Fersensporn (Kalkaneussporn): Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Fersensporn

Fersensporn

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Fersensporn

Der Fersensporn - eine Volkskrankheit? Fakt ist, dass davon viel mehr Leute betroffen sind, als man allgemein glaubt. Es handelt sich hierbei um eine knöcherne Wucherung, die etwa 8 bis 10 % der Bevölkerung betrifft.

Da nicht bei allen Betroffenen Schmerzen in Begleitung des Fersensporns auftreten, bleibt er unter Umständen unerkannt und komplett beschwerdefrei. Vorzugsweise Frauen sind von einem solchen Auswuchs betroffen, der zumeist im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auftritt. Hierbei handelt es sich um nicht natürliche knöcherne Auswüchse im Bereich des Fersenbeins, die durch Reizungen der Sehnenplatten in den Fußsohlen oder der Achillessehne hervorgerufen werden. Der Fersensporn wird auch als Kalkaneussporn bezeichnet, was von dem lateinischen Wort calcaneus für Fersenbein herrührt. Die knöchernen Auswüchse selbst sind meist nicht der Auslöser von Schmerzen. So kann es sein, dass bei einer Röntgenuntersuchung zufällig ein Fersensporn entdeckt wird, der von dem Betroffenen nicht gefühlt wurde. Schmerzen entstehen dann, wenn es im umliegenden Gewebe rund um die Fußsohle oder am Sehnenstrang zu Entzündungen kommt, die chronisch werden können. Außerdem gilt das Entstehen und die Entzündung eines Schleimbeutels als besondern schmerzvoll. 

Ein Fersensporn kommt in zwei verschiedenen Formen vor: zum einen im unteren Fußbereich, was zu einer Verknöcherung im Ansatz der Sehnenplatte an der Fußunterseite führt. Diese Form des Sporns wird als plantar bezeichnet. Zum anderen gibt es den hinteren Fersensporn, auch als dorsal oder Haglundferse bezeichnet. Bei letzterem findet die Verknöcherung am Fersenbeinansatz der Achillessehne statt.

Damit eine Fersensporn garnicht erst entstehen kann, sind präventive Maßnahmen, wie das Tragen angemessenen Schuhwerks, insbesondere bei der stehenden Arbeit oder beim Sport unbedingt angeraten. Wer laufen will, sollte sich vorher ordentlich erwärmen. Barfußlaufen vor allem auf natürlichem Untergrund im Freien ist Labsal für den Fuß schlechthin und regelmäßige Dehnübungen, die man ohne Probleme auch zwischendurch machen kann, bringen Linderung. Bestehendes Übergewicht sollte, nicht nur der Füße wegen, in jedem Fall durch gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung reduziert werden.

Ursachen für Fersensporn

Die Ursachen für das Entstehen eines Fersensporns sind mannigfaltig. Ausgelöst wird er stets durch eine Überbelastung der Sehnen des Fußes infolge von Zug oder Druck. Dabei versteht sich von selbst, dass ein zu hohes Körpergewicht immer ein Faktor für eine zu große Belastung des Fußes darstellt. Aber auch das Tragen unpassenden Schuhwerks, beispielsweise zu enger Schuhe, kann die Entstehung des Fersensporns begünstigen. Wer trainiert und insbesondere viel läuft, kann ebenso von einem Fersensporn betroffen sein. Hier sind die Ursachen vor allem in fehlender Erwärmung, einer zu rasanten Steigerung des Trainingstempos, dem Tragen nicht angemessener Trainingsschuhe oder einfach der Wahl ungünstigter Sportarten zu finden. Wer eine Arbeit ausübt, bei der er viel stehen muss und die Arbeitshaltung nicht immer ideal für den menschlichen Körper ist, kann ebenso prädestiniert für diesen knöchernen Auswuchs sein. Auch Fehlbildungen des Fußes, wie Senk- und Spreizfuß, bzw. Fehlhaltungen der Unterschenkel können zum Fersensporn führen. Schließlich gilt auch die erbliche Vorbelastung als eine Ursache für das Entstehen des Fersensporns.

Symptime bei Fersensporn

Die Betroffenen fühlen oft einen stechenden Schmerz, der an der inneren Fußunterseite auftreten kann oder auch im hinteren Bereich, beispielsweise ausgelöst durch den Druck des Schuhwerks an der Achillessehne. Diese Schmerzen sind zu beklagen beim Laufen oder Gehen, ebenso auch wenn der Betroffene in den Zehenstand geht. Selbst im Ruhezustand beim Hochlegen der Beine am Abend besteht der dumpfe Schmerz weiter. Oft empfindet man auch einen sogenannten Anlaufschmerz. Das bedeutet, dass gerade nach einer Nacht oder längerem Liegen am Abend der Fuß beim erneuten Loslaufen schmerzt. Dieser Schmerz nimmt dann bei kontinuierlicher Weiterbewegung wieder ab. Genannter Anlaufschmerz ist typisch für die plantare Ausbildung des Fersensporns, da hier die Druckempfindlichkeit am Sehnenansatz zur Wirkung kommt. Der Druck an der Achillessehne ist eher beim Gehen zu spüren und wirkt von hinten am Fuß. Sichtbar wird ein Fersensporn bisweilen auch durch Schwellungen im Knöchelbereich.

