Farbenblindheit: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Farbenblindheit

Farbenblindheit

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Farbenblindheit

Die Welt ist bunt, leider trifft dies nicht auf alle Menschen zu. Eine Vielzahl von Menschen leidet unter der sogenannten Farbenblindheit.

Laut einer Untersuchung von der  Color Vision Clinic London, leidet jeder zwölfte Mann und jede zweihunderste Frau unter einer Farbsehstörung. Das Männer häufiger betroffen sind, liegt vor allem bedingt an den Genen. Die Farbenblindheit ist eine Erkrankung die in unterschiedlichen Formen und Schweregraden auftreten kann. Man spricht daher bei dieser Erkrankung auch von einer Farbsehstörung. Die schlimmste Form der Farbsehstörung ist die totale Farbenblindheit. Dies bedeutet das die Fähigkeit Farben unterscheiden zu können, völlig fehlt. Die Welt wird von den Betroffenen oft nur als Grau empfunden. Dies bedeutet man kann nicht erkennen, dass der Baum oder die Wiese grün ist oder ob ein Auto blau, schwarz oder gelb ist. Eine solche Erkrankung hat natürlich massive Auswirkungen auf das alltägliche Leben. So ist zum Beispiel eine Teilnahme am Straßenverkehr aufgrund der mangelnden Fähigkeit Farben zu erkennen, nur schwer möglich. Auch tägliche Dinge wie der Einkauf sind erschwerlicher, da selbst Kleinigkeiten wie die Bezahlung schon ein Problem darstellen können, da Betroffene das Geld farblich nicht unterscheiden können. Auch im Berufsleben kann es zu Problemen führen, insbesondere wenn die Erkrankung erst im Alter auftritt. 

Wie können wir eigentlich Farben unterscheiden?

Unsere Augen sind umgeben Zapfen und der Netzhaut, verantwortlich für die Unterscheidung von Farben sind die Zapfen. Die Zapfen enthalten unterschiedliche Sehfarbstoffe die uns die Fähigkeit geben, Farben zu unterscheiden. Wenn wir sehen, reagieren die Zapfen im Auge auf die unterschiedlichen Wellenlängen im Licht. Diese Wellenlänge die je nach Farbe unterschiedlich sind, erkennen die Zapfen und leiden ein Signal an unser Gehin. 

Im Gehirn wird dieses Signal verarbeitet, dass dann dazu führt das wir Farben wir Grün, Rot oder Blau erkennen und unterscheiden können. Ist dieses Verhältnis von Gehirn, Zapfen und Netzhaut verletzt oder durch einen Gendefekt gestört, ensteht eine Farbsehstörung.

Ursachen von Farbenblindheit

Für eine Farbsehstörung gibt es eine Reihe von Ursachen, die eine solche Erkrankung auslösen kann. Neben einer angeborenen Farbsehstörung, gibt es auch eine Reihe von sogenannten Grunderkrankungen die eine solche Farbsehstörung auslösen kann. Dies wären zum Beispiel Hirnverletzungen, Verletzungen an der Netzhaut oder eines Sehnervs aufgrund einem Unfall oder einem Schlaganfall. Handelt es sich um eine angeborene Farbsehstörung, so ist hierfür meist ein Gendefekt der Opsin-Gene oder der  X-Chromosomen dafür verantwortlich. Leidet ein Elternteil an einer Farbsehstörung durch einen Gendefekt, kann dieses Gendefekt auch auf sein Kind übertragen. 

Farbsehstörungen gibt es in verschiedenen Formen, nachfolgend eine Übersicht:

  • Achromasie: Vollständige Farbenblindheit, die Betroffenen sehen ihre Umwelt nur noch in Grau- oder Schwarz/Weißstufen.
  • Monochromasie: Bei der Monochromasie handelt es sich um eine teilweise Farbenblindheit. Dies bedeutet, die Betroffenen können noch einzelne Farben wahrnehmen und unterscheiden. 
  • Dichromasie: Bei Dichromasie handelt es sich wie bei der Monochromasie, auch um eine teilweise Farbenblindheit. Hierbei können zwei Farben, zum Beispiel Rot-Grün nicht wahrgenommen werden. 
  • Tritanopie: Die Tritanopie auch als Blaublindheit bezeichnet, bedeutet eine Farbsehstörung bei der Farbe Blau. Die Betroffenen können die Farbe nicht wahrnehmen bzw. verwechseln sie diese mit der Farbe Gelb. 

Anomale Trichromasie: Bei der Anomale Trichromasie handelt es sich um eine Farbenschwachsichtigkeit. Betroffene können zwar alle Farben unterscheiden, meist aber nur schlecht. Je nach Bedingungen, zum Beispiel schlechte Lichtverhältnisse oder bei Nacht, sind auch Verwechselungen möglich.

Symptome bei Farbenblindheit

Die Symptome bei Farbsehstörungen können höchst unterschiedlich sein und sind auch vom Schweregrad der Störung abhängig. Bei Menschen bei denen diese Störung angeboren ist, machen sich in der Regel in den ersten Lebensjahren keine Symptome bemerkbar. Anders ist dies, wenn die Erkrankung schleichend erfolgt. Hierbei haben die Betroffenen zunehmend das Problem , das sie einzelne Farben nicht mehr unterscheiden können.  Am häufigsten verbreitet ist hierbei der Rot-Grün-Bereich. Dies bedeutet das eine Unterscheidung zwischen den Farben Rot und Grün für den Betroffenen nicht mehr möglich ist. Je nach Schweregrad spricht man dann auch von einer Rot-Grün Blindheit. In besonders schweren Fällen der Farbenblindheit, können die Betroffenen lediglich noch Helligkeitsunterschiede zwischen den einzelnen Farben feststellen. 

