Koronare Herzkrankheit: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie der koronaren Herzkrankheit

Koronare Herzkrankheit

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Koronare Herzkrankheit

Eine koronare Herzkrankheit entwickelt sich dann, wenn Fett und Cholesterin sich an den Arterienwänden ansammeln, wodurch sich Plaque oder ein Atherom bildet, was als Arteriosklerose bekannt ist.

Das Herz ist eine Pumpe, welche die Aufgabe hat, dass Blut in die Lungen und den Rest des Körpers befördert wird. Dieses Organ versorgt den Körper sowohl mit Sauerstoff als auch mit Nährstoffen und beseitigt ebenfalls Kohlendioxid und Abfallprodukte aus dem Körper. Das Herz benötigt jedoch auch eine Versorgung mit Blut, für welche Blutgefäße zuständig sind, die Koronararterien genannt werden. Eine koronare Herzkrankheit entwickelt sich dann, wenn Fett und Cholesterin sich an den Arterienwänden ansammeln, wodurch sich Plaque oder ein Atherom bildet, was als Arteriosklerose bekannt ist. Dieser Plaque kann die lebenswichtige Blutversorgung zum Herzen beeinträchtigen, aber er kann auch aufbrechen, wodurch sich ein Blutgerinnsel auf der Oberfläche des Plaques bildet. Dies kann einen Bereich des Herzmuskels davon abhalten, mit Blut und Sauerstoff versorgt zu werden, was zu einem Herzinfarkt führen kann. Eventuelle Herzmuskelschäden können daraufhin Herzrhythmusstörungen auslösen, wodurch es zu einem Herzstillstand kommen kann, bei welchem das Herz aufhört zu schlagen, was in vielen Fällen tödlich sein kann.

Ursachen für die koronare Herzkrankheit

Eine koronare Herzkrankheit (KHK) wird in der Regel durch einen Aufbau von Fettablagerungen an den Wänden der Arterien um das Herz (Koronararterien) verursacht. Diese Fettablagerungen, genannt Atherom, bestehen aus Cholesterin und anderen Abfallstoffen. Der Aufbau von Atheromen an den Wänden der Koronararterien bewirkt, dass die Arterien schmaler werden und schränkt den Blutfluss zum Herzen ein, wobei dieser Vorgang als Atherosklerose bekannt ist. 

Das Risiko Arteriosklerose zu entwickeln wird durch die folgenden Dinge deutlich erhöht:

  • Rauchen
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Einen hohen Cholesterinspiegel im Blut zu haben
  • Keine regelmäßige Bewegung
  • Diabetes

Weitere Risikofaktoren für die Entwicklung von Arteriosklerose sind:

  • Fettleibigkeit oder Übergewicht
  • Eine Familiengeschichte von koronaren Herzkrankheiten

Cholesterin

Cholesterin ist ein Fett, welches von der Leber aus gesättigten Fetten produziert wird, welche ein Mensch isst. Cholesterin ist sehr wichtig für die Gesundheit der Zellen, aber wenn zu viel davon im Blut vorhanden ist, kann dies zu einer koronaren Herzkrankheit führen. Cholesterin wird im Blut durch Moleküle transportiert, welche Lipoproteine ??genannt werden. Es gibt verschiedene Arten von Lipoproteinen, aber zwei der wichtigsten sind Lipoproteinen niedriger Dichte (LDL) und Lipoproteine  hoher Dichte (HDL).

LDL, welches oft als "schlechtes Cholesterin" bezeichnet wird, nimmt Cholesterin aus der Leber und liefert es zu den Zellen. LDL-Cholesterin neigt dazu sich an den Wänden der Herzkranzgefäße anzusammeln, wodurch das Risiko von Herzerkrankungen erhöht wird. HDL, welches meistens als "gutes Cholesterin" bezeichnet wird, trägt hingegen das Cholesterin von den Zellen weg und zurück in die Leber, wo es abgebaut oder als Abfallprodukt aus dem Körper geleitet wird.

Symptome der koronaren Herzkrankheit

Einige Menschen mit koronarer Herzkrankheit weisen in der Regel keine Symptome auf, bis die Krankheit so weit fortgeschritten ist, um zu Schmerzen in der Brust oder einer Angina Pectoris zu führen. Eine stabile Angina ist oft das erste Zeichen dafür, dass eine Person an einer koronaren Herzkrankheit leidet. Schmerzen in der Brust oder Unbehagen treten meistens bei körperlichen Aktivitäten auf, was jedoch in der Regel durch eine Ruhe sich bessert. Bei einer instabilen Angina Pectoris sind die Symptome weniger vorhersehbar und können auch bei einem Ruhezustand auftreten. Diese Form von Angina weist auf einen schnellen Fortschritt der koronaren Herzkrankheit und einem höheren Risiko für einen Herzinfarkt hin, weshalb bei diesem Zustand sofort ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Einige Symptome der Angina Pectoris sind:

  • Engegefühl oder ein erdrückendes Gefühl in der Brust
  • Brennen oder Druck unter dem Brustbein
  • Schmerzen in den Schultern, Kiefer, Armen, Hals, Nacken oder Oberbauch
  • Müdigkeit
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Schwitzen
  • Schwäche
  • Kurzatmigkeit
  • Benommenheit

Wenn Plaque, welcher sich in einem Blutgefäß angesammelt hat platzt, kann dies einen Bereich des Herzens komplett blockieren, wodurch eine lebenswichtige und sauerstoffreiche Blutversorgung verhindert wird. Die Zellen in diesem Bereich können dadurch absterben, was zu einem Herzinfarkt (oder Myokardinfarkt) führen wird. Die Symptome eines Herzanfalls sind ähnlich denen von Angina Pectoris, aber viel stärker.

