Hepatitis C: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Hepatitis C

Hepatitis C

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Hepatitis C

Hepatitis C ist eine von mehreren Virenerkrankungen, welche eine Entzündung der Leber verursachen können.

Derzeit gibt es fünf Arten von viraler Hepatitis, nämlich A, B, C, D und E. Diese Erkrankung wird durch das Hepatitis C-Virus ausgelöst und kann die Leber schädigen, wobei das Ausmaß der Schäden leicht oder schwerwiegend sein kann. Die Hepatitis C Erkrankung beinhaltet eine anfängliche akute Phase der Infektion, welche in den meisten Fällen nicht wahrnehmbar ist, weil die betroffenen Menschen sich in der Regel nicht krank fühlen. Diese Phase kann bis zu sechs Monate dauern, wonach das Ausmaß des Virus im Blut drastisch ansteigt, bis das körpereigene Immunsystem beginnt, Antikörper zu produzieren. Im Durchschnitt wird bei rund 25% der Menschen, welche sich mit Hepatitis anstecken, der Virus auf eine natürliche Weise in den ersten 12 Monaten beseitigt. Bei den verbleibenden 75% der betroffenen Menschen kann das Virus hingegen nicht eliminiert werden. Bei diesen Menschen wird das Virus wohl in ihrem Körper für den Rest ihres Lebens bleiben, was eine chronische (Langzeit) Hepatitis C genannt wird.

Ursachen von Hepatitis C

Eine Person kann mit Hepatitis C infiziert werden, wenn sie in Kontakt mit dem Blut, oder seltener den Körperflüssigkeiten, einer infizierten Person kommt. Das Blut hat die höchste Konzentration des Virus, sodass ein Kontakt mit infiziertem Blut der einfachste Weg ist, um an diesem Virus zu erkranken. Schon eine kleine Menge von infiziertem Blut kann eine Infektion verursachen. Das Virus kann zudem außerhalb des Körpers in Ansammlungen von getrocknetem Blut auf verschiedenen Oberflächen für mindestens 16 Stunden bis vier Tage (bei Raumtemperaturbedingungen) überleben, jedoch nicht länger.

Injektion von Drogen

Am häufigsten stecken sich Personen mit Hepatitis C an, welche kontaminierte Nadel und Löffel teilen, um Drogen zu injizieren. Sich mit nur einer kontaminierten Nadel Drogen zu spritzen kann genug sein, um an Hepatitis C zu erkranken. Eine im Jahr 2011 veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass 89% der Fälle von Hepatitis C durch eine Injektion von Drogen erfolgte.

Kokain

Es gibt auch Berichte von Menschen, welche durch eine gemeinsame Nutzung von Banknoten oder Strohhalme, um Kokain zu schnupfen, an Hepatitis C erkrankt sind. Kokain kann nämlich das Innere der Nase beschädigen, was zu Blutungen führt. Dadurch kann möglicherweise kontaminiertes Blut eingeatmet werden und eine Infektion stattfinden.

Ungeschützter Sex

Hepatitis C kann ebenfalls durch ungeschützten Sex (Sex ohne Kondom) übertragen werden, auch wenn dieses Risiko nur sehr gering ist, vor allem, wenn eine Person in einer langfristigen und stabilen Beziehung ist. Das Risiko einer Übertragung durch Sex ist viel höher bei Männern, die Sex mit anderen Männern haben. Wenn der Partner einer Person mit Hepatitis C dijagnostiziert wurde, sollte sich diese sofort auf eine Infektion testen lassen.

Symptome bei Hepatitis C

Nur etwa einer von vier betroffenen Personen weist Symptome während der ersten sechs Monate einer Hepatitis C-Infektion auf, wobei diese Phase als akute Hepatitis C bekannt ist.

Folgende Symptome können jedoch auftreten:

Bei Menschen, die Symptome einer akuten Hepatitis C aufweisen, wird einer von fünf dieser Personen auch eine Gelbfärbung der Augen und der Haut erleben, was als Gelbsucht bekannt ist. In schätzungsweise einem von vier Fällen von Hepatitis C, wird das Immunsystem einer einer Person von ganz alleine das Virus erfolgreich besiegen, wonach diese Person keine weiteren Symptome haben sollte (es sei denn, sie wird wieder infiziert). In den übrigen Fällen überlegt das Virus innerhalb des Körpers für viele Jahre, was als chronische Hepatitis bekannt ist.

