Grauer Star (Katarakt): Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Grauer Star

Grauer Star / Katarakt

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Grauer Star / Katarakt

Der graue Star wird im medizinischen Gebrauch als Katarakt bezeichnet. Dieser Begriff bedeutet übersetzt so viel wie Wasserfall oder herabstürzendes Wasser.

Die Bezeichnung erhielt die Krankheit bereits in der Antike. Die Menschen damals dachten, dass bei der Krankheit im Inneren des Auges Flüssigkeiten herablaufen. Anders konnten sie sich den verschwommenen Blick, welcher das Hauptsymptom des grauen Stars dar spiegelt, nicht erklären. Diese Augenkrankheit macht sich, wie bereits erwähnt, durch eine Trübung der Augenlinse bemerkbar. Im fortgeschrittenen Stadium ist die graue Trübung sichtbar. Zudem wirken die Erkrankten, als ob sie mit offenen Augen blind sind, sie starren also, daher erhielt die Krankheit auch im deutschen Sprachraum ihren allseits bekannten Namen. Schon im alten Babylon versuchte man Betroffenen des grauen Stars zu helfen, indem man den sogenannten Starstich anwendete. Von dieser Handlung leitet sich auch die heute noch bekannte Redewendung, jemanden den Star stechen, was so viel bedeutet wie jemanden aufklären, ab.

Ursachen für grauen Star

Über die genauen Ursachen des grauen Stars wird weiterhin viel spekuliert, da diese noch weitgehend unbekannt sind. In westlichen Ländern tritt die Krankheit allerdings vermehrt bei älteren Patienten auf. Hierbei handelt es sich um den sogenannten Altersstar, welcher sich in den meisten Fällen über einen längeren Zeitraum entwickelt. In Entwicklungsländern hingegen, kann die Krankheit bereits bei Kindern und sogar Kleinkindern auftreten. Dies ist durch die dort oftmals herrschende Mangelernährung zurückzuführen. Vermutet wird zudem, dass gewisse Strahlung, wie etwa die UV-Strahlung oder die Einwirkung von Starkstrom oder extremer Wärme einen grauen Star verursachen können. Zudem gelten Röteln in der Schwangerschaft als mögliche Ursache. Auch einige Medikamente, wie etwa Cortison können einen grauen Star begünstigen. Bei manchen Patienten trat die Krankheit auch nach dem Konsumieren von Drogen oder einem schweren Traumata auf.

Symptome beim grauen Star

Das prägendste Symptom der Krankheit, ist der Verlust der Sehschärfe, auch Visus genannt. Der Verlauf ist meist schmerzlos und schreitet sehr langsam voran. Wenn sich die fortschreitende Trübung in den mittleren Bereichen der Linse befindet, ist das Symptom besonders stark ausgeprägt. Zunehmende Blendempfindlichkeit und verschwommene Sicht sind die ersten Anzeichen für einen grauen Star. Dies entsteht, da sich die Lichtbrechung im Auge durch die Krankheit verändert. Des Weiteren wird die Sicht von Kontrasten und Farben geschwächt. Die Patienten sehen ihre Umgebung wie durch einen Nebel. Das räumliche Sehen fällt zudem immer schwerer. Betroffene haben Mühe Hell und Dunkel zu unterscheiden, außerdem treten oftmals Lichthöfe im Sichtfeld auf. Manche Erkrankte berichten sogar von auftretenden Doppelbildern, die auch beim Schließen des nicht betroffenen Auges nach wie vor da sind. Bei einigen Patienten ist zu beobachten, dass sich die Kurzsichtigkeit durch die Verdickung der Linse, verbessert. Das hat allerdings eine Verschlechterung der Fernsicht zur Folge. Im Verlaufe der Krankheit ändert sich allerdings auch dieser Zustand zum Negativen, da die zunehmende Trübung der Linse die Sehschärfen in allen Entfernungen beeinträchtigt.

Diagnose des grauen Stars

Die Diagnose des grauen Stars erfolgt zumeist nach der Lokalisation der entstandenen Trübung. Dabei gibt es zwei Hauptarten der Einteilung. Spricht man von einer Cataracta corticalis, so hängt dies mit einer Trübung in der Linsenrinde durch flüssigkeitsgefüllte Vakuolen zusammen. In etwa die Hälfte aller diagnostizierten Altersstare beginnt so. Handelt es sich hingegen um eine Cataracta subcapsularis posterior, so spricht man von einer hinteren, subkapsuläre Katarakt. In etwa zwanzig Prozent der im Alter auftretenden Stare sind hiervon betroffen. Diese Form des grauen Stars schreitet sehr schnell voran und es kommt zu massiven Problemen in der Nahsicht. Bei der Cataracta nuclearis, auch Kernkatarakt genannt, ist der Verlauf sehr langwierig. Im Verlauf entsteht eine bräunliche Trübung und die Brechkraft im Auge nimmt ab. Im weiteren Verlauf können die oben bereits erwähnten Doppelbilder entstehen.

