Schlaganfall (Apoplex, Insult, Hirnschlag): Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Schlaganfall

Schlaganfall

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Schlaganfall

Schlagartig auftretenden Durchblutungsstörungen im Hirn werden als Schlaganfall (Apoplex) oder Gehirnschlag bezeichnet. Die Durchblutungsstörungen führen zu einem regionalen Mangel an Sauerstoff.

Schlaganfall: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Schlaganfall

Die Nährstoffzufuhr ist davon ebenfalls betroffen. Diese Unterversorgung bringt das Absterben von Gehirngewebe mit sich. Weitere Blutgefäße, die sich im Bereich des Hirninfarkts befinden, können durchlässig werden. Somit ist einer Einblutung in das bereits abgestorbene Hirngewebe zu erwarten. Diese Symptomatik kann verstärkt, auch einige Tage nach dem Schlaganfall, auftreten.

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Deshalb ist bei einem Schlaganfall oder auch den Verdacht drauf umgehend den Notruf zu alarmieren. Die EU-weite Notrufnummer ist 112 und kann kostenlos angerufen werden. Die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte ist mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen zu überbrücken. 

  • Lockern zu enger Kleidung
  • Entfernung von Zahnprothesen
  • Beruhigung des Patienten
  • Lagerung der Patienten
    • bei Bewusstsein ist der Oberkörper leicht hoch zu lagern 
    • ist der Patient nicht ansprechbar muss er in die stabile Seitenlage gebracht  werden
  • Herz-Kreislauf-Stillstand erfordern eine Mund-zu-Mund-Beatmung und eine Herzdruckmassage

Ursachen eines Schlaganfalls

Für einen Schlaganfall werden die Ursachen in zwei Rubriken gegliedert. Zum einen handelt es sich um einen Blutmangel, also eine Ischämie. Bei dem anderen Punkt ist die Einblutung, die Hämorrhagie, zu nennen. Aus einem defekten Blutgefäß tritt bei einem hämorrhagischen Schlaganfall tritt dieses ins Hirngewebe ein. Das hat eine Volumenzunahme zur Folge. Lebenswichtige Zentren im Gehirn werden somit in ihrer Tätigkeit eingeschränkt. Zuerst wird es sich bei der Atmung und dem Herzschlag bemerkbar machen. Die Gehirnzellen selbst werden unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Handelt es sich um einen ischämischen Schlaganfall, werden bestimmte Bereiche im Hirn nicht mehr ausreichend durchblutet. Verkalkte Gefäße lassen das Blut nicht mehr in alle Regionen des Gehirns fließen. Mediziner bezeichnen die Stelle im Gehirn, welche am weitesten vom Herzen entfernt liegt, als Endstromgebiete. Das Besondere an diesen Stellen ist, dass keine Gefäßversorgung durch zwei verschiedene Arterien erfolgt.

Symptome eines Schlaganfalls

Symptome wie eine halbseitige Lähmung, Sprachstörungen oder Schwindelgefühle sind nicht eindeutig einem Schlaganfall zuzuordnen. Folgende Anzeichen sind ebenfalls auf einen Schlaganfall zurückzuführen.

  • Sehstörungen
  • Sprachstörungen
  • einseitiges Taubheitsgefühl
  • Kraftminderung bis zur einseitigen Lähmung
  • Ausdrucksfähigkeit ist gemindert
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Desorientiertheit
  • starke Kopfschmerzen
  • Bewusstlosigkeit

Ist das Sehen eingeschränkt, man sieht verschwommen oder doppelt, ist es nicht selten, dass es beim Schlaganfall zu einer Erblindung führt, die aber nicht dauerhaft ist. Patienten mit einem Schlaganfall haben Probleme deutlich zu sprechen. Ähnlich dem Sehvermögen kann es zum zeitweiligen Sprachverlust kommen. Markant sind die Zeichen wie ein herabhängender Mundwinkel, die Lähmung einer Gesichtshälfte oder die Beschreibung der Patienten, dass diese Missempfindung auch in einem Arm oder einem Bein zu spüren ist. Wenn keine anderen Ursachen bekannt sind, sollte man eine einseitige Lähmung, welche plötzlich auftritt beachten. Teilweise handelt es sich auch nur um eine erhebliche Einschränkung der Extremität einer Körperhälfte. Plötzlich Gleichgewichtsstörungen und eine Form der Desorientiertheit können separat, aber auch in Kombination mit schlagartig einsetzenden Kopfschmerzen, auf einen Schlaganfall schließen lassen. Die Bewusstlosigkeit eines Patienten verlangt in jedem Fall nach sofortiger ärztlicher Hilfe.

Diagnose eines Schlaganfalls

Bereits nach der erfolgten Erstversorgung wird im Krankenhaus damit begonnen zu diagnostizieren, ob es sich um einen Schlaganfall handelt oder andere Ursachen für den Zustand des Patienten verantwortlich sind. Ist der Patient ansprechbar oder sind bereits Angehörige vor Ort, wird eine Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) schon gewisse Rückschlüsse zulassen. In jedem Fall wird eine Computertomografie (CT bzw. eine Magnetresonanztomografie (MRT) angeordnet werden. Diese gängigen Untersuchungsmethoden geben Aufschluss darüber, ob es sich um einen Schlaganfall handelt. Ferner wird auch die Art des Schlaganfalls ermittelt. Die Bilder lokalisieren die betroffene Gehirnregion und ermöglichen eine schnellere und gezieltere Therapie. Es ist auch die TIA (transiente ischämische Attacke) bekannt. Hierbei handelt es sich um eine flüchtige Durchblutungsstörung des Gehirns. Bis zu 10 % der Schlaganfälle zeichnen sich durch eine derartige Vorwarnung des Körpers ab. Dem Schlaganfall gleichen die Symptome, allerdings treten sie nur vorübergehend auf. Bei der TIA öffnen sich die Gefäße, welche das Gehirn mit Blut versorgen, relativ schnell wieder. Dieses Zeichen sollte man dennoch erst nehmen und einen Arzt konsultieren.

