Diabetes mellitus Typ 2: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie

Diabetes mellitus Typ 2

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Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Diese Form des Diabetes gilt als Wohlstandskrankheit, da sie häufig durch falsche Ernährung und Übergewicht ausgelöst wird.

Diabetes mellitus Typ 2

Die Krankheit führt durch eine Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse zu erhöhten Blutzuckerwerten. Zahlreiche Organ- und Nervenschäden können hiervon die Folge sein. Wenn auch gut beherrschbar und mittlerweile auch ziemlich gut zu therapieren, muss man sich immer im Klaren darüber sein, dass Diabetes Mellitus Typ 2 durchaus auch eine tödliche Erkrankung sein kann. Ständige ärztliche Kontrolle und Überprüfung der Therapie sind genau so wichtig wie die Eigenbeobachtung des Patienten. Eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Mediziner und dem Betroffenen ist hierbei unerlässlich.

In der Vergangenheit war Diabetes eine Erkrankung die vor allen Dingen ältere Patienten betraf. Neuere Entwicklungen weisen allerdings in eine andere Richtung. Schon Kinder sind von der Überflusserkrankung betroffen. 

Es gibt zahlreiche Gesellschaften die sich  mit dem Thema befassen, die bekannteste ist die Deutsche Diabetesgesellschaft. Sie ist verantwortlich für die Kontrolle der Forschung und der Behandlungsstandards.

Ursachen von  Diabetes mellitus Typ 2

Die Ursachen für diese Form des Diabetes sind vielfältig. Sie werden oft angegeben mit 

  • Übergewicht
  • falscher Ernährung
  • Fettgewebe am Bauch
  • Bewegungsmangel
  • erbliche Belastung

Bis auf die erbliche Belastung ist der Patient für das Minimieren der Risikofaktoren alleine verantwortlich. Gesunde Ernährung und der Abbau von Übergewicht sind die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen. Eine gesunde Einstellung zum eigenen Körper ist hier von Vorteil. Beim Abbau des Übergewichtes kann evtl. psychologische Hilfe notwendig sein. Eine gesunde Ernährung kann auch in Kursen erlernt werden, aber auch diese Maßnahmen scheitern, wenn der Patient nicht weiter daran arbeitet. 

Aus medizinischer Sicht sind die Ursachen für den Diabetes ein Versagen der B-Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse. Dort wird das Insulin produziert. Das Insulin ist ein körpereigenes Hormon, dass dafür sorgt dass der Zucker in die Zellen geschleust werden kann. In vielen Fällen bildet sich vor der eigentlichen Erkrankung eine Insulinresistenz aus. Dieses auch Prädiabetes genannte Frühstadium verhindert dass das Insulin seine Arbeit macht. Infolgedessen schüttet die Bauchspeicheldrüse mehr von dem Hormon aus, denn sie bekommt das Signal dass der Zucker nicht ausreichend eingeschleust werden kann. In dieser Zeit verausgabt sich die Bauchspeicheldrüse und es kommt zu großen Mengen von Insulin im Blut, ein Zustand der Hyperinsulinämie genannt wird. Wenn die Bauchspeicheldrüse ihre Arbeit einstellt kommt es zu einem eher niedrigen Insulinspiegel und ansteigenden Blutzuckerwerten. Die hohen Blutzuckerwerte sind das wichtigste Kriterium für die Diagnose.

Symptome von Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus ist eine stille Erkrankung. Für den Patienten spürbare Symptome treten erst auf, wenn bereits die ersten Schädigungen eingetreten sind. Als erstes Symptom verspüren die Patienten meistens abnormen Durst, die Urinmenge und die Toilettenfrequenz erhöhen sich dementsprechend. Dies liegt daran, dass die Nieren versuchen ab einem Wert von ca. 180 mg/dl versuchen den überschüssigen Zucker aus dem Blut zu waschen, hierbei werden große Mengen Flüssigkeit benötigt. Der Durst ist schwer zu stillen und als nächstes Symptom kommt daher Hautjucken hinzu. Die Nieren holen sich jetzt die Flüssigkeit wo sie welche bekommen können und ziehen sie eben auch aus der Haut ab, infolge dessen trocknet die Haut aus, schuppt und juckt. 

Spätestens jetzt sollte man dringend einen Arzt aufsuchen. 

Weitere Symptome sind:

  • allgemeines Schwächegefühl
  • häufige Infektionen
  • Wundheilungsstörungen

Das gehäufte Auftreten von Pilzinfektionen und grippalen Infekten ist also ebenfalls ein Warnzeichen für Diabetes. Auch schlecht heilende Wunden -besonders im Fußbereich- gehören dazu.

Diagnose von Diabetes mellitus Typ 2

Die Diagnose erfolgt oft zufällig, sehr häufig erst dann, wenn bereits Folgeerkrankungen aufgetreten sind, die eine ärztliche Behandlung notwendig gemacht haben. Das kann ein Schlaganfall sein, oder ein Herzinfarkt. Aber auch im Rahmen von jährlichen Check-up Untersuchungen wird ein Diabetes oft festgestellt. 

