Hämorrhoiden: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Hämorrhoiden

Hämorrhoiden

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Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind kleine Gefäßpolster im Enddarm. Durch ihre ringförmige Anordnung in der Enddarmschleimhaut dienen sie dazu, zusammen mit dem Schließmuskel den After zu verschließen.

Spricht man von Hämorrhoiden als Krankheit, dann ist damit entweder eine krampfartige Erweiterung der Gefäßpolster oder die Verschiebung von durchblutetem Gewebe gemeint, was auch als Hämorrhoidalleiden bezeichnet wird. Häufig treten solche sehr schmerzhaften Fehlbildungen in einem höheren Lebensalter über 50 Jahre auf, allerdings kann es auch bei jüngeren Personen zu einer Infektion der Hämorrhoiden kommen. Weil die Krankheit häufig durch langes Sitzen oder eine überdurchschnittliche Belastung des Afters bedingt wird, sind Hämorrhoiden in Industrieländern wie Deutschland oder Amerika eher verbreitet als beispielsweise in Afrika oder Südamerika.

Ursachen von Hämorrhoiden

Obwohl Hämorrhoiden eine Volkskrankheit darstellen, sind bisher nur wenige Faktoren bekannt, welche zu einer krankhaften Erweiterung der Gefäße bzw. den sogenannten „tiefer getretene Hämorrhoiden“ führen können. Einer der Hauptgründe ist dabei eine übermäßige Anstrengung bei der Darmentleerung. Durch das krampfhafte Pressen auf dem Klo wird kurzzeitig mehr Blut in die Enddarm-Gegend befördert und kann oftmals nur sehr langsam wieder abfließen. Dadurch wird das Hämorrhoiden-Gewebe belastet und die Gefäße werden mit mehr Blut als benötigt versorgt, wodurch sie dauerhaft anschwellen können. Besonders Personen, die unter Verstopfungen leiden, neigen zu dieser Art von krampfhaftem Pressen, wodurch ein höheres Risiko eines Hämorrhoidalleidens besteht. Aber auch Personen, die einer ausschließlich stehenden oder einer ausschließlich sitzenden Tätigkeit nachgehen, sind stark gefährdet. Denn durch die unzureichende Bewegung kann es zu einer Art Blutstau in den unteren Körperregionen führen. Dies kann zur Bildung von Blutgerinseln in den Hämorrhoiden führen, wodurch das Blut nicht normal aus dem Gewebe entweichen kann. Auch körperliche Faktoren wie Übergewicht oder eine Ballaststoffarme Ernährung sind bekannt dafür, die krankhafte Vergrößerung der Gefäße zu fördern. Darüber hinaus kann die Veranlagung für Hämorrhoidalleiden aber auch familiär bedingt sein. Wenn es beispielsweise bei den Eltern oder Großeltern häufiger zu einer Erkrankung der Hämorrhoiden gekommen ist, kann dies auch an die Kinder vererbt worden sein. Aber auch eine erblich bedingte Bindegewebsschwäche ist nicht selten ein Grund für die Erkrankung.  Aktuell untersuchen Mediziner, ob auch Umweltfaktoren, darunter verschiedene Bakterien oder starke Temperaturschwankungen wie beim Sitzen auf einer kalten, feuchten Oberfläche, die krampfhafte Vergrößerung der Hämorrhoiden beeinflussen können.

Symptome bei Hämorrhoiden

Ein Hämorrhoidalleiden lässt sich in vier verschiedene Stadien unterteilen, für die andere Symptome bekannt sind. Die Anzeichen für eine Erkrankung sind dabei zwar bei allen Patienten gleich, allerdings nicht spezifisch für die Krankheit, was bedeutet, dass ein oder mehrere Anzeichen für die unterschiedlichsten Darmerkrankungen stehen kann. In den Anfangsstadien bemerken die Patienten meistens die Hämorrhoiden noch nicht, sondern spüren lediglich ein häufiges Jucken und bemerken eventuell ein anales Nässen. In den späteren Stadien findet sich oft Blut im Stuhl oder der Stuhl ist sehr weich und schleimig. Darüber hinaus verspüren Patienten ein ständiges Druckgefühl am After. Leichte Schmerzen können auftreten, sind allerdings nicht typisch. Denn meistens werden die Schmerzen nicht direkt durch die krankhaft erweiterten Gefäße der Hämorrhoiden verursacht, sondern sind folgen von Begleiterkrankungen wie der Bildung von Ekzemen, Abszessen oder  Entzündungen aufgrund der Blutung im Gewebe. Diese besonders in den späten Stadien häufig auftretenden Begleiterkrankungen werden auch als hämorrhoidaler Symptomkomplex bezeichnet. In manchen Fällen verschließen die vergrößerten Hämorrhoiden auch den Darmausgang komplett. Dadurch können Patienten nicht mehr ihrer gewohnten Darmentleerung nachgehen und leiden deshalb und Verstopfungen, welche auch durch Medikamente nicht beseitigt werden können.