Online gibt es kostenlose Selbsttests, welche innerhalb kürzester Zeit Erkenntnisse bringen, ob die Gefahr eines Schlaganfalls besteht. Obwohl, wie es der Name schon sagt, ein Anfall ist, gibt es gewisse Risikofaktoren und auch Anzeichen, die es frühzeitig zu erkennen gilt. Teilweise werden die Tests auch innerhalb der Onlineinformationen von Ärzten auf ihrer Webseite angeboten.

Therapie bei einem Schlaganfall

Die Behandlung bei einem Schlaganfall muss umgehend erfolgen. Unterschiedlich sind die Methoden für den hämorrhagischen Schlaganfall und den ischämischen Schlaganfall. Da für die hämorrhagische Form eine Blutung verantwortlich ist, gilt es diese schnellstmöglich zu stoppen. Das austretende Blut lässt einen Druck entstehen, welcher auch gesunde Teile des Gehirns schädigen kann. Handelt es sich um eine kleine Blutung, durch ein Aneurysma ausgelöst, ist eine medikamentöse Behandlung zur Senkung des Blutdrucks, erfolgreich. Leider müssen häufiger Operationen durchgeführt werden. Nur so ist es möglich, den Druck auf das Gehirn zu reduzieren und das Blut zu entfernen. Bei dem ischämischen Schlaganfall ist die Durchblutung des Gehirns eingeschränkt. Oftmals sind es Blutgerinnsel, die den Blutfluss behindern. Der Katheder, auch Lyse genannt, kann über eine Vene oder auch direkt in ein Hirngefäß eingeführt werden. So ist es möglich Medikamente, welche die Blutgerinnsel auflösen, zu verabreichen. In beiden Formen des Schlaganfalls ist eine Zeit von 4 bis 5 Stunden bis zum Therapiebeginn nicht zu überschreiten.

Von diversen Faktoren ist es abhängig, ob mit einer vollständigen Genesung gerechnet werden kann. Als Erstes ist die Zeit vom Eintritt des Schlaganfalls bis zum Therapiebeginn von immenser Bedeutung. Des Weiteren ist es eine Frage des Alters und weiterer Erkrankungen des Patienten. Ohne eine Rehabilitation sind die Aussichten auf Genesung relativ gering. Neben der Physiotherapie ist das Training der Sprache mit einem Logopäden wichtig. Um sich wieder völlig in den Alltag integrieren zu können, sind die Ergotherapeuten behilflich. Die Kombination dieser drei Punkte während der Rehabilitation bilden gute Voraussetzungen ein Leben ohne größere Einschränkungen fortführten zu können.

Werden nach der Rehabilitation dennoch Hilfsmittel benötigt, um besser im Alltag zurechtzukommen, sollte man sich diese vom Arzt verordnen lassen. In Betracht kommen beispielsweise Gehilfen, Lifte, Esshilfen oder auch Produkte zur Lagerung und der speziellen Hygiene. Eine Vielzahl wird bei gesetzlich Krankenversicherten nach der Zahlung der Eigenleistung, von den Krankenkassen übernommen. Teilweise kann der Patient von den Zuzahlungen auch befreit werden. Gleiches gilt, wenn sich ein erhöhter Pflegebedarf einstellt. Da gilt es zu prüfen, ob Pflegegeld beantragt werden kann. So sind die Unterstützungen, wenn der Patient wieder in die Häuslichkeit entlassen wird, gegeben. 

Zunächst eine Übersicht der Risikofaktoren

  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Diabetes mellitus
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Bewegungsarmut
  • falsche Ernährung
  • mangelnde Flüssigkeitszufuhr

Nachdem die Risikofaktoren bekannt sind, kann man bereits feststellen, dass einige nur mit der Hilfe eines Arztes zu behandeln sind, um so das Risiko eines Schlaganfalls zu senken. Andere Faktoren kann man selbst durch die Umstellung der Lebensgewohnheiten beeinflussen. Auf das Rauchen sollte verzichtet werden. Nachweislich werden die Durchblutungsstörungen vor allem in den unteren Extremitäten begünstigt. Gegen einen maßvollen Genuss von Alkohol ist nichts einzuwenden. Durch eine gesunde Ernährung wird auch das gefährliche Übergewicht reduziert. Bei diesem Punkt spielen auch den Diabetes mellitus und die hohen Blutfettwerte eine nicht unwesentliche Rolle. Deshalb sollten beim Aufstellen des geänderten Speiseplans diese Kriterien berücksichtigt werden. Eine bessere Durchblutung wird durch ausreichend Bewegung gefördert. Um die Funktionen aller Organe und somit auch den Blutfluss zu begünstigen, ist auf eine ausreichende Versorgung, vorzugsweise ungesüßter Tee oder Mineralwasser, zu achten.

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