Thrombose (Blutgerinnsel): Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Thrombose

Thrombose / Blutgerinnsel

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Thrombose / Blutgerinnsel

Der Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel ist eine Thrombose. Schließen die Venenklappen beim Rücktransport des Blutes nicht mehr richtig, kommt es zu einem Blutstau.

In London hielt Jon Hunter im Jahr 1784 einen Vortrag, bei welchem die Krankheit Thrombose und der Zusammenhang mit der Lungenembolie, ausführlich dargelegt wurden. Ihm ist auch die Erfindung des Kopressionsverbandes aus Leinen zu verdanken. Statistisch ist belegt, dass jeder zweite Bundesbürger schon einmal an einem Problem mit den Venen gelitten hat. Mehr als 80.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an einer Thrombose. Am häufigsten betroffen sind die Beinvenen. Unbehandelt kann eine Thrombose zu einer Lungenembolie, einem Herzinfarkt oder einen Schlaganfall führen. Die Todesrate, welche auf eine unbehandelte Thrombose zurückzuführen ist, liegt bei bis zu 30.000 Patienten. Unterschieden werden die venöse und die arterielle Thrombose. Bei der venösen Thrombose ist die tiefe Extremitätenthrombose besonders vordergründig. Eine nicht unwesentliche Rolle nimmt bei den Thrombosen die genetische Veranlagung ein. Mit zunehmendem Alter steigt das Thromboserisiko, wobei Frauen häufiger als Männer betroffen sind.

Ursachen von Thrombose

Zur Bildung einer Thrombose tragen hauptsächlich drei Faktoren bei.Verlangsamung des BlutflussesVerletzungen der GefäßwandVeränderungen im BlutAm häufigsten entstehen Thrombosen, indem der Fluss des Blutes verlangsamt wird. Verbände die Körperteile ruhigstellen, weil Brüche oder Überbelastungen vorliegen, sind am weitesten bekannt. Aus diesem Grund werden auch bei Patienten die beispielsweise einen Gips an den Extremitäten benötigen, gleich Blut verdünnende Mittel verordnet. Auch Patienten, welche bettlägerig sind, erkranken häufig an Thrombosen. Der zweite Punkt, die Verletzung der Gefäßwände kann bei Operationen zustande kommen. Auch hier hat eine sofortige Reaktion, durch eine medikamentöse Behandlung zu erfolgen. Schwieriger ist die dritte Ursache, nämlich die Blutveränderungen. Diese können sich während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren zeigen. Besonders gefährdet sind auch Patienten, welche an Diabetes mellitus erkrankt sind. Thrombosen sind in vielen Fällen aber auch auf die Lebensweise der Menschen zurückzuführen. Den ersten Platz nehmen hierbei die Raucher ein. Volkstümlich bekannt sind die Raucherbeine. Die „Schaufensterkrankheit“ zeigt ganz deutlich an, dass eine Gefäßveränderung in den unteren Extremitäten vorliegt. Ein übermäßiger Alkoholkonsum begünstigt ebenfalls die Entstehung von Thrombosen. Der Bewegungsmangel ist ein weiterer Punkt, der ursächlich für die Bildung von Thrombosen verantwortlich ist. Viele Menschen wollen auf die Annehmlichkeiten des Lebens nicht mehr verzichten. Kaum noch einer nutzt die Treppen, wenn es den Fahrstuhl oder die Rolltreppe als Alternative gibt. Das Fahrzeug muss am besten direkt vor der Arbeitsstelle geparkt werden, um nur keinen unnötigen Schritt zulaufen. Hier sind zwei kleiner Ansätze aufgezeigt, wo jeder sofort mit einer Änderung der Lebensweise und somit der Prophylaxe beginnen könnte.

