Hyperventilation - Ursachen, Behandlung und Medikamente

Hypverventilation

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Hypverventilation

Bei einer Hyperventilation beziehungsweise beim Hyperventilieren ist ein schnelles Atmen über den erforderlichen Bedarf hinaus.

Was ist Hyperventilation? - Ist Hyperventilation eine Krankheit?

 Sie ist keine eigentliche Krankheit, sondern ein Zustand, der unterschiedliche Ursachen haben kann. Die Atmung wird im unserem Körper durch die Konzentration des Kolendioxid im arteriellen Blut geregelt Gemessen wird die CO2-Konzentration einmal durch zentrale chemosensible Nervenzellen im Hirnstamm und weiterhin durch Chemorezeptoren, die in der Aufzweigung der linken und der rechten Arterie sowie der Wand der Aorta befinden. Wenn der CO2-Gehalt im Blut steigt, wird das Atemzeitvolumen größer und der pH-Wert im Blut saurer. Die zweite Steuerung der Atmung hat einen merklich geringeren Einfluss, die den Sauerstoffanteil und den erhöhter pH Wert mit den peripheren Rezeptoren misst und reguliert. Wird die Atemregulation gestört aus psychischen oder auch körperlichen Gründen, führt schnelles Atmen zur Hyperventilation.

Die Ursachen von Hyperventilation

Meist hat die Störung der Atemregulation mit einer Hyperventilation psychische Ursachen. Zu einer beschleunigten Atmung können starke Affekte führen wie eine Angst oder eine Panik oder Erregung sowie auch Schmerzen oder auftretende Depressionen. Aber ebenfalls körperliche Erkrankungen können eine Hyperventilation auslösen. wie Hirnentzündungen, die allerdings auch ohne Hyperventilation kommen können, oder Hirntumore und Schädel-Hirn-Trauma, ein Schlaganfall oder Elektrolytstörungen sowie Vergiftungen und Infektionskrankheiten. Diese Ursachen muss man diagnostisch berücksichtigen. Mit einer Differenzialdiagnose werden solche körperliche Störungen ausgeschlossen, bei der die Steigerung der Atmung nur zum Ausgleich erfolgt wie eine Herzinsuffizienz oder Erkrankungen der Lunge.

Die unbeabsichtigte Hyperventilation kann auch auftreten bei einer Zirkularatmung bei einem Blasinstrumentenspieler, zum Beispiel beim Didgeridoo verwendet wird. Bei einigen Atemtherapien und -lehren werden absichtliche Hyperventilationen verwendet wie beim Kapalabhati oder einer Übung in der Atemlehre Pranayama in Indien, oder beim holotrope Atmen. Von den Tauchern, die frei und ohne Hilfsmittel tauchen, wird allerdings die Hyperventilation als Möglichkeit zu der Tauchzeitverlängerung ohne die Geräteunterstützung abgelehnt wegen der Gefährlichkeit.

Krankheiten mit Hyperventilation als Symptom

Eine Atemnot, die eine Hyperventilation als Symptom zur Folge hat, kann folgende körperlich Krankheiten als Auslöser haben:

- eine Sekretansammlung in der Lunge durch ein Lungenödem, ARDS - eine Lungenembolie, Lungenentzündung, Bronchitis - eine Verengung der Luftwege beim Asthma, COPD - eine Verlegung der Atemwege wie bei der Aspiration von Fremdkörpern - ein Herzinfarkt, Angina pectoris - eine Lungenfibrose, Staublunge - ein Lungenkrebs, Lungenmetastasen - ein Hirntrauma, Verletzung des Stammhirns - eine Blutvergiftung - eine Übersäuerung (Azidose)

Patienten mit einer Hirnverletzung müssen medizinisch intensiv medizinisch überwacht werden. Die Stärke der Atemnot sollte man auf einer Skala erfassen, um den funktionellen Status der Patienten mit Herz- und Lungenerkrankungen einzuschätzen. Ein weiterer Auslöser ist die Höhenkrankheit, die häufig bei Bergsteigen auftreten kann, über einer Höhe von 2500 Metern und ohne die richtige Vorbereitung. Die psychischen Ursachen sind meist die häufigsten und die meist ungefährlichsten.

Diagnose und Verlauf bei Hyperventilation

Bei einer psychogenen Hyperventilation ist das Hyperventilieren und dann vor allem die Vorgeschichte einer aufgetretenen psychischen Belastung die Ursache für die Übersäuerung des Blutes, einer respiratorische Alkalose. Sie zeigt sich durch eine muskuläre Übererregbarkeit und Krämpfe. Missempfindungen an Händen und Füßen treten häufig auf und kommen mit einem relativ verringerten Calciumspiegel. Die Aufregung und der Stress verursachen ein subjektives Gefühl von Brustenge. So will der panisch schneller atmen, obwohl das Blut maximal gesättigt ist mit Sauerstoff. Als Folge eines septischen Schocks kann ebenfalls eine Hyperventilation ausgelöst werden. Ein septischer Schock wird diagnostiziert mittels einer Blutuntersuchung. Dabei wird nach dem Erreger gesucht, der die entzündliche Kettenreaktion ausgelöst hat. Der Schock geht ein neben der Hyperventilation mit einer bakteriellen Infektion und hohem Fieber, einer Blutvergiftung mit Hautrötungen und/oder blaue Linien an Armen und Beinen sowie schnellem Blutdruckabfall und Herzrasen.

