Impotenz, erektile Dysfunktion: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Impotenz

Impotenz, Erektile Dysfunktion, Erektionsstörung

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Impotenz, Erektile Dysfunktion, Erektionsstörung

Eine erektile Dysfunktion im Volksmund eher als Impotenz (Erektionsstörung) bekannt, ist eine Sexualstörung beim Männern durch die der Mann über einen längeren Zeitraum nicht dazu in der Lage ist eine Erektion zu bekommen und somit nicht in der Lage ist, ein normales Sexualleben zu führen.

Impotenz, erektile Dysfunktion: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie

Leute die unter kurzzeitigen Erektionsstörungen leiden werden nicht als Impotent eingestuft. Die Häufigkeit der an  Impotenz betroffenen Männer nimmt mit zunehmenden Alter zu. 50% der 60 Jährigen, sowie 66% der 70 Jährigen leiden an dauerhaften Erektionsstörungen.In der Öffentlichkeit werden die Betroffenen nicht wahrgenommen, es scheint als wäre Impotenz ein Thema worüber MANN nicht gerne spricht.Jedoch ist dieses Thema ernster als es zu sein scheint, denn die Auswirkungen können verherend sein. Private und gesetzliche Krankenkassen in Deutschland z.B. sind nicht zur Übernahme der Kosten von Potenzmitteln verpflichtet, was zur Folge hat dass Männern, die der Unterschicht angehören, der Zugriff zu Potenzmitteln um einiges schwieriger gemacht wird.

Hinzu kommt dann auch noch der soziale Faktor, denn nicht jeder Mann der an Impotenz leidet, kann damit locker Umgehen. Manche Männer schämen sich auch dafür, da Impotenz in vielen Filmen in Komödien als lustig dargestellt wird. Gerade in der heutigen Zeit in der Sex ein allgegenwärtigeres Thema als je zuvor, denn durch das Internet wird der Zugang zu Pornographie leicht gemacht. Impotenz wird heutzutage mit Zeugungsunfähigkeit gleichgesetzt, obwohl das definitiv nicht stimmt. Wenn ein Mann nicht dazu in der Lage ist eine Erektion zu bekommen heißt das nicht, dass er nicht dazu in der Lage ist Kinder zu zeugen ...  Denn dies ist sehr wohl möglich. An Impotenz leidende Männer sind durchaus in der Lage zu ejakulieren, Orgasmen zu haben und Kinder auf natürlichem Wege zu kriegen.

Ursachen der Impotenz

Im Gegensatz zu früher unterscheidet man heute nicht mehr zwischen organischen und psychogene Ursachen, da der Anteil der Betroffenen sehr gering ist.  Bei den psychischen Ursachen handelt sich z.B. um die Angst die Frau sexuell nicht befriedigen zu können. Diese Angst kann durch Konflikte innerhalb einer Beziehung, Depressionen, berufliches Versagen, Trennung etc. hervorgerufen werden. Bei psychischen Ursachen lässt sich weniger auf Medikamente sondern mehr auf Psychater zurückgreifen, welche Versuchen dieses Problem zu beheben. Meistens lässt sich Impotenz auf organische Probleme zurückführen. Impotenz steht auch oft im Zusammenhang mit anderen schon diagnostizierten Krankheiten als Folgekrankheit, wie z.B. Diabetes, zurückführen.

Sind Blutzuckerwerte über einen langen Zeitraum erhöht, wirkt sich dies auf alle Blutgefäße des Körpers aus, so auch auf die Blutgefäße des Penis. Durch sich absetzende Zuckermoleküle werden die kleinen Gefäße zunehmend verengt und unbeweglich gemacht, sodass nicht genügend Blut in den Schwellkörper gelangen kann. Die Erektionsstörung bei Diabetikern lässt sich auch auf die Nervenzellen, die auch an erhöhten Blutzuckerwerten leiden, zurückführen.Die Schädigungen an den Blutgefäßen und Schwellkörpern kann nicht nur durch Diabetes erzeugt werden, sondern auch durch Suchtmittel wie Rauchen, Drogen oder übermäßigen Alkoholkonsum.Weitere Ursachen von Impotenz sind : - Lecks in den Schwellkörpern zu den ableitenden Venen- Umbau des Bindegewebens der Schwellkörper nach z.B Dauererektionen- Betablocker- Antiandrogene Medikamente- Rückenmarkschädigung- Mangel an Geschlechtshormonen (Testosteron)- OperationenIm Umkehrschluss, wenn vorher keine andere Krankheit diagnostiziert wurde, müssen bei der Diagnose von ED zahlreiche Untersuchungen gemacht werden, da Impotenz auf die oben genannten Krankheiten zurückgeführt wird. Sobald dann eine Krankheit erkannt und behandelt wurde, werden höchstwahrscheinlich auch die Erektionsstörungen verschwinden.Die meisten Ursachen wurden bei Männern über 40 Jahren festgestellt.

