Leberkrebs: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Leberkrebs

Leberkrebs

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Leberkrebs

Primärer Leberkrebs beginnt zunächst in der Leber und kann sich auf andere Organe ausbreiten, wobei der häufigste primäre Krebs in der Leber das Leberzellkarzinom ist.

Die Leber, welche die größte Drüse im Körper ist, spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der normalen körperlichen Funktion einer Person. Die vielen Funktionen der Leber sind zum Beispiel die Speicherung von Vitaminen und Nährstoffen, die Herstellung von Proteinen, welche für die Blutgerinnung verwendet werden, und die Erstellung von Galle für die Verdauung. Die Leber bricht und filtert aber auch Giftstoffe aus dem Blut. Zwei Arten von Krebs können in der Leber vorkommen, nämlich primärer Leberkrebs und metastasierter Leberkrebs. 

Metastasierte Krebserkrankungen der Leber stammen hingegen ursprünglich von einem anderen Teil des Körpers, denn Krebszellen können leicht von einem anderen betroffenen Organ in die Leber übergehen, weil die Leber eine wichtige Rolle bei der Filterung des Blutes spielt. Einige der häufigsten Krebsarten, welche sich auf die Leber ausbreiten können, stammen aus dem Dickdarm, Pankreas, Magen, Lunge und Brust. Das durchschnittliche Alter einer Person, welche mit Leberkrebs diagnostiziert wird, liegt bei 60 Jahren. In Deutschland werden etwa 1.800 Menschen jedes Jahr mit Leberkrebs dijagnostiziert, wobei mehr Männer als Frauen von dieser Krankheit betroffen sind.

Ursachen von Leberkrebs

Obwohl die genauen Ursachen von Leberkrebs noch immer unbekannt sind, gibt es einige Risikofaktoren, welche die Möglichkeit einer Person erhöhen, an dieser Art von Krebs zu erkranken, wie zum Beispiel:

  • Fortgeschrittenes Alter: Leberkrebs wird in der Regel selten vor einem Alter von 50 dijagnostiziert, wodurch ältere Menschen ein höheres Risiko haben, diese Krankheit zu entwickeln. Studien haben auch gezeigt, dass das männliche Geschlecht im Vergleich zum weiblichen eine größere Chance für die Entwicklung dieser Krebsart hat.
  • Alkoholkonsum: Menschen, die regelmäßig Alkohol konsumieren, haben eine höhere Chance an Leberkrebs zu erkranken, vor allem, nachdem sie mit dem Trinken aufhören
  • Leberzirrhose: Menschen, die an einer der verschiedenen Arten von Leberzirrhose leiden, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs
  • Bedingungen, welche einen überschüssigen Eisengehalt im Blut verursachen: Personen, die an einer Bedingung wie Hämochromatose leiden, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit Leberkrebs zu entwickeln. Eine Kombination von Hämochromatose und Leberzirrhose erhöht zudem das Risiko dramatisch.
  • Diabetes: Personen, die an Störungen wie Diabetes und Adipositas leiden, haben auch eine höhere Möglichkeit von Leberschäden und an Leberkrebs zu erkranken.
  • Eine Exposition gegenüber einer Form von Giftstoff, welche als Aflatoxin bekannt ist: Dies ist eine wirksame Chemikalie, welche für die Entwicklung von Leberkrebs verantwortlich gemacht wird und sich in Lebensmitteln wie Nüssen, Sojabohnen, Mais, Weizen und Erdnüssen formt, die in einer warmen Umgebung gelagert werden.
  • Hepatitis B oder C Virusinfektionen können auch in den meisten Fällen zu Leberkrebs führen.
  • Stoffwechselerkrankungen wie Morbus Wilson spielen auch eine Rolle bei der Entwicklung von Leberkrebs.

Symptome bei Leberkrebs

Einige der häufigsten Symptome von Leberkrebs sind die folgenden:

  • Bauchschmerzen, besonders auf der rechten Seite des Abdomens, deuten in der Regel darauf hin, dass der Tumor relativ groß ist oder sich zu sehr auf die Leber ausgebreitet hat.
  • Dunkler Urin ist ein weiteres Symptom von Leberkrebs, welcher durch eine Entzündung der Leberzellen verursacht wird.
  • Leichte Blutungen oder Blutergüsse treten auf, wenn die kranke Leber keinen ausreichenden Blutgerinnungsfaktoren herstellen kann.
  • Eine empfindliche und vergrößerte Leber ist eines der wichtigsten Anzeichen für primären Leberkrebs
  • Menschen mit Leberkrebs erleben in der Regel eine Müdigkeit, die auch nach einer Ruhepause nicht weggeht. Symptome wie Übelkeit und Erbrechen sind ebenfalls üblich
  • Ungeklärtes Fieber ist auch ein Warnzeichen von Leberkrebs vor allem bei Menschen mit Leberzirrhose
  • Wenn die betroffene Person eine generalisierte Muskelschwäche und verminderte Muskelmasse ohne auslösende Faktoren wie einen übermäßigen Alkoholkonsum erleben sollte, kann dies ebenfalls auf Leberkrebs hindeuten
  • Starker Nachtschweiß tritt in der Regel in den letzten Stadien dieser Krebserkrankung auf, mit oder ohne Fieber und Gelbsucht
  • Blasser Stuhlgang oder eine ungewöhnliche Verfärbung des Stuhls kann auch ein Indikator für Lebererkrankungen oder Krebs sein. Dies kann entweder durch einen Mangel an der Galleproduktion oder Blockaden im Gallengang ausgelöst werden.
  • Schwellungen und Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle (Aszites), vor allem im Bereich unterhalb der unteren rechten Rippen, ist ein weiteres Zeichen für Leberkrebs. Wenn die Schwellung stark ist, kann es sogar zu einem Druck im Zwerchfell kommen und Atembeschwerden können verursacht werden.
  • Ein unerklärlicher Gewichtsverlust ist in der Regel das Ergebnis eines schlechten Appetits, was einer der zwei häufigsten Symptome von Leberkrebs und Lebererkrankungen ist.
  • Sehr oft erleben Patienten auch ein starkes Erbrechen, was auch zu einem Gewichtsverlust führen könnte
  • Einer Gelbfärbung der Haut und dem Weiß Teil der Augen (Gelbsucht) ist einer der wichtigsten Symptome von Leberkrebs, welcher zeigt, dass die Leber nicht richtig funktioniert

