Gebärmutter, Uterus - Anatomie, Erkrankungen, Funktion - Organ im menschlichen Körper

Gebärmutter, Uterus

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Gebärmutter, Uterus

Ohne dieses Organ wäre niemand von uns am Leben. Die Gebärmutter hat aus evolutionärer Sicht also die wesentlichste Bedeutung, wenn es um die Fortpflanzung geht.

Die Gebärmutter

Sie nimmt die befruchtete Eizelle auf, bietet ihr Nahrung und Schutz und in ihr, wird letztlich der Embryo bis zur Geburt ausgetragen. Doch was ist die Gebärmutter genau und wie ist sie aufgebaut. Welche Erkrankungen gibt es und was kann man dagegen tun.

Was ist die Gebärmutter?

Die Gebärmutter wird medizinisch auch Uterus gennannt. Das entsprechende Pedant zu diesem Organ kommt bei allen weiblichen Säugetieren vor. Ihre Form ähnelt einer Birne, welche auf dem Kopf steht. Bei Frauen, welche noch niemals ein Kind zur Welt gebracht haben, beträgt ihre Länge etwa 7 cm. Haben Frauen bereits mehrere Kinder ausgetragen, so erweitert sich die Länge der Gebärmutter auf einen maximalen Wert von 8 cm. Gegenüber der Scheide ist die Gebärmutter leicht nach vorn geneigt, wobei ihre Lage aber auch von der Füllung der Blase und des Mastdarms bestimmt wird. Sie ist zapfenartig mit der Scheide verbunden, wobei sich diese Verbindung in den Portio Vaginalis und in den portio Supravaginalis unterteilt. Auch andere Tierarten verfügen über ein Äquivalent zur Gebärmutter. Evolutionstechnisch hat sich dieses Organ nur bei Wirbeltieren entwickelt. Andere Tierarten verfügen über keine vergleichbar komplexe Struktur.

Anatomie und Aufbau der Gebärmutter

Bei der Gebärmutter handelt es sich um ein Hohlorgan. Dieses besteht aus drei Schichten. Die äußere Schicht wird Perimetrium genannt und ist von der Serosa, einer glatten glänzenden Schicht überzogen. Die Zwischenschicht, welche der Hauptteil der Wand ausmacht, wird Myometrium genannt und besteht aus Muskelgewebe. Die innere Schicht, über welche sich die Schleimhaut zieht, wird Endometrium genannt. Sie umschließt direkt das Cavum uteri, in welchem der Fötus heranwächst.

Am oberen Ende der Gebärmutter geht diese in die Tuben, die Eileiter, über. Sie wird des Weiteren unterteilt in den Gebämutterfundus, auch Fundus Uteri genannt, und in den Corpus Uteri, den Gebärmutterkörper. Ihm schließt sich der Gebärmutteristhmus an, welcher in den Cervix Uteri, den Gebärmutterhals übergeht. Dieser ist direkt mit der Scheide verbunden. Der Bereich wird auch als Scheidengewölbe bezeichnet, welches den Muttermund umgibt. Dabei unterteilt man das Gewölbe in den ventralen und dorsalen Bereich. Das Gewölbe ist ein direkter Bestandteil der Vagina, welche nicht nur den äußeren sichtbaren Bereich umfasst, sondern den gesamten Komplex bis zum Cervix Uteri. Der äußere sichtbare Teil, welcher den Scheideneingang sowie die Schamlippen und die Klitoris umfasst, stellt das eigentliche Geschlechtsorgan dar. Der obere Bereich des Uterus wird durch das Bauchfell abgeschlossen.

Funktion und Aufgaben der Gebärmutter

Die Gebärmutter ist bei einer Schwangerschaft das wesentliche Organ. In ihr nistet sich die Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut ein und beginnt sich dort zu teilen. Über die Nabelschnur, welche sich durch einen Fortsatz gebildet, welcher die Eizelle mit der Wand verbindet. In ihm befinden sich besonders viele Gefäße, welche den Sauerstoff aus dem Blut der Frau, an das werdende Kinde weiterleitet. Dabei vermischen sich das Blut der Mutter und des Kindes aber niemals, der Austausch findet durch eine halbdurchlässige Membran statt. Der Uterus ist gleichzeitig der Schutz des Fötus vor der Außenwelt. Die Gebärmutter ist mit dem Fruchtwasser gefüllt, in welchem der Fötus quasi schwimmt. Die Gebärmutter nimmt über den Hals auch die Spermien auf und befördert diese zum wartenden Ei. Während der nicht Fruchtbaren Tage wird der Eingang von einem Sekret verschlossen, welches es den Spermien unmöglich macht, in das Organ zu gelangen. Während der fruchtbaren tage erleichtert dieses Sekret den Spermien wiederum den Zugang. Hierbei ist ein Orgasmus von Vorteil, da der Muttermund bei diesem, direkt in das Ejakulat eintaucht. Bei der Geburt und dem Einsetzen der Wehen, ist ihre Muskulatur maßgeblich beim Geburtsvorgang beteiligt.

