Informationen über Rotaviren - Ursachen, Diagnose und Verlauf

Rotavirus

© Tatiana Shepeleva / fotolia.com

Rotavirus

Schon bald steht die Hauptsaison der Infektion mit Rotaviren bevor. Besonders gefährdet sind ältere und immun supprimierte Menschen sowie Kinder.

Eine Infektion mit Rotaviren kann für Säuglinge, ältere und geschwächte Menschen gefährlich sein. Durch eine von den gesetzlichen Krankenkassen übernommene Impfung gegen das Magen-Darm-Virus können Kleinkinder für einige Jahre geschützt werden.

Was sind Rotaviren?

Die Rotaviren stellen eine der besonders häufigen Magen-Darm-Erkrankungen bei Säuglingen dar. Die durch hochinfektiöse Viren ausgelöste Krankheit tritt meist bei Kleinkindern bis zum fünften Lebensjahr auf. Innerhalb der ersten Lebensjahre eines Kindes entwickelt sich jedoch ein Schutz gegen Rotaviren, welcher jedoch nicht ein ganzes Leben hält. Aufgrund dessen können sich Kinder mehrmals anstecken. Die Magen-Darm-Erkrankung tritt vermehrt im Frühjahr auf. Eine akute Infektion mit Rotaviren ist immer meldepflichtig.

Ursachen für Rotaviren

Die Rotaviren können über Lebensmittel, Trinkwasser oder verunreinigte Gegenstände verbreitet werden und haben eine Inkubationszeit von ein bis drei Tagen. Auch über eine Schmierinfektion ist das Virus sehr einfach übertragbar; schon zehn Partikel des Rotavirus sind für eine Infektion ausreichend. Eine klassische Infektion erfolgt demnach durch die orale Aufnahme des Virus durch den Kontakt der Hand mit dem Erreger und den nachfolgenden Kontakt zum Mund.

Typische Symptome und Anzeichen bei Rotaviren

Die Symptome beziehungsweise Anzeichen des Virus sind plötzlich einsetzende Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall. Gelegentlich kann es zudem zu Atembeschwerden, Fieber und Kopfschmerzen kommen. Typisch für eine Infektion mit dem Virus ist das verminderte Ausscheiden von Urin oder gar das Ausbleiben dieses. Aufgrund des häufig starken Durchfalls und des damit verbundenen Flüssigkeitsmangels treten ein gesteigertes Gefühl von Durst, ein trockener Mund und ausgetrocknete Schleimhäute auf, weshalb die Flüssigkeitszufuhr gesteigert werden muss, um lebensbedrohliche Verläufe zu verhindern. Die Beschwerden des Rotavirus halten meist zwei bis sechs Tage an.

Diagnose & Verlauf bei Rotaviren

Das Rotavirus kann durch einen Antigen-Nachweis im eigenen Stuhl mit dem Enzym Immuno-Assay entdeckt werden. Die Infektkette wird mithilfe der sogenannten Polymerasekettenreaktion geklärt und kann so mit größtmöglicher Sicherheit bestimmt werden. Bei einem Ausbruch der Krankheit ist es meist ausreichend einen kleinen Anteil der Betroffenen zu untersuchen, um Gewissheit zu erhalten, dass andere mit Symptomen behaftete Personen im Umfeld ebenfalls infiziert wurden. Ein aussagekräftiger Bluttest existiert bis heute nicht. Der Verlauf einer Infektion mit Rotaviren kann leicht oder schwer sein. Die ersten Anzeichen treten innerhalb von drei Tagen auf und klingen innerhalb von sechs Tagen ab. Eine Ansteckung ist über den Stuhl noch acht Tage nach dem Abklingen der Beschwerden möglich.

Behandlung & Therapie von Rotaviren

Eine gezielte Therapie zur Behandlung von Rotaviren gibt es nicht. Die Behandlung zielt deshalb darauf ab, die Symptome zu lindern. Generell gilt, dass Antibiotika keine Wirkung gegen Krankheiten haben, welche durch einen Virus ausgelöst wurden. Die Einnahme von stopfenden Medikamenten ist aufgrund des meist stark ausgeprägten Durchfalls nicht zu empfehlen, da diese den Verlauf der Krankheit verlängern können. Damit der hohe Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden kann, sollten Betroffene auf eine ausreichende Zufuhr von Salz und Flüssigkeit achten. Unter Umständen kann es hilfreich sein sogenannte Elektrolyt-Ersatzlösungen (Infusion) zu nutzen, um den Verlust von Salzen zu reduzieren. Es empfiehlt sich zudem besonders zu Beginn des Virus lediglich leicht verdauliche Kost zu sich zu nehmen.