Diagnose von Fersensporn

Diagnostizieren lässt sich ein Fersensporn am Besten im Rahmen einer Röntgenuntersuchung. Wie bereits beschrieben wird manchmal im Zuge einer Durchstrahlung des Fußbereichs mit Röntgenstrahlen der Fersensporn erst entdeckt. Bei Beschwerden am Fuß kann mittels Röntgenuntersuchung eindeutig die Diagnose gestellt werden und die unmittelbaren Therapieformen gewählt werden. Auch eine Untersuchung mittels Ultraschall vermag eindeutig über das Vorliegen eines Fersensporns zu entscheiden und bezüglich der lindernden Maßnahmen die richtige Entscheidung zu treffen. In jedem Fall ist bei auftretendem Druckschmerz in den beschriebenen Bereichen des Fußes unverzüglich ein Arzt aufzusuchen, da nur dieser eindeutig über das vorliegende Krankheitsbild, dessen Schwere sowie die empfohlenen Therapiemöglichkeiten entscheiden kann.

Therapie und Behandlung von Fersensporn

Die Therapieformen zur Linderung der Beschwerden bei einem Fersensporn sind verschieden. Einerseits gibt es Therapien, die die Betroffenen ganz allein und zu Hause anwenden können. So bringt eine Kältetherapie in jedem Falle Schmerzlinderung und nimmt dem Fuß den Druck. Mit Hilfe der Eismassage kann jeder die Fußunterseite oder den hinteren Teil stimulieren und kühlen. Oft werden auch Übungen der Krankengymnastik verschrieben oder empfohlen, die unter Anleitung eines Physiotherapeuten ausgeführt werden und später auch im Alleingang zu Hause weiter geführt werden können. Das Rollen des Fußes auf dem sogenannten Igelball bringt hier ebenso gute Ergebnisse, wie die Zehenzange, bei der die Zehenbeweglichkeit trainiert wird durch Aufnahme von Gegenständen mit den Zehen. Auch das Umschlingen des vorderen Fußteils mit einem Handtuch und Ziehen per Hand dehnt den Fuß erfolgreich. Der Arzt kann auch das Tragen orthopädischer Einlagen empfehlen. Diese dienen dazu, den Fuß vom bestehenden Druck in dem Schmerzbereich zu entlasten, da sie über eine Aussparung an der Stelle des Fersensporns verfügen. Sie haben also die Funktion, den Fuß abzustützen und das Fußlängsgewölbe besser abzufedern. Ideal sind solche Einlagen in Laufturnschuhen, da man sich viel in ihnen bewegt und die sportliche Bewegung dem Fuß damit wieder zuträglich wird. Wenn die Ursache für den Fersensporn in einer Fuß oder Unterschenkelfehlstellung zu finden ist, sollten Einlagen gegen diese Fehlstellungen getragen werden. Bei starken Schmerzen wird der Mediziner auf eine Cortisoninjektion lenken, die den Schmerz lindert und eine gewisse Betäubung mit sich bringt. Leider kommt es hier aber in Einzelfällen im Nachgang der Injektion zu einer Schmerzverstärkung. Eine Operation wird dann angewandt, wenn die konservativen Methoden nicht den gewünschten Effekt erzielen. Dabei wird eine Abmeißelung des Fersensporns vorgenommen, Nerven werden durchtrennt und der entzündliche Schleimbeutel wird entfernt. Anschließend darf der Fuß eine Weile nicht belastet werden, es wird sogar eine gewisse Liegezeit angeraten. Das ist auch der Grund dafür, dass nicht beide Füße gleichzeitig operiert werden dürfen. Diese Art des operativen Eingriffs wird in etwa 5 % der Fälle vorgenommen. Helfen können aber auch Medikamente, die als Entzündungshemmer dienen und antirheumatische Wirkung haben. Sie betäuben den Schmerz, senken das Fieber und bringen die Schwellung zum Abklingen. Als erfolgreich hat sich die Stoßwellentherapie gezeigt. Die in medizinischen Fachkreisen als ESWT bezeichnete Behandlungsmethode sendet gezielte Schallwellen mittlerer Energie auf den betroffenen Fuß aus und kann die Beschwerden gut lindern. Allerdings ist die Kostenübernahme durch die Kassen nicht immer einwandfrei geklärt und auch hier gilt: nur wenn konservative Methoden nicht helfen, geht man zur Stoßwellentherapie über. Auch eine Bestrahlung mit Röntgenstrahlen hilft, da diese in die biochemischen Mechanismen eingreifen kann und diese beeinflusst. Wenn die Schmerzen über 4-8 Wochen anhalten, wird zu dieser Behandlungsmethode gegriffen. Die Strahlung mit den Photonen muss dabei circa alle 4 Wochen in 2 bis 3 wöchentlichen Sitzungen erfolgen, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. In 70-80 % der Fälle kommt es zu einer Schmerzlinderung, die dann tatsächlich bis zu einem Jahr und länger anhält.

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