Vagina, weibl. Scheide - Anatomie, Erkrankungen - Organ im menschlichen Körper

Vagina, Scheide

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Vagina, Scheide

Die Vagina ist wohl das wesentliche Merkmal für weibliche Geschlechtsorgane. Dabei handelt es sich bei diesem Organ um eine Struktur, welche so nur bei Säugetieren vorkommt.

Die Vagina - Scheide

Die geschlechtliche Fortpflanzung ist in der Natur ein weit verbreitetes Konzept. Dabei hat sich bei Säugetieren ein Organ herausgebildet, welches speziell dafür geschaffen wurde, den Prozess der Empfängnis und der Aufnahme des Samens zu vereinfachen. Die Vagina oder auch Scheide ist auf ihre Weise hoch spezialisiert. Doch wie ist dieses Organ eigentlich aufgebaut und welche Funktionen und Aufgaben erfüllt sie noch? Diesen Fragen soll hier einmal genau nachgegangen werden.

Was ist die Vagina

In der Evolution ist sie eine der komplexesten Strukturen, welche zum Zwecke der Reproduktion entwickelt wurden. Dabei besteht ihre Aufgabe aus mehr, als nur aus der Aufnahme des Penis und dem Empfangen des Samens zur Befruchtung der Eizelle. Dabei beschreibt der Terminus Vagina nicht nur den äußeren sichtbaren Bereich der Scheide. Im Volksmund hat sich dieser Begriff aber etabliert, obwohl der äußere Bereich zusammen mit der Klitoris als Vulva bezeichnet wird. Eine wesentliche Anmerkung hierzu sei, dass dieser Teil bei einer menschlichen Frau, wesentlich empfindlicher bei der sexuellen Erregung ist, als bei anderen Lebewesen. Doch wie sieht die Anatomie dieses Organs aus?

Anatomie und Aufbau der Vagina

Bei der Vagina oder Scheide handelt es sich um ein Hohlorgan. Dieses befindet sich im Becken der Frau. Die Platzierung ist nicht zufällig, sondern hat den Hintergrund, dass dieser Bereich besonders viel Schutz bietet und das Organ vor Verletzungen besser geschützt ist. Die Vagina stellt die Verbindung zwischen dem äußeren Muttermund und dem Scheidenvorhof dar. Der äußere Teil wird dabei als Vulva bezeichnet. Hinter dem Vaginaleingang erstreckt sich ein Muskelschlauch. Dieser ist äußerst dehnbar und hat bei erwachsenen Frauen etwa eine Länge von 8 bis 12 Zentimetern. Der Scheideneingang, auch Introitus vaginae genannt, mündet direkt in den Scheidenvorhof. Die vordere und die hintere Scheidenwand berühren sich dabei und bilden einen H-förnmigen Bereich, welcher extrem dehnbar ist. Somit wird eine Entfaltung ermöglicht, ohne das dabei eine große Spannung auftritt. Direkt hinter diesem Bereich kann eine Hautfalte liegen, die auch als Jungfernhäutchen (Hymen) bezeichnet wird. Sofern die Scheidenöffnung eine normale Ausprägung aufweißt, kann hier die Ausscheidung des Menstruationsbluts erfolgen.

Der innere Bereich

Betrachtet man das Organ aus der anderen Perspektive, so ragt hier von hier aus die sogenannte Porti vaginalis uteri des Gebärmutterhals in die Vagina Hienein. Der Schlauch aus Muskelgewebe stellt dabei die Verbindung zur Gebärmutter oder vielmehr zum Gebärmutterhals dar. Die Wand des Schlauches ist dabei durch die Schleimhäute geschützt, welche in der Vagina ein leicht saures Milieu erzeugen. Der hintere Teil wird dabei in das Vordere und das Hintere Scheidengewölbe unterteilt. Das hintere Scheidengewölbe erstreckt sich dabei bis zum Douglas-Raum, welcher die tiefste Stelle des Bauchraumes darstellt. Dieser liegt genau zwischen dem Mastdarm und der Gebärmutter, wobei der hintere Teil der Vagina über ein Bindegewebe direkt mit dem Mastdarm verbunden ist. Der vordere Teil verfügt zudem über eine direkte Verbindung zur Harnröhre und Harnblase. Die Muskulatur innerhalb der Scheide ist dabei gitterförmig angeordnet.

