Bauchspeicheldrüse, Pankreas - Anatomie, Erkrankungen - Organ im menschlichen Körper

Bauchspeicheldrüse / Pankreas

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Bauchspeicheldrüse / Pankreas

Die Bauchspeicheldrüse ist das wichtigste Verdauungsorgan im menschlichen Körper. Sie gibt Sekrete nach außen ab, die exokrine Funktion und nach innen, die endokrine Funktion.

Was ist die Bauchspeicheldrüse?

In der medizinischen Fachsprache wird sie Pankreas genannt. Sie liegt quer im Oberbauch. Die Verauungsenzyme, die sie bildet, gibt sie in den Zwölffingerdarm ab (exokrine Funktion). Dort spalten die Enzyme die Eiweiße und Kohlenhydrate sowie Fette aus der aufgenommenen Nahrung, die die Darmschleimhaut aufnehmen kann. Gleichzeitig bildet sie aber auch Hormone, die sie direkt in das Blut abgibt (endokrine Funktion). Das funktioniert über die "Lagerhans-Inseln", die den Blutzuckerspiegel regulieren sollen. Die Regulation erfolgt über die Hormone Insulin und Glucagon. Die Lagerhans-Inseln sind auch für Verdauungsprozesse verantwortlich.

Die Anatomie und der Aufbau der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse ist beim Menschen zirka 16–20 cm lang, 3–4 cm breit und 1–2 cm dick und von der Form her keilförmig. Sie wiegt zwischen 40 und 120 g. Die strukturierte Oberfläche ist charakteristisch in Läppchen gegliedert. Sie liegt hinter dem Bauchfell, zwischen dem Magen, dem Zwölffingerdarm, der Milz, der Leber sowie den großen Blutgefäßen im Bauchraums, der Aorta und der unteren Hohlvene. Beim Atmen verändert sich ihre Position nur wenig. Wenn man sie mit bloßem Auge ansieht, kann man die Bauchspeicheldrüse drei Abschnitte unterteilen:

  • den Pankreaskopf (Caput)
  • den Pankreaskörper (Corpus)
  • und den Pankreasschwanz (Cauda).

Der Zwölffingerdarm umfasst den Pankreaskopf, der einen Hakenfortsatz nach unten gerichtet hat. Von der Pankreaseinkerbung verläuft der Kopf in den Pankreaskörper nach links. An der Einkerbung sind auch die Blutgefäße zu sehen, die Arterie "mesenterica superior" und die Vene "mesenterica superior". Der Pankreaskörper verläuft horizontal quer auf der Höhe vom ersten bis zum zweiten Lendenwirbel der Wirbelsäule. In dieser Höhe ist das Organ leicht gewölbt in den Netzbeutel, der auch als Netzhöcker benannt wird. Der Pankreaskörper sieht im Querschnitt dreieckig aus und erstreckt sich zum Gefäßpol der Milz. In der Nähe mit dem Hauptgallengang, mündet ein zirka zwei Millimeter weiter Ausgang der Bauchspeicheldrüse in den walzenförmig in den Zwölffingerdarm. Die Lagerhans- Insel ist umgeben von einem dunkleren Drüsengewebe. Die Läppchen der Bauchspeicheldrüse sind zu Tausenden locker zusammengefügt. Ein Läppchen hat etwa drei Millimeter Durchmesser und enthält etliche Drüsengänge, die von sekretproduzierenden Zellen umgeben sind. Diese Drüsenzellen bilden Verdauungsenzyme, die verlustfrei ohne Zellbestandteile als ein wässriges Sekret über die Azini, ein beerenförmiges Endstück der Drüsenzelle, weitergeleitet wird und auch teilweise gespeichert. Eine Basalmembran umgibt den Azinus, der von netzartigen Fasern gestützt wird. Drei bis fünf der Azini sind zusammengefasst zu einem Drüsenbäumchen und münden in einen Gang über Schaltstücke. Die Schaltstücke werden als zentroazinäre Zellen benannt. Zum Schluss vereinen sich die Ausführungsgänge zu Hauptausführungen. Im Teil der Bauchspeicheldrüse mit dem exokrinen Teil liegen zwischen den Azini die Pankreassternzellen, die für Reparaturen verantwortlich sind.

