Karies: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Karies

Karies

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Karies

Das Krankheitsbild Karies ist eine der am weitesten verbreiteten Zivilisationskrankheiten überhaupt, wobei es sich hierbei ausschliefllich um eine Infektionskrankheit handelt.

Bakterien gelten als Verursacher von Karies, welche sich vorwiegend von Zucker ernähren, die ein Mensch mit Nahrungsmitteln oder Getränken zu sich nimmt. In den letzten Jahrzehnten hat der raffinierte Zuckeranteil bei der Ernährung rapide zugenommen, so sind die Folgen des Gebissverfalls erheblich gestiegen, allerdings hat die Medizin in den letzten Jahren ebenfalls große Erfolge bei der Kariesprophylaxe zu verzeichnen. Immerhin ist das Bewusstsein für Zahnprophylaxe aber auch der allgemeinen Mundpflege innerhalb der Bevölkerung enorm gestiegen, somit gehören die tägliche Pflege durch Putzen der Zähne ebenso zur Körperpflege wie auch die zunehmende Bereitschaft regelmäßiger Zahnarztbesuche, welche als Vorbeugemaßnahme große Erfolge zu verbuchen hat. Eine revolutionäre medizinische Errungenschaft gibt Hoffnungen für die nahe Zukunft, denn Wissenschaftlern ist es gelungen die wichtigsten Gene des eigentlichen Karies-Erregers nachzubauen, wodurch der Grundstein dafür gelegt wurde, den Karrieserreger eventuell mit gezielten Maßnahmen generell auszuschalten. Noch ist diese Hoffnung eine Vision, doch die Fortschritte in der Medizin und Wissenschaft geben Hoffnung, dass Karies in Zukunft der Vergangenheit angehören könnte.

Ursachen von Karies

Die Ursachen von Kariesbefall obliegen vielerlei Gründen, da die Ansteckung bereits im zarten Baby- oder Kindesalter durch nahe Bezugspersonen erfolgt, führt letztendlich dazu, dass Bakterien die Zähne nachhaltig besiedeln. Der große Nachteil ist insbesondere darin zu sehen, dass sich vorhandene Bakterien generell nie mehr völlig ausmerzen, sondern allenfalls in ihrer vorhandenen Menge reduzieren lassen. Eine der Hauptursachen für Karies sind die vermehrte Zuckerzufuhr, hierbei spielt es keine ausschlaggebende Rolle ob es sich dabei um naturbelassenen oder industriellen Konsum handelt. Der Zuckergehalt wird dabei von den Bakterien zu gefährlichen Säuren umgewandelt, welche anschlieflend zur Demineralisation der gesamten Zahnoberflächen führt. Um so länger Zucker an den Zahnoberflächen festhaftet oder je häufiger der Konsum zuckerhaltiger Nahrungsmittel erfolgt umso verheerender sind die Auswirkungen von Säureeinwirkung auf die gesamte Zahnoberfläche. Das bedeutet in der Praxis, umso schlechter oder unregelmäßiger eine intensive Zahnreinigung durchgeführt wird, desto mehr bakterieller Zahnbelag setzt sich auf der Zahnoberfläche ab, was letztendlich dazu führt, dass die Menge zahnauflösenden Säuregehaltes erheblich zunimmt und somit zu Karies im gesamten Mundraum führen kann. Menschen, welche unter Zahnfehlstellungen oder Zahnkippungen zu leiden haben, sind zudem einem erhöhten Risiko ausgesetzt, wodurch das Kariesrisiko um ein Vielfaches steigt. Ebenfalls kann ein Mangel an natürlichem Speichel zur Remineralisierung des Zahnes beitragen, wodurch das Risiko zum Kariesbefall wesentlich höher ist, als es bei normaler Speichelbildung der Fall wäre.

Symptome von Karies

Anfänglich bleibt Karies oftmals unentdeckt, was insbesondere aus dem einfachen Grunde geschieht, weil diese Krankheit im Anfangsstadium noch keinerlei Schmerzen verursacht. Zwar sind die ersten Anzeichen von Zahnfäule bereits vorhanden, doch fallen diese erst auf, wenn intensiv danach gesucht wird, was zum Beispiel durch regelmäßige Zahnarztvorsorgeuntersuchungen der Fall wäre. Irrtümlicherweise halten viele die unschöne Bildung brauner Flecken oder vorhandene Löcher in den Zähnen als erste Anzeichen von Kariesbefall. Das ganze Gegenteil ist der Fall, denn nicht etwa die braunen, sondern weiflen Flecken sind deutliches Anzeichen dafür, dass eine Entmineralisierung begonnen hat. In diesem Anfangsstadium, welches als Intialkaries bezeichnet wird, kann mit geeigneten Fluorpräparaten der Zahnschmelz mineralisiert und somit gehärtet werden, oftmals genügt schon eine Mineralisierungsleistung des natürlichen Speichels aus. Die angegriffenen Stellen sind Ablagerungsstätte von Pigmenten, welche aus der täglichen Nahrungsaufnahme stammen, wodurch anfänglich weiße Flecken im fortgeschrittenen Stadium zu dunklen sichtbaren Flecken werden. Eine umgehende Behandlung durch einen Zahnarzt sollte umgehend erfolgen, um die Ursachen effektiv zu bekämpfen, denn ansonsten wird anfänglich der schützende Zahnschmelz sowie das Dentin weiter angegriffen, wodurch Stücke vom Zahn abzubrechen drohen. Schlimmstenfalls kann es infolge fortgeschrittener Kariesbildung zu äußerst schmerzhaften Entzündungen in und um den Zahn kommen, welche in dramatischen Fällen sogar bis zum Tod führen können.