Ergänzend zur fehlenden Fähigkeit Farben unterscheiden zu können, zeigt sich eine Farbenblindheit auch durch eine verschlechterte Sehschärfe, einer Lichtempfindlichkeit sowie einer Verkleinerung vom Gesichtsfeld. Mit einer verschlechterten Sehschärfe können natürlich auch weitere unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit durch Überanstrengung der Augen auftreten. Es empfiehlt sich schon bei frühzeitigen Störungen in der Wahrnehmung von Farben, einen Arzt aufzusuchen. Damit gewährleistet ist das eine Behandlung der Farbsehstörung umgehend erfolgt.

Diagnose von Farbenblindheit

Die Diagnose wie auch die Behandlung einer Farbsehstörung erfolgt durch einen Augenarzt als Facharzt. Je nach Form und Schweregrad wird zur Feststellung dieser Erkrankung eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt. Eine der Untersuchungen ist hierbei der die Prüfung der Fähigkeit vom Erkennen von Farben anhand von Farbtafeln, sogenannten Ishihara-Tafeln. Diese spezielle Farbtafeln bestehen aus verschiedene Farbflecken und Zahlen. Liegt zum Beispiel eine Rot-Grün-Blindheit vor, können diese die Farben wie auch die dazugehörigen Zahlen nicht erkennen. Anhand den Ishihara-Tafeln kann eine Farbsehstörung weitgehend schon eingegrenzt werden, anhand von den Farben die erkannt oder eben nicht erkannt werden können. 

Um seine Diagnose zu festigen, kann ein Augenarzt auch das sogenannte Anomaloskop einsetzen. Hierbei sieht man durch ein Rohr auf eine Prüfscheibe. Diese Prüfscheibe ist zweigeteilt und in unterschiedlichen Farben und Helligkeit.  Die untere Scheibenhälfte ist hierbei Gelb, Ziel ist es eine komplette gelbe Scheibe. Hierzu muss der Betroffene die Farben selbst mischen bis er die komplette Scheibe in Gelb anhand. Anhand dem Umgang und der Mischung, kann der Augenarzt zum einen welche Farbsehstörung vorliegt und in welchem Schweregrad. 

Neben dem Anomaloskop, gibt es auch das Elektro-Retinogramm. Das Elektro-Retinogramm kommt zur Anwendung, wenn der Verdacht einer Schädigung der Zapfen im Auge besteht. 

Auf beiden Seiten an den Schläfen werden hierzu Elektroden angeklebt, ferner muss man auf einen Monitor schauen. Dieser Monitor sendet farbige Lichtreize aus, die Elektroden zeichnen hierbei die Reaktionen und die Farbwahrnehmung auf. Diese Reaktionen lassen dann Rückschlüsse auf eventuelle Schädigungen der Zapfen zu.

Mit der Diagnose Farbsehstörung ist aber die Untersuchung noch nicht beendet. Wie wir Wissen gibt es für die Farbsehstörungen, eine Reihe von Grunderkrankungen die diese auslösen können. Damit sich daher die Farbsehstörung nicht weiter verschlechtern kann oder andere Erkrankungen auftreten können, ist eine Feststellung der Grunderkrankung und somit dem Auslöser für die Farbsehstörung unerlässlich. Je nach Art der Grunderkrankung kann die Untersuchung wie die Behandlung, interdisziplinär erfolgen. Dies bedeutet das Ärzte aus unterschiedlichen Fachrichtungen, gemeinsam arbeiten. Tritt eine Farbsehstörung zum Beispiel aufgrund von einem Schlaganfall auf, so wird durch einen entsprechenden Facharzt der Schlaganfall und durch einen Arzt die Farbsehstörung behandelt.

Behandlung und Therapie von Farbenblindheit

Grundsätzlich sind alle Formen der Farbsehstörungen nicht heilbar, es kann aber je nach Art der Farbsehstörung dieser gestoppt oder in ihrer Wirkung abgemildert werden. Ist für die Farbsehstörung eine Erkrankung (Grunderkrankung) verantwortlich, zum Beispiel eine Schädigung der Sehnerven, wird versucht diese zu behandeln. Ziel der Behandlung ist hierbei keine weitere Verschlechterung der Sehqualität. Im Rahmen einer Behandlung kann somit lediglich das Sehverhalten verbessert bzw. gesichert werden, dies ist aber vom Schweregrad der Farbsehstörung abhängig. So können zum Beispiel getönte Kontaktlinsen und Brilengläser zu einer Verbsserung vom Sehverhalten beitragen und gleichzeitig die Augen vor weiteren Schädigungen schützen.  

Auch wenn eine Farbsehstörung nicht heilbar ist, muss sie behandelt werden. Eine unbehandelte Farbsehstörung kann sich je nach Art und Schweregrad, auf Dauer verschlimmern und zu einer totalen Farbenblindheit führen. 

Vorbeugung: Leider gibt es auch keine Maßnahmen mit denen man einer Farbsehstörung vorbeugen kann.

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