PDE-5-Hemmer – Vielseitig eingesetzte Präparate

PDE-5-Hemmer

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PDE-5-Hemmer

Was sind PDE-5-Hemmer? Wie ist die Wirkungsweise? Welche PDE-5-Hemmer gibt es? Therapie und Behandlung - Alle Informationen im Überblick

PDE-5-Hemmer

PDE-5-Hemmer sind Medikamente, welche durch Hemmung des Enzyms Phosphodiesterase 5 dafür sorgen, dass sich die Blutgefäße im Körper erweitern. Insbesondere trifft dies für Bereiche des Körpers zu, an denen die Konzentration von Phosphodiesterase 5 besonders hoch ist. Hierzu zählt neben der glatten Muskulatur z.B. auch das Lungengewebe. PDE-5-Hemmer werden primär zur Behandlung von erektiler Dysfunktion verschrieben, darüber hinaus jedoch auch zur Behandlung von Pulmonaler Hypertonie oder dem benignen Prostatasyndrom eingesetzt.

PDE-5-Hemmer zur Behandlung von Pulmonaler Hypertonie

Von pulmonaler Hypertonie spricht man, wenn eine Erhöhung des Gefäßwiderstands dazu führt, dass der Blutdruck im Lungenkreislauf ansteigt. Nach der Nizza Klassifizierung wird die pulmonale Hypertonie in fünf verschiedene Klassen eingeteilt:

  1. Pulmonalarterielle Hypertonie
  2. Pulmonale Hypertonie bei Erkrankungen des linken Herzens
  3. Pulmonale Hypertonie bei Lungenerkrankungen (oder Hypoxie)
  4. Pulmonale Hypertonie auf Basis chronischer Thromboembolien
  5. Pulmonale Hypertonie mit ungewissen, multifaktoriellen Mechanismen

Alle fünf Arten der pulmonalen Hypertonie werden darüber hinaus in weitere Subklassen unterteilt. Die Behandlung mit PDE-5-Hemmern ist je nach Diagnose des Arztes und Ausprägung der Krankheit zugelassen.

In Deutschland sind zur Behandlung von pulmonaler Hypertonie zwei Medikamente zur Verschreibung freigegeben und in Apotheke erhältlich. 

  • Revatio – Sildenafil 20mg

Der aktive Wirkstoff des Medikaments Revatio ist Sildenafil und wird in der Dosierung von 20mg verschrieben. Es ist zur Verabreichung an Erwachsene, sowie Kinder und Jugendliche zwischen 1 und 17 Jahren geeignet. Das Präparat wird vom Pharmahersteller Pfizer vertrieben.

  • Adcirca – Tadalafil 20mg

Der aktive Wirkstoff des Medikaments Adcirca ist Tadalafil in einer Dosierung von ebenfalls 20mg. Zwar dürfte das Medikament zur Verabreichung an Minderjährige geeignet sein, jedoch ist es zur Behandlung von Lungenhochdruck bei Erwachsenen angegeben. Adcirca wird vom Hersteller Lilly Deutschland GmbH (Eli Lilly) vertrieben.

PDE-5-Hemmer zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms

Beim benignen Prostatasyndrom handelt es sich um auftretende Komplikationen, welche mit der natürlichen Vergrößerung der Prostata im ansteigenden Alter auftreten können. Dies kann sich in Beschwerden im unteren Harntrakt sowie in Harnabflussstörungen aus der Blase äußern.

  • Cialis 2,5mg & 5mg – Tadalafil

Der aktive Wirkstoff im Medikament Cialis ist Tadalafil. Zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms wird das Medikament ausschließlich in den beiden niedrigsten Dosierungen von 2,5mg und 5mg verschrieben. Niedrig dosiert ist das Medikament zur täglichen Einnahme geeignet, was für die erfolgreiche Behandlung der Komplikationen notwendig ist. Vertrieben wird das Medikament vom Hersteller Lilly Deutschland GmbH (Eli Lilly).

Der Wirkstoff Tadalafil wirkt in diesem Zusammenhang muskel- und gefäßentspannend und sorgt somit dafür, dass der Harnabfluss wieder besser stattfinden kann.

PDE-5-Hemmer zur Behandlung von erektiler Dysfunktion

Die primäre Indikation bei der Verschreibung von PDE-5-Hemmern ist die erektile Dysfunktion. Zwar wurde der PDE-5-Hemmer Viagra (Sildenafil) primär zur Behandlung der Angina pectoris (Brustenge) entwickelt, jedoch stellten Forscher damals eine bemerkenswerte, erektionsfördernde Wirkung fest. Auf Basis dieser Entdeckung entschied sich der Pharmahersteller Pfizer dazu, das Medikament zur Behandlung von erektiler Dysfunktion zuzulassen. Im Jahr 1998 erhielt das Medikament die Zulassung von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA.

