Übelkeit, Erbrechen und Übergeben - Ursachen, Behandlung und Medikamente

Erbrechen, Übelkeit, Übergeben

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Erbrechen, Übelkeit, Übergeben

Bei Erbrechen entleert sich der Magen unwillkürlich und schwallartige Kontraktionen. Während diesem Vorgang werden schädliche Stoffe, die sich im Magen befinden, entledigt.

An Erbrechen, Brechreiz und Übelkeit leiden alle Menschen im Laufe ihres Lebens. Erbrechen, Brechreiz und Übelkeit treten bei Mensch täglich, oft, öfter, selten oder fast gar nicht auf. Die Ursachen dafür sind vielfältig und umfassen z.B. Vergiftungen, übermäßiger Verzehr von Genuss- und Suchtmitteln, überempfindlicher Magen oder innere Entzündungen.

Im Vorfeld kündigt sich Erbrechen mit Übelkeit, unangehmen Gefühl und Brechreiz an. Erbrechen ist in Deutschland meist eine Folge einer Krankheit, die einzelne Personen oder kleine Gruppen betreffen. Epidemie mit Erbrechen traten deutschlandweit bis in die 1910er Jahre auf und waren ursächlich bedingt durch  mangelnde Hygiene.

Erbrechen ist ein Ausleeren des Mageninhalts durch den Mund, überlicherweise unangenehm bis qualvoll, Reaktion bzw. Symptom von diversen Krankheitsbildern und bedarf i.d.R. bei regelmäßigem Auftreten medizinischer Behandlung. Einem Erbrechen gehen Unwohlsein, unangenemes Gefühl, Übelkeit, Brechreiz und Würgen voraus.

Erbrechen kann nicht bewußt gesteuert werden. Das Brechzentrum koordiniert des sehr komplexen Prozess von Übergeben, Brechreiz, Würgen und Brechen, sitzt am Hirnstamm und verarbeitet die Brechsignale, die oft vom Verdauungstrakt gesendet werden.

Brechsignale werden über einen sogenannten "heißen Draht" von den Verdauungsorganen an das Brechzentrum gesendet. Der Pförtnermuskel zwischen Magen und Zwölfingerdarm öffnet sich, ein Teil des Darminhalts fließt in den Magen zurück, Zwerchfell, Bauch- und Brustmuskeln ziehen sich plötzlich zusammen, der Magen erschlafft, der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen, d.h. der Mageneingang, dehnt sich, es entsteht erhöhter Druck im Bauchraum, der dafür sorgt, dass der Mageninhalt hindurchgepresst wird und die Speiseröhre schiebt den Mageninhalt aktiv nach oben. Durch das Schließen des Kehldeckels wird verhindert, dass das Erbrochene eingeatmet wird.

Häufigste Ursachen, die zu Erbrechen führen

Kommt es zum Übergeben hat dies verschiedene Ursachen. Zu den am meisten auftretenden Ursachen von Übelkeit, Brechreiz, Würgen und Erbrechen gehöhren Vergiftungen wie beispielsweise:

  • Lebensmittelvergiftung
  • Kater nach zu viel Alkoholgenuss
  • Alkoholintoxikation
  • Pilzvergiftung
  • Salmonellose
  • Salmonellenvergiftung
  • überhöhter Konsum von Alkohol, Nikotin, Koffein und Drogen.

Hinweise auf eine derartigen überhöhten Konsum bzw. eine Vergiftung sind zeitliche Nähe zwischen Konsum und Auftreten der Symptome Übelkeit, Brechreiz, Würgen und Erbrechen. Wird der übermäßige Konsum eingestellt und sich Zeit für eine grundlegende Gesundung genommen, treten die genannten Symptome nicht mehr auf. Samonellenvergiftungen werden vermieden durch korrektes Anwenden von Hygiene. Bei Pilzvergiftungen ist zu empfehlen die Giftzentrale – Giftnotruf zu kontaktieren. Halten die Beschwerden an, muss ein Arzt aufgesucht werden.

Krankheiten, die ursächlich mit Erbrechen im Zusammenhang stehen

Übelkeit, Brechreiz, Würgen und Erbrechen stehen ursächlich mit einer Vielzahl von Krankheiten bzw. Erkrankungen im Zusammenhang. Hier sollte in jedem Fall ein Arzt hinzugezogen werden. I.d.R. kommt es zum Behandlung mit Medikamenten und anderen medizinischen Therapien. B ei folgenden Krankheiten treten in Einzelfällen u.a. Erbrechen etc. auf:

  • Gastrointestinal
    • Achalasie
    • Boerhaave-Syndrom
    • Cholelithiasis (im Rahmen der Kolik)
    • Diabetische Gastroparese
    • Gastroduodenale Ulkuskrankheit
    • Gastroenteritis
    • Magen-Darm-Grippe
    • Magenkrebs
    • Mallory-Weiss-Syndrom
    • Pankreatitis
    • Passagestörungen (Ileus, Stenosen)
    • Peritonitis
    • Staphylokokkenenterotoxikose
    • Ösophagusdivertikel
    • Ösophagusvarizenblutung
    • Zenker-Divertikel
    • Zustand nach Magenresektion (z.B. Schlingensyndrome)
  • Neurologisch/Vestibulär
    • Erhöhung des intrakraniellen Druckes (z.B. bei Hirntumor)
    • Kinetose ("Seekrankheit", "Busfahrt")
    • Meningitis, Enzephalitis
    • Morbus Menière
    • Neuritis vestibularis
  • Intoxikationen
    • Alkohol
    • Drogenmissbrauch (Kokain, Amphetamin, Ecstasy, Metamphetamin, LSD)
    • Ergotismus
    • Lebensmittelvergiftung
    • Medikamente mit Erbrechen als Nebenwirkung (z.B. Digitalisintoxikation, Zytostatika)
  • Stoffwechselstörungen
    • Acetonämisches Erbrechen bei Kleinkindern mit Gastroenteritis
    • Diabetische Ketoazidose
    • Hepatische Enzephalopathie
    • Urämie
  • Psychogen
    • Anorexia nervosa
    • Bulimie
    • Ekelgefühl
    • nach traumatischen Ereignissen
  • Andere
    • Erbrechen bei stärksten Schmerzen (z.B. Koliken bei Cholelithiasis und Urolithiasis, Akutes Abdomen, Akutes Skrotum, Glaukomanfall, Herzinfarkt)
    • Strahlenkrankheit (z.B. nach Ganzkörperbestrahlungen)
    • Schwangerschaft (auch als Hyperemesis gravidarum)
    • Grippe
    • Gallenblasenentzündung
    • Zwölffingerdarmgeschwür
    • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
    • Darmverschluss (Ileus)
    • Darmentzündung (Enteritis)

Was bei Erbrechen in einfachen Fällen hilft

Schonen, Schonen und nochmal Schonen, das ist das beste Mittel, was bei Erbrechen sofort Linderung schafft. Der Magen sollte einige Tage nicht bzw. nur sehr leicht belastet werden. Dazu sind am besten geeignet Fenchel - und Kamillentee, kohlensäurefreies bzw. -armes Wasser, Magenschonkost und ausreichend Ruhe. Erbrechen führt zu Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust, welcher zeitnah ausgeglichen werden muss. Dabei soll die Flüssigkeit schluckweise zu sich genommen werden. Zu den weiteren pflanzlichen Mittel gegen Erbrechen zählen beispielsweise: Kamille, Pfefferminze, Kümmel, Fenchel und Ingwer. Bei Reisekrankheit wird oft eine Selbstmedikation mit sogenannten H1-Antihistaminika, Dimenhydrinat und Diphenhydramin durchgeführt. I.d.R. klingen die Symptome der Reisekrankheit schnell ab. Kommt es bei Erbrechen nicht zeitnah zu einer Linderung der Beschwerden bzw. des Übergebens an sich, ist es dringend notwendig, einen Arzt aufzusuchen.

Medizinische Unterstützung und Erforschen der Ursachen des Erbrechens

Aus gehend von den Symptomen wird der Arzt zunächst diese versuchen zu lindern. Dazu kommt es zum Einsatz von Medikamenten, Infusionen und Nahrungsumstellung. Medikamente, die im Zusammenhang mit Erbrechen verabreicht werden, heißen Antiemetika. Dargereicht werden Antiemetika in Form von Tabletten, Tropfen, Zäpfchen und Infusionen. Die Dareichungsform richtet sich nach dem Krankheitszustand bzw. dem gesundheitlichen Befinden oder Alter des Patienten. Medizinische Präparate gegen Übelkeit und Erbrechen sind verschreibungspflichtig. Zu den Medikamenten gehören Psychopharmaka, Neuroleptika, Serotonin-Antagonisten, Prokinetika und Kortisonpräparate. Weiter wird der Arzt der wirklichen Ursache des Erbrechens auf den Grund gehen und zusätzliche Befundungen und Diagnosen erstellen bzw. von medizinischen Spezialisten erstellen lassen.

