Syphilis: Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Syphilis

Syphilis

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Syphilis

Die Syphilis ist auch unter dem Namen Lues bekannt und war über lange Zeit eine gefürchtete Geschlechtskrankheit. Sie ist eine Infektionskrankheit, die durch sexuelle Kontakte übertragen wird.

Was ist Syphilis?

Der Treponema pallidum pallidum dringt durch kleine Verletzungen der Haut oder Schleimhaut ein oder kann auch durch direkten Kontakt mit infektiösem Blut weitergegeben werden. Die Wunden absondern Flüssigkeit im Frühstadium und Syphilis ist sehr ansteckend. Da das Immunsystem keine Abwehrkräfte gegen diesen Erreger aufbauen kann, kann man sich mit der Krankheit immer wieder anstecken. Eine tertiäre Syphilis kann auch erst nach vielen Jahren auftreten und bleibt oft unauffällig, so dass sie oft übersehen wird. Eine chronische und unbehandelte Syphilis kann zu schweren Organschäden oder auch zum Tod führen. Den Schrecken hat Syphilis seit der Entdeckung von Penicillin verloren. Das Vorkommen der Geschlechtskrankheit ist weltweit und kennt keine ethnischen oder klimatischen Barrieren. In Ballungszentren mit starker Zuwanderung aus Risikogebieten tritt die Krankheit 10 Mal häufiger auf als in ländlichen Gebieten. Auffallend ist der Anstieg von Syphilis bei homosexuellen Männern, was auf die Zunahme von ungeschützter Geschlechtsverkehr zurückzuführen ist. Eine weitere wichtige Rolle bei der Verbreitung von Syphilis ist die Prostitution. Nach einer Infektion besteht Meldepflicht.

Ursachen für Syphilis

Das spiralförmige Bakterium Treponema pallidum ist verantwortlich für die Syphilis. Nach einer Übertragung vermehrt es sich im Körper und kann außerhalb nur kurz überleben. Sex ohne Kondom ist die häufigste Ursache für eine Ansteckung mit Syphilis. Oralverkehr zählt ebenfalls dazu. Dadurch gelangt das Bakterium in den Organismus und kann sich ausbreiten.

Besonders in der ersten Phase der Erkrankung ist die Ansteckungsgefahr sehr hoch. Bereits bei einem Kontakt mit der betroffenen Hautstelle kann das Bakterium weitergegeben werden. Somit kann auch der Gebrauch eines Kondoms nicht zu 100 Prozent schützen und zu einer Geschlechtskrankheit führen.

Eine Ansteckung kann, wenn die Krankheit nicht behandelt wird, viele Jahre lang bestehen.

In seltenen Fällen kann auch eine Übertragung durch Bluttransfusionen erfolgen. Allerdings wurde in Deutschland seit den letzten 20 Jahren kein Fall mehr gemeldet. Eine Übertragung durch eine Nadel, zum Beispiel beim Drogenkonsum ist ebenfall möglich.

Hat sich eine schwangere Frau mit Syphilis angesteckt, kann die Krankheit an das ungeborene Baby weitergegeben werden und das Kind gefährden. Dies kann sogar zu einer Fehlgeburt führen. Allerdings sind die Hälfte der infizierten Kinder eher unauffällig. Andere leiden unter Wassereinlagerungen, Atemnot, Untergewicht, Hautausschlägen oder auch Leber- und Milzschwellung. In Deutschland ist die Erkrankung von Babys sehr selten geworden. Denn während der Schwangerschaftsuntersuchungen wird bereits überprüft, ob eine Erkrankung vorliegt, so dass diese frühzeitig behandelt werden kann.

Typische Symptome und Anzeichen bei Syphilis

Typisch verläuft eine Syphilis in drei bis vier unterschiedlichen Phasen ab. Jedes Stadium kommt mit anderen Beschwerden. Der individuelle Fall kann allerdings immer davon abweichen und nicht immer folgen die Stadien diesem Muster, denn manchmal bleibt sie auch vollkommen unbemerkt.

Diagnose & Verlauf bei Syphilis

Das Primärstadium (Lues I)

Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch mit seinen ersten Symptomen beträgt meist zwischen zwei und drei Wochen. An der Stelle, wo dass Bakterium in den Körper gelangen konnte, einsteht ein hirsegroßer, dunkelroter Knoten. Aus diesen roten Flecken entsteht dann ein nässendes Geschwür. Diese Stelle ist dann hochinfektiös und es können mehrere Stellen auftreten. In den darauffolgenden Wochen schwellen die Lymphknoten, die sich in der Nähe befinden, an. Diese Krankheitszeichen verschwinden meist nach ein paar Wochen wieder.

