Hausstaubmilbenallergie: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Hausstaubmilbenallergie

Hausstaubmilbenallergie

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Hausstaubmilbenallergie

Nach der Pollenallergie, die auch allgemein als Heuschnupfen bezeichnet wird, ist die Hausstaubmilbenallergie die zweithäufigste Allergie-Form weltweit.

Allein in Deutschland ist schätzungsweise jeder zehnte Mensch von dieser Autoimmunkrankheit betroffen. Anders als die Pollenallergie, die besonders im Frühling und im Sommer sehr verbreitet ist, dafür im Frühling und Winter nicht auftritt, ist die Hausstauballergie, wie die Krankheit umgangssprachlich genannt wird, eine ganzjährige Allergie.

Ursachen der Hausstaubmilbenallergie

Obwohl die umgangssprachliche Bezeichnung darauf schließen lässt, dass Patienten einer Hausstauballergie auf Staubablagerungen in einem Raum oder der Luft reagieren, entspricht das nicht den Tatsachen. Denn es ist nicht der Staub selbst, der krank macht, sondern die Milben, die von dem Staub leben. Hausstaubmilben finden sich in fast jedem Haushalt auf der Welt. Dabei leben in einem Gramm Staub bis zu 10.000 Milben. Die kleinen Spinnentiere, die oft nur wenige Millimeter groß sind, leben nur wenige Monate. Allerdings sind sie in der Lage, innerhalb ihrer kurzen Lebensspanne das 200-fache ihres Körpergewichts an Kot zu produzieren. Mit dem Kot scheiden die Milben kleine Mengen an Allergenen aus, welche die Tiere in ihrem Verdauungstrakt produzieren. Diese Allergene werden dann unter anderem durch den Staub in der Luft verbreitet und gelangen dann unbemerkt beim Atmen in den menschlichen Organismus. 

In kleinen Konzentrationen sind die Allergene unbedenklich. Ist man allerdings auf Dauer hohen Staubkonzentrationen ausgesetzt, weil man beispielsweise nicht Staubsaugt oder wenn man ein ohnehin geschwächtes Immunsystem besitzt, können durch die Allergene sogenannte Autoimmun-Reaktionen ausgelöst werden. Dabei wird das Körpereigene Immunsystem sensibilisiert und produziert verstärkt Antikörper, um die Allergene zu bekämpfen und aus dem Organismus zu schwemmen.

Die Hausstaubmilben können das ganze Jahr über leben. Sie reagieren jedoch empfindlich auf starke Temperaturschwankungen. Darum haben Patienten, die unter einer Hausstaubmilbenallergie leiden, besonders im letzten Jahresquartal oft stärker zu leiden als sonst. Denn die Milben sterben durch die erhöhten Raumtemperaturen in beheizten Räumen schneller ab und beim Verwesen ihrer Körper werden die Allergene auf einmal freigesetzt, was eine zusätzliche Belastung für Allergiker bedeutet.

Symptome der Hausstaubmilbenallergie

Wie bei anderen Allergien auch zeichnet sich die Hausstaubmilbenallergie durch häufiges Niesen und Dauerschnupfen sowie durch unerklärlichen und sehr verbreiteten Juckreiz aus. Während einige Patienten nur über lokales Jucken um die Nase herum klagen, kann es bei anderen Allergikern zu juckenden Ohren oder auch zu juckender und trockener Haut am ganzen Körper kommen. Dabei ist die Intensität oder die Lokalisierung des Juckreiz kein Hinweis dafür, wie stark oder schwach eine Allergie ausgeprägt ist. Es hängt schlicht mit der genetischen Veranlagung der Patienten zusammen. 

Bei einigen Patienten kommt es zusätzlich zum geschwollenen, tränenden Augen oder zu Schwellungen und zur vermehrten Schleimbildung im Rachen. Das führt zu häufigem Husten, kann aber auch zu Kurzatmigkeit führen. Wenn jemand, der vermeintlich auf die Allergene der Hausstaubmilben reagiert, über Monate mit Husten und Kurzatmigkeit zu kämpfen hat, kann das auch zu einem sogenannten Etagenwechsel führen. Diese Bezeichnung gibt an, dass sich aus dem ursprünglichen allergischen Schnupfen und der Kurzatmigkeit bei einem Patienten Asthma gebildet hat, das auch dann auftreten kann, wenn die betreffende Person in einem Moment nicht den Allergenen der Hausstaubmilben ausgesetzt ist.

Diagnose einer Hausstaubmilbenallergie

Eine Hausstauballergie ist nur sehr schwierig zu erkennen, da sie anhand ihrer Symptome häufig mit einer gewöhnlichen Erkältung aufweisen. Besteht allerdings der Verdacht einer Allergie, kann man sich an seinen Hausarzt wenden. Bei einem Gespräch wird dann zunächst die Krankheitsgeschichte eines Patienten erfasst. Denn obwohl sich eine Allergie nicht von den Eltern an ihre Kinder vererben lässt, können die Kinder eine gewisse Veranlagung für eine Autoimmun-Krankheit oder ein allgemein schwaches Immunsystem erben. 