Krankheiten, Beschwerden und Störungen der Gebärmutter

Allgemeine Beschwerden der Gebärmutter kommen häufig vor und können sich in verschiedener Art und Weise äußern. Eine Störung liegt zum Beispiel bei gutartigen Neubildungen vor. Hierbei handelt es sich um rundliche Verdickungen, welche man als Myome bezeichnet. Diese bestehen aus Bindegewebe und treten etwa ab den 35. Lebensjahr vermehrt auf. Dabei hängt es von ihrer Lage ab, ob die Myome Beschwerden auslösen oder nicht. In der Regel sind sie gut behandelbar und können im Idealfall durch Hormone beseitigt werden. Bei einer Schwangerschaft haben sie in der Regel keinerlei Auswirkungen.

Neben dieser harmlosen Form der Störung, gibt es auch entzündliche Erkrankungen, welche zum Teil schwere Folgen haben können. Diese werden in der Regel von Viren oder Bakterien verursacht. Dabei treten häufig Fieber und heftige Schmerzen im Unterbauch auf. Bei schweren Fällen können auch Abszesse die Folge sein, welche bei entstehenden Blutungen auch zu einer Sepsis führen können. Die meisten entzündlichen Erkrankungen werden mit Antibiotika behandelt. Zudem werden abschwellende Mittel verabreicht und viel Ruhe verordnet.

Bei nichtentzündlichen Erkrankungen handelt es sich häufig um Zysten, welche bei besonders schweren Fällen, bedingt durch den Ablauf des Menstruationszyklus, zu heftigen Beschwerden führen können. Wird eine solche Zyste an der Schleimhaut endeckt, so spricht man von einer Endometriose. Behandelt wird diese durch eine Entfernung der Zyste oder durch die Gabe von Medikamenten, die dazu dienen sollen, die Zyste aufzulösen.

Ein Gebärmuttervorfall wird dadurch verursacht, dass die haltenden Strukturen des Organs, also das entsprechende Bindegewebe, nachgibt. Hierbei können Inkontinenz und Kreuzbeschwerden auftreten. Handelt es sich nur um eine leichte bis mittelschwere Senkung, so hilft in der Regel ein entsprechendes Muskelaufbautraining. Bei schweren Senkungen kann auch ein operativer Eingriff notwendig sein.

Blutungsstörungen bei der Monatsblutung können durch viele Faktoren ausgelöst werden. Hier kann ein hormoneller Hintergrund bestehen, die Störung kann aber auch durch Stress im Alltag verursacht werden. Überhaupt ist Stress ein entscheidender Faktor, da hierdurch der Mentruationszyklus durchaus strak beeinflusst werden kann. Auch kann es zu einem Ausfluss aus der Scheide kommen. Sollten während der Blutungsstörungen Schmerzen auftreten, kann aber auch eine organische Ursache vorliegen. Die Behandlung richtet sich dann jeweils nach der entsprechenden Diagnose.

Ab welchem Alter kann man Gebärmutterhalskrebs bekommen

Wann Gebärmutterhalskrebs genau auftreten kann, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Häufig ist dies aber bei Frauen der Fall, welche sich in der Menopause befinden oder kurz davor stehen. Während der Wechseljahre verändert sich der Hormonhaushalt einer Frau grundlegend und somit auch die Bedingungen in der Gebärmutter. Heute geht man davon aus, dass der Krebs vor allem durch Papillomviren verursacht wird. Diese Viren werden häufig beim Geschlechtsverkehr übertragen, und sind in vielen Fällen harmlos. Dennoch können bei besonderen Belastungen des Körpers auch die genannten Folgen auftreten. Um herauszufinden ob man mit den Viren infiziert ist, kann ein PAP-Test hilfreich sein. Inzwischen gibt es auch die Möglichkeit der HPV-Impfung, um das Risiko für eine Krebserkrankung drastisch zu senken.

An welchem Zyklustag baut sich die Gebärmutterschleimhaut auf?

Die Schleimhaut der Gebärmutter baut sich ab dem 5. Zyklustag auf. Dabei spielt das Hormon Östrogen eine bedeutende Rolle. Kurz nach dem Beginn der Aufbauphase kann es auch noch zu Schmierblutungen kommen, dies ist aber nur in vereinzelten Fällen belegt.

Was ist eine Ausschabung der Gebärmutter?

Die Ausschabung ist mit der häufigste Eingriff, den Ärzte durchführen. Dabei wird die Schleimhaut der Gebärmutter entfernt. Dies kann aus diagnostischen Gründen oder auch bei medizinischer Relevanz notwendig sein. Für den Uterus ist der Eingriff nichts ungewöhnliches, denn die Schleimhaut der Gebärmutter geht jeden Monat während der Menstruation ab.

Was ist nach einer Gebärmutteroperation zu beachten?

Nach einer Operation der Gebärmutter ist nicht immer Bettruhe erforderlich. Diesesollte nur dann eingehalten werden, wenn der Uterus vollständig entfernt wurde. Allerdings sollte man das Tragen schwerer Lasten vermeiden, um einer eventuellen Senkung vorzubeugen. In jedem Fall sollte immer eine Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Eventuelle Schäden der Eierstöcke sind allerdings nicht zu befürchten.

Warum fallen Embryonen nicht aus der Gebärmutter?

Während der Schwangerschaft ist die Gebärmutter mit Fruchtwasser gefüllt. In diese schwimmt der Fötus. Die Flüssigkeit wird von der Fruchtblase gehalten, sodass ein vorzeitiger Austritt in der Regel nicht möglich ist.

Erkranungen der Gebärmutter

  • Gebärmutterentzündung
  • Myom (Gebärmuttergeschwulst)
  • Gebärmutterhalskrebs
  • Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom)

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