Knalltrauma: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Knalltrauma

Knalltrauma

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Knalltrauma

Das Knalltrauma ist eine Bezeichnung dafür, dass das Innenohr bei einem plötzlich, lauten und kurzem Geräusch verletzt wird. Der Lautstärkepegel des Geräusches liegt dabei bei über 140 Dezibel und kann so das Ohr belasten.

Das laute Geräusch dauert nur kurz an, meist nur 1-2 Sekunden, daher auch die Bezeichnung Knalltrauma. Ursache für das Knalltrauma können alle lauten Geräusche sein, so können der Auslöser zum Beispiel Schüsse sein. Bei dieser Erkrankung ist immer das Ohr betroffen, was genau an der Geräuschquelle war. Es kann leider bei diese Erkrankung auch noch ein Tinnitus folgen oder/und eine Hörminderung eintreten. In den meisten Fällen bilden sich aber alle Beschwerden des Traumas wieder zurück! Das Knalltrauma wird übrigens in Fachkreisen oft als akustisches Trauma bezeichnet. Das Knalltrauma ist eine Krankheit die in dem Sinne nicht gefährlich für den Betroffenen ist, die aber doch zu Problemen führen kann. Es ist nie angenehm, wenn ein Ohr nicht mehr vollständig funktioniert oder man sogar ein Piepen im Ohr hat, was einem den ganzen Tag begleitet, wie es beim Tinnitus der Fall ist.

Ursachen für ein Knalltrauma

Die Ursache der Erkrankung ist das plötzliche und laute Geräusch am Ohr. Viele Menschen bekommen das Knalltrauma gerade zu Sylvester, weil dann ein Knaller neben ihrem Ohr explodiert. Aber auch ein Schuss oder ein platzender Airbag, wie auch andere Geräusche, können die Ursache der Erkrankung sein. Auch wenn man es kaum glauben mag, so kann sogar ein lauter Blitz in der Lage sein, dass Knalltrauma bei einem Menschen auszulösen. Der Blitz kann durchaus neben einem Menschen einschlagen oder so laut sein, dass das Ohr darunter leidet. Durch den plötzlichen Knall neben dem Ohr, kommt es zu einer extremen Belastung der Sinneszellen im Hörorgan des Innenohres. Es kann so zu Stoffwechselstörungen dieser Sinneszellen kommen und diese wieder sorgen für Schädigungen im Innenohr, die sich aber in den meisten Fällen zurückbilden können und werden. Man kann dem Knalltraum kaum vorbeugen, es sei denn, man fährt nicht mehr mit dem Auto, man geht zum Jahresübergang nicht nach draußen, man meidet Discos wo jemand ausversehen das Mikro zu laut an hat oder die Boxen kurz lauter stellt. Es ist eher unrealistisch allen Gefahrenquellen auf Dauer auszuweichen, um kein Knalltrauma zu erleiden! Aber da das Knalltrauma noch recht unbekannt ist, der Tinnitus hingegen nicht, sieht man, dass diese Krankheit nicht allzu oft vorkommt. Dies alleine sollte den Menschen schon beruhigen.

Symptome bei einem Knalltrauma

Die Symptome beim Knalltrauma sind eindeutig und können vielfältig ausfallen, aber nicht verkannt werden. So kann man das Gefühl von einem verstopften Ohr aufweisen, wenn man diese Erkrankung erleidet. Man kann unter einem Hörverlust auf dem betroffenen Ohr leiden oder an einem Tinnitus. Ebenso kann es zu einem kurzen und stechenden Schmerz im Ohr kommen. Der Schmerz erfolgt oft nur wenige Sekunden nach dem Knall am Ohr und verschwindet so schnell, wie er gekommen ist. Manche Menschen klagen darüber hinaus über Schwindel und/oder Gleichgewichtsstörungen, andere über Geräuschüberempfindlichkeiten. Letzteres bedeutet, dass man keine lauten Geräusche hören mag, weil diese einfach unangenehm sind oder sogar im Ohr schmerzen können. Meist wird sich das Hörvermögen bei den Knalltrauma nach wenigen Stunden oder auch Tagen wieder erholen. Auch die anderen Symptome können sich mit der Zeit legen. Es kommt aber nur sehr selten vor, dass sich das Knalltrauma ganz ohne Medizin erholt. Daher sollte man dieses auch sehr ernst nehmen und auch dann einen Arzt aufsuchen, falls das Knalltrauma schon etwas abgeklungen ist, aber der Tinnitus noch da ist. Und selbst ohne Tinnitus und mit abklingenden Symptomen, sollte man den Arzt aufsuchen, damit keine bleibenden Schäden zurück bleiben. Nur der Arzt kann entscheiden, ob die noch vorhandene Erkrankung nicht besser mit Medikamenten therapiert wird. Sollte man unsicher sein, ob man an einem Knalltrauma leidet, sollte man ruhig den Arzt aufsuchen. Es ist besser, sich einmal untersuchen zu lassen, als diese Krankheit zu unterschätzen! Viele Personen unterschätzen das Knalltrauma nämlich, weil sie noch nie davon gehört haben. Sie haben nach dem Knall vielleicht den Schmerz im Ohr und hören schlechter, denken aber, dass dies normal ist und sich mit der Zeit wieder gibt.

