oder Lymphomen (Lymphdrüsenkrebs) in allen erdenklichen Varianten. So gibt s in vielen Krankenhäusern die Hämatoonkologie, wo die Tumorbehandlung die Onkologie mit der Behandlung der Bluterkrankungen zusammen arbeitet.

Viele Fachleute nennen das Blut ein flüssiges Organ

In der Regel hatte ein erwachsener Mensch zwischen vier und sechs Liter Blut im Körper, je nach Größe und Gewicht. Die wichtigste Aufgabe des Blutes kennt jeder. Es transportiert den Sauerstoff durch unseren Körper und versorgt so die Organe mit dem Sauerstoff. Das angefallene Kohlenstoffdioxid nimmt das Blut dann wieder mit. Kohlenstoffdioxid ist ein Abfallprodukt unseres Körpers, es entsteht bei, wenn die Zellen die nötige Energie produzieren. Das Blut bringt das Kohlenstoffdioxid zur Lunge, wo es ausgeatmet wird.

Aber das Blut transportiert noch viel mehr Stoffe. Zu diesen Stoffen gehören Enzyme, Nährstoffe, wie Fette und Kohlehydrate, Proteine, Hormone und Zellen aus dem Bereich des Immunsystem. Für das Immunsystem ist der Blutkreislauf enorm wichtig. Natürlich transportiert das Blut auch die Immunzellen. Nur mit diesem Taxiservice kommen die Immunzellen an die Stelle, wo sie helfen sollen, beispielsweise zu einer Entzündung. Ohne Blut könnte das Immunsystem nicht arbeiten. Ein genauso wichtiger Mitfahrer im Blutkreislauf ist das Gerinnungssystem. Eine Verletzung aktiviert Enzyme, die sich immer Blut befinden. Diese sorgen dann dafür dass das Blut gerinnt und die verletzte Stelle geschlossen wird. Funktioniert dieses verschließen der offenen Stelle nicht richtig, besteht die Gefahr einer Blutungsneigung. Diese Gerinnungsstörung gehört zu den bekannten Bluterkrankungen. Menschen die davon betroffen sind werden in der Regel allgemein als Bluter bezeichnet. Als Laie denkt man, dass es sich bei Blut um eine Flüssigkeit handelt. Das ist nicht ganz falsch. Allerdings handelt es sich bei Blut um eine Mischung aus wasserlöslichen und wasserunlöslichen Stoffen. Deswegen ist Blut eher eine Suspension, als eine Flüssigkeit. Eine Flüssigkeit ist rein, eine Suspension ist eine Flüssigkeit mit feinsten Bestandteilen.

Die Zusammensetzung des Blutes

Ein großer Anteil des Blutes ist Wasser. Genau genommen besteht das Blut zu 55 Prozent aus Blutplasma, wovon 90 Prozent Wasser sind. Die restlichen 45 Prozent des Blutes sind die Blutzellen. Zu den Blutzellen gehören die roten Blutkörperchen, genannt Erythrozyten, die weißen Blutkörperchen, genannt Leukozyten und die Blutplättchen, welche Thrombozyten genannt werden. Der Job der Erythrozyten ist es den Sauerstoff mit Hilfe ihres Hämoglobin von A nach B zu bringen. Die Leukozyten sind Zellen, die zum Abwehrsystem, einem Teil des Immunsystem gehören und schützen vor ungebeten Gästen. Die Thrombozyten sind ein wichtiger Bestandteile des Gerinnungssystem des Blutes. Die Thrombozyten werden aktiviert, wenn ein Gefäß verletzt wird. Sie sorgen dann dafür dass das Blut gerinnt und die verletzte Stelle wieder abgedichtet wird. Bluterkrankungen erkennt ein Arzt daran, dass die eben erläuterten Blutzellen nicht in der Anzahl vorkommen, wie sie es sollten. Bei zu wenig Erythrozyten wird zwangsläufig zu wenig Blut transportiert. Fehlt es an den Thrombozyten, so ist die Gefahr der Blutungsneigung größer.

So ist es eine logische Folge, dass die Diagnose durch ein Labor einer der wichtigsten Punkte in der Hämatologie ist. Nur so kann genau festgestellt werden von welcher Blutzelle wie viele vorhanden sind. So können Rückschlüsse auf die fehlende Funktion mangels der entsprechenden Blutzelle gezogen werden. So kommen folgende Blutkrankheiten zustande: der Lymphdrüsenkrebs, fachlich Lymphome; die Blutarmut, fachlich Anämie; akuter und chronischer Blutkrebs, fachlich Leukämie; die Bluterkrankheit, fachlich Hämophilie, die Hämoglobinbildungsstörung, die Speicherkrankheiten und die Gerinnbarkeitsstörungen.

