Blasenentzündung (Zystitis): Ursache, Symptome, Diagnose und Therapie bei Blasenentzündung

Blasenentzündung

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Blasenentzündung

Die lateinische Bezeichnung für eine Blasenentzündung ist Zystitis. Es ist eine Entzündung der Schleimhaut, einer sogenannten. Wobei hierbei die gesamte Blasenwand entzündet ist.

Diagnostiziert ein Arzt einen Harnblasenentzündung ist diese Erkrankung auch unter einem Blasenkatarrh bekannt. Von einer chronischen Zystitis (Blasenentzündung) kann ausgegangen werden, wenn diese ständig auftritt, oder sich als neue Infektion einer nicht ausgeheilten Entzündung zeigt. Berichten der Krankenkasse sind Zahlen zu entnehmen, dass beispielsweise im Jahr 2009, rund 2,5 Mio. Bundesbürger an einer Blasenentzündung (Zystitis) erkrankt waren. Das bedeutet, das jeder Dritte in dem Jahr betroffen war. Statistisch gesehen leidet jede zweite Frau in ihrem Leben an einer Blasenentzündung. Die Begründung, dass die Frauen häufiger als die Männer an dieser Entzündung erkranken wird im Kapitel „Ursachen“ genauer dargelegt. In 80 % der akuten Blasenentzündungen kann man davon ausgehen, dass der Heilungsprozess ohne Medikamente abläuft. Zu Komplikationen kann es während der Schwangerschaft kommen. Dies kann unter Umständen zu einer Fehlgeburt führen. Männer sollten bei ersten Anzeichen einer Blasenentzündung in jedem Fall den Arzt aufsuchen. Es könnten erste Anzeichen für eine Prostatavergrößerung sein. Diese lässt sich frühzeitig erkannt besser behandeln.

Ursachen einer Blasenentzündung

Ursächlich für eine Blasenentzündung (Zystitis) sind unterschiedliche Erreger. Meist ist sie auf Bakterien zurückzuführen. Aber auch Viren, Würmer oder Pilze können in Betracht kommen. 80 % der Infektionen der Harnröhre werden durch Bakterien (Escherichia Coli) hervorgerufen.  Von dieser Erkrankung sind vorwiegend Frauen betroffen. Anatomisch ist das leicht erklärt. Zum einen da die Harnröhre kürzer ist die eines Mannes ist. Zum anderen liegt sie näher an der Afteröffnung. Die Schmierinfektion ist hierbei der Verbreitungsweg. Die Bakterien können sich durch den Geschlechtsverkehr weiterverbreiten. Erreger, welche sich in den Ausscheidungen des Afters befinden, können bis zur Harnblase vordringen. Physiologische Ursachen sind als nächstes zu erwähnen. Dabei steht an erster Stelle die Veränderungen im Hormonhaushalt. Schwankungen können während der Menstruation beobachtet werden. Der Östrogenmangel ist in den Wechseljahren zu erwarten. Die übertrieben Intimpflege kann die natürliche Schutzfunktion der Schleimhäute beeinträchtigen. Erregern ist es so leichter möglich an den Schleimhäuten Halt zu finden. Besondere Risiken birgt auch ein Blasenkatheder. Zu therapeutischen oder auch diagnostischen Zwecken wird hierzu ein dünner Schlauch in die Harnröhre eingeführt. Es gibt viele Risikofaktoren, die eine Blasenentzündung (Zystitis) begünstigen. Die Erreger wurden bereits genannt. Hinzu kommt, eine Harnabflussstörung, Unterkühlungen, zu geringe Flüssigkeitszufuhr und der häufige Geschlechtsverkehr. Bekanntheitsgrad hat der letzte Risikofaktor unter dem Namen „Flitterwochenkrankheit“ erlangt. Der Name ist aus dem englischen (Honeymoon Zystitis) abgeleitet. Besonders sexuell aktive Frauen sind häufig von dieser, meist unkomplizierten Form der Blasenentzündung betroffen.

Symptome einer  Blasenentzündung

Zu den Symptomen einer Blasenentzündung gehörenStändiger HarndrangBrennen beim WasserlassenSchmerzen in UnterbauchBlut im UrinSchmerzen im RückenFieberUrin ist getrübtZu Beginn einer Blasenentzündung (Zystitis) hat der Patient ständig das Gefühl zur Toiletten gehen zu müssen. Beim Wasserlassen tritt ein Brennen auf und die zu entleerende Menge ist vergleichbar mit dem Völlegefühl der Blase, eher gering. Teilweise sind es nur ein paar Tropfen, welche die Betroffenen auch Nachts zwingen, zur Toilette zu gehen. Das dabei stellenweise unerträgliche Brennen resultiert aus dem sauren Urin, der durch die gereizten Schleimhäuten der Blase und der Harnröhre fließt. Ein Tipp ist Speisenatron in viel Flüssigkeit aufgelöst zu trinken. Hierdurch wird der Harn neutralisiert, sodass eine Linderung des Brennens erreicht wird. Im weiteren Verlauf treten Schmerzen zunächst im Unterbauch auf, die bis zum Rücken ausstrahlen können. Diese können sich krampfartig zeigen. Bedingt durch die Entzündung kann der Patient auch über Fieber klagen. Zu bemerken ist eine Verfärbung des Urins. Diese wird nicht mehr bernsteingelb, sondern eingetrübt sein. In jedem Fall muss ein Arzt konsultiert werden, wenn sich Blut im Urin befindet.