Ein Mensch fühlt oft:

  • Ständige Schmerzen in der Mitte der Brust, am Hals, Kiefer, der linken Schulter oder Armen
  • Engegefühl oder Druck in der Brust
  • Ein Gefühl von "Schwere" oder Verdauungsstörungen
  • Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen
  • Kurzatmigkeit
  • Angst, Besorgnis

Es ist sehr wichtig, eine medizinische Hilfe so schnell wie möglich zu kontaktieren, wenn eine Person das Gefühl, das Symptome eines Herzinfarkts auftreten.

Diagnose der koronaren Herzkrankheit

Ein Elektrokardiogramm (EKG) erkennt in der Regel abnormale elektrische Herzsignale. Bei einer Person mit Herzschäden werden die elektrischen Signale, welche das Herz schlagen lassen verändert, während sie durch das beschädigte Gewebe geleitet werden. Dies kann dann mit einem EKG erkannt und gemessen werden.

Ein Belastungs-EKG (oder Stresstest) überprüft das Herz auf Veränderungen bei körperlichen Aktivitäten und kann auch zeigen, ob die Herzkranzgefäße zu schmal sind. Ein Belastungstest wird meistens auf einem Laufband oder einem stationären Fahrrad durchgeführt, während der Patient an ein EKG angeschlossen ist. Ein Thalliumscan ermöglicht zudem während dieser Untersuchung die Abbildung des Blutflusses im Herzen. Dies beinhaltet die Injektion einer sehr kleine Dosis von radioaktiver Substanz in den Blutstrom, welche dann durch das Herz mit einer speziellen Kamera verfolgt wird. Mit einer Angina hingegen können Anomalien im EKG nur auftreten, während die betroffene Person einen Anfall hat.

Koronarangiografie (oder Arteriografie) ist ein Test, welcher verwendet wird, um die Herzkranzgefäße zu untersuchen. Eine dünne Sonde (Katheter) wird dabei in eine Arterie des Armes oder Beines eingesetzt, um so zu den Arterien des Herzens zu gelangen. In die Herz- und Blutgefäße wird dann ein Kontrastmittel injiziert, welches mit einer Röntgenuntersuchung gefilmt wird, während das Herz arbeitet. Das Bild, welches zu sehen ist, wird ein Angiogramm oder Angiografie genannt, welches Probleme wie eine Verengung oder Verstopfung durch Arteriosklerose zeigt.

Therapie und Behandlung der koronaren Herzkrankheit

Der Arzt kann bei einer koronaren Herzerkrankung die folgenden Medikamente verschreiben:

Cholesterinsenkende Medikamente

Diese können die Ebenen von "schlechtem" Cholesterin (LDL) im Blut senken und gleichzeitig das Niveau von "gutem Cholesterin" (HDL) erhöhten. Die Medikamente werden dabei auf der Grundlage der Mengen an verschiedenen Arten von Cholesterin gewählt, welche im Blut gefunden werden.

Blutdruckrsenkende Medikamente

Diese können das Risiko für einen Herzinfarkt drastisch senken, wenn eine Person an hohem Blutdruck leidet. Diese Medikamente kommen in verschiedenen Typen und der Arzt wird den Patienten beraten, welche Medikamente am besten für ihn geeignet sind.

Anti-Thrombozyten-Medikamente

Diese Art von Medikamenten verhindert die Bildung von Blutgerinnseln. Acetylsalicylsäure (ASS) reduziert zum Beispiel die Chancen einen Herzinfarkt zu erleben, wobei nur eine kleine Dose erforderlich ist, um einen Herzinfarkt zu verhindern. Wenn eine Person jedoch ASA-Medikamente nicht einnehmen darf, dann kann der Arzt auch andere gerinnungshemmende Medikamente empfehlen.

Eine medikamentöse Behandlung ist jedoch nicht der einzige Weg, um eine koronare Herzkrankheit zu bekämpfen. Hier sind ein paar Tipps, um eine eventuelle Entwicklung dieser Krankheit zu verhindern:

  • Mit dem Rauchen aufhören: Wenn eine Person rauchen sollte, ist das Aufhören der wichtigste Schritt, welchen diese ergreifen kann, um das Risiko der Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit schnell und deutlich zu reduzieren.
  • Auf eine gesunde Ernährung zu Achten: Die Ernährung einer Person sollte wenig Salz und Fett  (weniger als 30 % der Gesamtkalorien) umfassen als auch reich an Ballaststoffen, frischem Obst, Hülsenfrüchten (Bohnen), Nüssen und Samen sein. Es sollten ebenfalls gesättigte Fette, teilweise hydrierte Pflanzenöle (auch als Transfettsäuren bekannt), frittierte Lebensmitteln und raffinierte Kohlenhydrate vermieden werden. Abnehmen kann auch die Risiken, welche mit einer koronaren Herzkrankheit verbunden sind verringern.
  • Den Blutzucker unter Kontrolle halten: Diabetes erhöht das Risiko für eine koronare Herzkrankheit, insbesondere wenn der Blutzuckerspiegel nicht richtig kontrolliert wird. Es sollte daher sichergestellt werden, dass die Überwachung des Blutzuckerspiegels täglich und nach jeder Diabetes-Behandlung erfolgt.

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