Kieferzyste: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie

Kieferzyste

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Kieferzyste

Kieferzysten sind durch eine Entzündungen entstandene und gehören zu den am häufigsten auftretenden Erkrankungen im Bereich des Mundraumes.

Was ist eine Kieferzyste?

Besonders oft betreffen sie Männer von mittleren Alters.Die Zysten werden durch eine Zellenwand, einer Bindegewebskapsel oder auch einer Weichteilhülle vom Rest des umliegenden Gewebe getrennt und sind mit einer oftmals schleimigen Flüssigkeit gefüllt. Diese Flüssigkeit wird von den Zellen, welche sich innerhalb der Zellenwand befinden abgesondert. Und aufgrund des ständigem dazukommen von neuer Flüssigkeit in die Zyste und dem fehlenden Abfluss, wird die Zyste mit der Zeit immer größer bis sie letztendlich auch Druck auf das benachbarte Gewebe ausübt. Auch gibt es viele verschiedene Arten von Kieferzysten, ausgehend davon, wie und wovon die Erkrankung entstanden ist. Die am häufigsten auftretende Art ist die sogenannte follikuläre Zyste, welche sich aus dem Gewebe des Zahnes entwickelt. Eine weitere oft verbreitete Form ist die radikuläre Kieferzyste.

Des Weiteren wird zwischen echten und Pseudozysten unterschieden. Die echten Zysten verfügen über eine Schicht aus Epithelzellen, dies ist eine Zellart, die sich auch auf der Haut sowie den Schleimhäuten befindet. Die Pseudozysten hingegen besitzen überhaupt keine Epithelschicht. Sie grenzen sich lediglich durch eine Kapsel aus Bindegebe vom Rest ab. Im allgemeinen sind die meisten Kieferzysten gutartig und führen am Anfang im schlimmsten Fall lediglich zu Schmerzen. Des Weiteren sind sie im Oberkiefer stärker vertreten als im Unterkiefer. Für gewöhnlich wachsen Kieferzysten nur langsam und stellen anfangs keine Gefahr für die Zähne dar. Wenn sie jedoch weiter wachsen, so wird das benachbarte Gewebe immer mehr beschädigt, sodass häufig sogar ein Zahnersatz notwendig wird.

Ursachen einer Kieferzyste

Kieferzysten entstehen in der Regel aufgrund von Entwicklungsstörungen oder auch Entzündungen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Zystenarten, welche vor allem abhängig vom Gewebe der Zyste sind. Die meisten im Kiefer entstehenden Zysten sind aus dem Gewebe des Zahnsystems, diese nennt man odontogene Zysten. Zysten welche jedoch aus anderen Gewebe entstehen nennt man nicht-odontogene Zysten.

Die einzelnen Zystenarten sind:

  • Keratozyste
  • Gingivale Zyste
  • Eruptionszyste
  • Seitliche Parodontalzyste
  • Glanduläre odontogene Zyste (GOZ)
  • Radikuläre Zyste
  • Residualzyste
  • Nasopalatinale Zyste
  • Nasolabiale Zysten
  • Einfache Knochenzyste
  • Aneurysmatische Knochenzyste

Die sogenannte Kratozyste entsteht aus neuen Zahnanlagen, schon bevor sich der neue Zahn überhaupt entwickeln kann. So befindet sich anstatt eines Zahnes eine Zyste im Knochen. Die Gingivale Zyste dagegen kann auch schon im Kindesalter entstehen. Sie ist im Bereich der unteren Eckzähne als oftmals blauer, festes Knoten zu erkennen. Die Eruptionszyste hingegen kann man anhand der gewölbten Schleimhaut, welche oberhalb des durchbrochenen Milchzahns liegt erkennen.Bei der seitlichen Parodontalzyste dagegen befindet sich die Zyste im Bereich von noch nicht vollständig ausgebrochener Weisheitszähne. Die follikuläre Zyste aber umgibt im Kiefer die Krone eines Zahnes, welcher noch nicht durchgebrochen ist.

Die glanduläre odontogene Zyste gehört zu einer sehr selten Art der Kieferzyste, sie entsteht im Bereich des Ober- oder auch Unterkiefers aus zahntragenden Teilen. Sie sind besonders hartnäckig und kehren auch nach einer Entfernung oft wieder zurück und können ohne richtige Behandlung schwere Schäden im Mundbereich verursachen. Die radikuläre Zyste entsteht aufgrund entzündeter Zahnwurzeln. Wohingegen sich die Residualzyste nach der Entfernung eines Zahnes im zurückbleibenden Hohlraum entsteht. Residualzysten entstehen oftmals nach der Entfernung eines Zahnes. Dier Ursachen für die nasopalatine Zyste sind Gewebereste, welche sich während einer Kiefer- und Schädelentwicklung nicht ganz zurückentwickelt haben. Bei der einfachen Knochenzyste sind die Ursachen weiter unklar. Diese Art der Zyste kommt oft im Bereich des Unterkiefers vor und kann für den Betroffenen sehr schmerzhaft sein. Auch die Entstehung der aneurysmatischen Knochenzyste ist zurzeit noch immer ungeklärt. Doch diese Zystenart wächst schnell heran und kann zum Wackeln der Zähne führen.