Anatomie und Aufbau der Bauchspeicheldrüse - Die Langerhans-Insel

In einem Fluoreszenzmikroskop kann man die Betazellen grün, die Alphazellen rot und die Zellkerne blau erkennen. Die Langerhans-Inseln sind der nach innen abgebende Teil (endokrin) der Bauchspeicheldrüse. Es sind Anhäufungen von Zellen, vorwiegend im Bauchspeicheldrüsenkörper und -schwanz. Sie geben die Hormone, die sie produzieren, direkt ins Blut ab. Von der Masse der Bauchspeicheldrüse machen sie etwa zwei Prozent aus. Alphazellen sind etwa zu 30 Prozent vorhanden. Die produzieren Glucagon. Die Betazellen (etwa 60 Prozent) produzieren Insulin und Amylin. Die Deltazellen (etwa fünf Prozent) produzieren Somatostatin und die PP-Zellen (unter fünf Prozent) produzieren pankreatisches Polypeptid sowie Etazellen, die Ghrelin produzieren.

Die Lokalisation der Zelltypen führt man mit immunhistochemischer Methoden durch, ein bestimmtes Muster besteht nicht. Umgeben ist die Bauchspeicheldrüse von einem dünnen Bindegewebe mit Scheidewänden nach innen. Durch die Scheidewände werden die einzelnen Drüsenläppchen getrennt. Die Bauchspeicheldrüse durchzieht ein dichtes Kapillarnetz, das erst die gute Blutversorgung sicherstellt und die Sekretionstätigkeit ermöglicht.

Die Blutversorgung der Bauchspeicheldrüse und Lymphabfluss

Drei größere Gefäße versorgen die Bauchspeicheldrüse, die große Bauchspeicheldrüsenarterie und die untere Bauchspeicheldrüsen-Zwölffingerdarmarterie. Sie verzweigen sich in kleinere Arterien, die sich teilweise wieder miteinander verbinden. Kleine Bauchspeicheldrüsenvenen leiten venöses Blut aus dem Körper und dem Schwanz über die Milzvene in die Pfortader. Das Kopfblut der Bauchspeicheldrüse kommt über die Bauchspeicheldrüsen-Zwölffingerdarm-Vene und die obere Gekrösevene in die Pfortader. Die Lymphgefäße leiten die Lymphe über Knoten in den Lymphsammelstamm in der Bauchhöhle. Angestoßen wird die Sekkretbildung der Bauchspeicheldrüse über das vegetative Nervensystems. Die Alpha - und Betazellen werden stimuliert über den M3-Rezeptor. Mittels sympathischen Fasern steuern Nervenzellen in der Bauchhöhle (ganglion) Neuronen an, die die Bauchspeicheldrüse stimulieren. Alpfha2-Adrenozeptoren senken die die Sekretion der Beta- und Delta-Zellen und steigern die der Alpha-Zellen gesteigert. Über Beta2-Adrenozeptoren wird die Sekretion der Beta- und Delta-Zellen gesteigert.

Funktion und Aufgaben der Bauchspeicheldrüse als exokrine Drüse - Verarbeitung der Nährstoffe

Bauchspeicheldrüse ist als exokrine Drüse die wichtigste Verdauungsdrüse. Sie produziert täglich etwa zwei Liter Verdauungssekret beim Menschen, der als Pankreassaft bezeichnet wird. Über Nerven wird er beim Kauen der Nahrung über Geruch und Geschmack stimuliert. Die Magenwand wird gedehnt und Hormone steigern die Bildung und die Abgabe des Pankreassafts. Das dabei entstehende Chlorid im Ausgang der Bauchspeicheldrüse kann zur Entstehung Zystischer Fibrose führen. Einige der Hormone und der Sympaticus-Nerv hemmen allerdings die Menge des Pankreassafts. Im Bauchspeicheldrüsensekret sind ebenfalls eiweißspaltender Enzyme, stärkespaltende Enzyme sowie fettspaltende Enzyme (Lipasen) enthalten. Die eiweißspaltenden Enzyme sind inaktiv, damit die Bauchspeicheldrüse sich nicht selbst verdaut. Die Epithelzellen in der Bauchspeicheldrüsengänge produzieren Hydrogenkarbonat-Ionen, die den pH-Wert des Pankreassaftes auf acht einstellen. So neutralisiert das alkalische Pankreassekret den aus dem Magen angesäuerten Darminhalt und optimiert das Milieu für die Arbeit der Verdauungsenzyme.

Funktion der Bauchspeicheldrüse als endokrine Drüse

Die Langerhans-Inseln geben in der exokrinen Drüsenfunktion die Hormone direkt ins Blut. Durch einen Anstieg des Blutzuckers wird das Insulin ausgeschüttet. Zusätzliche Anregung gibt der Parasympathikus-Nerv und einige Darmhormone. Das Insulin senkt den Blutzucker auf einen normalen Wert, wobei Traubenzucker, die Glucose, in Leber und Skelettmuskulatur sowie Fettgewebe aufgenommen werden. Dabei wird die Speicherung der Glucose gefördert und eine Neubildung gehemmt. Die Alphazellen schütten bei starker Unterzuckerung Glucagon (Glaucon) aus, was aus der Leber Traubenzucker freisetzt und den Blutzucker ansteigen lässt.

