Brustvergrößerung: Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Brustvergrößerung

© pixabay.com

Brustvergrößerung

Viele Frauen wünschen sich größere Brüste und ziehen eine Brustvergrößerung in Erwägung. Doch unter welchen Voraussetzungen zahlt die Krankenkasse die Brustvergrößerung?

Brustvergrößerung - Wann zahlt die Krankenkasse für größere Brüste?

Viele Frauen, die von der Natur aus nur einen kleinen Busen haben, leiden darunter und träumen daher von einer Brust-OP, um sich den Wunsch von einer größeren Oberweite zu erfüllen. Einige davon haben bereits die „Insta-Breast“-Methode zur kurzfristigen Brustvergrößerung ausprobiert und möchten sich nun dauerhaft den Busen vergrößern lassen. Allerdings sind die Kosten, die für einen solchen Eingriff entstehen, nicht gerade unerheblich. In manchen Fällen können die OP-Kosten von der Krankenkasse erstattet werden.

Wann macht eine Brustvergrößerung Sinn?

Bei einer Brustvergrößerung handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, dessen Durchführung wohlüberlegt sein sollte. Denn natürlich sind auch Risiken und Probleme bei einer Brust-OP möglich. Deshalb sollten sich Frauen, die sich für einen derartigen Eingriff interessieren, vorab unbedingt beraten lassen - am besten von einem unabhängigen Mediziner. Aber auch die behandelnden Ärzte haben bei Schönheitsoperationen eine besondere Aufklärungspflicht . Darauf weist die Verbraucherzentrale hin. So müssen die Ärzte ihre Patienten beispielsweise über jedes Risiko aufklären, das mit dem Eingriff verbunden ist und auch auf möglicherweise auftretende nachoperative Entstellungen hinweisen. Trotz aller Risiken lassen viele Frauen, die den Wunsch für eine Brustvergrößerung verspüren, den Eingriff auch nach dem Beratungsgespräch tatsächlich durchführen. Sinn macht die OP vor allem bei Frauen, die sich wegen ihres kleinen Busens nicht attraktiv fühlen und unter mangelndem Selbstbewusstsein leiden.

Wann kommt die Krankenkasse für die Brust-Operation auf?

Grundsätzlich übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Brust-OP nur, wenn es dafür eine medizinische Notwendigkeit gibt. Diese Notwendigkeit kann entweder psychisch oder körperlich begründet sein und muss im Antrag auf Kostenübernahme klar belegt werden. Dabei gilt: Die Chancen auf eine Kostenübernahme sind umso größer, je ausführlicher die Beschwerden der Betroffenen erläutert werden. Im Antrag sollte außerdem unbedingt dargestellt werden, inwiefern die Brustvergrößerung das Befinden der Frau verbessern wird. Dabei reicht es nicht, rein ästhetische Gründe zu nennen, denn dann werden die Kosten nicht übernommen. Stattdessen muss mit der OP ein medizinisches Leiden behandelt werden.

Medizinische Notwendigkeit für Brust-OP - Wann liegt sie vor?

Meist ist es leichter, die Krankenkasse dazu zu bewegen, die Kosten für eine Brustverkleinerung zu übernehmen. Einige Frauen haben durch eine sehr große Oberweite beispielsweise extreme körperliche Einschränkungen. Dann besteht eine nachvollziehbare medizinische Notwendigkeit für eine Brustverkleinerung. Viele Betroffene leiden wegen der großen Oberweite unter Nacken-, Schulter- und Wirbelsäulenschmerzen oder unter Brustentzündungen. Allerdings fordern die Krankenkassen auch hier vor der Brustverkleinerung häufig, dass die Patientin alternative Behandlungen wie Sport, Physiotherapie und Gewichtsabnahme ausprobiert.

Bei Brustvergrößerung ist es deutlich schwieriger, eine medizinische Notwendigkeit aus körperlichen Gründen nachzuweisen. Eine Erstattung der Kosten wäre beispielsweise möglich, wenn bei einer Patientin wegen Brustkrebs eine Brustamputation erfolgte und nun eine Operation zur Rekonstruktion der Brust durchgeführt werden soll. Aber auch bei deutlich asymmetrischen Brüsten oder bei einem Busen, der wegen anderen Krankheiten entstellt ist, übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten für die Operation.

Kostenübernahme sollte vor der Operation geklärt werden

In jedem Fall ist es wichtig, den Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse vor der Behandlung zu stellen. Patientinnen, die privat versichert sind oder eine Zusatzversicherung besitzen, haben deutlich bessere Chancen auf eine Kostenübernahme als gesetzlich versicherte Frauen. Auch der behandelnde Arzt wird seine Patientin über die Chancen und Möglichkeiten einer Kostenerstattung informieren. So lässt sich beispielsweise die Wahrscheinlichkeit für eine Übernahme der Kosten erhöhen, indem statt einer Brustvergrößerung mit Implantaten eine Bruststraffung durchgeführt wird. Wenn die Krankenkasse die Kostenerstattung ablehnt, kann Widerruf eingelegt oder im Ernstfall sogar geklagt werden. Oft lohnt sich ein Rechtsstreit aber nicht. Stattdessen sollten die Patientinnen in diesem Fall darüber nachdenken, die Kosten für die Operation durch eine Finanzierung aufzubringen. Einige Kliniken und Ärzte bieten ihren Patientinnen eine Ratenzahlung an - teilweise sogar ohne Zinsen.

Das könnte Sie auch interessieren