Borderline-Störung: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Störung

Borderline-Syndrom

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Borderline-Syndrom

Immer mehr Menschen und vor allem junge Menschen leiden immer häufiger und immer früher an einer seelischen Störung. Allein in Deutschland leiden 2 Prozent der Menschen an der Borderline-Störung.

Bei Jugendlichen ist die Zahl wesentlich höher. Hier leiden 5 Prozent der Jugendlichen unter dieser Störung. Die Zukunft zeigt, dass es immer mehr Menschen geben, wird die an dieser Störung erkranken.

Die Borderline-Störung ist eine psychische Störung, die jedoch nicht mit anderen Störungen vergleichbar sind. Die Betroffenen sind in sich zerrissen, sie haben keine Ziele und sind orientierungslos.

Die Borderline-Störung ist schon sehr lange bekannt, bereits im 17. Jahrhundert schrieb ein Arzt über diese Krankheit. Dieser Arzt schrieb zur Erkrankung ein Zitat "Sie lieben diejenigen ohne Maß, die sie ohne Grund hassen werden". Diese Aussage ist für die Erkrankung mittlerweile zum Symbol geworden. Trotzdem weiß kaum jemand wirklich über diese Krankheit Bescheid. Bei der Erkrankung am Borderline-Syndrom kann man von einer Psychose und von Neurosen, welche sich abwechseln, sprechen. Das Borderline-Syndrom ist eine reine Persönlichkeitsstörung. Das Wort Persönlichkeitsstörung lässt darauf schließen, dass der Erkrankte auch eine gesunde Persönlichkeit hat.

Ursachen der Borderline-Störung

Die Ursachen einer solchen Störung können vielseitig sein. Da der Betroffene auch eine gesunde Persönlichkeit hat, also eine die ihn richtig beschreibt, kann man davon ausgehen, dass die Störung durch die Vergangenheit ausgelöst wurde. Die Persönlichkeit eines Menschen entwickelt sich bereits in einem frühen Stadion seiner Entwicklung. Durch Faktoren und Erfahrungen werden diese Persönlichkeiten geprägt. Diese Erfahrungen müssen von einem Menschen verarbeitet werden.

Sollte dies nicht gestehen, kann es dazu kommen, dass diese Störung entsteht. Natürlich spielen auch Umweltfaktoren eine Rolle. Leider ist den Wissenschaftlern noch nicht sehr viel über dieses Borderline-Syndrom bekannt. Trotzdem haben Wissenschaftler herausgefunden, welche Ursachen eine Borderline Störung hervorrufen können.

Einmal kann diese Störung durch die genetische Veranlagung hervorgerufen werden. Faktoren wie ein instabiles Selbstbild oder zwischenmenschliche Affekte können, laut Wissenschaftlers durch die Gene übertragen werden. Das fand man in einer Zwillingsstudie heraus.

Ein großer Fakt für die Ursache an dieser Störung sind Umwelteinflüsse, vor allem Traumata in der Kindheit. Die Umweltfaktoren werden in drei Typen eingeteilt.

Typ 1 bezieht sich auf unglückliche Erfahrungen in der Kindheit. Dazu gehören beispielsweise Trennungen der Eltern oder Eltern, die sich seelisch nicht auf das Kind einstellen können. Diese Störung kann bereits in der Kindheit behoben werden. Dazu sollte dem Kind viel Liebe und Geborgenheit entgegengebracht werden. Beim Typ 2 sprechen Wissenschaftler von der verbalen und emotionalen Misshandlung. Diese Misshandlung kann durch die Vernachlässigung des Kindes erfolgen oder aber auch das andauernde Schimpfen oder Runtermachen. Im Typ 3 geht es um die körperliche Misshandlung. Hierzu gehören das Schlagen von Kindern, der sexuelle Missbrauch sowie Drogenprobleme der Eltern. Viele Erkrankte gaben an, dass Sie genau ein solches Traumata erlebt hätten. Mehr als die Hälfte der Menschen mit dem Borderline-Syndrom hat sogar Typ 3 der Ursachen erfahren müssen.

Ein Traumata zeigt sich besonders durch Todesangst, Hilflosigkeit, extreme Angst und die Unfähigkeit das Erlebte zu verarbeiten.

Symptome der Borderline-Störung

Die Symptome einer solchen Erkrankung sind sehr klar strukturiert. Ein Symptom der Borderline Erkrankung ist die Unbeständige und intensive zwischenmenschliche Beziehung. Dies zeichnet sich dadurch aus, dass der Erkrankte immer wieder versucht den Partner zu manipulieren. Außerdem entwickelt der Erkrankte eine Abhängigkeit zum Partner, solange dieser das macht, was erwünscht ist. In diesem Falle wird der Partner meist sehr respektlos behandelt. Ein weiteres Symptom ist das selbstzerstörerische Verhalten. Sehr typisch dafür ist, der Drogenmissbrauch und der Alkoholmissbrauch.  Aber auch Spielsucht und Kleptomanie können zur Tagesordnung gehören. Weitere Symptom können ein Wutausbruch und extreme Stimmungsschwankungen sein. Die Stimmungsschwankungen halten jedoch nur ein paar Stunden an. In dieser Zeit ist die Person reizbar, hat Depressionen oder Angstzustände. Die Wutausbrüche sind dabei, jedoch etwas heftiger und kaum zu kontrollieren. Der Wutausbruch ist meistens nicht gerechtfertigt. Auch die Selbstverletzung ist ein sehr häufiges Symptom. Dazu gehören selbst zugefügte Verletzungen durch Schnitte.  Aber auch Drogenmissbrauch und Alkoholmissbrauch in Massen gehören mit zur Selbstverletzung. Die Motive für die Selbstverletzung können Selbstbestrafung, Hilferuf, Ablenkung von anderen Leidensformen und Abbau von Angst und Zorn sein. Auch Identitätsstörungen gehören leider mit dazu. Diese Störung ist andauernd und zeigt sich in den Bereichen Selbstbild, Berufswahl, sexuelle Orientierung, Wahl des Partners und der Freunde.