Diagnose von Leberkrebs

Ein Arzt kann einen Fall von Leberkrebs vermuten, wenn Schwellungen oder andere Symptome während einer körperlichen Untersuchung festgestellt werden. Weitere Tests können ebenfalls angeordnet werden, darunter die folgenden:

  • Blutuntersuchungen, darunter ein Markertest und Leberenzyme: Der Markertest misst die Mengen bestimmter Substanzen im Zusammenhang mit den Krebszellen. Für Leberkrebs, Leberzirrhose und Hepatitis, kann die Substanz Alpha-Fetoprotein (AFP) in höheren Ebenen sich bemerkbar machen. Die Leberenzyme sind ebenfalls oft erhöht, was auf eine zugrunde liegendes Leberproblem hindeutet.
  • Ultraschall (Sonographie): Dies ist ein Verfahren, welches Hochfrequenz-Schallwellen durch den Körper sendet, wobei die Echos in Video oder Fotografien der internen Weichteilstrukturen des Körpers transformiert werden.
  • Computertomographie (CT): Dieser Test verwendet eine spezielle Art von Röntgenstrahlen, welche detaillierte Bilder von Organen darstellen
  • Magnetresonanztomographie (MRI): Dies ist ein Test, der sehr klare Bilder des menschlichen Körpers erzeugt, unter Verwendung eines großen Magneten, Radiowellen und einem Computer
  • Angiogramm: Dieser Test nutzt einen Farbstoff, welcher in eine Arterie injiziert wird, um das Lebergewebe und alle eventuellen Tumore zu zeigen
  • Laparoskopie: Diese Methode verwendet einen dünnen Schlauch mit einer Lichtquelle (Laparoskop), um die Leber und andere Organe in der Bauchhöhle zu untersuchen. Eine Biopsie (Gewebeentnahme zur Untersuchung unter einem Mikroskop) kann ebenfalls unter der Verwendung eines Laparoskops erfolgen. Eine Biopsie ist ebenfalls die zuverlässigste Methode, um ein Vorhandensein von Krebs zu bestätigen

Therapie bei Leberkrebs

Wie bei den meisten Krebsarten gibt es drei Formen der Behandlung, welche bei Leberkrebs zur Verfügung stehen: Chirurgie, Chemotherapie und Röntgentherapie. Die Behandlungen können miteinander kombiniert werden. Bei einem lokalisierten resektablen Krebs ist die Behandlung in der Regel eine Chirurgie. Dies beinhaltet die Entfernung des Tumors und vielleicht einiges an umgebendem Gewebe. Die Leber ist ein einzigartiges Organ, denn sie kann ihre Zellen regenerieren und weiterhin wie bisher funktionieren. Eine Chemotherapie kann nach der Operation angeordnet werden, um Krebszellen abzutöten, die überlebt haben.

Bei der Chemotherapie werden hingegen Medikamente verwendet, welche die Krebszellen töten. Die Medikamente werden in der Regel intravenös verabreicht (direkt in das Blut injiziert), aber einige stehen auch in Form einer Pille zur oralen Einnahme zur Verfügung. Eine Schwierigkeit bei der Behandlung von Leberkrebs ist, dass viele Medikamente in der Leber metabolisiert (abgebaut) werden, sodass die Optionen in dieser Hinsicht eingeschränkt sind.

Die Röntgentherapie ist eine weitere und externe Behandlung, welche die Krebszellen des Leberkrebses abtötet. Diese Methode wirkt direkt auf den Tumor in einer Bemühung, diesen zu schrumpfen. In einigen Fällen kann die Strahlentherapie vor der Operation durchgeführt werden, um den Tumor zu schrumpfen, sodass dieser leichter zu entfernen ist. Eine Strahlentherapie wird nicht sehr oft verwendet, um Leberkrebs zu behandeln, weil die meisten Tumoren in der Regel nicht auf die Strahlung reagieren, und die Leber selbst ist sehr empfindlich.

Eine Entfernung der gesamten Leber kommt nicht in Frage, weil die Leber ein lebenswichtiges Organ ist. In der Vergangenheit waren Patienten mit dieser Art von Krebs nicht Kandidaten für eine Lebertransplantation, jedoch haben Chirurgen nun festgestellt, dass einige Leute mit Leberkrebs im Frühstadium von einer Transplantation profitieren können. Mit einer erfolgreichen Transplantation und angemessene medizinische Versorgung kann der Empfänger meistens ein gesundes Leben nach der Transplantation führen.

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