Die Diagnose erfolgt nach einfachen Kriterien. Es gibt verschiedene Arten der Testung. Aus dem venösen Plasma sowie aus dem kapillaren Vollblut. Letztere ist die wohl bekannteste Art der Testung, da die Betroffenen diese auch im häuslichen Umfeld in eigener Regie durchführen. Die erlaubten Werte unterscheiden sich gerinfügig je nach Art des zur Verfügung gestellten Testmaterials. 

Vereinfacht lässt sich aber sagen, dass folgende Werte als krankhaft gelten: 

Ein Nüchternwert von mehr als 125 mg/dl oder 7 mmol/l für die Messung im venösen Plasma. Beim Vollblut gelten bereits Nüchternwerte über 110 mg/dl oder 6 mmol/l als krankhaft. Ebenso ein zu beliebiger Zeit gemessener Wert von mehr als 200 mg/dl oder 11 mmol/l. 

Zur Bestätigung der Diagnose wird danach unter ärztlicher Aufsicht ein sog. oraler Glukosetoleranztest durchgeführt. Hierbei bekommt der Patient eine stark traubenzuckerhaltige Lösung in standardisierter Menge nachdem der Nüchternwert ermittelt wurde. In regelmäßigen Abständen werden nun die Werte kontrolliert. Meistens geschieht das nach einer Stunde und ein weiteres Mal nach einer weiteren Stunde. Auf diese Art kann man überprüfen wie schnell der Körper in der Lage ist, den Blutzuckerspiegel zu senken und die Diagnose kann so gesichert werden.

Therapie und Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2

Bei der Therapie gilt die Prävention als wichtiger Baustein. Besonders stark übergewichtige Patienten profitieren von einer Gewichtsabnahme. Die Werte regulieren sich dann teilweise wieder so weit, dass von einer weiteren Therapie abgesehen werden kann. Auch die gesunde Ernährung ist ein wichtiger Baustein. Patienten werden in den sog. Diabetesschulungen dahingehend unterrichtet, wie sie sich am besten mit der Erkrankung ernähren. Das gezielte Aufnehmen von Kohlehydraten steht hierbei im Vordergrund. Diese sind ein wichtiger Bestandteil jeder Ernährung, da sie Energie liefern. Es gibt aber verschiedene Arten von Kohlehydraten, die Unterscheidung lernt man in den meist 20 Lektionen der Diabetesschulung, die oft von den inneren Abteilungen der Krankenhäuser angeboten wird, oder von speziell geschulten Medizinern der Fachrichtung Diabetologie. Hier lernen die Patienten auch dass sie bestimmte Zeichen beachten müssen um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Beispielsweise muss der Blutdruck kontrolliert werden, da Bluthochdruck oft mit Diabetes einehergeht. Ausserdem müssen die Füße sorgfältig und regelmäßig auch auf kleinste Verletzungen kontrolliert werden, da sie durch den gestörten Stoffwechsel in den Zellen schlecht verheilen und sich zu größeren Problemen -bis hin zur Amputation- entwickeln können. 

Die zweite Säule der Therapie ist die medikamentöse Behandlung. Medikamente wie Metformin gelten schon lange als Standard in der Diabetesbehandlung. Andere Medikamente in Tablettenform wie Galvus haben eine andere Wirkweise und können deshalb in Kombination unterstützend eingesetzt werden. 

Die letzte Stufe ist die Insulintherapie. Hierbei wird dem Körper das fehlende Insulin von aussen zugeführt. Die Betroffenen müssen es sich subkutan injizieren. Hierbei unterscheidet man die statische und die dynamische Therapie. Bei der statischen Therapie ist die Anzahl der injizierten Insulineinheiten immer gleich. Bei der dynamischen Therapie misst der Patient seinen Blutzucker und passt dann selbständig die Dosis an. Diese Therapieform erfordert eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Patienten und dem Arzt. Ebenso erfordert sie vom Betroffenen große Sorgfalt. Wenn der Arzt das Gefühl hat, dass sein Patient damit überfordert sein könnte, dann wird er weiterhin eine statische Therapie anordnen. Die Lebensqualität der Betroffenen ist mit der dynamischen Therapie allerdings deutlich höher, da sie nicht gezwungen sind zu bestimmten Zeiten die erforderliche Menge Kohlehydrate zu zuführen. 

Die Beobachtung und ständige Kontrolle der Werte ist für alle Betroffenen oberstes Gebot. Wie häufig diese Kontrolle stattfinden muss, hängt von der Stärke der Erkrankung und der gewählten Therapieform ab. In allen Fällen muss allerdings regelmäßig eine Konsultation des behandelnden Arztes stattfinden, damit auch im Labor valide Werte ermittelt werden können. Die für den Patienten erhältlichen Meßgeräte weichen teilweise bis zu zwanzig Prozent von den Laborwerten ab. 

Insgesamt ist eine Diabeteserkrankung ein großer Einschnitt in das bisherige Leben, die Therapie geht immer mit der Veränderung von Lebensgewohnheiten einher.

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