Funktion und Aufgaben der Vagina

In erster Linie dient die Vagina natürlich der Reproduktion. Beim Geschlechtsverkehr wird über die Scheidenöffnung, das Eindringen des Penis in den Körper der Frau ermöglicht. Auf diese Weise kann die Befruchtung der Eizelle stattfinden. Über die Scheide findet in der Regel auf die natürliche Geburt eines Kindes statt. Bei der Geburt des Kindes ist vor allem der Schlauch aus Muskelgewebe maßgeblich beteiligt. Die hier stattfindenden Kontraktionen in Zusammenspiel mit den Muskelkontraktionen der Bauchmuskulatur, ermöglichen es, dass das Kind nach unten gepresst wird, bis den den Scheideneingang passiert hat. Dabei findet eine enorm starke Dehnung des Gewebes im Bereich der Vorhofschwellkörper, der Schamlippen und des Damms statt. Somit stellt das Organ einen wesentlichen Teil des Geburtskanals dar. Bei der Geburt können auch Risse in den Scheidenwänden verursacht werden. Hierdurch kann es dann zu leichten Blutungen kommen.

Neben all dem fließt über die Scheide aber auch das Menstruationsblut ab, sofern keine Befruchtung erfolgt ist. Dieser Zyklus wiederholt sich etwa alle 29 Tage. Die Vagina ist ein Organ, welches sich kontinuierlich selbst reinigt. Durch das sauere Milieu werden keime in der Regel abgetötet und dann vom Organ wieder ausgeschieden. Dieser Ausfluss wird auch als Rugae vaginales bezeichnet und kommt jeden tag in kleinen Mengen vor. Größere Mengen des Ausflusses können allerdings auch auf Erkrankungen hindeuten. Auch bei einer Schwangerschaft kann es hin und wieder zu vermehrtem Ausfluss aus der Vagina kommen.

Krankheiten, Beschwerden und Störungen der Vagina

Am häufigsten treten Entzündungen und Infektionen der Vagina auf. So kann es zum Beispiel zur Vulvovaginitis kommen, wobei fasst alle Bereich der Vagina betroffen sind. Verschiedene Bakterien und Viren können hierbei der Auslöser sein. Wesentliche Symptome sind dabei meist ein starker Juckreiz sowie Rötungen im äußeren Bereich.

Allerdings ist dies nicht die einzige Art von Erregern, welche diesen Bereich befallen können auch Pilzinfektionen kommen häufiger vor. Hierbei ist meist die Scheidenflora gestört, was durch die vorherige Einnahme von Antibiotika verursacht worden sein kann. Die Pilze können sich dann im veränderten Milieu vermehren, sodass es ebenfalls zu einem unangenehmen Jucken oder einem stark erhöhten Scheidenausfluss kommen kann. Dieser erscheint dann in der Regel sehr milchig und weißt auch einen strengeren Geruch auf.

Bei vielen Erkrankungen kann es auch zu Schmerz beim Wasserlassen kommen. In solchen Fällen ist dann nicht nur die Vagina betroffen, sondern auch die Hahnröhre ist infiziert. Es empfiehlt sich in jedem Fall, bei jeder Infektion, Verletzung oder anderweitigen Störung, sofort einen Arzt aufzusuchen. Nicht immer muss eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein, allerdings sollten die Ursachen für die Erkrankung in jedem Fall abgeklärt werden, um spätere Folgen zu vermeiden.

Historische Betrachtung

Lange Zeit wurden die weiblichen Geschlechtsorgane von der Medizin ignoriert. Dies lag unter anderem an den strengen Regeln der Kirche. Im Geheimen fanden dennoch intensive Forschungen statt. In der Antike ging man noch viel freier mit diesem Thema um. Hier wurde zwar auch nur in den Kreisen von Ärzten über die Vagina gesprochen, allerdings prägten die alten Griechen sogar den noch heute verwendeten Terminus. Selbst heute, wo der Aufbau dieses Organs vollständig bekannt ist, finden noch Forschungen statt, die dass Wissen erweitern. Dabei ist die Vagina nicht nur unter Frauenärzten ein Thema, sondern wird auch in wissenschaftlichen Fachkreisen untersucht.

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Diese Arzneimittel stellen lediglich eine exemplarische Auflistung von rezeptfreien Medikamenten gegen das Symptom dar und geben keine Empfehlung. Konsultieren Sie bevor sie irgendwelche Medikamente nehmen, unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker.

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