Diabetes mellitus Typ 1: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie

Diabetes mellitus Typ 1

© fovito / fotalia.com

Diabetes mellitus Typ 1

Diabetes mellitus ist eine chronische Störung des Stoffwechsels und wird auch als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet. Die Ansammlung des Blutzuckers (Glukose) liegt öfters oder dauerhaft über dem normalen Wert.

Der auffallende Hinweis, eine gesteigerte Ausscheidung von Zucker im Urin wurde bereits in der Antike diagnostiziert und bekam seinen eigenen Namen: Diabetes. Er stammt aus dem Griechischen und wird sinnvoll für Harnruhr oder Durchfluss verwendet. Die Übersetzung des lateinischen Wortes Mellitus lautet „mit Honig versüßt“.

Diabetes mellitus Typ 1

Ein hundertprozentiger Mangel beim Diabetes mellitus Typ 1 Patienten ist das lebenswichtige Hormon Insulin. Das Risiko an Diabetes Typ 1 zu erkranken, wird auch von Erbfaktoren beeinflusst.  Auch Umweltfaktoren und Ernährungsgewohnheiten können auf die Entstehung einwirken. Sie ist die am meisten auftretende Stoffwechselerkrankung, obwohl statistisch gesehen, nur jeder 10. Diabetiker unter dieser Art erkrankt. Sie macht sich bereits im Kindes- und Jugendalter bemerkbar. Laut einer deutschen Statistik sind bereits 25.000 Kinder und Teenager betroffen. Grundsätzlich erkrankten etwa 300.000 Menschen in Deutschland bereits an dieser Zuckerkrankheit. Gemessen an der Häufigkeit der Krankheit der Einwohner gehen Mediziner davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen bis zum Jahre 2026 verdoppeln wird. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Typ 1 Diabetes nicht heilbar.

Ursachen von Diabetes mellitus Typ 1

Den Ausbruch der Krankheit können Vorbelastungen erblicher Seite und zusätzliche Faktoren beeinflussen. Mittlerweile sind eine Menge Erbkonstellationen vorhanden, die diese Zuckerkrankheit fördern. Es hat den Anschein, dass Typ 1 Diabetes nicht in dem Maße weitervererbt wird. Wahrscheinlich haben die Erbanlagen einen grundlegenden Einfluss bei der Bildung des Typ 1 Diabetes. Besondere Gene für Antikörper, die die Insulinproduktion beeinflussen, tragen über 90% der Diabetiker. Diese speziellen Gene signalisieren den weißen Blutkörperchen, in das Gewebe einzudringen, welches Insulin produziert. Dadurch wird die Bauchspeicheldrüse entzündet. Durch dieses Ereignis werden in den darauffolgenden Monaten und Jahren diese insulinproduzierenden Zellen zerstört. Der Diabetes wird äußerlich erkennbar, wenn zwischen 80 – 90% der insulinproduzierenden Zellen nicht mehr funktionieren. 

In der forschenden Medizin wird davon ausgegangen, dass infektiöse Krankheiten ein Mitverursacher für die Fehlleitungen der körpereigenen Abwehr sind. Hierunter fallen auch z.B: Röteln, Mumps, Masern und das erkranken durch Coxsackie-Viren. Es wird vermutet, dass Menschen mit einer starken Reaktion auf ultraviolettem Licht durch ihr Immunsystem ein wahrscheinlich höheres Risiko besitzen, die Entstehung von Typ 1 Diabetes zu fördern.

Es gibt aber auch weitere Einflüsse, die die Entstehung von Diabetes Typ 1 fördern und der Umwelt zugeordnet werden. 

  • Eine verkürzte Dauer des Stillens nach der Geburt. Die verfrühte Weitergabe von Kuhmilch an das Kind
  • Der verfrühte Einsatz von glutenhaltiger Kost
  • Giftstoffe und krebserregende Substanzen, die in Lebensmittel in nicht gesundheitsschädlichen Mengen vorkommen können

Weitere Resultate in der Forschung zeigen an, dass ein Zusammenhang mit dem Ausbrechen der Zuckerkrankheit eine Einbindung geschädigter Nervenzellen sein können.

Symptome bei Diabetes mellitus Typ 1

Kinder, Teenager und junge Erwachsene erkranken größtenteils an Typ 1 Diabetes. Selbstverständlich gibt es neue Fälle bei älteren Patienten. Die Erkrankung tritt plötzlich auf. Neben den bekannten Erscheinungen, die durch hohe Werte des Blutzuckers ausgelöst werden, können sich bereits schwere Komplikationen zu Beginn der Krankheit abzeichnen. Diese können im schlimmsten Fall zum Tode führen. 

Folgende Komplikationen können bei einer erhöhten Bündelung des Blutzuckers führen:

  • übermäßiger Durst
  • öfters Wasserlassen
  • trockene Haut
  • Gewichtsreduzierung
  • Schläfrigkeit
  • Störungen des Sehverhaltens
  • verlangsamte Wundheilung

Darüber hinaus wirken sich permanent zu hohe Blutzuckerwerte nachteilig auf die Herz-Kreislauf-Struktur und die Blutgefäße aus. Der Diabetes Typ 1 Patient verfügt über einen gänzlichen Insulinmangel neben den hohen Werten des Blutzuckers. Aus diesem Grunde werden die Zellen des Körpers nicht mit genug Zucker, auch Glukose genannt, versorgt. Ein weiterer Faktor ist die Beeinträchtigung des Fettsäurestoffwechsels durch den Insulinmangel. Dadurch kommt es oft zu Herzinfarkten, Schlaganfällen oder sonstigen Folgeschäden. 