Diagnose von Karies

Eine Frühdiagnostik zur Erkennung von Kariesbefall ist eine der Hauptproblematiken überhaupt, denn im frühen Anfangsstadium ist dieses Krankheitsbild kaum erkennbar, da keinerlei Beschwerden vonseiten der Betroffenen auftreten, was daraufhin nur durch einen Zahnarzt feststellbar ist. Eine sogenannte Selbstuntersuchung wäre zu diesem Zeitpunkt nicht nur zwecklos, sondern würde absolut keinerlei neue Erkenntnisse bringen. Dank speziell entwickelter Verfahren zur Feststellung von Karies ist der Zahnarzt in der Lage die ersten Krankheitsmerkmale zu erkennen, obwohl vonseiten des Betroffenen kaum Symptome wahrzunehmen sind. Allein aus diesem Grund ist die Frühdiagnostik Sache des Zahnarztes, wobei regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen eine wichtige Grundlage zur Früherkennung von Kariesbefall bildet. Durch eine rechtzeitige Frühdiagnostik entscheidet sich der weitere Krankheitsverlauf sowie die anschlieflende hierfür erforderliche Behandlung vonseiten des Zahnarztes. Damit ist das eigentliche Ziel einer Diagnose zur Feststellung von Karies im Frühstadium, dies geschieht zum Beispiel mit einer Behandlung von systematischer Prophylaxe. In der Regel werden bei Kariesfrüherkennung mehrere Diagnostikmethoden angewendet, wobei eine tendenziell vorliegende Prädisposition durch Kariesrisikotest im Vorfeld überprüft wird. Aufgabe dieses Tests ist es anhand des Speichels die Schutzfunktion zu begutachten, wodurch die Stärke der Erkrankung festgestellt werden kann. Hierbei wird gleichzeitig die Zusammensetzung des Speichels genauer untersucht, um anschlieflend feststellen zu können, ob ausreichend kariesvorbeugende Stoffe darin enthalten sind. Ein völlig neuartig entwickeltes Verfahren zur Früherkennung von Karies ist die Laserdiagnostik, welches allerdings noch nicht oft genug zum Einsatz kommt. Das Prinzip einer Laserdiagnostik ist mit einfachen Worten zu erklären, hierbei lässt sich gesundes Zahngewebe von Gewebe, welches durch Kariesbefall betroffen ist deutlich unterscheiden, wobei im Laserlicht ein bakterieller Befall fluoresziert. Eine weitere Methode ist die Früherkennung mittels eines Kariesmeter, wodurch sich tiefer liegende Bereiche (Fissuren) lokalisieren lassen, welche ansonsten für das bloße Auge nicht erkennbar sind. Mit der Hilfe einer Diaphanoskopie hingegen lassen sich Zähne durchleuchten, wobei sich betroffene Stellen deutlich durch ihre auffällige Struktur von gesunden unterscheiden. Aufgrund der Lichtbrechung erscheinen von Kariesbefall geschädigte oder angegriffene Zähne wesentlich dunkler erscheinen, als dies bei gesunden Zähnen der Fall ist. Zum Abschluss kann noch gesagt werden, dass bei allen angewandten Diagnostikverfahren eine schmerzfreie Früherkennung von Karies gewährleistet wird.

Therapie bei Karies

In der Phase, welche als Intialkaries bezeichnet wird sind keinerlei zahnärztlichen Behandlungen erforderlich, allerdings ist die Phase der Remineralisierung mit wichtigen Mineralstoffen (Fluoriden) enorm wichtig. Um den Mineralienverlust ausgleichen zu können, empfiehlt es sich regelmäßig Zahncremes, Zahngelees sowie Mundspülungen zu verwenden, welche reich an Fluoriden sind. Doch nicht nur die tägliche Mundpflege mit fluoridhaltigen Zahncremes oder Mundspülungen spielen bei der Therapie eine große Rolle, sondern auch die richtige Ernährung, denn hierdurch lassen sich eventuelle Fluoridverluste effektiv ausgleichen zum Beispiel durch Fluorid angereichertes Speisesalz. Durch die zusätzliche Zuführung von wertvollen Mineralien, welche den Zahnschmelz aufgenommen werden die gesunden Zähne enorm widerstandsfähiger gegen Karieserkrankungen. Handelt es sich hierbei um eine sogenannte Dentinkaries, wird eine intensive Behandlung durch einen Zahnarzt zwingend erforderlich, denn in einem solchen Falle lassen sich Schädigungen nur mit der Hilfe eines Bohrers entfernen, wobei zusätzlich gesundes Gewebe vorsorglich abgeschliffen werden muss, allerdings geht hierbei die Zahnsubstanz verloren. Sollte der Kariesbefall bereits so weit fortgeschritten sein, dass es sich hierbei um eine Caries profunda handelt wird eine intensive Behandlung des Zahnwurzelkanals erforderlich, dies bedeutet, dass in einem solchen Fall eine schmerzhafte Entzündung der Zahnpulpa vorliegt oder aber betroffenes Gewebe bereits abgestorben ist. Eine weitere Möglichkeit der Behandlung gegen Karies ist eine sogenannte Ozonbehandlung, dabei wird der erkrankte Zahn einzig und allein mit Ozon behandelt. Um gesunde Zähne zu schützen, wird im Zuge dieser Behandlungsmethode der erkrankte Zahn mit einer Spezialkappe abgedeckt um diesen anschlieflend die Zahnsubstanz von Karies zu reinigen.

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