Aufsuchen des Notarzt bei extrem starken Schmerzen und akutem Schmerzauftritt

Bei Verdacht auf eingeklemmten Leistenbruch, Bauchfellentzündung, extremer Drogenkonsum, möglicher Blinddarmentzündung, Darmverschluss, Gallenkolik, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Nierenkolik, akuter Herzschwäche und Herzenge, Herzinfarkt, Hypertonie, Hirnblutung, Hirn- und Hirnhautentzündungen, Bewusstseinsstörungen, aktuem Glaukomanfall und Stoffwechselentgleisung bei Diabetes sollte in jedem Fall ein Notarzt aufgesucht werden. Grundsätzlich gilt: bei allen Symptomen, die plötzlich, schmerzhaft und uneinordbar auftreten, sollte ein Notarzt aufgesucht werden. Mögliche Ursachen von Erbrechen muss auf den Grund gegangen werden, um diese sicher zu behandeln und beseitigen.

Aufsuchen des Arztes bei dauerhaftem und immer wiederkehrendem Erbrechen

Übelkeit tritt mit und ohne Erbrechen auf. Treten Übelkeit und Erbrechen dauerhaft und wiederholend auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Mögliche Gründe für die genannten Symptome können sein: Reizmagen, Reizdarm, Bakterien, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Stress, Leberentzündung, Leistenbruch, Magengeschwür, Zwölffingerdarmgeschwür, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder -krebs, Eileiter- oder Eierstockentzündung. Auf Grund der vorliegenden und beschriebenen Symptomatik wird der Arzt die mögliche Ursache diagnostizieren und entsprechende Therapien einleiten.

Körperliche Untersuchungen bei vorliegenden Beschwerden

Folgende medizinische Untersuchungen sind einige Beispiele für die weitere Vorgehensweise des behandelnden Arztes:

  • Blutdruckmessung
  • Blutuntersuchung
  • Urinuntersuchung
  • Stuhluntersuchung
  • Hauttest
  • Wasserstofftest
  • Ultraschall
  • Herzultraschall
  • Röntgen
  • Magenspiegelung
  • Darmspiegelung
  • Computertomografie
  • neurologische Untersuchungen
  • Kernspintomografie
  • HNO-Untersuchungen

Behandlungszeitraum

Je nach Erkrankung bzw. Krankheitsbild ist der Behandlungszeitraum variabel. Um sicher zu sein, dass die Ursache des Erbrechens beseitigt ist, ist eine Abschlussbehandlung empfehlenswert. So erhält jeder Patient genaue Informationen über seine aktuellen Gesundheitszustand

Bulimie

Bulimie ist eine Ess- und Brechsucht, trifft vorrangig Frauen, ist schwer erkennbar unid kommt überwiegend in Berufen vor, bei denen geringes Körpergewicht verlangt wird bzw. vorteilhaft ist. Zu den Berufsbilder gehören Fotomodell, Sporter, Tänzer. Angst vor Gewichtszunahme und Berufsverlust sind häufig Ursachen für Bulimie.

Typhus und Cholera

Typhus und Cholera sind extreme Durchfallerkrankungen, werden über infizierte Nahrungsmittel, Trinkwasser und als Schmierinfektion übertragen. Mangelnde Hygiene sind Ursachen für das flächendecke Auftreten dieser Krankheiten in sogenannten Entwicklungsländern. Auf Grund der heutigen Mobilität treten Typhus und Cholera immer häufiger auf. Schutz vor einer Erkrankung wird durch Impfen erreicht.

Rezeptfreie Medikamente bei Erbrechen, Überkeit und Übergeben:

  • Emesan (PZN: 2450977)
  • Vomex A Dragees N (PZN: 4274616)
  • Vomex A (PZN: 1566896)
  • Vomacur 40 (PZN: 3879613)
  • Vomex A N (PZN: 6898432)
  • Amol Heilkräutergeiste (PZN: 1475225)
  • Vomex A Kinder 70mg forte (PZN: 1493022)
  • Vomacur (PZN: 3815234)
  • Emesan Kinderzäpfchen (PZN: 6964791)
  • Emesan E Erwachsenenzäpfchen (PZN: 6964822)
  • NUX Vomica D 6 Globuli (PZN: 1780856)
  • Superpep Reise Kaugumme-Dragees (PZN: 4877929)

Diese Arzneimittel stellen lediglich eine exemplarische Auflistung von rezeptfreien Medikamenten gegen das Symptom dar und gegen keine Empfehlung. Konsultieren Sie bevor sie irgendwelche Medikamente nehmen, unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker.

Tips um Erbrechen vorzubeugen

Ausgewogene Ernährung, regelmäßige Entspannung und Ausdauersport, ausreichend Schlaf, vermeiden von negativem Stress, eine positiven Grundeinstellung zu sich Selbst und angemessene Hygiene sind Faktoren, die aktiv einem plötzlichen Auftreten von Erbrechen erfolgreich vorbeugen. Gelassenheit, Zufriendenheit und Glücklichsein fördern den gesunden Kreislauf des Körpers.

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