Der gestörte Fettsäurestoffwechsel ist ein Warnzeichen des Typ 1 Diabetes. Es können fortwährend Substanzen gebildet werden, die den Säurewert ( auch ph-Wert) des Blutes herabsetzen. Als Folge kommt es zu einer Erschaffung der Blutübersäuerung (Azidose), die der Auslöser für ein diabetisches Koma sein kann. Der Mediziner spricht von diabetischer Ketoazidose beim Typ 1 Diabetiker. 


Sie machen sich durch folgende Merkmale kenntlich:

  • Schmerzen des Bauchbereiches
  • Brechreiz
  • Erbrechen
  • tiefe und schlechte Atmung
  • Störungen und Verlust des Bewusstseins
  • Acetongeruch im Atem und des Urin

Patienten, die eine diabetische Ketoazidose bekommen, müssen schnellstmöglich ins Krankenhaus gebracht werden, da diese lebensbedrohlich sein kann. Dort müssen sie auf der Intensivstation behandelt werden.

Diagnose bei Diabetes mellitus Typ 1

Durch Inanspruchnahme eines Bluttests ist der Nachweis der Antikörper gegen Insulin oder das Gewebe der Bauchspeicheldrüse möglich. Diese zerstören letztlich das Immunsystem der Bauchspeicheldrüse mit ihren Zellen, die Insulin produziert. Ist der Bluttest positiv, liegt die Wahrscheinlichkeit auf dem Höchststand, da bei den neu erkrankten Patienten ca. 90%  diese Antikörper mit sich führen. 

Durch diverser Stoffe im Blut kann der Internist erkennen, ob Diabetes vorliegt. Der bedeutsamste Messwert ist das Hämoglobin A. Dadurch kann der Arzt die normale Blutzuckerlage validieren. Patienten mit bekannter Diabetes ist für den Langzeit-Blutzuckerwert die HbA1C-Messung erforderlich. Der Arzt checkt außerdem, ob der Patient an begleitenden und weiteren Erkrankungen leidet. Aus diesem Grunde findet die Überprüfung des arteriellen Blutdruckes, die Messung der diversen Cholesterinarten und Blutfettwerte statt. Dadurch lässt sich Bluthochdruck oder Störung des Stoffwechsels rechtzeitig im frühen Stadium erkennen. Weitere Untersuchungen, die durch typische Organschäden durch Diabetes auftreten sind Augen, Nieren, das Nervensystem oder Blutgefäße.

Diabetes lässt sich durch neuerliche Messungen der Zuckerwerte nachweisen. Das kann durch Plasma einer Vene oder durch einen Bluttropfen aus der Fingerkuppe feststellen. Die Grenzwerte sind jedoch unterschiedlich. Es kommt darauf an, wo das Blut entnommen wird. Die typischen Symbole eines Diabetes-Patienten sind der Verlust des Gewichtes und der gesteigerte Durst. Allerdings nur, wenn die Zuckerwerte nüchtern mehr als 125 mg% oder in nicht nüchterner Beschaffenheit höher als 200 mg% ist.

Bei Diabetes-Patienten ohne deutlich erkennbare Symptome sollte die Überschreitung dieser Grenzwerte an zwei diversen Tagen vorhanden sein oder das Ergebnis von über 200 mg% muss durch einen oralen Glukosetoleranztest nachgewiesen sein. Berühren die Blutzuckerwerte den Grenzbereich zwischen dem normalen Wert und einer klaren Erhöhung, setzt der Internist diesen Test ein. Durch diese Hilfestellung entscheidet der Arzt, ob eine normale oder krankhafte Toleranz der Glukose oder bereits Diabetes besteht. 

Zur Früherkennung und der Bestimmung des Blutzuckers im Urin genügt in den häufigsten Fällen ein simples Urin-Teststäbchen. Es kann selbst vom Patienten angewendet werden. Wird der zusätzlich abgegebene Blutzucker über die Niere in den Urin geleitet, wird eine auffallende Verfärbung angezeigt. Feststellbar ist der Blutzuckerwert im Urin erst ab einem Wert von 160-180 mg%. Zu diesem Zeitpunkt können bereits Folgeschäden aufgetreten sein.

Therapie und Behandlung von Diabetes mellitus Typ 1

Bislang ist Typ 1 Diabetes nicht heilbar. Eine gute Behandlung erfolgt mit Insulin. Um den Mangel auszugleichen, müssen diese Patienten jedoch ein Leben lang Insulin spritzen. Dadurch wird diese Mangelerscheinung ausgeglichen und der Blutzuckerspiegel wird dadurch normalisiert. Das bedeutendste Instrument für den Diabetiker ist das Blutzucker-Messgerät.  Es gibt zwei gebräuchliche Arten der Insulin-Behandlung für Typ 1 Diabetes. Dabei handelt es sich um die intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT)  und die Insulinpumpen-Therapie (CSII). Welche der beiden Behandlungsmethoden infrage kommt, entscheiden Arzt und Patient im Gespräch. Jeder Typ 1 Diabetiker sollte einen Gesundheitspass mit sich führen, gute Informationen über die Krankheit einholen und bestenfalls an einer Diabetiker-Schulung teilnehmen. Der Typ 1 Diabetiker sollte zudem nicht rauchen. 

Bei der intensivierten konventionellen Insulintherapie wird der Grundbedarf an Insulin gedeckt und der Diabetiker spritzt mindestens zweimal täglich das Insulin. Die Insulinpumpen-Therapie sorgt mit einer Pumpe dafür, nur das notwendige Insulin freizugeben, die durch Einprogrammierung erforderlich sind und mittels einer Nadel  und einem dünnen Kunststoffschlauch unter die Haut gespritzt wird.

Das könnte Sie auch interessieren