Magersucht: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei

Magersucht

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Magersucht

Magersucht, welche auch Anorexia nervosa genannt wird, ist eine Essstörung, bei welcher eine Person freiwillig hungert oder abnormale Ernährungsgewohnheiten aufgrund einer überwältigenden Angst vor einer Gewichtszunahme aufweist.

Personen, die an Magersucht leiden, fühlen einen Hunger genauso wie andere Menschen auch, aber sie verweigern eine ausreichende Nahrungsaufnahme, um so eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Dies ist eine schwere psychische Erkrankung, die Männer und Frauen jeden Alters und jeder sozialen Herkunft beeinflussen kann. Dieser Zustand ist ebenfalls sehr verbreitet bei Jugendlichen besonders bei jungen Mädchen, die sehr unser im Bezug auf ihr Aussehen sind. Menschen, die an Magersucht leiden, können eine äußerst restriktive Diät, extremes Training und auch Erbrechen nutzen, um Gewicht zu verlieren.

Magersüchtige sind immer sensibel darüber, ob andere Menschen sie als Fett oder fettleibig betrachten und einige haben sogar eine extreme Angst davor, Dick zu werden. Magersucht kann lebensbedrohlich sein, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. In der ersten Stufe der Magersucht wirkt eine Person nur sehr Fitness bewusst, während sie in der zweiten Stufe beginnt, immer besessener mit sowohl dem Trainieren als auch einer Essensaufnahme zu werden. In der dritten Stufe ist die betroffene Person davon besessen, die niedrigste Anzahl von Kalorien zu essen, wodurch sie beginnt, blass und schwach zu werden. Schließlich wird die betroffene Person in der vierten Stufe extreme davon besessen, wie sie im Spiegel aussieht, was sogar öffentlich sichtbar sein kann. In der fünften und sechsten Stufe machen sich die Symptome der Magersucht komplett bemerkbar, was in Form eines extrem schwachen Körpers, Ohnmachtsanfällen, Nasenblutungen und einem Mangel an Energie wahrgenommen werden kann.

Ursachen von Magersucht

Es wird allgemein betrachtete, dass Essstörungen in der Regel eine psychologische Ursache haben. Aber wie auch bei Depressionen, Schizophrenie und bipolaren Störungen, wird seit Kurzem vermutet, dass diese Krankheiten viele Ursachen haben, darunter auch eine genetische und funktionelle Veränderung im Gehirn. Obwohl die genauen Ursachen der Magersucht bis jetzt nicht bekannt sind, kann diese Störung durch Faktoren wie eine soziale oder familiäre Belastung, Genetik, Hormonstörungen und verschiedene anderen psychologische Faktoren verursacht werden. Magersucht kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen, aber die meisten Fälle werden bei jungen Frauen dijagnostiziert. Soziale Faktoren und eine gesellschaftliche Wahrnehmung neigen ebenfalls in der Regel dazu eine dünne Figur zu fördern, was eine weitere Ursache für Magersucht vor allem bei jungen Mädchen sein kann.

Meist haben aber familiäre Belastungen oder die Umstände in der Familie auch einen großen Einflussfaktor für die Entwicklung von Magersucht. Studien haben auch gezeigt, dass kaukasische Frauen, die eine gute akademische Leistung vollbringen und sehr zielorientiert sind, anfälliger für Magersucht im Vergleich zu Frauen anderer Rassen sind. Zu einigen anderen Risikofaktoren, die zu diesem Zustand beitragen können, gehören:

  • Eine extreme Unsicherheit im Bezug auf das eigene Körpergewicht
  • Eine perfektionistische Einstellung
  • Verdauungs- oder Essstörungen in der frühen Kindheit
  • Familiengeschichte von Anorexie
  • Eltern, die mit Gewichtsverlust besessen sind
  • Ein negatives Selbstbild
  • Sportaktivitäten, die einen schlanken Körper erfordern
  • Stressige Situationen wie ein Missbrauch, Vergewaltigung oder auch Veränderungen wie ein neuer Job

Schwerer emotionaler Stress oder ein Trauma vor oder während der Pubertät kann auch zur Magersucht im Fall von einigen Menschen führen. Ein Abnehmen erhöht zudem die Gefahr der Magersucht vor allem im Fall von Menschen, die zwanghaft dazu neigen weiter eine Diät zu halten, sobald sie etwas an Gewicht verloren haben. Der Wunsch etwas Gewicht zu verlieren, kann dadurch schnell den Pfad zur Magersucht eröffnen, ohne dass eine Person dies selber realisiert.

Symptome bei Magersucht

Das auffälligste Zeichen der Magersucht ist ein extremer Gewichtsverlust, denn durch die Begrenzung der Nahrungsaufnahme verlieren die betroffenen Personen eine große Menge an Gewicht und sie können sogar ein übermäßiges Training absolvieren. Andere physikalische Erscheinungsformen der Magersucht können sich in Form von dünner werdendem Haar, unregelmäßigen Monatsblutungen, trockener Haut, Blähungen, Magenbeschwerden, geschwollenen Händen und Füßen, Müdigkeit, einem niedrigen Blutdruck, anormale Herzrhythmen und sogar Osteoporose bemerkbar machen. Es gibt auch eine Reihe von psychischen Symptomen und Verhaltensänderungen, die bei magersüchtigen Patienten auftreten können, wie die Unfähigkeit sich an Dinge zu erinnern, die Verweigerung etwas zu essen, eine verfälschte Selbstwahrnehmung, ein zwanghaftes Verhalten und Depressionen.

