Multiples Myelom (Plasmozytom): Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Multiplen Myelom

Multiples Myelom

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Multiples Myelom

Ein Multiples Myelom ist eine Form von Blutkrebs, der die Plasmazellen im Knochenmark angreift.

Dieser Zustand gilt immer noch als unheilbar, er kann aber wie viele anderen Krebserkrankungen behandelt werden, wobei die Erfolgsprognosen sehr Variieren, abhängig von dem Stadium in welchem sich der Krebs befindet. Patienten mit dem multiplem Myelom erfordern in der Regel eine sorgfältige und kontinuierliche Überwachung, um ein Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern. Das Multiple Myelom wird allgemein auch das Plasmozytom oder die Kahler-Krankheit genannt. 

Plasmazellen sind für den Menschen von großer Bedeutung, da sie Antikörper für das Immunsystem generieren. Bei gesunden Menschen sind rund fünf Prozent der gesamten Zellen die sich in den Knochen befinden diese Plasmazellen. Bei Patienten vom Multiplen Myelom ist diese Zahl doppelt so hoch, was zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen kann. Der Überfluss von Plasmazellen kann zu einer Anämie führen, und auch Läsionen in den Knochen verursachen, was sie anfällig für Brüche machen kann. Das Multiple Myelom ist ebenfalls eine häufige Ursache für Tumore. Multiple Myelom-Symptome präsentieren sich in der Regel in Form von unterschiedlichen Komplikationen und Zuständen. Eine frühe Form von Osteoporose und starke Knochenschmerzen sind häufige Symptome dieser Erkrankung. Die Krankheit kann Müdigkeit, Gewichtsverlust und häufigen Infektionen verursachen. Eine Erhöhung des Kalziumspiegels im Blut ist ein weiteres Symptom, oft muss ein Patient häufiger als üblich urinieren und ein ständiger durstig ist ebenfalls vorhanden.

Ursachen eines multiplen Myelom

Die Krankheit wird verursacht, wenn Plasmazellen (die eine Art von weißen Blutkörperchen im Knochenmarkgewebe sind) beginnen, abnormalen Zellen zu reproduzieren. Diese Zellen verteilen sich im ganzen Körper und Infiltrieren weitere Bereiche, die aus Knochenmark gebildet sind. Diese Krankheit wird als Multiples Myelom bezeichnet, wegen der multiplizierenden Merkmale der Zellen. Die Ursache der ursprünglichen Mutation, welche das Multiple Myelom auslöst ist mittlerweile bekannt, und die Forscher versuchen alles, um mehr über diese Krankheit rauszubekommen, um eine Prävention sowie eine bessere Behandlung bieten zu können. Leider wird dieser Zustand bei vielen Patienten durch häufige Rückfälle gekennzeichnet.

Viele Studien haben gezeigt, dass Menschen mit genetischen Auffälligkeiten der Plasmazellen, ein sehr hohes Risiko haben, diese Krankheit zu entwickeln. Forscher verbinden diese Krankheit auch mit einer Abnormalität der Dendritischen Zellen. Diese Zellen verursachen eine Überproduktion des Hormons, welche für die Entstehung von Plasmazellen verantwortlich ist. Vor allem Männer und Menschen im Alter von über 65 Jahren, sowie übergewichtige Patienten haben eine größere Wahrscheinlichkeit diese Krankheit zu entwickeln. Menschen mit einer bestehenden Monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) Kondition (welche eine Plasmazellen-Störung darstellt), haben ebenfalls höhere Chance am Multiplen Myelom zu erkranken.

Symptome eines multiplen Myelom

Die Symptome dieser Erkrankung können anfänglich in vielen Fällen subtil sein. Oft sind Knochenschmerzen, zusammen mit ständiger Müdigkeit die ersten Anzeichen von dieser Krankheit. Wenn der Zustand unbehandelt bleibt und weiter voranschreitet, dann können neurologische Probleme auftreten, welche eine Folge von erhöhten Kalziummengen im Blut sind. Diese erhöhten Mengen entstehen durch den Verfall und Auflösung der Knochen. Es ist auch oft üblich, dass bei Testierungen ungewöhnlich hohe Proteinwerte ??im Blut gefunden werden, und diverse Probleme mit den Nieren werden ebenfalls durch das Multiple Myelom verursacht. In Fällen, wo die Patienten keine Symptome aufweisen, können die Ärzte entscheiden, den Zustand über einen längeren Zeitraum zu überwachen. Diejenigen, die aktive Probleme im direkten Zusammenhang mit Multiplem Myelom aufweisen, können verschiedene Medikamente verschrieben bekommen, um zum Beispiel die Verdünnung der Knochen zu behandeln. Um das Myelom selbst anzugreifen, wird eine Vielzahl von Behandlungen eingesetzt, einschließlich Bestrahlungen, Chemotherapie und Stammzelltransplantation.