Patienten klagen oft über starke Luftnot sowie den Zwang, dass sie hyperventilieren müssen und ein Engegefühl über der Brust haben mit Gähnen und Seufzern sowie einem Reizhusten können ebenfalls auftreten. Oft wird das begleitet von Gefühllosigkeit und Missempfindungen und Zittern und Muskelschmerzen sowie gelegentlichen Lähmungen der Extremitäten. Dazu kommen oft Kopfschmerzen und Schwindel sowie Sehstörungen und Benommenheit. Ist das Krankheitsbild chronisch, treten auch Verdauungsprobleme und Müdigkeit oder Schläfrigkeit, dazu Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit und Reizbarkeit sowie Wetterfühligkeit und phobische- oder Panikzustände.

Die Behandlung und Therapie von Hyperventilation

Soll man bei Hyperventilation in eine Tüte atmen? Behandelt wird die Atmung: Der Patient bekommt einen kleinen Beutel von einer Butterbrottütengröße an den Mund und er soll dort hinein atmen. So sammelt sich das ausgeatmete CO2 im Beutel und wird beim nächsten Atemzug wieder eingeatmet. Zur gleichen Zeit muss dem Patienten durch gutes Zureden eine Beruhigung verschafft werden, damit der die Überzeugung gewinnt, dass er genug Luft bekommt und nur das schnelle Atmen das Problem ist. Der Kohlendioxidmangel ist nach wenigen Minuten ausgeglichen und die Atemnot verschwindet. Ist Hyperventilation schädlich? Diese Hyperventilation ist ungefährlich und schadet auch dem Körper nicht dauerhaft.

Bei der Differentialdiagnose kann der Arzt weitere, erforderliche Untersuchungen durchführen wie Elektrokardiogramm (EKG) und Röntgenaufnahmen sowie eine Blutuntersuchung. Nach erfolgreicher Feststellung Ursache wird eine passende Therapie ausgewählt. Bei Stress und Aufregung muss der Patient beruhigt werden oder das Autogene Training verschrieben.

Bei einem chronischen Hyperventilationssyndrom kann durch psychotherapeutische Behandlung und mit Physio- und Atemtherapie sowie Entspannungsverfahren behandelt werden. Etwa 60 % der Patienten erfahren eine Besserung. Auch Rebirthing und holotropes Atmen kann bei Hyperventilation bewusst mit therapeutischer Absicht eingesetzt werden.

Warum kann mbei Hyperventilation ohnmächtig werden? (bei) Wenn man bei einer Hyperventillation nichts unternimmt, führt sie in jedem Fall zur Bewusstlosigkeit. Anschließend ist es wieder alles in Ordnung. Welchen Arzt sollte man bei Hyperventilation aufsuchen? Ohne organische Ursachen kann ein Hausarzt die Hyperventilation behandeln oder ein Psychologe oder Therapeut, bei einer chronischen Hyperventilation sollte man einen Lungenfacharzt hinzuziehen. Wenn allerdings ernsthafte Erkrankungen bei der Hyperventilation zugrunde liegen, so sollten diese medizinisch behandelt werden, dann liegt meist tatsächlich ein schwerwiegender Sauerstoffmangel vor, der zunächst das Ziel der therapeutischen Bemühungen sein muss.

Die Vorbeugung gegen Hyperventilation

Zur Vorbeugung führt man sogenannte Atemtherapie durch, bei der der Betroffene besondere Atemtechniken erlernt. Der Gebrauch von Entspannungstechniken, zum Beispiel eine Progressive Muskelrelaxation, Yoga-Übungen oder Autogenes Training können geschult werden. Bei der Angststörung als Ursache kann zusätzliche eine Psychotherapie in Betracht gezogen werden. Allerdings sollten Psychopharmaka nur als letztes Mittel eingesetzt werden.

Wenn organische Ursachen in Frage kommen, müssen diese zuerst behandelt werden wie Muskelkrämpfe, Brustschmerzen, Herzinsuffizienz oder Blutvergiftung sowie Blutarmut.

Welche Hausmittel und Kräuter gegen Hyperventilation sind sinnvoll? -Beruhigungsmittel

Die Brottüte sollte man auf jeden Fall immer bereithalten. Baldrian kann als Tropfen eingenommen werden. Es beruhigt das Herz und die Nerven und hilft sogar auch bei einem Schlaganfall. Lavendelöl oder Vanilleöl haben ebenfalls eine beruhigende Wirkung. Benzodiapenie sollten dem Arzt vorbehalten bleiben. Bei Panik helfen ausreichend frische Luft, lockere Kleidung und Atemübungen.

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