Diagnose eines Knalltraumas

Selbstverständlich gehört das Knalltrauma immer in ärztliche Behandlung. Entweder geht man erst damit zum Hausarzt oder sucht gleich einen Fachmann für diese Krankheit auf. Dieser Fachmann ist natürlich der Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der in jeder Stadt zu finden ist. Sollte das Knalltrauma am Wochenende oder an Feiertagen auftreten und man möchte sich untersuchen lassen, kann man auch eine Klinik mit einem HNO-Bereich aufsuchen. Gerade Unikliniken haben eine Hals-Nasen-Ohren-Klinik integriert, die man aufsuchen kann. Oder aber man ruft den Notdienst an und sucht die Notpraxis eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes auf. Der Arzt wird eine Gehörprüfung, auch Audiometrie genannt, durchführen. Diese zeigt eine Innenohrschwerhörigkeit im Hochtonbereich. Zwar kann der Arzt schon aufgrund der Symptome ein Knalltrauma diagnostizieren, aber die Untersuchung wird er auf jeden Fall durchführen. Ist die Diagnose erst einmal gestellt, sieht die Prognose recht gut aus. Im Grunde ist es so, dass die Beschwerden des Patienten sich mit Medikamenten nach 6 Wochen gebessert haben oder vollständig abgeklungen sind. Nur in ganz seltenen Fällen ist es so, dass die Therapie noch keinen großen Erfolg hatte und dann eine schlechte Prognose hat. Nach 6 Wochen kann das Knalltrauma nicht mehr gut therapiert werden. Genau deshalb sollte man auf jeden Fall immer früh genug zum Arzt gehen! Wenn das Knalltrauma von einem Tinnitus begleitet wird, kann man nicht immer sicher sagen, dass auch dieser vollständig abklingt. Es gibt durchaus einige Patienten, die trotz Behandlung nicht ganz von dem Tinnitus befreit werden können. Auch er bedarf einer schnellen Behandlung, wenn man nicht an Spätfolgen leiden möchte.

Behandlung und Therapie eines Knalltraumas

Die Therapie von dem Knalltrauma ist konservativ, was bedeutet, dass nur in ganz seltenen Fällen eine Operation von Nöten ist. Der Arzt kann eine Kortison-Therapie durchführen, die gerade zu Beginn hochdosiert geboten wird und mit der Zeit reduziert wird. Oft bekommen die Patienten Kortison Tabletten, die sie dann auch zu Hause einnehmen können. Natürlich muss man sich in diesem Fall exakt an die Dosierung halten und auf keinen Fall auf eigener Faust das Kortison reduzieren. Das wäre zum einen nicht gut für das Knalltrauma und zum anderen kann das schnelle Absetzen von Kortison noch Nebenwirkungen mit sich bringen. Neben dem Kortison gibt der Arzt auch noch Medikamente, die dafür sorgen, dass die Fließfähigkeit des Blutes sich verbessert. Dadurch wieder wird die Durchblutung des Ohres gefördert, was recht wichtig für die Heilung von dem Knalltrauma ist. Sollten die Medikamente nicht gut wirken, wird der Arzt außerdem noch Sauerstoff verabreichen. Es folgt die hyperbare Sauerstofftherapie, also Sauerstoff unter Überdruckbedingungen. Man sieht schon an der Therapie, dass sie unabdingbar ist. Niemand sollte das Knalltrauma auf die leichte Schulter nehmen und es auf jeden Fall behandeln lassen. Natürlich kann man am Wochenende oder am Feiertag bis zum nächsten Tag warten, man muss nicht unbedingt als Notfall ins Krankenhaus fahren, aber man muss auf jeden Fall den Arzt aufsuchen. Und man kann auch durchaus als Notfall die Klinik aufsuchen, ohne dort komisch angeschaut zu werden. Fakt ist, umso schneller man mit der Therapie beginnt, desto besser sind die Chancen der Heilung. Es kann durchaus passieren, dass bei dem Knalltrauma auch operiert werden muss. Eine OP wird dann angeordnet, wenn ein Innenohrfenster beschädigt ist. In dem Fall wird eine Trommelfellaufklappung durchgeführt.

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