Ratgeber Wandern - Gesundheit und Wohlbefinden

Ratgeber Wandern - Gesundheit und Wohlbefinden

© Alexander Hauptmann

Ratgeber Wandern - Gesundheit und Wohlbefinden

Wandern ist seit jeher sehr beliebt und zwar längst nicht mehr nur bei älteren Menschen. Auch zunehmend junge Leute sind mittlerweile dafür zu begeistern. Dies ist nicht verwunderlich, denn das Wandern sorgt für Gesundheit und Wohlbefinden.

Wandern ist gut für den Körper, Geist und die Seele

Das Wandern hat eine sehr positive Wirkung auf den Körper und die Psyche. Damit ist es möglich, den Körper zu stärken sowie verschiedene Erkrankungen und Beschwerden vorzubeugen oder sogar zu bekämpfen:

Stärkung des Immunsystems

Wandern stärkt aufgrund der Wärme- und Kältereize im Freien das Immunsystem, denn wer sich regelmäßig bewegt, wird im Allgemeinen seltener krank. Das heißt, dass Wanderer weniger anfällig gegenüber Infektionskrankheiten (Tetanus, Erysipel) sind.

Reduzierung von Übergewicht

Wandern kann erheblich zum Abnehmen beitragen. Pro Stunde werden bei einer leichten Wanderung rund 350 Kcal verbrannt. Beim Wandern im Gebirge sind es etwa 550 Kcal. Das Wandern eignet sich, im Vergleich zu anderen Ausdauersportarten, ebenso für Menschen mit einem starken Übergewicht (Adipositas) . Bereits kurze Strecken fördern die Abnahme des Gewichts. 

Stärkung von Herz und Kreislauf

Durch regelmäßige Bewegung wie Wandern wird das Risiko für Herz-Kreislauf-Störungen verringert. Die allgemeine Kondition wird verbessert, der Blutdruck und Puls werden gesenkt. Das Herz pumpt durch leichte Anstiege zwischen den ebenen Strecken regelmäßiger, wodurch der Sauerstoffgehalt im Blut ansteigt und sich der Blutfluss verbessert. Es empfiehlt sich jedoch, mit kurzen Strecken zu beginnen und die Anforderungen zu erhöhen.

Wandern ist gut für den Bewegungsapparat

Durch das Wandern werden die Knochen, Muskeln, Gelenke, Bandscheiben, Bänder und Sehnen trainiert und gestärkt. Der Vorteil ist, dass das Wandern gelenkschonender ist als andere Laufsportarten wie Joggen. Rheumatische Gelenkbeschwerden werden gelindert. Zudem wird der Abbau von Knochenmasse gebremst.

Unterstützung der Erkrankung Diabetes

Bei Diabetikern ( Diabetes mellitus Typ 1 & Diabetes mellitus Typ 2 ) werden der Insulinbedarf sowie das Risiko für Folgeerkrankungen, beispielsweise Arteriosklerose, gesenkt. Durch Bewegung werden die Glukosetoleranz und Insulinsensitivität aufgrund der Vermehrung der körpereigenen Insulinzellen erhöht. Diabetiker sollten jedoch längere Belastungen mit einer niedrigen Intensität vorziehen und kurze Belastungen mit einer hohen Intensität vermeiden. 

Anregung des Stoffwechsels

Das betrifft vor allem den Fettstoffwechsel, denn durch das Wandern werden die Blutfett- und Blutzuckerwerte gesenkt, wovon auch Diabetiker profitieren.

Wandern ist gut für die Seele

Das Wandern hilft gegen psychosomatische Erkrankungen und Neurosen, denn Bewegung in der Natur beruhigt, entspannt und wirkt Stress entgegen. Zudem wird das Risiko einer Demenz verringert. Bei einer bereits bestehenden Erkrankung werden die Entwicklungsgeschwindigkeit und Ausprägung eingedämmt. Daher ist das Wandern ideal für ältere Menschen. 

Auf eine geeignete Ausrüstung beim Wandern achten

Schuhe

Gute Wanderschuhe sind eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Wandern. Sandalen sind absolut ungeeignet. Die Schuhe sollten über eine rutschfeste und robuste Sohle verfügen, damit eine Trittsicherheit vorhanden ist. Zudem ist es ratsam, knöchelhohe Schuhe zu tragen, denn dadurch werden das Sprunggelenk, die Sehnen und Bänder vor einem Umknicken geschützt.

Mit der passenden Outdoor-Bekleidung gesund bleiben

Beim Wandern sollte auf eine atmungsaktive Kleidung geachtet werden. Dank dieser Materialien stauen sich Schweiß und überschüssige Körperwärme nicht unter der Kleidung, sondern werden nach außen abgegeben. Dadurch können eine nasse Bekleidung und eine Überhitzung und somit eine Erkältung verhindert werden. Es empfiehlt sich, Kleidung zum Wechseln mit in den Rucksack zu packen. Auch wichtig ist es, an eine Regenausrüstung zu denken, da die Kleidung auch schlechtem Wetter standhalten und jederzeit wärmen muss. Sie sollte wasser- und windabweisend sein. 

