Lunge - Anatomie, Erkrankungen - Organ im menschlichen Körper

Lunge

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Lunge

Die Lunge ist ein Organ des Körpers. Die fachliche Bezeichnung der Lunge ist Pulmo. Die Lunge dient der Atmung.

Was ist die Lunge?

Die menschliche Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln, welche sich auf der linken Seite in zwei und auf der rechten Seite in drei Lungenlappen unterteilt. Die Lunge hat keine eigene Muskelatur.

Die Anatomie und Aufbau der Lunge.

Durch den Mund und oder die Nase, atmet man Luft ein, welche dann in den Rachen und die Luftröhre strömt. Die Luftröhre ist quasi die Sauerstoffleitung des Körpers. Da sie so wichtig ist, hat Mutter Natur sie mit hufeisenförmigen Knorpel verstärkt, so wird verhindert dass sie abgedrückt oder verletzt wird. Wenn die eingeatmete Luft den Brustkorb erreicht, teilt sich die Luftröhre in einen rechten und eien linken Ast, den Hauptbronchus. Beide ste verzeigen sich in den Lungenflügeln immer weiter bis hin zu den Kapillaren. Diese Äste nennen sich Bronchien und Bronchiolen. Der komplette Brustkorb ist mit der Lunge ausgefüllt. Beide Lungenflügel haben die Form eines Kegels wobei der rechte Lungenflügel etwas größer ist. Die Spitze des Lungenflügels liegt immer unter einem Schlüsselbein. Mit der breiten Basis liege sie auf dem Zwerchfell, welches man Diaphragma nennt. Das Zwerchfell hat zwei wichtige Aufgaben. Es besteht aus einer Muskelplatte, welche zum Einen der wichtigste Atemmuskel ist und zum Anderen den Bauchraum und die Brusthöhle trennt. Die Lungenflügel gliedern weiter sich in zahllose Lappen und Läppchen. Ein Lungenläppchen setzt sich aus sehr vielen Lungenbläschen zusammen, welche mit Luft gefüllt sind. Jeder Mensch hat in seiner Lunge ungefähr 300 Millionen dieser Lungenbläschen. Die Lungenbläschen auch Alveolen genannt sind für den Gasaustausch verantwortlich. Der Sauerstoff geht an das Blut und der Kohlendioxid wird abgegeben. Dabei nimmt das Hämoglobin in den rote Blutkörperchen den Sauerstoff auf. Ab wann ist die Lunge ausgebildet? Ab der 13. Schwangerschaftswoche sind alle Organe im groben ausgebildet. Ab der 19. Schwangerschaftswoche beginnt die Ausbildung der Lungenbläschen. Ab der 25. Schwangerschaftswoche ist die Lunge nahezu ausgebildet. Ab der 35. Schwangerschaftswoche ist in der Regel die volle Lungenreife erreicht.

Die Funktion und Aufgaben der Lunge.

Man kann den Sauerstoff gut und gerne als Grundlage des Lebens bezeichnen. Sieht man sich den Menschen genau an, so wird man feststellen, dass in Körper eines Menschen ohne Sauerstoff so gut wie nichts laufen würde. Ein Mensch atmet von der ersten bis zur letzten Sekunde seines Lebens. Dabei schafft es ein Mensch pro Tag 10.000 bis 20.000 Liter Luft ein und aus zu atmen. Ein fünftel dieser Menge ist Sauerstoff. Der Sauerstoff wird im Laufe des Stoffwechselprozesses zu Kohlendioxid. Dieses verlässt mit jedem Atemzug den Körper. Die Lunge bewegt sich jeden Tag ungefähr 200.000 Mal. Erwachsene atmen mit jedem Atemzug in etwa einen halben Liter Luft ein und aus. Ein Erwachsener atmet zwölf bis 18 Mal in der Minute. Strengt man sich an, beispielsweise beim Sport oder bei der Arbeit so steigt die Atemfrequenz natürlich genau wie das Atemzugvolumen gravierend an.

Die Luft läuft bei jedem Atemzug durch die Bronchien, denn sie sind für die Luftverteilung zuständig. Außerdem fangen sie Fremdkörper und Krankheitserreger aus der Luft, die an dem zähflüssigen Schleim kleben bleiben, welchen die Bronchien extra mit einer speziellen Schleimhaut zu diesem Zwecke herstellen. Zudem ist diese Schleimhaut mit Flimmerhärchen ausgestattet, diese bewegen sich, was man sich vorstellen kann wie Getreide im Wind. Diese Flimmerhärchen sind dafür zuständig den Schleim und seine Anhaftungen wieder aus der Luge zu befördern. Dieser Schleim wird mit einem Reflex ausgehustet oder unwillkürlich verschluckt.

So funktioniert die eigentliche Technik der Atmung. Der Brustkorb ist im Inneren mit einer Haut ausgekleidet, welche man Rippenfell oder Pleura nennt. Die Lunge ist auch mit einer Haut überzogen, diese nennt man Lungenfell. Zwischen dem Rippenfell und dem Lungenfell befindet sich ein dünner Flüssigkeitsfilm. So ist es möglich, dass sich die Lunge und der Brustkorb gegeneinander verschieben ohne sich dabei voneinander zu lösen. So kann die Lunge jede Bewegung des Brustkorbs mitmachen. Das Einatmen muss aktiv gemacht werden. Die hauptsächlichen Muskeln die das Atmen möglich machen sind das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskeln, aber auch die Brustmuskeln und einige der Rückenmuskeln. Diese heißen aufgrund ihrer Funktion auch Atemhilfsmuskeln. Alles Muskeln zusammen dehnen den Brustkorb. Die Lunge muss sich zwangsläufig mit dehnen. So entsteht ein Unterdruck und die eingeatmet Luft wird regelrecht angesaugt. Dann entspannen sich die Muskeln wieder und die Luft wird aus der Lunge gepresst und kann ausgeatmet werden. Man kann den Atemvorgang mit Hilfe der Bauchmuskeln unterstützen.