Die Zulassung weiterer Präparate der Medikamentenklasse der PDE-5-Inhibitoren folgte im Jahr 2003. Der Pharmahersteller Bayer vertreibt seit 2003 das rezeptpflichtige Medikament Levitra, der Pharmahersteller Eli Lilly das Präparat Cialis. Mehr als 10 Jahre später im Jahr 2014 folgte das zuletzt zugelassene Medikament Spedra (in den USA unter dem Namen Stendra vertrieben) von Berlin-Chemie.

Als erektile Dysfunktion werden Leiden definiert, welche die Unfähigkeit der Ausführung eines zufriedenstellenden Geschlechtsakts beim Mann zur Folge haben. Dies geschieht entweder, da keine Erektion des männlichen Geschlechtsteils entsteht, oder eine Erektion nicht ausreichend stark bzw. lang ist.

Differenziert wird hier zum Krankheitsbild der Impotenz, welche diagnostiziert wird, sofern die eingangs beschriebene Störung über einen Zeitraum von sechs Monaten oder länger auftritt. Ebenfalls differenziert wird zu möglichen weiteren sexuellen Störungen wie z.B. dem vorzeitigen Samenerguss, welche nicht zur erektilen Dysfunktion zählen.

  • Viagra – Sildenafil 25mg, 50mg oder 100mg

Der aktive Wirkstoff Sildenafil wird zur Behandlung von erektiler Dysfunktion in drei Dosierungen von 25mg, 50mg oder 100mg verschrieben. Es handelt sich bei Viagra um ein Bedarfspräparat, welches somit nur bei Bedarf eingenommen werden muss. Der Wirkstoff erreicht die höchste Blutplasmakonzentration innerhalb der ersten 2 Stunden und bleibt bis zu 6 Stunden in ausreichender Konzentration im Blut vorhanden.

  • Cialis – Tadalafil 2,5mg, 5mg, 10mg oder 20mg

Cialis enthält den aktiven Wirkstoff Tadalafil, welcher in den Dosierungen 2,5mg und 5mg zur täglichen Einnahme verschrieben werden kann. In den höheren Dosierungen von 10mg & 20mg wird das Medikament als Bedarfspräparat verschrieben. Tadalafil erreicht die höchste Blutplasmakonzentration ebenfalls innerhalb der ersten zwei Stunden, bleibt jedoch mit bis zu 36 Stunden wesentlich länger in ausreichender Konzentration im Blutkreislauf erhalten. Cialis wird aufgrund der langen Wirksamkeit oftmals als „Wochenendpille“ bezeichnet.

  • Levitra – Vardenafil 5mg, 10mg oder 20mg

Der Wirkstoff Vardenafil im PDE-5-Hemmer Levitra wird in den Dosierungen 5mg, 10mg und 20mg zur Behandlung von Erektionsstörungen verschrieben. Auch Vardenafil wirkt innerhalb der ersten 2 Stunden am stärksten, ist jedoch im Vergleich zu Sildenafil und Cialis etwas schneller in hoher Konzentration im Blutplasma vorhanden. Das Bedarfsmedikament wirkt bis zu 5 Stunden.

  • Spedra – Avanafil 50mg, 100mg oder 200mg

Spedra enthält den Wirkstoff Avanafil. Bereits nach 15 Minuten kann der Wirkstoff in ausreichender Menge im Blut vorhanden sein und bleibt bis zu 6 Stunden wirksam in Blutplasma erhalten.

Behandlung von erektiler Dysfunktion

PDE-5-Hemmer sind besonders zur Behandlung von erektiler Dysfunktion geeignet, da das Enzym Phosphodiesterase 5 in der glatten Muskulatur des Penisschwellkörpers in erhöhter Konzentration vorhanden ist. Durch die Hemmung des Enzyms werden die Blutgefäße im Schwellkörper erweitert, so dass wieder vermehrt Blut in diesen einströmen kann. Eine bessere Erektion entsteht. Primär werden PDE-5-Hemmer bei körperlichen Ursachen der erektilen Dysfunktion verschrieben, können jedoch auch begleitend zur Therapie bei psychisch bedingten Erektionsstörungen eingesetzt werden.

Weitere Informationen: Pulmonale Hypertonie | PDE-5-Hemmer Tadalafil – Mehr als ein Potenzmittel | Potenzmittel Vergleich | Revatio Adcirca

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