Toxoplasmose - Ursachen, Symptome und Verlauf

Toxoplasmose

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Toxoplasmose

Die Toxoplasmose ist eine in Deutschland häufige Krankheit. Im Durchschnitt haben ca. 50 Prozent der Deutschen Toxoplasma gondii, viele ohne es zu wissen.

Die durch den Parasiten hervorgerufene Krankheit Toxoplasmose befällt jedes Jahr eine Vielzahl an Menschen. In Deutschland gehen Experten von einem Befall von etwa 50 Prozent der Bevölkerung aus. Bei Menschen über dem 50. Lebensjahr sind sogar 70 Prozent von der Erkrankung betroffen. Jedes Jahr erkranken zudem etwa 1000 Ungeborene durch die Übertragung der Toxoplasma gondii im Mutterleib.

Was ist Toxoplasmose?

Die Toxoplasmose wird durch Parasiten ausgelöst und bezeichnet eine weltweite Infektionskrankheit. Obwohl der Mensch davon betroffen sein kann, ist dieser lediglich ein Zwischenwirt. Der Endwirt ist meist die Katze oder katzenartige Raubtiere, Rinder und Schweine, welche die Infektion von Endwirt zu Endwirt übertragen. Im Allgemeinen haben Menschen die von Toxoplasmose betroffen sind keine Beschwerden. Bei Schwangeren oder immungeschwächten Personen kann Zoonose jedoch einen schwerwiegenden Verlauf annehmen. Durch einen ausreichenden Schutz können Katzenbesitzer jedoch die Chance einer Toxoplasmose deutlich reduzieren.

Ursachen für Toxoplasmose

Die Toxoplasmose wird durch Toxoplasma gondii, einzellige Parasiten, verursacht. Im Inneren der Katze kann sich der Parasit vermehren und Oozysten entwickeln, welche über den Kot des Tieres in großen Mengen vorhanden sind. Insgesamt ein bis vier Tage nach dem Ausscheiden sind die Oozysten durch den Aufenthalt an der Luft gereift und für den Menschen infektiös. Selbst nach mehreren Monaten können sich Menschen noch am Kot des betreffenden Tieres infizieren.

Typische Symptome und Anzeichen bei Toxoplasmose

Die Toxoplasmose kann viele Gesichter haben. Die meisten Menschen merken noch nicht einmal, dass sie an Toxoplasmose erkrankt sind. Von etwa 100 Menschen haben lediglich zehn Prozent Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Krämpfe, Gleichgewichtsstörungen, Gelenkschmerzen, Fieber und Muskelschmerzen. In seltenen Fällen kann eine Toxoplasmose auch schwere gesundheitliche Auswirkungen wie Persönlichkeitsstörungen, Hepatitis, Herzbeutelentzündung, Lähmungen und vernichtende Kopfschmerzen zur Folge haben. Besonders gefährlich ist die Infektion mit Protozoen in der Schwangerschaft. Der Fötus kann hierdurch Spastiken, Epilepsie, Hörschäden oder Sehbehinderungen davontragen. Häufig zeigen Schädelaufnahmen des Kindes zerebrale Kalzifikationen, welche darauf hindeuten, dass eine primäre Infektion der Mutter auf das Kind erfolgte. Neben einem Antikörper-Test auf Röteln, Cytomegalie und HIV sollte die werdende Mutter deshalb auch auf Toxoplasmose getestet werden.

Diagnose & Verlauf bei Toxoplasmose

Durch eine Blutentnahme können gesunde Menschen auf Toxoplasmose untersucht werden. Hierbei kann eine Untersuchung des Blutes die Menge und Art der Antikörper aufzeigen sowie eine frühere Infektion. Auch eine akute Infektion mit Toxoplasmose kann so entdeckt werden. Damit der Erreger jedoch mit größter Sicherheit festgestellt werden kann, muss dieser in der DNA (Erbgut) zu finden sein. Bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem ist es erforderlich einen DNA-Test auszuführen, da der Antikörper-Test meist negativ ausfällt. Eine weitere Option ist der direkte Nachweis des Erregers durch das Anlegen einer Zellkultur.