Welche Krankheiten, Beschwerden und Störungen der Lunge gibt es?

Was bedeutet es, wenn die Lunge nicht frei ist? Wenn die Lunge nicht mehr frei ist, fällt das Atmen schwer, man muss viel husten und im schlimmsten Fall kann der Gasaustausch in der Lunge nicht mehr oder nicht mehr richtig stattfinden. Es gibt verschiedene Krankheiten und ähnliches rund um die Lunge. Ein Infarkt in der Lunge nennt man Lungenenbolie. Sie entsteht, wenn ein Blutgefäß, welches vom Herz zur Lunge führt verstopft ist. Dadurch ist der betroffene Lungenabschnitt zum Teil oder sogar ganz von der Versorgung mit Blut und damit auch von der Versorgung mit Nährstoffen abgeschnitten. Zudem wird das Blut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff angereichert. Das Herz wird stärker beansprucht, weil es gegen die Verstopfung anpumpen muss. Auch der Pneumothorax betrifft die Lunge. Hierbei gerät Luft in den Pleuraspalt und erschwert oder verhindert die Ausdehnung eines oder beider Lungenflügel. Man kann sich vorstellen, dass es die Atmung extrem erschwert. Die Lungenentzündung gehört zu den Erkrankungen der Lunge. Dabei handelt es sich um eine chronische oder akute Entzündung des Gewebes der Lunge. Die Ursache kann in einem durch Pilze, Bakterien oder Viren ausgelösten Infekt liegen, aber auch erscheinen nach dem man toxische, also giftige Stoffe eingeatmet hat. Es gibt auch Formen, welche immunologisch bedingt sind. Die Staublunge ist eine Erkrankung der Lunge, die Auftritt als Folge von der Einatmung anorganischer Stäube. Dabei kommt es zu Veränderungen im tiefen Lungengewebe. Eine Staublunge kann sich auf die Funktion der Lunge auswirken, muss es aber nicht. Eine durch verschiedene Arten der Mykobakterien ausgelöste Infektionskrankheit der Lunge ist die Tuberkulose. Es gibt auch Erbkrankheiten, welche die Lunge betreffen. Ein Beispiel hierfür ist die Mukoviszidose. Es ist eine autosomalrezessiv vererbte Erkrankung des Stoffwechsels. Sie verursacht eine Veränderung bei den Sekreten des Körpers. Somit ist leider die Lunge auch betroffen. Weit verbreitet bei den Krankheiten der Lunge ist Asthma. Es ist eine chronische Entzündung der Atemwege. Die Betroffenen leiden an Atemnot, da sich die Atemwege verengen. Die Verengung entsteht durch vermehrte Schleimbildung, verkrampfte Bronchialmuskulatur und mit Wasser gefüllten Gewebe. Die Verengungen können durch die richtige Behandlung zurückgebildet werden. Auch Allergien wirken sich oft auf die Lung aus und verursachen Atemnot. Sind die Lungenbläschen irreversible Überbläht, nennt man dies Lungenemphysem. Dies erschwert logischer Weise den Betroffen die Atmung.

Wie lange dauert es sich, bis sich die Lunge nach dem Rauchen regeneriert?

Die Regenerationszeit ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es gibt verschiedene Zigarettenmarken und Stärken und das jeweilige Rauchverhalten ist auch wichtig. Aber es gibt Durchschnittswerte. Nach ungefähr drei Tagen merkt man eine Erleichterung beim Atmen. Hält man zwei Wochen ohne Rauchen durch, kann die Lunge beginnen die Teerstoffe abzutransportieren. Nach einem Zeitraum von einem bis neun Monaten verschinden langsam die Hustenanfälle und die Kurzatmigkeit. Auch die Flimmerhärchen erholen sich, so wird der Schleimabbau besser und die Lunge kann sich noch besser reinigen. Nach fünf Jahren ohne Zigarette hat sich das Lungenkrebsrisiko halbiert und nach zehn Jahren liegt das Lungenkrebs genau wie bei einem Nichtraucher.

Welchen Facharzt sollte man bei Problemen an der Lunge konsultieren?

Ein Pneumologe wäre der richtige Facharzt, denn Pneumologie ist ein Teilgebiet der inneren Medizin, welches sich mit Erkrankungen der Lunge beschäftigt.Wie läuft ein Lungenfunktionstest ab? Ein Lungenfunktionstest läuft relativ einfach und völlig schmerzlos ab. Man muss zum test in eine Kabine, damit es keine Einflüsse gibt, die zu Fehlmessungen führen könnten. Dann bekommt man eine Klammer auf die Nase, damit man wirklich nur durch den Mund atmet. Nun muss man durch ein spezielles Mundstück atmen. Dies ist ein Spirometer. Er kann die Kraft der getätigten Atemzüge messen. Dabei misst er die Menge der Luft, welche pro Zeit eingeatmet wurde. Dann werden die Messwerte grafisch dargestellt und der Pneumologe kann das Diagramm auswerten und eventuell die nötigen Schritte in die Wege leiten.

Wie kann man die Lunge schützen?

als Raucher sollte man das Rauchen einstellen. Auch sollte man seine Lunge vor Feinstaub und giftigen Dämpfen schützen. Lässt sich ein Umgang damit nicht vermeiden, so sollte eine Atemschutzmaske getragen werden. Zudem kann man seine Lunge durch Impfungen schützen, empfohlen sind hier die Impfung gegen den Grippevirus und gegen Pneumokokken.

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