Symptome bei einer Impotenz

Es gibt diverse Symptome an der man eine mögliche Erkrankung an Impotenz erkennen kann.Männer die gelegentlich an kurzzeitigen Erektionsstörungen leiden sollten möglichst schnell einen Arzt aufsuchen. Bei diesen Betroffenen ist es meist der Fall dass sie bei der Selbstbefriedigung oder am Morgen problemlos eine Erektion erreichen können, jedoch sobald sie zum sexuellen Akt übersteigen der Penis versagt. Impotenz Symptome können von einen Tag auf den anderen vorkommen. Bei so schnellen Entwicklungen sind meist psychologische Ursachen vorzufinden. Stress (beispielsweise im Beruf), Angst (davor die Partnerin nicht sexuell befriedigen zu können z.B. durch vorzeitige, bzw frühe Ejakulation) oder Depressionen.ED kann sich aber auch über einen längeren Zeitraum entwickeln. Wenn sich die Impotenz-Symptome nur langsam entwickeln und Sie erst nach einiger Zeit merken, dass Sie eventuell unter Impotenz leiden könnten, ist es sehr wahrscheinlich, dass es an physischen Gründen liegt. Weitere Symptome äußern sich in Problemen mit dem Samenerguss. Meist weisen sie auf eine andere Kondition hin, können aber eine Rolle in ED spielen. Hier ist es dringend zu raten einen Arzt zu konsultieren, welcher ihnen in einem persönlichen Gespräch weitere Tipps zum vorbeugen von Impotenz zeigen wird.

Diagnose einer Impotenz

Primär diagnostizieren heutzutage die erektile Dysfunktion die Urologen. Bei Bedarf wird dann auch ein Neurologe oder Psychotherapeut zur Hilfe hinzugezogen. Je nachdem ob psychische Faktoren der Auslöser waren oder nicht, wird dann eine Risiko- und Medikamentenanamnese verordnet. Diese dient dazu um herauszufinden ob der Patient Vorerkrankungen, bzw Medikamente welche dazu führen eingenommen hat, welche auf ED schließen könnten. Durch Ultraschall kann man feststellen ob körperliche Verletzungen vorhanden sind oder nicht. Blutproben hingegen lassen auf hormonelle Störungen schließen. Im Fall dass weniger schwerwiegende Befunde vorhanden sind, wird der Patient mit PDE-5-Hemmern versorgt.Mit folgenden Methoden lassen sich die Ursachen feststellen:- Nächtliche penile Tumeszenz- und Rigiditätsmessung (NPTR-Messung)- Corpus-Cavernosum-Elektromyogramm (CC-EMG)- Penile Sympathische Hautantwort (PSH)- Schwellkörperinjektionstestung (SKIT)- Pharmakophalloarteriographie (PPAG)- Pharmakokavernosometrie und -graphie (PKMG)Mit einer NPTR-Messung lassen sich nächtliche Errektionen aufzeichnen. Ein durchschnittlicher, gesunder Mensch hat diese drei bis sechs mal in der Nacht. Jede davon dauert mindestens 10 Minuten. Im Falle dass hierbei nichts außergewöhnliches festzustellen ist sind organische Schäden nahezu ausgeschlossen. Psychische Schäden müssen die Ursache sein. Bei der SKIT, (Schwellkörperinjektionstherapie), wird durch Medikamente (z.B. Papaverin) eine Erektion erzeugt. Hält sich diese 15 Minuten lang, kann eine Störung der Gefäße mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.

Therapie und Behandlung von Impotenz

Heutzutage lässt sich mit moderner Medizin Erektile Dysfunktion relativ gut behandeln.Im September 2012 wurde eine evidenzbasierte S1-Leitlinie zur Bekämpfung und Vorbeugung von ED vorgestellt.Pharmakotherapie ist wohl die bekannteste Therapie für an Impotenz leidende Männer. Hierbei werden Hilfsmittel mit potenzsteigernder Wirkung beim Patienten angewandt, welche die Beschwerden lindern können.Dringend abzuraten ist von der Online-Bestellung solcher potenzsteigernder Mittel, da diese möglicherweise nicht geprüft bzw. zugelassen sind.Cialis®, Levitra®, Viagra®Diese Medikamente stellen die beste Therapie der erektilen Dysfunktion dar. Sie beruhen alle auf demselben biochemischen Prinzip, die bereits erwähnte PDE-5-Hemmung..

Falls psychische Ursachen zur erektiler Dysfunktion führen, wird eine Psychotherapie veranordnet. Eine Sexual- oder Psychotherapie (bei Paaren mit der Partnerin mit einbezogen), kann sich als ziemlich hilfreich erweisen. Hier übernimmt die Krankenkasse sogar die Kosten.Es gibt jedoch auch mechanische Hilfsmittel die im Kampf gegen Impotenz eingesetzt werden. Führend ist hier die Vakuum-Erektionshilfe, im Volksmund auch "Penispumpe" genannt. Hierbei wird der Penis in einen Plastikzylinder gesetzt, in dem dann mit einer Pumpe ein Unterdruck erzeugt wird, wodurch Blut in den Schwellkörper fließt. Wenn das gewünschte Ergebnis dann vorhanden ist, wird ein Penisring eingesetzt mit dem dann verhindert wird dass das Blut aus dem Schwellkörper abfließt. Penisringe sind in jedem Durchmesser und in jedem Sexshop erhältlich, jedoch ist hierbei zu beachten dass ein Penisring in der richtigen Größe gewählt wird. Getragen werden dürfen diese maximal 30-Minuten, da es sonst zu diversen Schäden kommen kann, da der Schwellkörper dadurch eingequetscht und verletzt wird. Als letztes Mittel sollte ein chirurgischer Eingriff gewählt werden, da diese relativ riskant sind.

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