Lippenherpes: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Lippenherpes

Lippenherpes

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Lippenherpes

Im Volksmund wird Herpes Labialis meist als Lippenherpes bezeichnet. Es bilden sich kleine Bläschen auf der Lippe, die schmerzhaft sind.

Manchmal treten diese auch im oder um den Mund beziehungsweise die Nase herum auf. Diese Lippenherpes Bläschen werden oftmals auch als Fieberbläschen bezeichnet. Auch wenn nicht bei jedem diese Bläschen jemals sichtbar werden, so tragen doch etwa 90 Prozent aller Erwachsenen Antikörper gegen diesen Herpes-Simplex-Virus Typ 1 und Typ 2 im Blut. Die erste Infektion geschieht meist bereits im Kindesalter und bleibt vollkommen ohne Symptome. Bei etwas 20 Prozent aller Erwachsenen treten die Bläschen allerdings immer wieder auf. Hier verursacht die Infektion dann mehr oder weniger starke Beschwerden. In schwereren Fällen ist eine Behandlung notwendig. Leichterer Befall heilt meist nach kurzer Zeit auch ohne Medikamente. Das HSV Typ 1 Virus wandert von den Lippen beziehungsweise der umliegenden Region an den Nervenfasern entlang bis zu den Nervenzellen. Dort bleibt es dann oftmals über Jahre, bis es zu einem Lippenherpes Ausbruch kommt, welcher sich dann immer wieder wiederholt. Es ist also nicht möglich, Lippenherpes vollständig auszuheilen oder eine Immunität zu erreichen. Meist nimmt die Infektionshäufigkeit aber im Alter ab. Normalerweise ist ein Ausbruch einer Lippenherpes bei erwachsenen Menschen nicht gefährlich. Gerade bei Säuglingen oder kleinen Kindern kann es aber zu Komplikationen kommen. Diese nehmen in einigen Fällen einen schweren Verlauf und können auch lebensbedrohlich werden. Daher sollte man bei den ersten Anzeichen von Lippenherpes bei seinem Kind oder Säugling sofort den Rat eines Kinderarztes einholen. Hier herrscht das Motto: Lieber einmal zu oft zum Kinderarzt gegangen, als die Gefahr von Lippenherpes zu unterschätzen.

Ursachen von Lippenherpes

Ursächlich für eine Infektion mit Lippenherpes ist der Herpes-Simples-Virus Typ 1 und auch Typ 2. Es wird oft kurz als HSV oder auch humanes Herpesvirus (HHV) bezeichnet. Sie sind die Ursache für zahlreiche Herpes Erkrankungen, eben auch für Lippenherpes Herpes Labialis. Das Herpes Virus kann viele Jahre unbemerkt im Körper ruhen, sodass nicht genau gesagt werden kann, wann der Betroffene infiziert wurde. Die Viren wandern vom Infektionsherd über die Nervenleitbahnen zu dem Nervenknoten. Dieser wird dann infiziert. Das Immunsystem kann dann zwar die Erreger auf der Schleimhaut bekämpfen, die DNA der Viren verbleibt aber im Zellkern und ruht dort, bis zum nächsten Ausbruch. Das Erbgut des Herpes Virus kann ein ganzes Leben lang in den Nervenknoten bleiben. Die Ursache, warum die DNA immer wieder reaktiviert wird, also Lippenherpes ausbricht, ist ein geschwächtes Immunsystem. Ein Sonnenbrand, Stress, Infektionen, Fieber, Hormonschwankungen, Tumore, zahnärztliche Behandlungen und vieles mehr, können dafür Sorgen, dass das Virus wieder aktiviert wird. Man spricht dann von einer Sekundärinfektion.

Symptome bei Lippenherpes

Schon bevor Herpes Labialis also Lippenherpes sichtbar wird, treten die ersten Symptome auf. Meist spannt die Haut im Bereich des Mundes oder der Nase oder es kribbelt auf der Lippe. Die betroffenen Stellen jucken, spannen und sind überempfindlich. Kurze Zeit später erscheinen dann aber auch die ersten Bläschen auf der Lippe. Diese sind entzündet, schmerzen in den meisten Fällen auch. Es kommt oftmals zu eitrigen Belägen an den Schleimhäuten, welche im Lippenbereich liegen. Diese verkrusten mit der Zeit. Bei einer stärkeren oder längeren Infektion sind meist auch die Lymphknoten angeschwollen. Eine weniger starke Infektion heilt normalerweise von allein nach wenigen Tagen. Sind Säuglinge kurz nach der Geburt von einer solchen Infektion betroffen, kann dies lebensbedrohlich werden. Denn hier kann es zu einer sogenannten generalisierten Infektion kommen. Es bilden sich Infektionen an Organen, wie der Lunge, Leber, Milz oder auch dem Gehirn. Der Lippenherpes Virus kann bei einem kleinen Kind auch eine Enzephalitis also Gehirnentzündung führen. Krampfanfälle bis hin zum Koma sowie hohes Fieber können dann die Folge sein.