Behandlung & Therapie von Toxoplasmose

Bei einer Toxoplasmose ohne oder mit leichten Symptomen muss keine Behandlung der Betroffenen erfolgen. Eine Therapie ist jedoch zwingend erforderlich, wenn die Person starke klinische Symptome aufweist, immungeschwächt, aktuell schwanger oder im Mutterleib befindlich ist. Die Behandlung der Toxoplasmose erfolgt normalerweise mit einem spezifischen Antibiotika beziehungsweise Antiparasitika. Meist werden deshalb Medikamente wie Sulfadiazin, Spiramycin, Pyrimethamin und Cotrimoxazol verwendet, um die T-Helferzellen zur Arbeit anzuregen. Schwanger sollten zusätzlich zur Basismedikation Folinsäure zu sich nehmen, damit der Verlust an Folsäure ausgeglichen wird.

Ab wann in der Schwangerschaft ist Toxoplasmose gefährlich?

Ist die werdende Mutter bereits vor der Schwangerschaft mit Toxoplasmose infiziert worden, können im Blut Antikörper nachgewiesen werden, welche auf den Fötus übertragen werden und somit das Ungeborene schützen. Infiziert sich die Schwangere jedoch in der Schwangerschaft, kann sich auch das ungeborene Kind damit anstecken. Die Folgen einer solchen Infektion mit Parasiten in der Schwangerschaft kann große Probleme wie Fehlgeburten oder schwere Schäden beim Kind auslösen. In einigen Fällen ist es sogar möglich eventuelle Schäden durch Toxoplasma gondii im Mutterleib erst nach mehreren Jahren in Form einer Lernschwäche oder Hörschäden zu bemerken. Im Allgemeinen gilt, dass das Risiko den Parasiten auf den Fötus zu übertragen mit der Länge der Schwangerschaft zunimmt. In den ersten drei Monaten liegt das Risiko bei etwa 15 Prozent, während es in den letzten drei Monaten ca. 60 Prozent beträgt. Im Gegensatz zur Infektionsgefahr verhält sich das Risiko der Schwere möglicher Komplikationen. Die für das Ungeborene geltende Gefahr ist demnach auch vom genauen Zeitpunkt der Toxoplasmeninfektion abhängig.

Ist Toxoplasmose ansteckend?

In sehr seltenen Fällen wird die Toxoplasmose von Mensch zu Mensch übertragen. Diese Option besteht oftmals nur dann, wenn sich eine werdende Mutter in der Schwangerschaft mit dem Erreger infiziert und diese auf den Fötus überträgt. In einem anderen Fall ist eine Ansteckung mit Toxoplasmose von Mensch zu Mensch fast unmöglich.

Ist Toxoplasmose heilbar?

Die Erkrankung Toxoplasmose ist nicht heilbar. Der Erreger kann jedoch durch entsprechende Medikamente kontrolliert werden. Bei einer akuten Infektion mit den Parasiten hilft das Immunsystem dabei diese in Zysten einzukapseln und so außer Gefecht zu setzen. Die Erreger sind danach harmlos und verbleiben für immer im eigenen Körper. Bei einer das Immunsystem angreifenden Krankheit wie HIV oder einer Transplantation von Organen besteht die Möglichkeit, dass die Erreger reaktiviert werden und zu Problemen führen.

Wie schützt man sich gegen Toxoplasmose?

Damit eine Infektion mit Toxoplasmose nicht passieren kann gibt, es einige Tipps und Tricks. Für alle Menschen die im Besitz einer Katze sind ist es von Vorteil diese nicht mit rohem Fleisch zu füttern, da somit das Risiko der Entstehung einer Toxoplasmose des eigenen Haustieres deutlich minimiert wird. Auch das Meiden des Katzenklos beugt der Infektion mit den Erregern vor. Besonders wichtig ist dies im Rahmen der Schwangerschaft, weshalb die Reinigung der Toilette des Stubentigers niemals von werdenden Müttern ausgeführt werden sollte. Nicht in Vergessenheit sollte auch die Gartenarbeit geraten. Viele Tiere lagern ihren Kot auf oder in der Erde ab und stellen so eine Gefahr für den Menschen dar. Als Grundregel gilt das regelmäßige Händewaschen nach der Gartenarbeit oder der Säuberung der Katzentoilette.

Was darf ich bei Toxoplasmose nicht essen?

Damit eine Toxoplasmose keine Chance hat, sollten Menschen nicht pasteurisierte Ziegenmilch oder -käse meiden. Auch das Essen von halb garem, geräuchertem oder rohem Fleisch ist zu vermeiden. Für den Fall, dass jene Nahrung mit Küchenutensilien zubereitet wurden, sind diese gut zu reinigen. Eine häufig unvergessene Gefahr stellen ungewaschene Früchte und Obst dar. Außerdem sollte das Reinigen der Hände niemals vergessen werden.

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