FSME: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei FSME

FSME

© emer / fotalia.com

FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, besser bekannt als FSME, ist eine Virusinfektion. Übertragen wird diese Infektion ausschließlich durch mit dem Virus infizierte Zecken.

Das Virus tritt vorzugsweise dann auf, wenn es wärmer draußen ist, da das Virus mindestens eine Temperatur von 8 Grad braucht um sich zu vermehren. Deswegen auch der Name Frühsommer-Meningoenzephalitis. Aber da es immer öfter vorkommt, das im Winter milde Temperaturen herrschen, kann es sein das man auch im Winter von einer infizierten Zecke gebissen wird.

Da das Virus in manchen Regionen Deutschlands häufiger auftritt als in anderen, gelten diese als Risikogebiete für die FSME. Das heißt das dort bis zu 5% der Zecken diesen Virus in sich haben. Deswegen sollten sich Menschen, die in diesen Risikogebieten leben oder dort Urlaub machen wollen, frühzeitig gegen FSME impfen lassen.

Ursachen von FSME

Die Ursache für die FSME sind bestimmte RNA-Viren, die zu der Familie der Flaviviren gehören. Zu dieser Familie gehören auch die Erreger des Dengue- und des Gelbfiebers. Neben dem zentraleuropäischen Subtyp, der vor allem in unseren Regionen vorkommt, gibt es noch andere Subtypen.

Der Erreger überträgt sich beim Blutsaugen durch den Biss der infizierten Zecke, bei der das Virus in der Speicheldrüse sitzt. Bei uns ist das vor allem der gemeine Holzbock. Die Risikogebiete in Deutschland sind hauptsächlich Bayern, Baden-Württemberg, Süd-Hessen und einige Teile von Rheinland-Pfalz und Thüringen. Risikogebiete heißen sie deswegen, weil hier mehr Krankheitsfälle auftreten, als man normalerweise annehmen würde.

Außer in Teilen Deutschland kommt das FSME-Virus aber auch in anderen Ländern vor, wie zum Beispiel in Österreich, der Schweiz, Polen, Ungarn, Frankreich und Italien. 

Zecken leben nicht nur in Wäldern, sondern auch im hohen Gras, in Büschen und Hecken. Deswegen infizieren sich meist vor allem Menschen, die in der Natur aktiv sind. Zum Beispiel beim Wandern, Laufen oder Campen. Natürlich kann man das Virus aber auch im eigenen Garten, Freibad oder auch im Stadtpark bekommen. Einzig Regionen die über etwa 1500 Meter über NN liegen, gelten als nahezu "zeckenfrei".

Da die Zecken in einem frühen Stadium mit bloßem Auge meist nicht zu erkennen sind, bleiben diese häufig unentdeckt. Und die meisten der FSME-Patienten können sich an den Biss überhaupt nicht erinnern.

Symptome bei FSME

Oft läuft die FSME in zwei Krankheitsphasen ab. Viele der Betroffenen verspüren gar keine Symptome. Bei 30% der Infizierten ist das jedoch anders: Sie erkranken meist ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenbiss an Symptomen, die einer Grippe sehr ähnlich sind. Dazu gehören Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und leichtes Fieber. Da sich die Symptome sehr ähneln, werden diese leider auch oft verwechselt. Diese Krankheitsphase ist die erste und dauert ungefähr eine Woche. Danach ist die Krankheit entweder überstanden oder es folgt zuerst eine Periode von ein bis zu drei Wochen, in der man beschwerdefrei ist. Dies trifft in ungefähr 10% der Fälle ein. 

Danach greift das FSME-Virus das zentrale Nervensystem an. Der weitere Verlauf ist sehr unterschiedlich. So kann es zu einer Hirnhautentzündung, die sogenannte Meningitis, kommen. Die meisten Patienten fühlen sich sehr krank und haben hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Rücken- und Nackenschmerzen. Außerdem kommt Übelkeit und Schwindel dazu und sie sind sehr lichtempfindlich. 

Ein anderer Teil der Patienten bekommt eine Hirnhaut- und Hirnentzündung, die auch als Meningoenzephalitis bekannt ist. Neben den Beschwerden der Hirnhautentzündung kommen hier noch andere Symptome hinzu, wie Lähmungen, Sprachstörungen, Wesensveränderungen und Krampfanfälle bis zu Bewusstseinsstörungen und Koma. 

Bei manchen Infizierten kommt es zu einer sogenannten Meningoenzephalomyelitis. Das ist eine Entzündung des Gewebes vom Hirn-und Rückenmark. In diesem Fall können die Symptome zusätzlich die Muskulatur betreffen, die willkürlich gesteuert ist: Lähmungen der Arme, Beine und des Schulterbereichs, aber es können auch Schluck- und Sprechstörungen auftreten. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Atemlähmung kommen. Manchmal ziehen sich diese Beschwerden über Monate hin. Dieser Verlauf der Infektion mit dem FSME-Virus hat die schlechteste Prognose. Denn gerade bei (älteren) Erwachsenen bleiben bei vielen Fällen Schäden zurück. Aber natürlich kann es auch Monate später noch zu einer Spontanheilung kommen. 