Das Chronische Gefühl von Leere und Langeweile wird ebenfalls als Symptom angesehen. Diese Gefühle sind meistens sehr intensiv und zeigen sich durch Druck im Kopf und Druck im Brustbereich. Borderline Gestörte haben oft Angst Verlassen zu werden. Borderliner erleben häufig das Gefühl des Alleinseins und empfinden das als Isolation. Werden Borderline verlassen geraten Sie oft in eine sehr lange Kriese. Natürlich können noch andere Symptome auftreten, die durch Wissenschaftler noch nicht bekannt sind. Außerdem treten nicht bei jedem Borderliner die gleichen Symptome auf.

Diagnose der Borderline-Störung

Die Diagnose bei dieser Erkrankung durchzuführen kann sehr schwer sein, da die Symptome sehr unterschiedlich sein können. Das Borderline Syndrom kann nicht anhand von den reinen Symptomen festgestellt werden, da diese kurzfristig auch bei einem gesunden Menschen auftreten können. Man kann diese Krankheit wirklich nur durch eine Dauerkontrolle feststellen. Treten die Symptome immer wieder über längere Zeit auf, kann davon ausgegangen werden, dass es das Borderline Syndrom ist.

Therapie und Behandlung bei einer Borderline-Störung

Die Behandlung der Erkrankung ist zum Glück etwas deutlicher. Man kann das Borderlineleiden durch die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) behandeln. Diese Behandlung ist eine kognitive Verhaltenstherapie. Ziel dieser Therapie ist es, den Patienten in verschiedenen Bereichen zu stärken. Vor allem sollen Gegensätze in der Welt des Patienten aufgelöst werden. In dieser Therapieform gibt es mittelgute Erfolge. Eine weitere Behandlungsmethode ist die  Mentalisierungsgestützte Psychotherapie. Ziel dieser Therapie ist es, eine bessere Grundlage für das eigene Handeln zu schaffen. Das kann in Einzelbehandlungen oder in Gruppenbehandlungen stattfinden. Außerdem wird die Erfassung der eigenen Persönlichkeit angestrebt. Diese Therapieform zeigt große Erfolge.

Eine weitere Form der Behandlung ist die Psychodynamische Psychotherapien. Diese Therapie hat ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Sie kann sowohl als Kurztherapie aber auch als Langzeittherapie angesetzt werden. Es geht dabei vor allem um die Psychotherapie. Sie zeigt sehr positive und vor allem lange Ergebnisse. Durch die schweren Traumata, die viele Patienten erleben mussten, gibt es eine spezielle Traumatatherapie. Hier wird dem Patienten vor allem geholfen dieses Traumata zu erkennen und zu überwinden, mit dem sogenannten Eisbergprinzip. Auch hier werden, wie bei anderen Erkrankungen Medikamente verabreicht. Hier gibt es eine Vielzahl von Mitteln, die zum Einsatz kommen können. Vor allem Antidepressiva sind hier sehr häufig in der Anwendung. Mit diesen Medikamenten werden die einzelnen Symptome unterdrückt. Leider besteht aber auch ein Suchtpotenzial. Zum Schluss wird oft auch die Familie einbezogen. Oftmals gibt es Konflikte in der Familie, die das Borderline Syndrom auslösen. Diese Therapie kann aber auch den Angehörigen helfen, mit der Situation klarzukommen.

Für alle Erkrankten ist es ein gut gemeinter Rat, sich eine Notfalltasche bereitzustellen. Hier sollten Dinge zur Ablenkung drin sein und Dinge die körperlichen Beschwerden lösen. Diese Dinge sollten dazu nützen den Betroffenen, bei einer Attacke zurück ins Leben zu holen. Dazu können Erinnerungsfotos helfen. Aber auch das Lieblingsstofftier und  diverse Notfallnummern, von Freunden können dabei helfen. Sollten die Leiden körperlich sein, kann die Tasche sauere oder scharfe Bonbons, Gummi fürs Handgelenk wegen der Verletzungsgefahr oder ein Knetball enthalten.  In ganz Deutschland gibt es Krisendienste, die kontaktiert werden können, wenn man den Befund bekommt. Wichtig ist das sich der eventuell vorhandene Partner und die Familie über die Erkrankung informieren und wissen, was zu tun ist.

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