Ab wann impft man gegen Rotaviren?

Für Säuglinge empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) eine gegen Rotaviren wirksame Schluckimpfung, die in der Regel sehr gut vertragen wird. Die erste Schluckimpfung sollte nach Möglichkeit nach der sechsten Lebenswoche gegeben werden. Der Säugling sollte jedoch bis zum dritten Lebensmonat die erste Impfung erhalten haben. In Abhängigkeit vom jeweiligen Impfstoff besteht der komplette Impfvorgang aus zwei bis drei einzelnen Schluckimpfungen, die zügig durchgeführt sind. Der Impfvorgang muss nach dem sechsten, spätestens nach dem achten, Lebensmonat vollendet sein, damit die ausreichende Wirksamkeit gewährleistet werden kann. Die Studien über die Länge der Wirksamkeit des Impfstoffes belegen, dass der Schutz gegen das Virus für zwei bis drei Jahre besteht und in den nachfolgenden Lebensjahren langsam abnimmt und somit hilfreich bei einer Vermeidung der erneuten Ansteckung mit dem Rotavirus sein kann. Generell gilt, dass die Impfung von Kleinkindern nur dann vorgenommen werden sollte, wenn diese an akutem Erbrechen, Durchfall oder Fieber leiden. Kommt es während des Impfvorgangs zu einem Ausspucken des Stoffs durch das Kind, muss abgewägt werden wie viel der Schluckimpfung eingenommen und wie viel ausgespuckt wurde. Bei einer Einnahme von mehr als 50 Prozent des Impfstoffs ist eine erneute Impfung nicht nötig.

Sind Rotaviren ansteckend?

Rotaviren sind hoch ansteckend und an Knotenpunkten wie Schulen, Krankenhäusern, Bahnhöfen sowie Flughäfen weit verbreitet. Ein Kontakt mit dem Virus ist deshalb meist unvermeidbar, sodass fast jedes Kleinkind innerhalb der ersten drei Lebensjahre eine Infektion mit Rotaviren durchmachen muss. Aufgrund der sehr hohen Widerstandsfähigkeit des Virus kann sich dieses außerdem eine lange Zeit außerhalb des menschlichen Körpers aufhalten und überleben. Eine erhöhte Gefahr der Infektion ist bei kleinen Kindern, älteren Menschen und immungeschwächten Personen anzutreffen. Auch die Schwere der Infektion mit Rotaviren ist bei der Risikogruppe deutlich gesteigert.

Wie lange muss man ins Krankenhaus bei Rotaviren?

Nicht jede an Rotaviren erkrankte Person muss in das Krankenhaus. Bei einer schweren Erkrankung mit dem Virus, wie beispielsweise dem Vorhandensein von starkem Fieber oder Atemnot, ist ein Krankenhausaufenthalt jedoch sehr zu empfehlen, um zu verhindern dass das Rotavirus eine lebensbedrohliche Form annimmt. Bei Personen die im Krankenhaus stationär aufgenommen werden, beträgt der Aufenthalt meist zwischen drei und zehn Tagen und ist davon abhängig, wie schwer die Erkrankung und deren Auswirkungen sind. Im Durchschnitt verbringen Kleinkinder und ältere Menschen jedoch sieben Tage im Krankenhaus, bevor diese entlassen werden können.

Ist die Impfung gegen Rotaviren sinnvoll?

Im Moment gibt es zwei Impfstoffe gegen das Rotavirus. Die Wirksamkeit dieser Impfstoffe ist hoch. Eine klinische Studie bestätigt, dass die Wirksamkeit der jeweiligen Impfung innerhalb von zwei Jahren bezüglich der Hospitalisierung ca. 92 Prozent beträgt. Bei 91 Prozent der Geimpften wird außerdem eine schwere Infektion mit dem Rotavirus verhindert. Die Impfung mit einem der beiden Stoffe ist demnach zu empfehlen.

Wieviel kostet die Impfung gegen Rotaviren?

Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt eine Impfung gegen Rotaviren seit dem Jahr 2013. Aufgrund dieser Empfehlung wurde die Impfung gegen die Rotaviren seit dem Februar des Jahres 2014 als Pflichtleistung in das Programm aller Krankenkassen aufgenommen. Dies bedeutet, dass die gesetzlichen Krankenkassen die kompletten Kosten für eine Rotaviren-Impfung übernehmen. Für alle Menschen die privat krankenversichert sind, ist die Höhe der Kostenübernahme vom jeweiligen Vertrag abhängig. Der Preis für die kompletten Impfungen kann zwischen 150 Euro und 200 Euro liegen und ist unter anderem von dem Gebührensatz des Arztes abhängig.

Das könnte Sie auch interessieren