Nach dem Abklären der gesundheitlichen Vorgeschichte kann ein Arzt dann einen Allergie-Test beim Patienten durchführen. Dabei wird eine typische, möglichst von Symptomen nicht betroffene Körperregion – meist ein kleines Quadrat auf dem Arm oder auf dem Rücken – mit einem Stift in mehrere kleine Quadrate unterteilt. Anschließend sticht oder schabt der Arzt die Haut in jedem Quadrat ein wenig auf und bringt dann jede der markierten Hautquadrate mit einem Allergen wie Hundehaaren, Blütenpollen oder eben dem typischen Hausstaub in Berührung. Dadurch, dass die Hautbarriere im Vorfeld von dem Arzt leicht beschädigt wurde, können die Allergene schneller in den Organismus des Patienten gelangen und eine eventuelle Reaktion auslösen.

Nach einigen Tagen muss der Patient noch einmal zum Arzt kommen, um die Hautquadrate auf mögliche Symptome einer Allergie zu untersuchen. Wenn das Hautquadrat sich erkennbar verändert hat, das mit Hausstaub behandelt wurde, ist das der Nachweis dafür, dass ein Patient unter der Hausstaubmilbenallergie leidet.

Wer bereits im Vorfeld einen Verdacht auf eine Allergie hat, der kann sich auch direkt an einen Allergologen wenden, um den Nachweis machen zu lassen. Beim Spezialisten fällt der Allergie-Test dann aber auch etwas umfangreicher aus, um eventuelle andere Autoimmun-Reaktionen zum Beispiel auf bestimmte Getreideprodukte oder Farbstoffe auszuschließen.

Therapie und Behandlung bei einer Hausstaubmilbenallergie

Wer unter einer Hausstauballergie leidet, der ist sein Leben lang darauf angewiesen, die Konzentration an Allergenen von Staubmilben gering zu halten. Ein Allergologe kann dabei helfen, die häufigsten Quellen für Hausstaub zu beseitigen. In der Regel müssen die Patienten zuerst ihr Bett bzw. die von ihnen benutzte Matratze entfernen und gegen eine neu ersetzten. Denn die Matratze ist eine der größten Brutstätten für die Staubmilben, weil die Tiere dort zum einen genug Nahrung von den Hautschuppen finden, die ein Mensch im Schlaf verliert und zum anderen, weil die Tiere sich in die Wattierung der Matratzen eingraben und sich da ungestört vermehren können. Selbst vor starken Temperaturschwankungen durch das Heizen oder winterliche Temperaturen sind die Spinnentiere in einer Matratze weitestgehend geschützt.

Damit sich Milben aber nicht wieder in neue Matratzen, Kissen und Decken einnisten, gibt es spezielle Bezüge, welche selbst für die kleinen Tiere undurchdringlich sind. Des weiteren müssen typische „Staubfänger“ besonders aus dem Schlafzimmer entfernt werden. Objekte wie Pokale oder Teddybären bieten den Milben Nahrung, weshalb sie für Allergiker unvorteilhaft sind. Da aber auch ohne solche Gegenstände in jedem Zimmer Staub anfällt, müssen die Patienten regelmäßig Staub saugen, Staub wischen und die Kissen- und Bettbezüge wechseln. Dabei gibt es beispielsweise bei Staubsaugern besondere Allergiker-freundliche Staubbeutel, um den Staub so zu verschließen, dass sich auch dort keine Milben einnisten können.

Je nachdem, wie stark eine Allergie ausgeprägt ist, empfehlen Allergologen auch das Tragen einer Atemmaske, wenn die Patienten zum Beispiel Staubsaugen oder den Bettbezug wechseln.

Gegen akute Symptome wie den Juckreiz, die tränenden Augen oder den Hustenreiz erhalten die Patienten meistens Antihistaminika oder Glukokortikoid-Präparate, welche das Immunsystem entweder ganz unterdrücken oder kurzzeitig regulieren. Eine längerfristige, aber noch nicht ausreichende getestete Therapie soll dagegen die sogenannte Hyposensibilisierung sein. Dieses Verfahren soll besonders Kindern und Patienten helfen, bei denen eine Hausstauballergie noch nicht sehr lange besteht. Indem die Patienten in über Monate verteilten Therapiesitzungen mit dem Allergen der Hausstaubmilbe behandelt werden, stellt sich eine Desensibilisierung ein. Das Immunsystem reagiert darum wieder im normalen Rahmen auf Hausstaub und produziert nicht mehr erhöhte Mengen an Antikörpern.

Weil die Therapie bisher aber nur erfolgreich bei Patienten war, bei denen eine Hausstaubmilbenallergie wirklich zu einem frühen Zeitpunkt festgestellt wurde, bei anderen Patienten aber keine Hilfe mehr darstellte, wird eine Hausstauballergie immer noch als nicht heilbar betrachtet und die Patienten sind auf die Vermeidung von Hausstaub und Staubmilben angewiesen, um halbwegs normal leben zu können. Wenn durch die Allergie allerdings bereits andere Erkrankungen wie Asthma oder weitere Autoimmun-Reaktionen entstanden sind, müssen Patienten meist noch weitere Präparate wie zum Beispiel ein krampflösendes Asthma-Spray einnehmen.

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