Das Zwiebelprinzip - vier Kleidungsschichten

Dank des Zwiebelprinzips soll verhindert werden, dass nahe beim Körper des Betroffenen zu viel Feuchtigkeit ist und er somit schnell auskühlt. Nach dem Zwiebelprinzip wird die Feuchtigkeit nach außen abgeleitet. Folgende Schichten kommen dabei zum Einsatz:

  • Erste Schicht: Funktionsunterwäsche, die den Schweiß vom Körper nach außen weiterleitet, denn die Haut sollte trocken bleiben
  • Zweite Schicht : Hemd, Pullover und Trekkinghose, um die Extremitäten zu schützen und ebenfalls die Feuchtigkeit nach außen abzutransportieren 
  • Dritte Schicht : Wärme isolieren, um deren Verlust zu verhindern, beispielsweise durch eine Weste oder Fleece-Jacke
  • Vierte Schicht : Spezielle Trekkinghosen und Jacken aus hochwertigen Materialien, beispielsweise Hightech-Membranen, da sie vor Wind, Regen und Schnee schützen und ebenso die Feuchtigkeit nach außen leiten. 

Das Zwiebelprinzip ist perfekt dafür geeignet, um Wind und Wetter optimal zu trotzen. Vor allem der Feuchtigkeitstransport nach außen ist bei einer Wanderung sehr wichtig und verhindert es, krank zu werden. Nach dem Zwiebelprinzip können, abhängig von der Temperatur und Witterung, die einzelnen Schichten ab- oder angelegt werden, um stets gut gerüstet und dem Wetter entsprechend gekleidet zu sein. Insbesondere in den Bergen kann das Wetter schnell einmal umschlagen. Damit das Zwiebelprinzip funktioniert, müssen einige Dinge beachtet werden: Sämtliche Schichten sollten aus Funktionsmaterialien bestehen, denn sonst ist der Abtransport der Feuchtigkeit nicht gegeben. Dadurch kann ein Feuchtigkeitsstau entstehen und das gesamte System wird zunichte gemacht. 

Passender Rucksack zum Wandern

Im Wanderrucksack kann alles verstaut werden, was auf der Tour benötigt wird, zum Beispiel Proviant, Ersatzkleidung, Sonnenschutz, Essen (Nahrungsergänzungsmittel), Wanderkarte, ein kleines Erste-Hilfe-Set (Reiseapotheke) etc. Beim Wanderrucksack ist es wichtig, auf eine gute Ergonomie zu achten, denn das Gepäckstück sollte sich durch einen hohen Tragekomfort auszeichnen.

Wanderstöcke

Vor allem für Wanderungen in einem steilen Gelände sind Stöcke sinnvoll, aber auch für Menschen, die nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind, eignen sie sich, um sicher unterwegs zu sein. Diese Gehhilfen bieten nicht nur mehr Trittsicherheit, sondern sie entlasten auch die Gelenke. Ein Vorteil ist, dass das Verletzungsrisiko beim Wandern, im Gegensatz zu zahlreichen anderen Sportarten, ziemlich gering ist, zumindest wenn einige Grundregeln beachtet werden:

  • nur im gesunden Zustand wandern gehen
  • Bei einem hartnäckigen Husten, einer Muskelzerrung im Bein, einem zu hohen Blutdruck, einem schwachen Kreislauf etc. sollte auf das Wandern verzichtet werden. 
  • Tour sorgfältig planen, insbesondere wenn sie anspruchsvoll ist
  • sich über die Länge der Tour und den Schwierigkeitsgrad gründlich informieren
  • Wettervorhersagen verfolgen und auf geeignete Kleidung achten

auf eine gute Ausrüstung, die jedoch nur das Notwendige beinhalten sollte, da ein zu schwerer Rucksack für den Rücken ungesund ist und zudem das Wandern erschwert
Handy mitnehmen, um notfalls Hilfe holen zu können (112)

Fazit

Dies war alles Wissenswerte rund um das Wandern. Wenn die genannten Tipps berücksichtigt werden, eignet es sich für jedes Alter. Das Wandern bietet zahlreiche Vorteile. Es hat sehr positive Auswirkungen auf den Körper und die Seele. Die Abwehrkräfte werden durch das Wandern gestärkt, sodass es widerstandsfähig macht. Das gleichmäßige Gehen in der Natur kurbelt die Produktion der stimmungsaufhellenden Hormone an, sodass das Wandern gleichzeitig auch Wellness ist. Durch einen Wanderurlaub steigt die gesamte Befindlichkeit deutlich. Es ist daher eine ideale Ausdauersportart.

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