Bei Kindern ist der Krankheitsverlauf oft nicht so schwer wie bei älteren Menschen. Und je älter der Patient ist, desto häufiger sind komplizierte Verläufe und anhaltende Probleme zu beobachten. Doch auch nach einem nicht so schweren Verlauf kann es eine zeitlang dauern, bis der Patient sich wieder ganz gesund fühlt und voll leistungsfähig ist.

Diagnose von FSME

Leider wird die Krankheit nicht immer gleich erkannt, weil ja die Symptome nicht ganz eindeutig sind. Aber das Gespräch mit dem Arzt, sowie eine Untersuchung des gesamten Körpers und eine Blutbild führen auf die richtige Spur.

Denn im Gespräch wird sich der Arzt nach den genauen Beschwerden erkundigen, ob man in der jüngeren Zeit Probleme mit Zecken hatte und ob man sich vielleicht in den risikoreichen Regionen aufgehalten hat. Dadurch ergibt sich dann oft schon ein erster Verdacht auf FSME. Danach wird man körperlich abgecheckt, wobei das Hauptaugenmerk auf neurologische Besonderheiten liegt.

Meist liefert das Ergebnis des untersuchten Blutes allgemeine Anzeichen für eine Entzündung. Das Blut kann außerdem auf FSME-spezifische Antikörper untersucht werden. Nach Beginn der Krankheit kann das Virus auch direkt im Blut nachgewiesen werden, meist ist das aber aufwändiger und erfolgt nur in Ausnahmefällen. 

Notwendig ist dann auch, dass das Gehirnwasser untersucht wird. Sind die Entzündungszellen im Gehirnwasser erhöht, ist das schlussendlich der Beweis dafür, dass eine Entzündung des zentralen Nervensystems vorliegt. Dies ist typisch für FSME. Durch eine Lumbalpunktion wird Nevenwasser entnommen. 

Ist der Verlauf schwer oder die Diagnose unklar, dann ist meist eine Kernspintomographie angebracht. Das bildgebende Verfahren arbeitet hier nicht mit Röntgenstrahlen sondern mit starken Magnetfeldern, dadurch bekommt man Hinweise auf Veränderungen des Gehirns. 

Ist eine FSME-Infektion hachgewiesen, ist dies seit 2001 meldepflichtig. Das heißt, dass der verantwortliche Mediziner das zuständige Gesundheitsamt informieren muss.

Therapie und Behandlung bei FSME

Leider gibt es keine bestimmte Behandlungsmethode gegen FSME. Die Therapie sorgt ausschließlich dafür, dass die Symptome gelindert werden. Der Patient sollte Bettruhe halten. Nach Absprache mit den behandelnden Arzt können Schmerzmittel eingenommen werden, wenn diese nötig sind. 

Ist der Verlauf der Krankheit schwerer und/oder die Atemmuskulatur ist betroffen, dann wird der Betroffene intensiv-medizinisch im Krankenhaus behandelt. Treten Lähmungserscheinungen auf, kann eine frühzeitige Physiotherapie sehr nützlich sein. Aber auch ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik kann hilfreich sein und den Patienten bei der Heilung unterstützen.

Insgesamt sind die Heilungschancen als gut zu bewerten, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Meistens heilen die Infektionen ohne Folgen aus. Ist der Betroffene aber schon älter, verläuft die Krankheit meist schwerer und man muss eher mit Komplikationen rechnen. Auch können bei Erwachsenen häufiger neurologische Schäden zurückbleiben.

Hat man einmal eine FSME-Infektion durchgemacht, ist man immun gegen alle Typen von FSME.  Das heißt man kann diese Krankheit nicht noch einmal bekommen.

Ein Schutz vor Zecken, der absolut sicher ist, existiert nicht. Es gibt aber trotzdem Möglichkeiten, einen Zeckenbiss vorzubeugen. 

So sollte beim Ausflug in die Natur die Haut komplett durch Kleidung geschützt sein. Wenn es möglich ist, sollte man auch am Besten die Hosenbeine in die Socken stecken. Vorzugsweise sollte man helle Kleidung tragen, da auf dieser die Zecken am ehesten zu sehen sind. Außerdem sollte man nicht barfuß laufen und auf geschlossene Schuhe und Socken achten, damit dort die Zecken nicht eindringen können. Eine Mütze, ein Tuch oder ein Cap schützen den Kopfbereich.

Nach jedem Ausflug sollte man sich gründlich auf Zecken absuchen und zwar nicht nur die Haut und Haare, sondern auch die Kleidung.

Das könnte Sie auch interessieren