Syptome von Thrombose

Allgemeines KrankheitsgefühlSchmerzen in der WadeBetroffene Extremitäten- spontane Schmerzen- belastungsabhängige Schmerzen- SpannungsgefühlSchwellung der ExtremitätHautveränderungen- Verfärbungen bläulich-rot- Temperaturveränderung der Haut - Haut wirkt glänzendUmfangszunahme des betroffenen BeinsÄhnliche Symptome bei Thrombosen in den ArmvenenOftmals sind Thrombosen gar nicht von speziellen Anzeichen geprägt. Unspezifisch klagen die Patienten über ein allgemeines Krankheitsgefühl. Sie fühlen sie schlapp und überfordert. Hinzu kommen Schmerzen in den betroffenen Extremitäten. Es können sowohl spontane Beschwerden als auch Schmerzen sein, die unter Belastungen auftreten. Schwellungen, vor allem abends, sind an dem betroffenen Bein zu beobachten. Wobei man hier darauf hinweisen kann, dass es meist nicht beide Beine sind, welche durch Überbeanspruchung angeschwollen sind. Treten bereits Veränderungen der Haut auf, sind es relativ klare Anzeichen für eine Thrombose. Es kann mit einem unnatürlichen Glanz der Haut beginnen. Bei Berührung stellt man fest, dass sie sich auch wärmer anfühlt. Obacht zu geben ist, wenn bläulich-rote Verfärbungen auffällig werden.

Diagnose von Thrombose

Neben der Laboruntersuchung sind zwei Möglichkeiten, die angewendet werden, um eine Thrombose zu diagnostizieren. Ultraschalluntersuchung (Doppler – Sonographie)Darstellung der Venen mit einem Kontrastmittel (Phlebographie)Mit dem Ultraschall auch als Sonographie bekannt, wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den Venen dargestellt. Liegt eine Thrombose, also eine Unterbrechung durch einen Verschluss vor, wird diese ermittelt. Oft leiden Patienten noch an anderen Erkrankungen, sodass diese Untersuchungsmethode, da mit keinen Nebenwirkungen zu rechnen ist, die erste Option, welche genutzt wird. Bei der Darstellung des Venensystems mit einem Kontrastmittel können allergische Reaktionen auftreten. Zudem wird der Patient, wenn auch nur einer geringen Strahlenbelastung ausgesetzt. Das Kontrastmittel ist jodhaltig und sollte bei Patienten mit einer Schilddrüsenüberfunktion nicht zum Einsatz kommen. Mit dieser Röntgenkontrolle können die Störungen, wie Verschlüsse im Gefäßsystem, präzise analysiert werden. Diese Untersuchungsmethode ist sehr sicher bezüglich der Diagnostik. D-Dimere ist der Wert, welcher nach Operationen aber auch bei Tumorerkrankungen erhöht ist. Er kann durch die Blutuntersuchungen im Labor nachgewiesen werden.

Therapie bei Thrombose

Bei einer Venenthrombose in den Beinen oder den Armen geht diese meist mit Schmerzen und Schwellungen einher. Der Arzt rät meist, zunächst die betroffene Gliedmaße hoch zu lagern und ruhig zu stellen. Das Gerinnsel durch eine Thrombektomie operativ zu entfernen wird seltener angewendet. Häufiger hingegen macht es sich erforderlich das Gerinnsel aufzulösen. Bei dieser Therapieform spricht man von einer Thrombolyse. Beginnt man rechtzeitig mit der Behandlung, ist die Chance gut bei einer tiefen Venenthrombose das Blutgerinnsel vollständig aufzulösen. Sehr geeignet hierfür ist eine Infusion, in welcher sich spezielle Wirkstoffe befinden. Um ein weiteres Wachstum des Thrombus zu verhindern, werden gerinnungshemmende Medikamente verabreicht. Zusätzlich können Heparine in den ersten Tagen injiziert werden. Begleitend zu den medikamentösen Therapien ist die Kompressionstherapie. Genau angepasst werden die Strümpfe oder Verbände getragen, um die Venen zu stabilisieren. Der Blutfluss in den Venen wird damit erheblich unterstützt. Wichtig ist zu beachten, dass Kompressionsstrümpfe nicht gleichbedeutend mit Stützstrümpfen sind. Effektiv ist eine Bypassoperation dann, wenn der Gefäßverschluss mit den vorherigen Therapien nicht mehr zu beseitigen ist. Mit diesem Verfahren wird eine Überbrückung des Hindernisses erstellt. Der Anfang bis hin zum Ende der Engstelle (Stenose) wird umgangen, indem eine neue Verbindung für diesen Sektor mit dem Bypass gegeben ist.

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