Therapie und Behandlung beim grauen Star

Weitverbreitet sind operative Eingriffe. Jährlich werden in Deutschland etwa 650.000 Operationen durchgeführt, welche den grauen Star beseitigen sollen. In den meisten Fällen wird die Operation unter örtlicher Betäubung ausgeführt. Durch eine Injektion, bei der das Narkosemittel hinter oder neben den Augapfel gespritzt wird, ist das Auge an sich, in den meisten Fällen, schmerzfrei und kann nicht mehr, durch Zutuen des Patienten, bewegt werden. Nicht für alle Patienten geeignet ist hingegen die sogenannte Tropfanästhesie. Hierbei wird das Betäubungsmittel auf die Oberfläche des betroffenen Auges gegeben. Schmerzfreiheit wird auch hierbei gewährleistet, allerdings muss der Patient während der gesamten Operation das Auge komplett ruhig halten. Die Dauer des operativen Eingriffs beträgt in den meisten Fällen zwar nur zehn Minuten, jedoch fällt es vielen Betroffenen schwer für diesen Zeitraum das Auge nicht aktiv zu bewegen. Eine Kataraktoperation in Vollnarkose hingegen, findet in den wenigsten Fällen statt. Bevorzugt wird diese Art der Betäubung lediglich bei Parkinsonpatienten oder solchen, die unter dem Restless-Legs-Syndrom oder ähnlichen psychischen Störungen leiden. Weitere Gründe können absehbare, während der Operation auftretende Schwierigkeiten, sowie der generelle Wunsch des Patienten nach einer Vollnarkose sein. Die Betäubung und die Art der anstehenden Operation, müssen unter Berücksichtigung von diversen Vorerkrankungen sowie bestehenden Begleiterkrankungen des Patienten angesetzt werden. Wird die Krankheit grauer Star hingegen nicht operativ behandelt, so können auf Dauer eine massive Einschränkung der Sehfähigkeit und die damit verbundene Senkung der Lebensqualität erfolgen. Im weiteren Verlauf ist dazu eine hohe Sterblichkeitsrate beobachtet worden. Da der Patient, durch die Sehbehinderung, häufig Medikamente falsch einnimmt oder in Folge eines Sturzes stirbt. Die Fakten und Resultate für diese Annahme lieferte eine australische Studie, welche zwei Gruppen von Betroffenen beobachtete. Auf der einen Seite waren da die Patienten, die sich einer Operation unterzogen, auf der anderen Seite jene, die einen operativen Eingriff ablehnten. Bei den Operationstechniken unterscheidet man zwei Arten. Nur noch in sehr wenigen Fällen wird die Methode zur Entfernung der Linse angewandt. Bei dieser Art von Eingriff wird die Hornhaut am äußeren Linsenrand bzw. der angrenzenden Lederhaut durch einen langen Einschnitt geöffnet und die Linse  mit oder ohne die Linsenkapsel entfernt. Die modernere Methode einer solchen Augenoperation besteht darin, das vordere Kapselblatt der Linse kreisrund zu öffnen und dann mit Hilfe von Ultraschall die Schonung der übrigen Kapsel zu zertrümmern und abzusaugen. Anschließend setzt der Operateur in den entstandenen leeren Kapselsack eine Kunstlinse ein. Diese sind mittlerweile aus elastischen Materialien, wie etwa Silikon oder Acrylkunststoff. Das erleichtert das Einsetzen in zusammengefalteten Zustand durch eine ca. 3 mm große Öffnung am Rand der Hornhaut. Nach dem Einsetzen kann sich die Kunstlinse dann ungehindert im Kapselsack entfalten und sich mit Hilfe zweier elastischer Bügel von selbst festigen und zentral ausrichten. Nach der gelungenen Operation wird das behandelte Auge komplett verbunden. Der Verband kann, wenn keine Komplikationen auftreten, am Tag nach der Operation für eine gewisse Zeit abgenommen werden. Viele Patienten können nach einer solchen gelungenen Operation Farben, Kontraste und Helligkeit viel besser wahrnehmen. Zudem verbessert sich auch die Fern- und Nahsicht. Heutzutage kommt es nur in sehr seltenen Fällen noch zu Komplikationen während und nach einer solchen Augenoperation. Schließlich stellt diese Art der Operation die am häufigsten durchgeführte dar. Komplikationen können u. A. Infektion im Inneren des Auges, Beschädigungen der Linsenhinterkapsel mit nachfolgendem Glaskörpervorfall und eine kurzer Zeit auftretende Schwellung der Netzhaut sein. Auch der sogenannte Nachstar kann auftreten. Dies ist eine Verschlechterung der Sehkraft. Dies bringt als Spätfolge eine Eintrübung der Linsenkapsel im hinteren Bereich mit sich. Weitgehend umstritten ist das Risiko einer späteren Ablösung der Netzhaut nach einer gelungenen Augenoperation. Abschließend kann erwähnt werden, dass die Augenkrankheit grauer Star in der heutigen Zeit fast immer behandelt werden kann. Kein Patient muss mehr, aufgrund dieser Krankheit, erblinden. Vor allem die moderne Medizin hat dies möglich gemacht.

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