Symptome einer Kieferzyste

Aufgrund dessen das Kieferzysten in der Regel keinerlei Symptome hervorrufen und die Betroffenen in den seltensten Fällen überhaupt Schmerzen verspüren, werden sie vom Zahnarzt meist nur rein zufällig bei einer , während einer Operation oder auch bei Routineuntersuchungen entdeckt. Erst im späten Stadium, wenn die Kieferzysten bereits enorm groß sind, sind Vorwölbungen im Knochen mit dem bloßen Finger tastbar. Dabei kann man auch ein leichtes Knistern hören, was daran liegt, dass der Kieferknochen bereits stark geschwollen ist und Teile des Knochens eindrückbar sind. Erst wenn Kieferzysten eine enorme Größe erreicht haben, kann es zu Schäden auf das benachbarten Gewebe wie den Nerven kommen. Diese Schäden beinhalten oftmals die Verformung der Knochen, Knochenbrüche oder sogar Infektionen.

Diagonse einer Kieferzyste

Die Diagnose einer Kieferzyste wird vom Zahnarzt in den meisten Fällen immer per Röntgenaufnahme gestellt. Jedoch lässt sich aufgrund der Röntgenaufnahme nur selten benennen, um welche Art der Zyste es sich letztenendes überhaupt handelt. Um die jeweilige Zystenart zu benennen und zu analysieren ist deshalb die mikroskopische Untersuchung der entnommenen Zyste bei einem Gewebespezialisten notwendig. Es kann aber auch vorkommen, dass der Zahnarzt noch vor der operativen Entfernung der Kieferzysten eine Gewebeprobe entnimmt und diese mikroskopisch analysieren lässt. Weitere verfahren um die Art der Kieferzyste zu ermitteln sind: Ultraschalluntersuchungen, Computertomographie und die Szintigraphie.

Behandlung und Therapie einer Kieferzyste

Die Therapie der Kieferzyste obliegt meist allein dem Kieferchirurgen, welcher darauf bestens spezialisiert ist. Sollte es notwendig sein, wird die Zyste von ihm im Rahmen einer kleinen Operation entfernt. Dabei erfolgt nur sehr selten eine Vollnarkose, sondern in der Regel eine lokale Betäubung. Danach wird das Zahnfleisch eingeschnitten und zur Seite geklappt um mit der eigentlichen Operation zu beginnen. Nun öffnet der Arzt den betroffenen Knochen und entleert dann die gesamte vor ihm liegende Zyste. Diese operative Entfernung der Zyste nennt sich Zystektomie.

Im Rahmen der Operation werden vom Kieferchirurgen auch die Zähne entfernt, welche nicht mehr zu retten sind. Sollte die Zyste dagegen bereits groß gewachsen sein, so können auch trotz der Operation noch Defekte im Knochen zurückbleiben. Diese Defekte werden noch während der Operation mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Dieses Material zersetzt sich mit der Zeit und wird durch körpereigene Knochen wieder ersetzt. Dieser Vorgang dauert in etwa zwei bis fünf Jahre. Es ist darüber hinaus auch eine sogenannte Zystomie möglich. Dabei wird die Kieferzyste nur ein klein wenig angeschnitten, bevor man sie dann ganz von selbst ausheilen lässt. Jedoch kommt es dabei darauf an, in wie weit das Wachstum der Zyste bereis vorangeschritten ist.

Auch ist sie besonders für Betroffene ratsam, die bereits an anderen Erkrankungen leiden. Ebenfalls ist vor der Operation zu beachten, dass der benachbarte Knochen nicht zu dünn ist, um die Gefahr eines Bruches zu vermeiden.Auch sollten Betroffene nach einer operativen Entfernung der Kieferzyste regelmäßig zur Nachkontrolle gehen, um die Gefahr eines erneuten Auftretens so früh wie möglich zu bemerken. Ohne eine Therapie kann es von Knochenverformungen bishin zur Entstellungen des gesamten Gesichtes kommen. Auch benachbarte Strukturen sowie das Gebe können auch noch zu Schaden kommen. So können zum Beispiel Nerven zu Lähmungserscheinungen führen. Des Weiteren ist es auch noch möglich, dass sich Abszesse bilden, welche die Gefahr einer Hirnhautentzündung deutlich vergrößern. Darüber hinaus kann es zu einem Kieferbruch kommen, da es den Knochen oftmals an Stabilität fehlt. Um sich vor einer Kieferzyste zu schützen ist es ratsam, die Zähne zu pflegen und in regelmäßigen Abständen einen Zahnarzt für Kontrolluntersuchungen aufzusuchen.

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