Borreliose: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Borreliose

Borreliose

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Borreliose

Borreliose ist eine Krankheit, die durch ein Bakterium namens Borrelia Burgdorferi ausgelöst und durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen wird.

Das Bakterium wird in der Regel von Vögeln, Mäusen, Eichhörnchen und andere kleinen Tieren getragen. Zecken werden wiederum von dem Bakterium infiziert, wenn sie sich an infizierten Tieren nähren. Das Bakterium kann hingegen auf Menschen übertragen werden, wenn sie von einer infizierten Zecke gebissen werden, denn unter normalen Umständen kann diese Krankheit nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Haustiere (Hunde und Katzen) können ebenfalls an Borreliose erkranken, aber sie scheinen die Krankheit nicht auf den Menschen übertragen zu können, aber sie können hingegen infizierte Zecken nach Hause bringen.

Eine Person kann ganz einfach mit einer Zecke in Kontakt kommen, indem sie einfach nur an der Pflanze vorbeigeht, wobei das Risiko eines Kontaktes sich zwischen dem Frühjahr und Spätherbst drastisch erhöht. Die Wintermonate bieten jedoch auch nicht immer Schutz vor Zecken, wenn die Temperatur 4°C oder mehr beträgt und es keinen Schnee gibt. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Zecken diese Krankheit in sich tragen und dass die Chance mit Borreliose von einer infizierten Zecke angesteckt zu werden, durch das Entfernen der Zecke innerhalb von 24 bis 36 Stunden der Befestigung stark reduziert wird.

Ursachen von Borreliose

Borreliose wird auf den Menschen nur durch den Biss von bestimmten Arten von Zecken übertragen, die mit einem Bakterium namens Borrelia burgdorferi infiziert sind. Zecken besitzen etwa die Größe eines Sesam-Samens (3 mm bis 5 mm in der Länge), sind Rot und Braun in der Farbe und ernähren sich von Blut. Weil sich die Zecke von Blut ernährt, kann ihr Körper auf das 8-Fache ihrer ursprünglichen Größe anschwellen. Die meisten menschlichen Borreliose-Fälle werden von den Nymphen oder unreifen Formen der Zecke verursacht. Nymphen haben etwa die Größe eines Mohnkorns, und weil ihr Biss meistens schmerzfrei ist, wissen viele Menschen nicht, dass sie gebissen wurden.

Zecken können sich für mehrere Tage an ihrem Wirt festbeißen, während sie sich ernähren. Je länger die Zecke dabei am Körper der betroffenen Person bleibt, desto größer ist das Risiko, dass die Borreliose-Bakterien in die Blutbahn gelangen, wo sie ihre Verbreitung im ganzen Körper beginnen. Wenn schwangere Frauen hingegen infiziert werden, übertragen sie manchmal diese Krankheit auf ihre ungeborenen Kinder. Einige Ärzte glauben ebenfalls, dass andere Arten von Mensch zu Mensch Übertragung möglich sind, aber sehr wenig ist davon bekannt.

Symptome von Borreliose

Die Symptome der Borreliose können oft auf 3 Stufen der Entwicklung aufgeteilt werden, obwohl nicht alle infizierten Personen alle 3 Stufen erleben:

Stufe 1

Das klassische und oft erste Symptom der Borreliose ist ein Hautausschlag, welcher Erythem Migrans (EM) genannt wird und bei 80% der infizierten Personen auftritt. Dieser charakteristische Hautausschlag kann schon 3 Tage nach einem Zeckenstich auftreten, aber manchmal kann es bis zu einen Monat dauern, bis dieser erscheint. Der Ausschlag beginnt in der Regel am Ort des Bisses, auf welchem sich oft eine Wanderröte bemerkbar macht. Einige der Symptome von Borreliose sind jedoch auch bei anderen Krankheiten wie Influenza anzutreffen. Grippeähnliche Symptome dieser Krankheit umfassen eine Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Fieber, Muskel-und Gelenkschmerzen als auch geschwollene Lymphknoten. Wenn die ersten Symptome der Borreliose unbehandelt bleiben, kann das nächste Stadium der Erkrankung für mehrere Monate andauern.

Stufe 2

Zu den Symptomen, welche in der zweiten Phase der Erkrankung auftreten können, gehören extreme Schwäche oder Müdigkeit, schwere Gelenkschmerzen und Steifheit, Kopfschmerzen, Gesichtsschwäche, Augenreizungen, Hautausschläge und ein unregelmäßiger Herzschlag. Wenn die Krankheit weiter voranschreiten sollte, wird eine dritte Stufe erreicht.

Stufe 3

Die Symptome dieser Stufe können eine langfristige Arthritis und neurologische Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Taubheitsgefühl und sogar Lähmungen umfassen. Dieses Stadium der Erkrankung kann mehrere Monate oder sogar Jahre dauern. Todesopfer durch Borreliose werden nur selten dokumentiert, aber diese Krankheit kann potenziell tödlich für ein ungeborenes Kind sein, wenn die Krankheit während der Schwangerschaft übertragen wurde.