Das Sekundärstadium (Lues II)

Der Erreger streut nach circa zwei Monaten über den Lymphweg in den Körper. Die möglichen Beschwerden können dann Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme oder Muskelschmerzen sein. Die Lymphknotenschwellungen kommen dann meist an Achseln und Hals. Aber auch Hautveränderungen und Halsschmerzen, Gliederschmerzen und Schwindel können auftreten. Ein fleckiger Hautausschlag, der nicht juckt, breitet sich meist an den Fußsohlen und den Handflächen aus. Rachen und Mandeln können gerötet sein und manchmal entsteht ein mottenfraßähnlicher Haarausfall. Nach ungefähr einem Jahr können die Symptome wieder verschwinden.

Das Tertiärstadium (Lues III)

Rund ein viertel aller Infektionen die nicht behandelt werden gehen in dieses Stadium über. Dies kann aber auch erst nach Jahrzehnten passieren. Dann können alle Organe und das Gewebe des Körpers befallen sein. Dort bilden sich Geschwüre (Ulcus durum) die oft Sekret absondern. Oft schädigt Syphilis die Wände der Blutgefäße und die Durchblutung wird gestört. An der Aorta kann sich ein Aussackung bilden. Reißt diese nun, kann es zu inneren Blutungen kommen. Auch die Herzklappen können bei einer unbehandelten Syphilis undicht werden. Zu Sehstörungen kann eine Entzündung der Regenbogenhaut oder der Sehnerven führen.

Das Quartärstadium / Metasyphilis

Eine unbehandelte Syphilis kann unter Umständen nach Jahren auch zu einer Rückenmarksschädigung führen. Die Symptome sind dann möglicherweise Schmerzen in Beinen oder Bauch, die lanzenstichartig auftreten, Gefühlsstörungen, Gangunsicherheiten oder auch Lähmungen. Zusammengefasst werden diese Symptome unter dem Begriff Tabes dorsalis. Aber auch Halluzinationen und Wahnideen können auftreten, die bis zur Demenz führen. Diese Folgen können dann letztendlich auch zum Tod führen.

Haben sich die Bakterien im Körper ausgebreitet, können sie auch immer das zentrale Nervensystem befallen. In solchen Fällen wird von einer Neurosyphilis gesprochen.

Ab wann ist Syphilis ansteckend?

Eine Syphilis ist immer ansteckend und wird besonders durch sexuelle Kontakte über die Geschlechtsorgane übertragen. Der Kontakt mit dem Syphilis-Geschwür ist besonders ansteckend.

Wie wird Syphilis übertragen?

Oral-, Anal- und Vaginalsex mit dem Penis sind die Hauptübertragungswege einer Syphilis, wenn diese Praktiken ohne Kondom durchgeführt werden. Aber auch die Berührung der Anschwellungen oder auch eine gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug kann zu einer Infektion führen. Befindet sich das Syphilis-Geschwür im Mundraum, kann die Infektion auch schon beim Küssen übertragen werden.

Behandlung & Therapie von Syphilis

Mit Penicillin kann man eine Syphilis erfolgreich behandeln. Dies ist eines der ältesten Antibiotika. Auch wenn dies bereits seit vielen Jahren verschrieben wird, hat die Erfolgsquote bei einer Behandlung noch nicht abgenommen. Bei einer bestehenden Allergie auf Penicillin können auch andere Antibiotika helfen. Meist wird es in den Gesäßmuskel gespritzt. Durch das Antibiotikum wird die Vermehrung des Bakteriums gebremst. Die Dauer und die Dosierung richten sich hier immer nach dem Krankheitsstadium. Beim Frühstadium ist meist schon eine Injektion ausreichend.

Welcher Arzt behandelt Syphilis?

Der erste Ansprechpartner ist meist der Hausarzt. Dieser kann dann aber auch zu einem Spezialisten für Geschletskrankheiten überweisen. Im Normalfall ist dies ein Facharzt für Dermatologie und Venerologie. Zunächst werden dort die Krankheitsgeschichte und die Syptome besprochen. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung.

Wie lange dauert die Heilung von Syphilis?

Je früher die Krankheit mit Penicillin behandelt werden kann, desto schneller kann sie abheilen. Manchmal genügt bereits eine Dosierung mit dem Antibiotikum. Dabei hängt die Behandlungsdauer davon ab, wie lange diese schon besteht. Bei Spätsyphilis kann eine Behandlung auch drei Wochen dauern.

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