Spielsucht als Krankheit - welche Möglichkeiten der Therapie gibt es?

Spielsucht als Krankheit - welche Möglichkeiten der Therapie gibt es?

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Spielsucht als Krankheit - welche Möglichkeiten der Therapie gibt es?

Wenn Spielen zur Sucht wird, kommen betroffene nur sehr schwer wieder davon los. Therapieformen und Behandlungsmöglichkeiten bei Spielsucht. Welche Möglichkeiten der Therapie gibt es?

Krankheit Spielsucht

Die Erkrankung klingt beinahe lustig und für Außenstehende ist das Problem kaum zu erkennen. Die Spielsucht. Kann man süchtig nach dem Spielen sein? Was kann da überhaupt für ein Problem bestehen, immerhin macht das Spielen doch Spaß? Grundsätzlich ist die Spielsucht genauso gefährlich wie jede andere Sucht auch: Drogensucht, Alkoholsucht. Zudem tritt die Spielsucht nicht selten mit anderen Erkrankungen in Verbindung auf, die sich nun gegenseitig hochschaukeln und verschlimmern können. Banal ist das Thema daher absolut nicht und die Folgen sind für viele Betroffene und ihre Angehörigen fatal. Doch was dahintersteht, und welche Möglichkeiten es gibt, der Sucht zu entfliehen, zeigt dieser Artikel.

Ursachen für die Spielsucht

Fakt ist: Es gibt keine Ursache. Zumindest nicht eine Einzige , denn warum und auf welche Weise ein Mensch süchtig wird, ist oft eine Verkettung unzähliger Aspekte. Ebenso, wie nicht behauptet werden kann, dass jeder, der unter der Alkoholsucht leidet, nur süchtig wurde, weil er keine Arbeit hatte, gibt es für die Spielsucht die unterschiedlichsten Gründe. Manchmal spielen auch genetische oder psychische Aspekte mit in die Suchterkrankung mit hinein. Allgemein können folgende Gründe möglich sein:

Langeweile

Einsame Menschen suchen oft nach Ablenkung, um aus der Eintönigkeit des Alltags zu entfliehen. Das Spielen kann hier ein Versuch sein. Die Sucht in diesem Fall kann in diesem Fall auf zwei Arten entstehen. Bei Personen, die in ein Casino gehen, ist der Aufenthalt dort ein Aufenthalt unter Menschen. Der Betroffene fühlt sich geborgen und aufgenommen. Die zweite Variante betrifft den Wert, den der Betroffene durch das Spielen erfährt.

Flucht

Das Spielen kann ebenso die Flucht vor Problemen sein. Beim Spiel verliert sich der Betroffene völlig in der Spielumgebung. Dies ist oft sogar bei Jugendlichen zu beobachten, die extrem lange und häufig Computerspiele spielen. Das Spiel an sich wird als bessere Realität angesehen, da die Betroffenen das Gefühl haben, diese Realität im Griff zu haben und steuern zu können, während sie sich dem echten Leben ausgeliefert fühlen.

Psychische Störungen

Ein Großteil der Spielsüchtigen leidet unter einer psychischen Erkrankung. Bei Personen im manisch-depressiven Spektrum kann die Spielsucht beispielsweise während der Manie auftreten, da sich Betroffene zu dieser Zeit besonders agil und - je nach Ausprägung - unbesiegbar fühlen. Auch bei anderen Persönlichkeitsstörungen ist die Spielsucht ein häufiges Phänomen.

Gestörtes Selbstwertgefühl

Viele Spielsüchtige haben ein gestörtes Verhältnis zu sich selbst. Über das Spiel glauben sie, Anerkennung zu erfahren. Sie setzen den Spielgewinn mit ihrem eigenen Selbstwert gleich und definieren sich über die Gewinne.

Genetik

Der Hang zu einer Sucht gilt zum Teil als erblich. Allerdings reicht die Genetik allein nicht aus, da sie nur eine Anfälligkeit definiert. Stets müssen äußere Faktoren hinzukommen. Gehirn - die tatsächliche Spielsucht wird auch vom Gehirn, beziehungsweise den Botenstoffen, beeinflusst. Das Spielen spricht grundsätzlich das Belohnungszentrum im Gehirn an, welches nun spezielle Botenstoffe ausschüttet . Diese führen dazu, dass sich der Betroffene während und direkt nach dem Spiel gut fühlt - und das Erlebnis wiederholen möchte. Die Botenstoffe, die das Gehirn ausschüttet, sind übrigens dieselben, die auch beim Konsum von Drogen in Umlauf gebracht werden.