Diagnose von Borreliose

Borreliose kann sehr schwer zu diagnostizieren sein, weil viele der Symptome anderen Erkrankungen imitieren. Obwohl ein Zeckenbiss ein wichtiger Anhaltspunkt für die Diagnose ist, können viele Patienten sich gar nicht erinnern, von einer Zecke gebissen worden zu sein. Dies ist nicht verwunderlich, denn die Zecke ist winzig, und ein Zeckenstich ist in der Regel schmerzlos.Der einfachste Weg für einen Arzt diese Krankheit zu diagnostizieren ist der einzigartige Ausschlag. Wenn es keinen sichtbaren Hautausschlag geben sollte (wie es der Fall bei etwa einem Viertel der Infizierten ist), könnte der Arzt eine Blutprobe drei bis vier Wochen nach dem Beginn der vermuteten Infektion anordnen, um festzustellen, ob eventuelle Antikörper gegen die Bakterien kämpfen. Leider kann das Bakterium der Borreliose-Krankheit selbst schwer von Körpergeweben oder Flüssigkeiten isoliert als auch kultiviert werden. Diese Bluttests umfassen:

ELISA: Dieser Test misst den Blutspiegel von Antikörpern, die im Körper vorhanden sind. Antikörper sind Moleküle oder kleine Substanzen, welche vom Immunsystem ausgesendet werden, um spezifische mikrobische Eindringlinge zu finden und zu zerstören.

Western Blot: Dieser Bluttest identifiziert Antikörper, welche eine Reihe von Proteinen der Borreliose-Bakterien  bekämpfen. Dieser Test wird angeordnet, wenn das Ergebnis des Elisa-Tests entweder positiv oder unsicher ist. Das Vorhandensein von Antikörpern weist jedoch nicht nach, dass das Bakterium die Ursache der Symptome des Patienten ist. Die Anwesenheit von spezifischen Antikörpern signalisiert lediglich eine frühere Infektion, die gegebenenfalls noch aktiv sein kann.

Andere Tests: Einige Patienten mit ZNS-Symptomen können auch einer Lumbalpunktion unterzogen werden. Eine Lumbalpunktion ist eine Prozedur, in der Rückenmarksflüssigkeit aus dem Wirbelkanal zum Zweck der Diagnose im Labor entfernt wird. Durch dieses Verfahren können die Ärzte Hirn- und Rückenmarksentzündung erkennen und nach Antikörpern gegen die Borreliose-Bakterien in der Rückenmarksflüssigkeit suchen.

Therapie und Behandlung von Borreliose

In einem frühen Stadium kann Borreliose erfolgreich mit Antibiotika wirksam behandelt werden. In der Regel gilt, desto früher eine solche Therapie nach der Infektion begonnen wird, desto schneller und effektiver wird die Erholung sein. Antibiotika wie Amoxicillin oder Doxycyclin werden meistens für zwei bis vier Wochen eingenommen, um so die Heilung des Ausschlags zu beschleunigen und in der Regel nachfolgende Symptome wie Arthritis oder neurologische Probleme zu verhindern. Es gibt keine überzeugenden Beweise, dass eine längereAntibiotikatherapie effektiver als zwei Wochen der Therapie ist, wohingegen ein längerer Gebrauch von Antibiotika schwerwiegende Nebenwirkungen auslösen kann. Intravenöse Antibiotika können für ernstere Fälle und für Patienten verwendet werden, dessen Nervensystem beeinträchtigt wurde. Eine Borreliose mit Arthritis kann ebenfalls auch mit Antibiotika behandelt werden und die meisten Patienten erleben eine vollständige Genesung.

Patienten, die jünger als 9 Jahre sind und schwangere oder stillende Frauen mit Borreliose, werden mit Amoxicillin oder Penicillin behandelt, weil durch Doxycyclin die bleibenden Zähne kleiner Kinder oder Babys im Mutterleib geschädigt werden können. Patienten, die allergisch auf Penicillin sind, können hingegen Erythromycin oder verwandte einnehmen.

Ärzte bevorzugen, dass bei einer Borreliose Patienten mit Herzbeschwerden Antibiotika wie Rocephin, Claforan oder Penicillin intravenös für etwa zwei Wochen einnehmen. Wenn diese Symptome anhalten oder schwerwiegender werden, können die Patienten auch mit Kortikosteroiden behandelt oder einen temporären Herzschrittmacher erhalten. Die Patienten erleben bei dieser Krankheit jedoch selten langfristige Herzschäden.

Vorbeugung

Eine Ansteckung mit Borreliose kann leicht verhindert werden, wenn eine Person weiß, nach was sie suchen muss. Die Zecke sticht ihre Mündung in die Haut ihres Opfers und nährt sich dort für mehrere Tage, bevor sie sich letztendlich abstößt. Wenn eine Person daher viel Zeit in Wäldern verbringt, sollten sie lange Hosen, Socken, einen Hut und ein langärmliges Hemd tragen, um die Chancen eines Zeckenstiche zu reduzieren. Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme sollte die Hose in die Socken gesteckt oder Klebeband um den Bereich verwendet werden, in dem die Hose und Socken aufeinandertreffen.

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