Diagnose von Hämorrhoiden

Bevor ein Arzt eine Untersuchung des Patienten unternimmt, klärt er in der Regel mit ihm seine Krankengeschichte ab, um die Symptome eventuellen Krankheitsbildern besser zuordnen zu können. Bei der sogenannten Anamnese werden die Patienten unter anderem zu Krebserkrankungen in der Familie, Vorkommnissen von Krampfadern oder bekannter Bindegewebsschwäche und Darmerkrankungen wie Polypen befragt. Anschließend nimmt der Arzt eine visuelle Untersuchung des Afters des Patienten vor. Ein Hämorrhoidalleiden in den letzten beiden Stadien lässt sich bereits bei dieser Stufe der Untersuchung leicht erkennen, weil die Hämorrhoiden deutlich angeschwollen sind und vor dem After liegen. Sind die Hämorrhoiden-Gefäße allerdings noch nicht derart geweitet, wird eine rektale Palpation, also eine Abtastung des Afters, vorgenommen. Der Patient muss hierbei den Schließmuskel an- und wieder entspannen, damit der Arzt ertasten kann, ob die Hämorrhoiden unnatürlich geweitet sind oder bereits tiefer liegen als normal. Wenn allerdings auch diese Untersuchung keine eindeutigen Ergebnisse liefert, nimmt der Arzt eine sogenannte Rektoskopie vor. Hierbei untersucht er den Analkanal und das untere Ende des Mastdarms mit einem kleinen Röhrchen, um die Bildung von Hämorrhoiden im Anfangsstadium erkennen zu können. Besteht bei dem Patienten eine familiäre Vorgeschichte von Krebserkrankungen, wird in der Regel auch eine Koloskopie vorgenommen, bei der der Dickdarm untersucht wird. Auf diese Weise soll die eventuelle Bildung von Polypen oder Tumoren geklärt werden, welche die gleichen Symptome wie ein Hämorrhoidalleiden haben, aber zu Darmkrebs führen können.

Wenn die Symptome für Hämorrhoiden nicht eindeutig sind oder ein Arzt über operative Eingriffe nachdenkt, wird im Laufe der Diagnostik neuerdings auch eine Sonografie verwendet. Dabei wird der Darm mit Ultraschall durchleuchtet, um besser zu erkennen, wo die Hämorrhoiden sich vergrößert haben und ob operiert werden sollte.

Therapie und Behandlung von Hämorrhoiden

Abhängig davon, in welchem Stadium sich ein Hämorrhoidalleiden befindet und ob sich die Hämorrhoiden bereits zu Knoten gebildet haben, gibt es eine Reihe verschiedener Behandlungsmöglichkeiten, welche den Patienten helfen sollen. Sind die Hämorrhoiden noch nicht sehr stark erweitert, reicht in der Regel eine Kur mit einer bestimmten Hämorrhoiden-Salbe oder Zäpfchen. Diese Präparate enthalten unterschiedliche Wirkstoffe, welche zum einen der Entzündung der Hämorrhoiden-Gefäße entgegenwirken, den Juckreiz und eventuelle Schmerzen lindern und das Immunsystem unterstützen sollen. Die Dauer der Anwendung ist hierbei abhängig von der Entwicklung der Krankheit und kann zwischen ein und zwei Monaten in Anspruch nehmen, bevor die Hämorrhoiden wieder vollständig auf ihre normale Größe geschrumpft sind.

Wenn ein Arzt die Verabreichung der Präparate als nicht ausreichend empfindet, da das Hämorrhoidalleiden bereits zu weit fortgeschritten ist, können die erkrankten Hämorrhoiden zunächst auch in ambulanten Verfahren behandelt werden. Eine Methode hierbei ist das sogenannte Sklerosieren der Hämorrhoiden. Dabei werden die einzelnen Knoten mit einem kleinen röhrenförmigen Instrument, Proktoskop genant, festgehalten, damit der Arzt eine sklerosierende Flüssigkeit in die Hämorrhoiden spritzen kann. Diese Flüssigkeit sorgt dafür, dass die Entzündung abklingt und das angestaute Blut abfließen kann, ohne das neues Blut nachfließt. Es dauert ca. vier bis sechs Wochen, bis die Hämorrhoiden bei diesem Verfahren wieder auf ihre Normalgröße zurück schrumpfen. Ein weiteres ambulantes Verfahren ist die Gummibandligatur. Hierbei werden meist Hämorrhoiden im zweiten Stadium mit einem Gummiband unterhalb der Knotenbildung abgebunden und somit abgeschnürt. Durch die fehlende Versorgung mit frischem Blut gehen die Knoten ein und fallen nach ein paar Tagen ab. Im Vergleich zu der Sklerosierung der Hämorrhoiden wird die Gummibandligatur häufiger angewendet, weil das Risiko einer erneuten krampfhaften Erweiterung der Gefäße wesentlich niedriger ist.

Wenn sich ein Hämorrhoidalleiden allerdings im Endstadium befindet, hilft nur noch eine Operation. Dabei werden die größeren Knoten chirugisch entfernt und kleinere Knoten wieder durch das Absaugen des Blutes auf ihre normale Größe reduziert. Alle Hämorrhoiden können nicht entfernt werden, da ansonsten der Darmausgang nicht mehr komplett verschlossen werden könnte.

Abseits aller Therapiemethoden müssen Patienten aber auch ihre Lebensgewohnheiten umstellen, um das Risiko eines erneuten Hämorrhoidalleidens zu vermeiden. So wird ihnen in der Regel oft eine Ballaststoffreiche Ernährung verschrieben und sie müssen regelmäßig Sport als Ausgleich für das viele Sitzen oder Stehen betreiben. Dadurch wird die Darmflora unterstützt und die Hämorrhoiden können wieder normal arbeiten.

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