Krankheiten, Beschwerden und Störungen der Bauchspeicheldrüse - exokriner Anteil - Warum schädigt Alkohol die Bauchspeicheldrüse - Was kann Bauchspeicheldrüsenkrebs auslösen

Wenn die Bauchspeicheldrüse sich zum Beispiel durch Gallensteine entzündet (akute Pankreatitis) hat, führt das zu Schmerzen im Oberbauch mit Übelkeit und Erbrechen sowie Verstopfung und Fieber. Chronisch kann eine Pankreatitis werden durch Alkoholmissbrauch. Dabei kann es zu einer starken Entzündungsreaktion der Bauchspeicheldrüse kommen und zur Selbstverdauung des Organs. Wenn nicht genügend Enzyme gebildet werden können, ist das eine exokrine Pankreasinsuffizienz. Sie führt zu Verlust von Bauchspeicheldrüsengewebe oder bei chronischer Pankreatitis eventuell zu Bauchspeicheldrüsenkrebs, kann aber auch genetisch bedingt und angeboren sein. Man kann sie mit der Einnahme von Pankreatin behandeln zu den Mahlzeiten. Häufig sind auch Pankreaszysten und -pseudozysten, die als Blasen in der Bauchspeicheldrüse auftreten. Sie treten bei können als Entwicklungsstörungen und durch Trauma, Entzündung sowie durch Tumore entstehen, verursachen aber meist keine Beschwerden. Sie entstehen meist nach Pankreatitis durch Gewebseinschmelzung, können Fieber auslösen und neigen zu Bildung von Abszessen Tumore sind zu 98 Prozent die häufigste exokrine Erkrankung, die meist bösartig sind und eine erhöhte Sterblichkeitsrate auslösen. Das Gangsystem der Bauchspeicheldrüse kann auch von einigen Saugwürmern befallen werden.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse - endokriner Anteil

Der endokrine Anteil der Bauchspeicheldrüse erkrankt am häufigsten durch die Zuckerkrankheit. Der Diabetes Mellitus ist ein Insulinmangel oder die Wirksamkeit des Insulins ist zu schwach. Der Diabetes Mellitus Typ 2 ist die in der Welt verbreitetste Massenerkrankung und richtet erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden an. Seltener ist die Diabetes-Erkrankung, der Diabetes Mellitus Typ 1, die durch die Minderfunktion der Langerhans-Inseln oder deren Zerstörung ausgelöst wird. Eine erblich bedingte Störung ist die Nesidioblastose, bei der das nselzellgewebe vermehrt ist und zu viel Insulin ausschüttet. Dadurch werden bereits Säuglinge schwer unterzuckert. Tumore im endokrinen Bereich kommen nur zu etwa zwei Prozent vor, überwiegend werden die Betazellen befallen und diejenigen, die das Gastrin produzieren.

Wie läuft eine Untersuchung der Bauchspeicheldrüse ab? - Ab wann sind Bauchspeicheldrüsenwerte erhöht?

Hinweise auf den Befund einer Untersuchung treten schon bei der Vorgeschichte und dem körperlichen Befund zu Tage. Bewährt hat sich die Bestimmung der Pankreaslipase (normal 60) im Labor, alternativ wird die Pankreas-Amylase mittels des Serums bestimmt. Der Nachweis der exokrinen Pankreasinsuffizienz wird beim Menschen mit dem Sekretin-Pankreozymin-Test geführt oder durch die Pankreas-Elastase im Stuhl. Für die Funktion des endokrinen Anteils nimmt man Blut-, Urinzucker, den HbA1c-Wert sowie C-Peptid und Fructosamin. darüber hinaus können Autoimmunerkrankungen der Bauchspeicheldrüse mit Bestimmung der Autoantikörper festgestellt werden.

Tumore der Bauchspeicheldrüse weist man am besten mit Bildverfahren wie Sonografie und Computertomographie sowie Magnetresonanztomographie oder das kombiniertes endoskopisch-radiologische Verfahren. Weiter gibt es Cholangiopankreatikographie, ein endoskopisch, retrogrades Verfahren sowie die Bauchhöhleneröffnung und -spiegelung, bei der man das Organ direkt beurteilen kann.

Welche Lebensmittel sind gut für die Bauchspeicheldrüse

Eine gesunde basische Ernährung ist frei von Alkohol, von Zucker und von isolierten Kohlenhydraten sowie von raffinierten Fetten.

Erkrankungen der Bauspeicheldrüse

  • Pankreatitis
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)
  • Fehlbildungen das Gangsystems
  • Pankreaspseudozysten
  • Pancreas anulare
  • Pancreas divisum

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