Die Geschichte der Lehre zur Behandlung von Bluterkrankungen

Die Geschichte der Behandlung von Blutkrankheiten begann im späten 19. Jahrhundert. Alles begann mit den ersten Entdeckungen der Physiologie der Blutes. Es wurden erste Erkenntnis errungen, wie die Blutbildung abläuft und wie es zu Blutbildungsstörungen kommt. Die Hämatologie entstand als eigener Bereich, vorher gehörte sie zur Pathologie. Man dachte, dass die roten und weißen Blutkörperchen von einer gemeinsamen Zelle abstammten. Diese gemeinsame Zelle nannte man Vorläuferzelle. Die ersten wichtigen Wissenschaftler, die Begriffe wie Leukämie und weißes Blut nicht nur erklärten, sondern auch prägten, waren Ernst Neumann, Paul Ehrlich und Rudolph Wirchow. Die erste Gesellschaft für Hämatologie entstand im Jahre 1908 in Berlin. Es gibt noch viele unbeantwortete Fragen im Bereich der Blutkrankheiten und deren Behandlung. Einen Schwerpunkt bei der Lösung dieser Fragen ist die Entstehung von Blut- und Lymphdüsenkrebs. Viele Mediziner forschen auf diesem Gebiet.

Die Epidemiologie, also wie verbreitet ist welche der Blutkrankheiten?

Die Epidemiologie zeigt, das Blutkrankheiten alles in allem betrachtet, eher selten sind. Einzig die Anämien tanzen hier aus der Reihe. Wie die Epidemiologie zeigt, gibt es oft Fälle von Anämie. Bis zu 80 Prozent der Anämien betreffen den Eisenmangel. Wo hingegen Leukämie und Lymphome nur einen kleinen Teil von allen Erkrankungen ausmachen. Hier finden sich lediglich ein oder zwei Erkrankungen pro 100.000 Erkrankungen im Jahr. Personen im mittleren bis höheren Alter sind oft von Blutkrebs betroffen. Außer man betrachtet die lymphatische Leukämie. Sie betrifft überwiegend recht junge Patienten.

Mit Blutkrankheiten und Problemen im Immunsystem zur Immunologe in Stuttgart

Dr. Heinemann arbeitet als Immunologe in Stuttgart und hat mehr als 15 Jahre Erfahrung. Bevor Dr. Heinemann die Rotebühlpraxis eröffnete arbeitete der Immunologe in Stuttgart, als Oberarzt im Klinikum. In der Rotebühlpraxis sind sie bei Problemen mit dem Gerinnungs-, Blut- und Immunsystem in den besten Händen. Dr. Heinemann ist von der Ärztekammer geprüfter Hämatologie und Haemostaseologe. Hier werden spezielle Labortests bezüglich Autoimmunerkrankungen, Immundefekten, Thrombose- oder Blutungsneigung und Erkrankungen des lympatischen und blutbildenden Systems durchgeführt, dabei wird mit Diagnostikzentren zusammengearbeitet.

Welche Symptome gibt es?

Es gibt keine Symptome, die eindeutig auf eine einzelne der vielen Blutkrankheiten hindeutet. Als Symptome gelten Anzeichen, wie Müdigkeit, Leistungsminderung, erhöhte Blutungsneigung, Blässe, Konzentrationsschwäche und vermehrte Infekte.

Es gibt eine Vielzahl an Blutkrankheiten, welche diese Symptome auslösen können. Deswegen ist es der erste Schritt, wenn diese Symptome auftreten, das Blut im Labor zu untersuchen. Es gibt ein Symptome, welches die Leitung hat, wenn es um Blutkrankheiten geht. Dieses Symptome ist die Anämie oder Blutarmut. Ein Körper, in dem der Hämoglobinspiegel unter dem normalen Wert liegt, leidet an einer manifesten Anämie. Allerdings kann auch das fehlen von wichtigen Elementen und Vitaminen bei der Nahrungsaufnahme, welche Grundlage für die Blutbildung sind, eine Anämie auslösen.

Wie bereits erwähnt ist die Eisenmangelanämie die häufigste Form der Anämie. Sie kommt oft bei jungen Frauen mit starker Blutung während der Periode vor, kann aber ebenso auf dauerhafte Blutungen im Magen-Darm-Trakt hindeuten. Solche Ursachen müssen natürlich abklärt oder ausschlossen werden. Denn es könnten genauso Symptome für eine Leukämie sein. Denn da stimmt die Blutbildung nicht mehr und oft fehlt es an Hämoglobin. Diese Symptome könnten Probleme bei Leber und Milz zeigen, denn beide Organe sind an der Blutbildung und der Aussortierung des Blutes beteiligt. Vergrößerte Lympknoten, könnten auf Lymphome hinweisen, denn hier pappen oft mehrere Lymphknoten zusammen. Diese Lymphknotenpakete kommen oft an Stellen mit vielen Lympknoten vor, wie dem Lungeneingang, den Achseln oder der Leiste. Das Auftreten von Fieber, Gewichtsverlust oder Nachtschweiß gilt als B-Symptomatik und ist ein wichtiger Punkt bei der Diagnostik eines Lymphoms.