Einige der grundlegenden Warnzeichen, die Eltern und Familienangehörige alarmieren sollten sind, wenn eine Person häufig Mahlzeiten auslässt, nur sehr begrenzte Mengen von Lebensmitteln zu sich nimmt, in der Öffentlichkeit ablehnt etwas zu essen, ständig ihr Gewicht kontrolliert oder zwanghaft trainiert. Einige Patienten haben auch eine Tendenz, Nahrung durch ein Erbrechen wieder loszuwerden, wohingegen andere auch übermäßige Abführmittel oder Diuretika verwenden können, um Gewicht zu verlieren. Im weiteren Verlauf der Krankheit werden die Patienten immer besessener ihr Gewicht zu kontrollieren und kritisieren ebenfalls oft ihr Aussehen. Menschen mit Magersucht können Aufgrund einer Unterernährung ebenfalls stark abgemagert erscheinen, manchmal so stark, dass ihre Rippen durch die Haut hervorstehen. Andere häufige Symptome der Magersucht sind:

  • Verstopfung
  • Austrocknung
  • Depression
  • Schwindel
  • Trockene, schuppige Haut
  • Ohnmacht oder Schwäche
  • Eine Unfähigkeit sich zu konzentrieren
  • Kälteempfindlichkeit
  • Reizbarkeit
  • Verlust von Körperfett
  • Niedriger Blutdruck
  • Eine unregelmäßige oder fehlende Menstruation
  • Psychologische Ängste von Übergewicht und Gewichtszunahme
  • Langsamer Herzschlag

Während die meisten Menschen sich unwohl fühlen, wenn sie hungrig sind und ihre Kalorienzufuhr niedrig oder beschränkt ist, unterdrücken Menschen bei einer Magersucht dieses Unbehagen und in der Regel verlieren sie die Fähigkeit, normale Hungerzeichen zu schätzen zu wissen. Wenn der Beginn der Magersucht vor der Pubertät auftritt, kann die sexuelle Entwicklung eines Mädchens gestoppt werden und die Menstruation wird nicht eintreten. Eine schwerwiegende Magersucht kann zu einer chronischen Unterernährung führen, welche schädliche Auswirkungen auf den Körper haben kann, vor allem auf die Knochen, Schilddrüse, Herz und Verdauungs- und Fortpflanzungsorgane. Magersucht kann tödlich sein, wobei die Hälfte der Menschen, die an Magersucht sterben, einen Selbstmord begehen, währenddie andere Hälfte durch medizinische Komplikationen stirbt.

Diagnose von Magersucht

Um eine Diagnose von Magersucht oder Essstörungen im Allgemeinen zu stellen, benötigt der Arzt in der Regel nur die Anzeichen und Symptome, welche bei einer körperlichen Untersuchung und einer ausführlichen medizinischen oder persönlichen Geschichte wahrgenommen werden. Bei einer Person mit Magersucht sollte ebenfalls ein Gewichtsverlust bei einem niedrigen oder normalen Gewicht, Zwangsübungen, progressive Nahrungsmittelbeschränkung, Depression und schlechtere Noten in der Schule, aber auch eine geringere Arbeitsproduktivität einen Verdacht erregen.

Die medizinische Diagnose von Magersucht wird dann gemacht, wenn das Gewicht der Person auf mindestens 15 % unter dem normalen Mindestgewicht für ihr Alter und Höhe fällt. Blutuntersuchungen zeigen ebenfalls Anomalien im Hormonspiegel an, was die Diagnose für eine Magersucht erleichtern kann. Allerdings gibt es keinen genauen Test, um die Diagnose von Magersucht zu bestätigen, weshalb diese in der Regel durch eine klinische Bewertung vorgenommen wird.

Therapie bei Magersucht

Menschen mit Magersucht suchen oder wollen selten eine Behandlung, da sie in der Regel nicht zugeben wollen oder erkennen, dass sie ein Problem haben. Es liegt daher oft an den Familienmitgliedern und Freunden, eine Essstörung zu erkennen und die betroffene Person davon zu überzeugen, eine Therapie zu machen. Magersucht wird in den meisten Fällen nicht besser ohne eine Behandlung, weshalb Menschen mit Magersucht sowohl eine medizinische als auch professionelle Hilfe benötigen, um besser zu werden. Das größte Hindernis für die Behandlung von Magersucht ist jedoch eine mangelnde Bereitschaft der betroffenen Person, sich der Behandlung zu unterziehen.

Das primäre Ziel der Therapie ist, dass eine Person wieder anfängt normal zu essen und eine Gewichtszunahme eintritt. In der Regel sind Menschen, welche an Magersucht leiden, nicht der Ansicht, dass ihr Verhalten abnormal oder ungesund zu sein scheint. Deshalb ist es sehr schwierig die betroffene Person davon zu überzeugen, dass sie ein ernsthaftes Problem hat und sie dazu zu bringen, wieder normal zu essen. Wenn die Bedingung zudem schwerwiegend wird und eine Unterernährung vorliegt, ist ein Krankenhausaufenthalt in der Regel notwendig.

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