Diagnose einer  Blasenentzündung

Der Besuch beim Arzt beginnt, wie bei fast allen Untersuchungen, mit der Ergebung der Anamnese (Krankheitsgeschichte).  Anschließend wird dem Patienten ein Becher gegeben, in welchen er seinen Mittelstrahlurin auffangen soll. Bei Wasserlassen ist hierbei nicht gleich der erste Urin in den Behälter zu geben, sondern nach einer kurzen Unterbrechung erst dann den Behälter zum Auffangen des Urins, darunter halten. Der Becher muss hierbei nicht total gefüllt werden, sodass der restliche Urin wieder in das Toilettenbecken laufen kann. Bereits in der Arztpraxis wird mittels eines Teststreifens die erste Urinuntersuchung vorgenommen. Geprüft werden die weißen und roten Blutkörperchen, sowie der Nitritanteil im Urin. Oft ist dieses Ergebnis in Zusammenhang mit den beschrieben Symptomen schon ausreichend, um die geeignete Therapie in die Wege zu leiten. Diese wird in der Verabreichung von Antibiotika, zu Bekämpfung der Erreger, bestehen. Eine Blasenentzündung (Zystitis) sollte nun nach kurzer Zeit keine Symptome mehr zeigen. Anders verhält es sich, wenn bei einer Blasenentzündung eine Schwangerschaft oder ein Diabetes mellitus zu berücksichtigen sind. Eine umfangreichere Diagnostik ist auch bei einer chronischen Blasenentzündung einzuleiten. Folgende Möglichkeiten stehen hierfür zur Verfügung.UltraschalluntersuchungRestharnbestimmungHarnflussmessungRöntgenuntersuchung mit einem KontrastmittelBlasenspiegelungMit der Ultraschalluntersuchung werden mögliche anatomische Veränderungen der Nieren und Harnwege ermittelt. Ein Rückschluss auf eine mögliche Entleerungsstörung lässt die Restharnbestimmung zu. Die Blase eines Erwachsenen fast zwischen 300 – 400 ml. Täglich beträgt die Ausscheidungsmenge durchschnittlich 1,5 Liter. Nach dem Urinieren in den Trichter des Messgerätes werden mehrere Werte bei der Harnflussmessung grafisch dargestellt. Die Röntgenuntersuchung mit einem Kontrastmittel nennt sich Urographie. Dargestellt wird bei dieser Untersuchungsmethode der gesamte Harntrakt. Begonnen bei den Nieren, über die Harnleiter bis hin zur Blase. Veränderungen der Harnröhre, der Prostata, Tumore oder auch Blasensteine lassen sich mit der Blasenspiegelung (Zystoskopie) feststellen.

Therapie und Behandlung bei Blasenentzündung

Zunächst der Blick auf die Möglichkeiten der Selbsthilfe bei einer akuten Blasenentzündung (Zystitis). Vermehrte FlüssigkeitszufuhrWarme SitzbäderFeuchtwarme UmschlägeWärmflascheWenn gesundheitlich nichts dagegen spricht, sollte man 2 - 3 Liter am Tag trinken. Somit wird die Blase häufiger entleert. Die vorhandenen Keime können schnell ausgespült werden. Hierfür eigenen sich spezielle Teesorten. Diese enthalten, wie in den Nieren und Blasentees, Bärentraubenblätter. Kostengünstig werden die antibakteriell wirkenden Tees in der Apotheke angeboten. Wärme in unterschiedlichen Formen kann zur Anwendung kommen. So können es Sitzbäder sein, oder auch feuchtwarme Umschläge. Die Wärmflasche hat sich hierbei besonders gut bewährt. Durch die Wärme entspannt sich die glatte Muskulatur der Blase. Das hat eine Reduzierung der Schmerzen zur Folgen. Tritt allerdings nach wenigen Tagen keine Besserung ein, sollte die weitere Therapie durch den Arzt erfolgen.Medikamentöse BehandlungAntibiotika- Trimethoprim- Cotrimoxazol- Ciprofloxacinkrampflösenden Medikamenteschmerzstillende MedikamenteIn erster Linie gilt es, die Entzündung zu bekämpfen. Das gelingt nur, indem die verursachenden Bakterien abgetötet werden. Die o.g Medikamente sind Beispiele, die ein Arzt verordnen kann. Er wird dabei eine Schwangerschaft, den Diabetes mellitus, andere Erkrankungen und Begleiterscheinungen genau abklären.  Die Aussichten einer schnellen Genesung von einer Blasenentzündung ist davon anhängig, wie weit die Entzündung aufgestiegen ist und wie viele der Organe betroffen sind. Untere Harnwegsinfektionen heilen in der Regel schnell und folgenlos ab. Bei fachgerechter Behandlung kann auch eine komplizierte Form der Blasenentzündung, selbst wenn die Nieren betroffen sind, ohne bleibende Schäden geheilt werden. Liegen Fehlbildungen, organische Gegebenheiten oder Grunderkrankungen vor, die eine Blasenentzündung begünstigen ist das Risiko hoch, dass es sich zu einer chronischen Erkrankung entwickelt. Ist dieser Verlauf eingetreten, ist eine kontrollierte medikamentöse Behandlung erforderlich. Tödlich können die Fälle enden, bei denen eine Sepsis (Blutvergiftung) sich nicht therapieren lässt. Dies ist aber sehr selten der Fall. Wie bei allen Erkrankungen ist es besser einer Blasenentzündung (Zystitis) vorzubeugen. 10 TippsReichlich trinkenNieren schützenauf warme Füße achtennasse Badesachen sofort wechselnVermeiden von sitzen auf kalten Flächenregelmäßig WasserlassenIntimpflege ohne parfümierte ProdukteToilette nach dem Sex aufsuchengesunde ErnährungStärkung der Abwehrkräfte

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