Migräne: : Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Migräne

Migräne

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Migräne

Migräne bezeichnet bestimmte, anfallsweise auftretende Kopfschmerzen, die so genannten Migräneattacken. Diese können durch Bewegung verstärkt werden.

Grundsätzlich handelt es sich bei Migräne um eine Störung der Gehirnfunktion. Die Erregbarkeit der Nerven ist hierbei gesteigert, dadurch kommt es im Gehirn zu einer vermehrten Ausschüttung von schmerzauslösenden Botenstoffen. Das Krankheitsbild der Migräne lässt sich am ehesten durch heftige, pochend-pulsierende, oft einseitig auftretende und immer wiederkehrende Kopfschmerzattacken beschreiben. Die Dauer der Migräneanfälle kann bis zu 72 Stunden betragen, parallel dazu treten oft Symptome wie z.B. Übelkeit und Erbrechen und Licht- und Lärmempfindlichkeit auf. Es kann zudem auch noch zu neurologischen Ausfallerscheinungen kommen. Neben den typischen Spannungskopfschmerzen ist Migräne die am häufigsten vorkommende Form der Kopfschmerzen. Frauen sind bei dieser Art der Kopfschmerzen mit 12 bis 14 Prozent häufiger als Männer mit sechs bis acht Prozent, betroffen. Etwa vier bis fünf Prozent aller Kinder (vor der Pubertät) leiden ebenfalls an Migränekopfschmerzen. Am häufigsten treten die Attacken aber bei Menschen im mittleren Alter von 35 bis 45 Jahren auf.In Deutschland sind etwa acht Millionen Menschen von Migräneanfällen betroffen. Als eine besondere Form der Migräne ist die so genannte Migräne mit Aura zu erwähnen. Bei etwa 15 Prozent der Migränepatienten kommt es zu den genannten Symptomen noch zusätzlich zu Sehstörungen, meist in Form eines Blendungsgefühls. Flimmern, Lichtblitze- oder Doppelbilder sehen und ein eingeschränktes Gesichtsfeld sind weitere Begleiterscheinungen der Migräne mit Aura. Ein Migräneanfall, egal ob mit- oder ohne Aura, kann sich in geringen Zeitabständen und regelmäßig wiederholen, auch ein unmittelbarer Übergang von der einen in die nächste Attacke ist möglich. Aber es ist aber auch eine Zeitspanne von mehreren Monaten- bis Jahren zwischen einzelnen Attacken nicht unmöglich.

Ursachen von Migräne

Die genaue Ursache der Migräne ist bis heute nicht bekannt; es gibt jedoch einige Theorien. Die Vermutung der Wissenschaft geht auf eine organische Grundlage, die mit einer erblichen Veranlagung gekoppelt ist, zurück. Des weiteren wird Migräne auch von so genannten Triggern, wie zum Beispiel Stress, Schlafmangel, grelles Licht, starke physische Anstrengungen, Rauchen, Alkohol, manche Nahrungsmittel wie zum Beispiel Käse, Schokolade oder Rotwein oder auch durch einen „fehlerhaften“ Hormonhaushalt (Menstruation, Schwangerschaft, hormonelle Verhütungsmittel), ausgelöst. Dass es sich bei Migräne um eine biologische Störung der Gehirnfunktion handelt ist mittlerweile jedoch nachgewiesen. Ein weiterer Grund für eine Migräneerkrankung ist ein Defekt im Erbgut. Dies wurde anhand von Zwillingsstudien nachgewiesen.

Symptome bei Migräne

Migräneattacken können sehr unterschiedlich verlaufen. Ein Migräneanfall gliedert sich meist in bestimmte Phasen. Diese dauern unterschiedlich lange und müssen nicht zwangsläufig immer alle auftreten. Die typische Migräneattacke ist in vier Phasen eingeteilt. Zuerst kommt es zur Prodromalphase, der Vorphase. Bei ca. 30 Prozent aller Patienten kommt es bereits mehrere Stunden, manchmal sogar Tagen, zu gewissen Anzeichen eines Migräneanfalls. Typische Vorboten für die Migräneattacke sind eine Mischung aus Reizbarkeit und Euphorie und entweder Heißhunger oder Appetitlosigkeit. Bei Patienten einer Migräne mit Aura tritt danach die zweite Phase, die so genannte Auraphase ein. Hier setzen dann die neurologischen Symptome verstärkt ein. Die dritte Phase ist dann die eigentliche Migräne, wie sie immer beschrieben wird. In der dritten, der Kopfschmerzphase treten dann die typischen Kopfschmerzen ein. Diese sind stechend, bohrend, krampfartig, pochend und pulsierend. Die Schmerzen werden im Laufe von bis zu mehreren Stunden immer heftiger und schlimmer. Der Großteil der Migränepatienten empfindet den Kopfschmerz einseitig, wobei sich die Schmerzen im Laufe eines Anfalls auch von der einen auf die andere Kopfseite verlagern können. Oft tritt der Schmerz auch in der Stirnregion auf. Grundsätzlich ist Bewegung als eher schmerzfördernd zu betrachten. Die zusätzlich auftretende Empfindlichkeit gegen Lärm und Licht ist ein weiteres Indiz für die akute Kopfschmerzphase. Nach unterschiedlich langer Zeit von bis zu mehreren Tagen kommt es beim Abklingen zum Eintritt in die vierte, die Rückbildungsphase. Die Beschwerden werden allmählich weniger, die Symptome gehen langsam zurück. Aufgrund der massiven Auswirkungen einer Migräneattacke auf den Körper kann es nochmals bis zu 24 Stunden dauern, bis sich der Patient restlos vom Anfall erholt hat.