Wie verläuft die Diagnose bei Blutkrankheiten?

Eigentlich ist die Diagnose von Blutkrankheiten einfach. Aber der Weg dahin ist schwierig. Die Diagnose einer Erkrankung beginnt immer mir der Untersuchung des Körpers bei einem Arzt. Dabei erfährt der Arzt einiges über die Erkrankung bei seinem Patienten. So muss der Arzt eine Diagnose, zuerst nur als Vermutung, stellen. Diese erste Diagnose stützt sich auf die Symptomatik des Patienten. Der Kanckpunkt liegt darin, herauszufinden um welche der Blutkrankheiten es sich genau handelt. Um dies in Erfahrung zu bringen arbeitet der Arzt mit einem Labor, einem Pathologen und einem Hämatologen zussammen. Der genaue Nachweis der Erkrankung ist kompliziert und setzt sich aus Eiweißen, verändertem Erbgut und zellulären Prozessen zusammen. Dieses veränderte Erbgut und die Eiweiße sind oft der einzige Unterschied zwischen verschiedenen Lymphomunterformen. Dieses genau zu wissen, heißt aber die Eigenschaften der Erkrankung zu kennen und die so die beste Therapie auszuwählen. Durch Röntgenaufnahmen kontrolliert man den Körper auf Veränderungen im Inneren. Diese Veränderungen können zusätzlich Aufschluss über die Erkrankung geben. Von enormer Wichtigkeit für die Diagnose ist das große Blutbild und das Differenzialblutbild. Hier werden alle Blutzellen untersucht und ihre Anzahl wird beurteilt. Eine Biopsie oder die Entfernung eines Lymphknotens kann die Diagnose dann bestätigen.

Kann eine Prognose gestellt werden?

Wie bei den meisten Krankheiten, so fällt auch bei den Blutkrankheiten die Prognose unterschiedlich aus. Dabei spielt es eine Rolle, in wie weit das Erbgut verändert ist und welche Vorerkrankung vorliegt, um eine gute oder schlechtere Prognose abzugeben. Sind diese Faktoren bekannt, ist es einem Hämatologen oder Onkologen möglich abzuschätzen, wie gut die Heilungschancen bei dieser Erkrankungsform des Blutes stehen. Dabei kann es sogar sein, dass bestimmte chromosomale Veränderungen dafür sorgen, dass die Heilung besser voranschreitet. Dies gilt beispielsweise bei Blutkrebs. Es können dann individuelle Medikamente produziert werden, welche diese krebsfördernden Vorgänge unterbrechen können.

Wie gestalten sich Rehabilitation und Prophylaxe?

In der Hämatologie gibt es eigentlich keine Prophylaxe. Liegt ein Mangel an Eisen und/oder Vitaminen vor, kann man mit entsprechenden Medikamenten entgegenwirken. Da Leukämie seine Ursache im veränderten Erbgut hat und es bisher noch keine bekannte Möglichkeit des Eingriffes gibt, ist eine Prophylaxe hier nicht möglich. Viele Arte den Lymphoms entstehen im Zusammenhang mit einer viralen Erkrankung. Dies betrifft beispielsweise das Burkitt-Lymphom, welches als Folge einer HI Virus Infektion hervortreten kann. Die aktuelle Forschung zeigte, dass es immer mehr Formen des Krebs durch virale Infekte entstehen.

Mit dieser Forschung steht man quasi noch in den Startlöchern. Erfolgt eine Chemotherapie, so werden die Patienten in kurzen Abständen auf Infekte untersucht. Dabei wird jeder Infekt sofort behandelt. Chemopatienten haben ein sehr geschwächtes Immunsystem, so das ein unentdeckter Infekt in kürzester Zeit den Tod nach sich ziehen könnte. Denn das Immunsystem muss für einen Erfolg der Chemo heruntergefahren werden. Mit schlafendem Immunsystem ist Infekten Tür und Tor geöffnet. So ist die propylaktische Behandlung wichtig bei der Chemotherapie. Dies bedeutet, die Erscheinungen, welche so ein Chemotherapie hervorruft werden behandelt. Damit sind Begleiterkrankungen der Nieren und Schädigungen der Nieren gemeint. So erfolgt die Heilung nicht nur durch die Hämatologie, sondern durch eine Zusammenarbeit der verschiedenen Fachgebiete. Die Rehabilitation kann langwierig und schwierig sein, aber eine gute Rehabilitation verbessert die langfristige Heilung.

Das könnte Sie auch interessieren