Diagnose bei Lippenherpes

Die Diagnose einer Lippenherpes Infektion erfolgt anhand der Beschwerden und natürlich durch die auftretenden Veränderungen an der Haut des Erkrankten. Werden also eitrige, entzündete Bläschen sichtbar, die kurze Zeit später verkrusten und liegt der Infektionsherd an den Lippen oder im Bereich von Mund und Nase, so spricht alles dafür, dass es sich im einen Herpes Labialis Befall handelt. Auch eventuell geschwollene Lymphknoten können zur Diagnose hinzugezogen werden. Der Arzt kann allerdings durch die äußeren Symptome nicht diagnostizieren, welches  Herpes-Simplex-Virus diese Lippenherpes verursacht hat. Denn hier wird zwischen Typ 1 und Typ 2 unterschieden. Welcher Typ im konkreten Fall vorliegt, kann nur durch eine Blutprobe nachgewiesen werden. Denn der Körper bildet die entsprechenden Antikörper und diese lassen sich im Blut nachweisen. Meist ist es bei Lippenherpes aber der Typ 1. Je nach Befall und Stärke entscheidet der Arzt, ob und inwieweit eine Behandlung notwendig wird.

Therapie von Lippenherpes

Die Behandlung von Lippenherpes ist in leichten Fällen nicht unbedingt notwendig. Hier heilen die Bläschen innerhalb von wenigen Tagen vollständig und ohne Narbenbildung ab. Ist der Herpes Labiadis Befall aber sehr stark oder verursacht Störungen des Allgemeinbefindens ist eine Behandlung angebracht. So kann ein weiteres Ausbreiten der Infektion verhindert werden. Auch können durch eine konkrete Behandlung die akuten Beschwerden gelindert werden. Behandelt wird im Allgemeinen durch die äußerliche Anwendung eines Mittels gegen das Virus. Hier kommt dann eine Salbe mit einem Virostatikum, also einem virenhemmenden Wirkstoff, zum Einsatz. Diese wird auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Eine Behandlung ist aber auch mit einem Herpespflaster möglich. Dieses spezielle Pflaster gegen Herpes Labialis kann quasi unsichtbar auf den Herpesbefall aufgebracht werden. Handelt es sich um eine schwere Infektion mit dem Herpesvirus, so kann der Arzt auch ein Mittel intravenös spritzen. Zwar ist eine Behandlung der Symptome einer Lippenherpes Infektion also möglich, eine Ausheilung der Infektion ist aber nicht möglich. Die Herpes-Simplex-Viren verbleiben ein Leben lang im menschlichen Körper. Durch ein geschwächtes Immunsystem kommt es dann zu einem erneuten Ausbruch. Bei der Behandlung der Infektion mit Lippenherpes ist es auch immer wichtig, zu erkennen, wodurch das Immunsystem geschwächt wurde. Eventuell muss dann die Ursache dafür auch behandelt werden. Zwar kann man einem Befall mit Herpes Labialis nicht vorbeugen, aber einige Maßnahmen zur Vorbeugung treffen. Ist bekannt, dass man mit dem Herpes Virus befallen ist, kann man einen Ausbruch durch ein starkes Immunsystem bestmöglich verhindern. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf und möglichst wenig Stress sind empfehlenswert. Auch ein Schutz vor UV-Strahlung kann vorbeugend gegen Lippenherpes wirken. Menschen, die ohnehin schon sehr empfindlich auf  UV-Strahlungen sind, sollten hier besonderen Sonnenschutz verwenden. Bei einer Erkrankung an Herpes soll die Sonne gänzlich vermieden werden. Ein sehr wichtiger Punkt bei der Behandlung von Lippenherpes ist es, eine Ausbreitung oder Komplikationen zu verhindern. Die Herpes Viren sind hochansteckend. Daher sollten die betroffenen Stellen nicht berührt werden. Nach dem Auftragen von Salben oder der versehentlichen Berührung müssen die Hände gründlich gewaschen werden. Vor allem ist darauf zu achten, dass die Herpes Viren nicht in die Augen gelangen. Betroffene sollten hier besonders auf Hygiene achten, um nicht noch weitere Menschen anzustecken. Häufiges Hände waschen und desinfizieren sind hierbei höchstes Gebot. Da vor allem bei Säuglingen und kleinen Kindern schwere Komplikationen auftreten können, muss unbedingt auf deren Schutz geachtet werden. So sollten von einer Infektion betroffene Eltern nach der Geburt des Kindes einen Mundschutz tragen, bis alle Herpesbläschen verheilt sind. Die Herpes Viren können auch andere Körperstellen befallen. Ist beispielsweise die Brustregion der Frau betroffen, darf diese ihr Säugling während der Erkrankung natürlich nicht stillen, da die Ansteckungsgefahr hier viel zu hoch wäre. Hier sollte der Rat des behandelnden Arztes berücksichtigt werden und erst dann wieder das Baby gestillt werden, wenn der Arzt sein OK gibt.

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