Diagnose von Migräne

Um eine Migräne zu diagnostizieren, erkundigt sich der Arzt zunächst nach den Beschwerden. Unter anderem wird er nach der Häufigkeit der Anfälle, Art und Stärke der Kopfschmerzen und weiteren Symptomen fragen. Da es für die Feststellung einer Migräneerkrankung keine spezifischen Laboruntersuchungen gibt, ist die Anamnese ein wichtiger Grundstock für den behandelnden Arzt. Ebenfalls sind für die Diagnose Untersuchungen beim Neurologen sehr wichtig. Des Weiteren müssen andere Krankheiten mit Hilfe eines EEG´s oder ggf. durch Ultraschalluntersuchungen, ausgeschlossen werden. Wenn die neurologischen Befunde auffällig waren, die erste Migräneattacke erst nach dem 40. Lebensjahr aufgetreten ist, die Anfälle von Mal zu Mal stärker werden, Migräneanfälle mit eine Aura kurz nacheinander immer wieder einsetzen oder sich die Symptome während der Anfälle verändert haben, wird zur sicheren Diagnose und zur Kontrolle der Krankheit ein MRT der Gehirnregion gemacht. So können Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerzen oder Kopfschmerzen die durch Medikamenten- oder Drogenmissbrauch ausgelöst worden sind, ausgeschlossen werden. Zusätzlich können durch das MRT auch die Bildung eines Tumors oder andere Entzündungen im Gehirn ausgeschlossen werden.

Therapie bei Migräne

Die Migränebehandlung kann während eines Anfalls erfolgen (Akuttherapie) oder als Vorbeugung (Prophylaxe) in der Zeit zwischen den Migräneattacken. Hierbei wird auf eine Kombination der Behandlung mit- und ohne Medikamente gesetzt. Während eines leichten bis mittelschweren Anfalls empfiehlt sich die Einnahme von Schmerzmitteln, wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Kombipräparaten mit Koffein. Ebenfalls kommt hier der Wirkstoff Ibuprofen oder Naproxen zum Einsatz. Studien haben den wirkungsvolleren Einsatz von Kombinationspräparaten mit Koffein nachgewiesen. Bei etwas heftigeren Attacken empfiehlt sich der Einsatz eines Triptans. Dieser Stoff bekämpft neben den Kopfschmerzen ebenfalls die Symptome der Übelkeit und des Erbrechens. Die Medikamente helfen am besten, wenn sie so früh wie möglich genommen werden. Triptane gibt es in Form von Tabletten, Zäpfchen, Nasenspray oder als Injektionen mit einer Spritze. Der positive Nebeneffekt dieser Triptane ist die zusätzliche Kombinierbarkeit mit anderen Schmerzmitteln. Bei Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Funktionsstörungen der Nieren- und der Leber, während einer Schwangerschaft und der anschließenden Stillzeit und bei einigen anderen Erkrankungen, dürfen Triptane jedoch vom Arzt nicht verordnet werden. Zu den bereits genannten Medikamenten gibt es weitere Medikamente, die bei akuten Migräneanfällen verwendet werden. Der Einsatz empfiehlt sich aber nur bei sehr langen Attacken, da diese Medikamente wesentlich mehr Nebenwirkungen als die bereits genannten Medikamente nach sich ziehen. Manche davon haben auch ein erhöhtes Suchtrisiko. Es ist daher vom Arzt sehr genau Abzuwägen, in welchem Verhältnis eine Verordnung von diversen Schmerzmitteln zum Behandlungserfolg steht. Leichtere Medikamente werden dagegen gerade bei der Vorsorge vor einer auftretenden Attacke, verschrieben. Aber nicht nur Medikamente können bei einer Migräneattacke hilfreich sein. Ein absolut wichtiger Punkt – sowohl vor als auch während eines Anfalls – ist die absolute Ruhe. Ebenfalls ist die Reduzierung von Lichteinfall zu empfehlen. So weit als möglich unterstützen auch kalte Kompressen und möglichst viel Schlaf die Bekämpfung einer Migräneattacke. Jedoch kann man auch selbst zur Prophylaxe beitragen. Mit Hilfe eines Kopfschmerzkalenders zum Beispiel, lassen sich durch die Einträge der Lebensgewohnheiten und des Ess- und Schlafverhaltens gewisse Rückschlüsse auf eventuelle Auslöser eines Migräneanfalls ableiten. Des Weitern sollte ein Migränepatient seine Lebensweise auf ein gesundes Maß im Umgang mit Genussmitteln reduzieren. Dabei sollte möglichst auf Alkohol und Nikotin verzichtet werden. Zu spätes Essen und zu wenig Schlaf sollte natürlich auch vermieden werden. Grundsätzlich ist eine gesunde Lebensweise für die Reduzierung von Migräneattacken sehr hilfreich. Regelmäßige Bewegung und Ausdauersport (jedoch nicht während eines Anfalls!) sind eine sehr gute Prophylaxe gegen Migräne.

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