Chronische Hepatitis C

Die Symptome von chronischer Hepatitis C können von Fall zu Fall stark variieren, denn bei einigen Menschen können die Symptome kaum wahrnehmbar sein. Bei anderen Personen können die Symptome hingegen einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität haben. Die Symptome können auch für eine längere Zeit weggehen (Remission) und dann zurückkommen. Einige der am häufigsten berichteten Symptome von chronischer Hepatitis C sind die folgenden:

  • Sich die ganze Zeit müde zu fühlen, wobei auch ein Schlaf nicht zu helfen scheint
  • Kopfschmerzen
  • Depression
  • Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, Konzentration und der Lösung von mentalen Aufgaben
  • Stimmungsschwankungen
  • Verdauungsstörungen oder Blähungen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Juckende Haut
  • Grippeähnliche Symptome, wie jene, die in der akuten Phase der Infektion auftreten
  • Bauchschmerzen
  • Schmerzen im Bereich der Leber (in der rechten oberen Seite des Unterleibs)

Diagnose von Hepatitis C

Ärzte verwenden in der Regel Bluttests, um festzustellen, ob jemand sich mit Hepatitis C infiziert hat. Für eine Diagnose können aber auch Tests verwendet werden, welche die Anwesenheit des Hepatitis C-Virus oder durch den Körper produzierte Antikörper nachweisen, sowie Tests für eine Leberentzündung oder Schäden an der Leber. Der Anti-HCV-Test weist die Anwesenheit von Antikörpern gegen das Hepatitis C-Virus nach, welche vom Immunsystem als Folge einer Fremdsubstanz (zum Beispiel Viren) im Körper produziert werden. Dieser Test bestimmt, ob eine Person dem Hepatitis C-Virus ausgesetzt war, aber er misst nicht die Menge des Virus im Körper. Ein weiterer Test, welcher HCV-RNA-Test genannt ist, erfasst das eigentliche Virus im Blut und kann die Menge des Virus im Körper messen.

Bluttests werden verwendet, um eine eventuelle Leberentzündung oder Schäden an der Leber zu überprüfen. Diese Tests prüfen das Blut auf Enzyme, die normalerweise in den Leberzellen zu finden sind. Wenn die Leberzellen jedoch entzündet oder beschädigt sind, werden mehr Enzyme als normal in das Blut abgegeben. Beispiele für Enzyme, welche in den Leberzellen gefunden werden können, sind Alanin-Aminotransferase (ALT) und Aspartat Aminotransferase (AST). In einigen Fällen kann auch eine Biopsie durchgeführt werden, um das Ausmaß der Leberschädigung zu prüfen, welche eventuell durch den Hepatitis C-Virus verursacht wurde.

Therapie und Behandlung von Hepatitis C

Nicht alle Menschen, welche sich mit dem Hepatitis C-Virus infiziert haben, benötigen oder reagieren auf eine Behandlung. Die Behandlung wird in der Regel bei Menschen genutzt, die eine erhöhte Leberfunktion für mindestens 3 Monate durchgemacht haben und bei denen eine Leberentzündung oder Leberzirrhose durch eine Biopsie bestätigt wurde. Menschen, die nur einen geringen oder gar keinen Leberschaden am Anfang der Erkrankung erleiden, was durch eine Leberbiopsie bestätigt wird, werden in der Regel im späteren Verlauf keine schwerwiegenden Leberschäden erleben. Eine Person kann sich ebenfalls entscheiden eine Behandlung nicht sofort zu nutzen, und stattdessen ihren Zustand mit regelmäßigen Bluttests und eine Leberbiopsie alle drei bis fünf Jahre von ihrem Arzt überprüfen zu lassen. Viele Faktoren müssen bei der Entscheidung über die Behandlung überdacht werden, wobei der Arzt einer Person jedoch helfen und raten kann, welche Behandlung die richtige für sie ist. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für chronische Hepatitis C, einschließlich Medikamente und Lebertransplantation.

Medikamente, welche zur Verfügung stehen, um eine chronische Hepatitis zu behandeln, sind:

  • Boceprevir
  • Peginterferon alfa
  • Ribavirin
  • Telaprevir

Diese antiviralen Medikamente helfen dem Körper bei der Bekämpfung des Hepatitis C-Virus. Peginterferon alfa wird als Injektion unter die Haut verabreicht, wohingegen Ribavirin, Telaprevir und Boceprevir durch den Mund aufgenommen werden. Die Behandlung dieser Krankheit besteht in der Regel jedoch aus mehr als nur einem antiviralen Medikament. Die Dauer der Behandlung hängt ebenfalls von einer Vielzahl von Faktoren ab, wie der genetische Typ des Hepatitis C-Virus, welcher die Infektion verursacht hat (diese Typen werden als Genotypen bezeichnet), der Reaktion auf die Behandlung und ob eine Person schon in der Vergangenheit eine Behandlung durchgemacht hat. Die Nebenwirkungen der antiviralen Medikamente können grippeähnliche Symptome, Anämie, Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gewichtsverlust, Übelkeit, Hautausschläge und Muskel- oder Knochenschmerzen sein. Eine Lebertransplantation wird zudem nur dann erforderlich sein, wenn die Leber durch den Hepatitis C zu sehr beschädigt wurde.

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