Häufige Infektionen der Haut, der Blase oder der Atemwege sind ein Indikator, dass ein Myelom-Zellenwachstum bei einer Person vorhanden ist. Andere möglichen Symptome können ein Taubheitsgefühl in den Beinen sein, Kraftlosigkeit sowie Nierenversagen. Hyperkalzämie ist ein Zustand, bei dem ein hoher Kalziumspiegel im Blut gemessen wird, dieser kann in einigen Fällen mit dem Multiplen Myelom verbunden sein. Ein hoher Kalziumspiegel wird oft mit Symptomen wie Übelkeit, Appetitlosigkeit, Verstopfung oder Verwirrtheit in Verbindung gebracht. Darüber hinaus wird die Anämie als ein weiteres mögliches Symptom vom Myelom angesehen. Anämie manifestiert sich durch eine unzureichende Anzahl von roten Blutzellen, und diese Mangel hat als Folge, dass das Körpergewebe nicht mit genügend Sauerstoff versorgt wird. Ein ähnliches Symptom ist das häufige Auftreten von Knochenbrüchen oder unerklärlichen Schwellungen.

Diagnose eines multiplen Myelom

Das Multiple Myelom verursacht häufig eine Vielzahl von Symptomen, obwohl es in einigen Fällen komplett asymptomatisch sein kann. Die Symptome sind Anämie, Knochenschmerzen, häufige Infektionen, Hyperkalzämie und unter anderem auch ein Gewichtsverlust. Diese Krankheit erfordert grundsätzlich mehrere Labortests, Knochenscans und andere Maßnahmen, um die richtige Diagnose zu erhalten. 

Die Diagnose wird in der Regel durch verschieden laboratorische Tests durchgeführt. Bei einem Verdacht auf das Mutliple Myelom werden gewöhnlich Blut- oder Urinproben unternommen. Diese zeigen in den meisten Fällen hohe Level von Proteinen, L-Lactatdehydrogenasen (LDH), Kalzium oder Creatin. Anschließend wird ein Serumelektrophoresetest durchgeführt, um das Niveau von monoklonalen (M)-Proteinen im Blut zu messen. Urintests können die Menge an Protein messen, die von den Zellen in den Nieren produziert werden. Weitere Bluttests können durchgeführt werden, um den Pegel von Beta-2-Mikroglobulinen, Albumin und Harnsäure festzustellen zu können. Zusätzlich liefern Röntgenaufnahmen und eine Knochenmarkbiopsie schlüssige Beweise, um diese Krankheit diagnostizieren zu können.

Therapie bei multiplem Myelom

Behandlungen können wie auch bei anderen Arten von Krebs, während der verschiedenen Stufen der Erkrankung angewendet werden. Die Plasmazellen produzieren Antikörper, um verschiedene Infektionen im Körper zu bekämpfen. Bei multiplem Myelom können sich diese Plasmazellen stark vermehren und zu verschiedenen Problemen des Immunsystems führen. Auch diverse Schäden der Nieren und Knochen können in Zusammenhang mit dieser Krankheit entstehen. Verschiedene Arten der Behandlung vom Multiplen Myelom sind Induktionstherapien, zielgerichtete Therapien sowie verschiedene Kombinationen von Chemotherapien. 

Die erste Phase der Behandlung ist die Induktionstherapie, die aus einem oder mehreren Verfahren bestehen kann, um das Wachstum vom Multiplen Myelom zu reduzieren. Die Medikamente Thalidomid und Lenalidomid werden bei der Behandlung eingesetzt, um zu verhindern, dass neue Blutgefäße innerhalb des soliden Tumors entstehen können. Es gibt zwei Arten der gezielten Therapie, und zwar die Proteasome-Inhibitor-Therapie und die Therapie mit monoklonalen Antikörpern. Die Letztere bestehen aus Medikamenten und Arzneistoffen, welche die spezifischen Myelom Krebszellen angreifen, ohne dabei die normalen Zellen zu zerstören. Die Proteasome-Therapie hilft dabei, die zellulären Proteine ??im Körper zu zerstören. Diese Behandlungsmethode benutzt bei diesem Prozess das Medikament Bortezomib, und konzentriert sich hauptsächlich darauf, mögliche Neubildungen von Tumoren zu verhindern. Antikörper, welche bei der monoklonalen Antikörper-Therapie zum Einsatz kommen, werden in einem speziellen Labor aus den bestehenden Immunsystemzellen entwickelt. Diese Zellen werden dann dem Patienten verabreicht um die vorhandenen Krebszellen entweder zu töten oder um eine Ausbreitung zu verhindern.

Die Chemotherapie ist eine häufige Form der Behandlung von Krebs, und für die Therapie vom Multiplen Myelom werden zwei Arten verwendet. Die Medikamente bei der Chemotherapie können über die Blutbahn oder durch orale Medikamente verabreicht werden, oder aber durch eine gezielte Injektion in die Venen oder sogar Muskeln. Die regionale Chemotherapie platziert das Medikament direkt in den Bereich des Körpers, wo die Krebszellen vorhanden sind. Die angewendete Form der Chemotherapie hängt vom Stadium ab, in welchem sich die Krankheit manifestiert. Ärzte haben verschiedene Therapieempfehlungen, die in erster Linie vom Stadium der Krankheit abhängig sind. Multiples Myeloma kann zwar nicht geheilt werden, aber sie kann mit einer geeigneten Behandlung kontrolliert werden, um das Wachstum neuer Myelomzellen zu verlangsamen. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von Chemo-und Strahlentherapien, bis zu vielseitigen Medikamenten um die Anämie, und das gesamte Immunsystem zu behandeln.

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