Osteoporose: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Osteoporose

Osteoporose

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Osteoporose

Die Osteoporose ist die bei Menschen im höheren Alter weit verbreitetste Knochenerkrankung. Die Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, gilt umgangssprachlich auch als Volkskrankheit.

Weltweit zählt Osteoporose zu den zehn häufigsten Erkrankungen. Allein in Deutschland ist jeder vierte Deutsche über 50 Jahre von der Krankheit betroffen. Viele wissen es nicht einmal. Osteoporose ist die lateinische Bezeichnung für „löchrige Knochen“ und umschreibt die Merkmale der Krankheit schemenhaft. Menschen, die an Osteoporose erkrankt sind haben eine geschädigte Knochenstruktur, wodurch sich die Knochensubstanz zunehmend verringert. Besonders häufig erkranken Frauen an Osteoporose. Das liegt an ihrer geringeren Knochenstruktur sowie an der hormonellen Umstellung in den Wechseljahren. Männer haben eine deutlich höhere Knochendichte. Dennoch erkranken auch immer mehr Männer an Osteoporose. Etwa jede dritte Frau erkrankt nach ihrer Menopause an Osteoporose. Die Krankheit beginnt mit häufigen Frakturen vor allem an der Hüfte, den Handgelenken und der Wirbelsäule.

Ursachen von Osteoporose

Die Osteoporose wird unterschieden in eine primäre und eine sekundäre Form. Die sekundäre Form bezeichnet die Osteoporose als Folgekrankheit z.B. bei einer Schilddrüsen-Überfunktion, bei Diabetes oder auch rheumatischen Erkrankungen. Auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente kann Osteoporose auftreten. Die am häufigsten vorkommende Form ist die primäre Osteoporose. Sie tritt in 95 Prozent der Fälle auf und ist ebenfalls in zwei Grundtypen zu unterschieden. Typ I umfasst alle erkrankten Frauen, die nach ihren Wechseljahren an postmenopausaler Osteoporose erkrankt sind. Typ II umfasst Menschen mit Altersosteoporose, auch als senile Osteoporose bezeichnet. Während der erste Typ nur Frauen betrifft, tritt Typ II bei beiden Geschlechtern ab dem 70 Lebensjahr auf.  Etwa ab dem 40. Lebensjahr beginnt bei jedem Menschen altersbedingt der Abbau ihrer Knochenmasse um 0,5 Prozent pro Jahr. Frauen sind davon besonders betroffen, da ihre Knochenmasse von Natur aus bereits geringer ist und nach den Wechseljahren noch ein Mal deutlich abnimmt. Weiter Ursachen für eine Osteoporose ist genetische Veranlagung, mangelnde Bewegung, Mangel an Kalzium und Vitamin D, starker Zigaretten und Alkoholkonsum, Untergewicht mit einem Body-Mass-Index von 20 sowie der Mangel an Östrogenen bei Mädchen und jungen Frauen z.B. durch eine spät einsetzende Pubertät. Osteoporose kann auch das Ende einer Kettenreaktion sein, die im Körper ausgelöst wird. Beispielsweise spielen die Geschlechtshormone bei der Entstehung der Osteoporose bei Frauen und Männern gleichermaßen eine wichtige Rolle. Folgendes Schema soll zur Veranschaulichung helfen:- Geschlechtshormon nimmt ab- Ungleichgewicht im \    Stoffwechsel entsteht - Kalzium kann nicht mehr ausreichend eingelagert werden- die Knochen werden brüchig und Osteoporose entstehtMänner haben auch ein niedrigeres Osteoporoserisiko, weil bei ihnen der Mangel an Sexualhormonen ein schleichender Prozess ist, der bis ins hohe Alter dauert. Frauen hingegen erfahren mit den Wechseljahren einen prägnanten Einschnitt in den Hormonhaushalt was zu einen plötzlichen Mangel an Sexualhormonen führt. Die Eierstöcke produzieren keine Östrogene mehr, was eine Reaktion im Körper bewirkt, die den Abbau der Knochenmasse auslöst, die sich auf das gesamte Skelett auswirkt.

Symptome bei Osteoporose

Eine Osteoporoseerkrankung ist ein schleichender Prozess, der anfangs meist unbemerkt bleibt. Ein häufiges erstes Symptom sind Rückenschmerzen. Da viele, auch junge Menschen, bereits an Rückenschmerzen leiden, werden diese nicht als Anzeichen für eine entstehende Osteoporose wahrgenommen. Mit fortschreiten der Krankheit erleiden die Patienten häufig Knochenbrüche ohne große Unfallursache. Bereits alltägliche Bewegungen wie ein Niesen oder eine ungünstige Drehbewegung kann dann zu einem Wirbelbruch führen. Menschen mit Osteoporose verlieren meist auch an Körpergröße. Bei einem Verlust ab vier Zentimetern pro Jahr ist eine Osteoporose sehr wahrscheinlich. Gebrochene Wirbelkörper verursachen eine nach vorn gekrümmt Wirbelsäule, die den krankheitstypischen geduckten Buckel zur Folge hat. Ein Größenverlust von bis zu 20 Zentimetern ist nun möglich. Die Beweglichkeit der Patienten ist von gebrochenen und verkrümmten Knochen eingeschränkt. Daher versuchen viele Patienten sich durch eine Schonhaltung zu schützen, die wiederum schmerzende Verspannungen nach sich zieht.