Wer sich nun fragt, warum das Thema Geld nicht in der Auflistung vorhanden ist, wird sich wundern. Denn der Glaube an den Gewinn kann die Sucht zwar fördern und später aufrechterhalten, ist aber keine direkte Ursache.

Therapiemöglichkeiten bei Spielsucht

Es wird bereits deutlich: Es kann keine feste Therapieform für Spielsüchtige geben. Die Ursachen sind so verschieden, dass es unmöglich - und mitunter tödlich - wäre, alle Spielsüchtigen gleich zu behandeln. Bevor es also zur Therapie geht, muss geprüft werden, welche Ursachen sich tatsächlich hinter der Sucht verbergen. Diese müssen nun gemeinsam mit der eigentlichen Sucht behandelt werden . Und da gibt es einige Möglichkeiten:

Klinikaufenthalt

Nicht selten leiden Spielsüchtige auch an Alkohol- oder Drogensucht. Oft nehmen sie Tabletten ein, um die Zwischenräume zwischen den Spielepisoden zu ertragen. In diesen Fällen kann es helfen, als Betroffener für eine bestimmte Zeit in eine Klinik zu gehen. Selbst ohne weitere Suchterkrankungen kann der Klinikaufenthalt als hervorragender Startpunkt genutzt werden, da er hilft, aus dem Alltag, dem Umfeld und fort von den direkten Problemen zu kommen.

Verhaltenstherapie

an dieser Stelle kommt es natürlich auf die Hintergründe an. Eine Sucht hat jedoch auch viel mit Gewohnheit zu tun, sodass über eine Verhaltenstherapie gelernt werden kann, den Hang zur Gewohnheit umzuleiten und andere Tätigkeiten statt des Spiels zu unternehmen.

Depression

Medikamente

Sind Depressionen und andere psychische Faktoren mit an der Entstehung beteiligt, können Medikamente diese Probleme abschwächen. Psychopharmaka sollten jedoch nur Therapie begleitend genutzt werden, da sie allein niemals die Sucht unterdrücken.

Betroffenen oder Familienangehörigen kann nur ans Herz gelegt werden, sich ausgehend beraten und helfen zu lassen. Oft ist der Hausarzt schon eine erste Anlaufstelle, ansonsten gibt es quasi in jeder Stadt eine psychiatrische Abteilung in einem Krankenhaus. Übrigens ist es ratsam, dass auch Angehörige von Spielsüchtigen eine Therapie unternehmen, da sie unter den Folgen und Auswirkungen leiden.

Neue Ansätze

Natürlich gibt es immer wieder neue Ansätze, die die Spielsucht - oder Süchte im Allgemeinen - behandeln können. Mitunter wurde festgestellt, dass ein Grippemittel, genauer gesagt ein Nasenspray, helfen kann. Ein weiteres Nasenspray soll den Spielimpuls unterdrücken . Bislang wird es bei Opiatabhängigen genutzt, da es die Rezeptoren im Hirn blockiert. Auch Hypnosen werden immer wieder bei Spielsüchtigen und Suchterkrankungen genutzt.

Grundsätzlich ist jedoch zu sagen, dass diese Sprays oder Hypnosen nur lindern oder unterdrücken können. Da hinter der Spielsucht und hinter vielen weiteren Süchten andere Ursachen und Probleme stehen, müssen diese angegangen und behandelt werden, um einen echten Erfolg zu erhalten. Andererseits ist es nur denkbar, dass der Betroffene zwar nicht mehr in Spielhallen geht, dafür aber depressiv wird, zu Medikamenten greift oder eine andere ungesunde Bewältigungsstrategie entwickelt.

Fazit - Behandlung ist Pflicht

Eine Spielsucht muss behandelt werden, jedoch nicht allein. Im Vordergrund muss immer die Aufarbeitung der Ursachen stehen, denn sonst könnte nur eine Suchtverschiebung oder Verschiebung von Gewohnheiten stattfinden.

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