Diagnose von Osteoporose

Wenn Sie plötzlich mehrere Zentimeter kleiner werden, anfälliger für Knochenbrüche sind oder Osteoporose bei Ihnen in der Familie liegt, empfehlen wie Ihnen einen Arzt aufzusuchen. Zunächst wird Sie der Arzt in einem ausführlichen Gespräch nach Risikofaktoren fragen. Darauf folgt eine körperliche Untersuchung, bei der zunächst die Körpergröße und das Gewicht gemessen werden. Der Rücken wird gründlich auf Veränderungen wie Wirbelverformungen oder gebrochene und angebrochene Wirbel untersucht. Auch einfache Tests zur Feststellung der Muskelkraft und des Gleichgewichtssinns werden durchgeführt. Dabei kann der Arzt feststellen, wie weit Ihre Beweglichkeit bereits eingeschränkt und wie hoch das Sturzrisiko ist. Üblich sind für die Diagnose auch bildgebende Verfahren zu denen Röntgen, Knochendichtmessung und Laboruntersuchungen zur Feststellung von Mangelzuständen, zählen. Bisher gibt es keine Möglichkeit, Osteoporose frühzeitig zu diagnostizieren. Erst später sind Schäden auf einem Röntgenbild sichtbar. Durch eine Röntgenuntersuchung lässt sich zwar die Knochenstruktur erkennen, jedoch erst wenn der Knochenabbau, um mindestens 30 Prozent vorangeschritten ist. Mit einer Knochendichtmessung kann eine Medikation festgelegt werden. Dafür misst der Arzt mit einem speziellen Röntgengerät an der Lendenwirbelsäule und im Hüftbereich die Knochendichte und ermittelt den sogenannten „T-Wert“. Damit und mit den anderen Untersuchungsergebnissen kann der Arzt dann das Knochenbruchrisiko abschätzen. Besteht der Verdacht auf eine Osteoporose, wird Ihr Arzt weitere Untersuchungen empfehlen, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Therapie bei Osteoporose

Die Therapie besteht hauptsächlich darin, den Knochenstoffwechsel zu begünstigen, um weiteren Knochenabbau vorzubeugen. Außerdem werden bereits gebrochene Knochen versorgt und verschiedenen Therapien zur Schmerzlinderung verschrieben. In jedem Fall muss die Knochenstabilität verbessert werden dafür empfiehlt sich: Bewegungstherapie zur Verbesserung der Muskelkraft und Koordination knochengesunde Ernährung mit viel Kalzium und Vitamin D, wenig Softdrinksregelmäßige Einnahme der ärztlich verordneten Medikamente zur Vermeidung des SturzrisikosNikotinkonsum verringern besser noch aufzugeben. Zusätzliche Medikamente zum Knochenaufbau oder zur Schmerzlinderung, verschreibt der Arzt im Einzelfall.Die regelmäßige Aufnahme von Kalzium und Vitamin D ist wichtiger Bestandteil in der Therapie zur Linderung von Osteoporose. Vor allem bei altersbedingter Osteoporose muss ein bestehender Kalzium und Vitamin D Mangel ausgeglichen werden. Ab dem 65. Lebensjahr sollten täglich 1.500 mg Kalzium eingenommen werden. Vitamin D ist ein Stoff, der vom Körper selbst produziert werden kann. Dafür benötigt er jedoch täglich mindestens eine halbe Stunde Tages- besser noch Sonnenlicht an Gesicht und Armen. Vor allem in den Wintermonaten ist dies nur schwer möglich und kann durch die Einnahme von 400 – 1.200 mg Vitamin D ausgeglichen werden. Das beste Mittel gegen Osteoporose ist ein gesunder Lebenswandel schon in jungen Jahren zur Vorbeugung. Bereits in der Jugend kann einiges dafür getan werden. Die Aufnahme von Vitamin D steht in enger Verbindung mit der Aufnahme von Kalzium. Beide Stoffe sind voneinander abhängig. Um Kalzium in den Knochen einlagern zu können, braucht der Körper ausreichend Vitamin D. Regelmäßige Bewegung an frischer Luft ist der natürlichste Weg, um eine ausreichende Versorgung von Vitamin D zu sichern. In den Wintermonaten kann durch Nahrungsergänzungsmittel der Vitamin D Bedarf gedeckt werden. Kalzium verbessert die Festigkeit der Knochen. Erwachsenen wird täglich 1000 mg, Menschen ab dem 65. Lebensjahr eine Dosis von 1.500, mg empfohlen. Tägliche Bewegung und regelmäßiger Sport zum Muskelaufbau stabilisieren die Knochen und verhindern schmerzhafte Knochenbrüche. Bereits in der Jugend legen Kinder und junge Erwachsene den Baustein für gesunde Knochen im Alter. Eine Studie am Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Bonn belegt, dass übermäßiger Genuss von Limonaden den Mineralgehalt der Knochen verringert. Seit 23 Jahren werden die Auswirkungen der Ess- und Trinkgewohnheiten im Jugendalter erforscht. Dabei wurde auch bei vielen Studienteilnehmern mittels Computertomografie der Mineralhaushalt ihrer Knochen gemessen. Diese Untersuchungen bestätigen die Vermutung, dass häufiger Genuss von Softdrinks die Knochendichte negativ beeinflusst und instabile Knochen verursacht.

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