Müdigkeit: Ursachen, Behandlung und Medikamente

Müdigkeit

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Müdigkeit

Die Müdigkeit ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf anhaltende Belastung und einen anhaltenden Energie- bzw. Zuckerverbrauch.

Eigentlich ist das Auftreten von Müdigkeit nicht Besorgniserregend. Wenn eine Person allerdings ständig unter Müdigkeit leidet, also chronisch müde ist, kann das durch gesundheitliche Probleme bedingt sein, die behandelt werden müssen, damit man wieder gut schlafen kann.

Ursachen von Müdigkeit

Je nachdem, um welche Art von Müdigkeit es sich handelt, gibt es verschiedene Faktoren, die zu diesem Zustand führen können. Normalerweise sind die Ursachen für eine Müdigkeit zu wenig Schlaf oder ein langer Tagesablauf mit einem hohen körperlichen Energieverbrauch. Aber auch unzureichende Nahrungsaufnahmen beispielsweise im Zuge einer Diät oder Aufgrund von Zeitdruck sowie mangelnde Flüssigkeitsaufnahme können die Müdigkeit bedingen. Der Körper schaltet in diesem Fall quasi in den Energiespar-Modus herunter, wodurch die allgemeine Leistungsfähigkeit stark reduziert wird.

Es gibt allerdings auch diverse Umweltfaktoren, die das Auftreten der Müdigkeit begünstigen können. Wer beispielsweise viel Zeit in schlecht belüfteten Räumen verbringt, ist oft schnell müde. Das hängt mit der erhöhten Konzentration an CO² sowie der reduzierten O²-Konzentration durch die Atmung zusammen. In Büros oder Schulräumen, wo mehr als eine Person sitzen, macht sich die „dicke Luft“ schneller bemerkbar, weil mehr Menschen den Sauerstoff verbrauchen und CO² produzieren. Darüber hinaus spielt aber auch die Raumtemperatur eine große Rolle. Sehr hohe Temperaturen, wie sie unter anderem durch Dauerheizen im Winter zu Stande kommen oder sehr niedrige Temperaturen durch das Lüften können zu Müdigkeit führen. Allerdings sind hohe Temperaturen eher schlecht für den Körper, da sie eher einen leichten und unruhigen Schlaf begünstigen. Außerdem kann eine schlechte Belüftung im Zusammenspiel mit warmer Zimmerluft zur Bildung von Schimmel führen, der ebenfalls müde machen kann.

Bei Personen, die chronisch müde sind, kann die Ursache der Müdigkeit eine noch nicht erkannte Krankheit wie zum Beispiel ein Diabetes mellitus sein. Auch eine Unterfunktion der Schilddrüse oder Hepatitis können zu einem Schlafmangel und dadurch zu der chronischen Müdigkeit führen, weshalb bei Patienten, die unter chronischer Müdigkeit leiden, oft nach anderen, verborgenen Krankheiten gesucht wird, um die Müdigkeit zu behandeln. Darum gilt andauernde Müdigkeit meistens eher als Symptom für eine Krankheit wie zum Beispiel für Krebs und wird seltener als Krankheit selbst betrachtet.

Symptome von Müdigkeit

Die Anzeichen einer Müdigkeit sind eigentlich leicht zu erkennen: Betroffene gähnen viel und es fällt ihnen schwer, die Augen offen zu halten. Darüber hinaus kann sich die Müdigkeit durch mangelnde Konzentration, einen trockenen Hals in Folge der mangelnden Flüssigkeitsaufnahme und auch durch Kopfschmerzen bemerkbar machen. Bei einigen Leuten können auch trockene Augen und eine Lust- bzw. Antriebslosigkeit Anzeichen für Müdigkeit sein. Ist die Müdigkeit auf einen Schlafmangel zurückzuführen, treten meist als Symptome bei den Betroffenen auch eine erhöhte Reizbarkeit sowie leichte Halluzinationen auf. In einigen Fällen lässt sich auch ein unerklärlicher Gliederschmerz sowie eventuelles Frieren bei Patienten erkennen, die unter chronischer Müdigkeit leiden.

Diagnose von Müdigkeit

Wenn ein Patient sich gegen Müdigkeit behandeln lassen möchte, muss der Arzt erst feststellen, ob es sich um eine „gewöhnliche“ Form der Müdigkeit handelt oder ob der Patient chronisch müde ist. Dazu wird in der Regel eine Anamnese, also eine Abfragung der Krankengeschichte, vorgenommen. Der Arzt möchte auf diesem Wege abklären, ob es in der Familie unter anderem Fälle von Diabetes geben haben oder ob einer der Eltern oder Großeltern unter einer schwerwiegenden Erkrankung wie einer Form von Krebs gelitten hat. Auch der Gesundheitszustand des Patienten selbst in jüngerer Zeit ist für die Anamnese wichtig, um eventuelle Vorerkrankungen ausschließen zu können.

Nach dem Abgleich der Krankengeschichte kann ein Arzt dazu übergehen, dem Patienten zunächst eine Blutprobe zu entnehmen und diese auf ihren Zuckergehalt zu überprüfen. Die Höhe des Blutzuckers gibt unter anderem Aufschluss darüber, ob ein Patient genügend Nahrung zu sich nimmt oder ob mit dem Stoffwechsel Probleme auftreten. Außerdem kann der Arzt bei der Blutabnahme auch erkennen, ob ein Patient ausreichend Flüssigkeit trinkt, indem er die Zeit misst, die es braucht, um eine Ampule zu füllen. Ist die Fließgeschwindigkeit des Blutes niedrig, ist der Körper nicht ausreichend hydriert, was ein Grund für die Müdigkeit sein kann. Zusätzlich werden alle Blutproben immer auf bestimmte Krankheitsmarker unter anderem für Hepatitis und HIV überprüft.

Sind die Befunde der Blutprobe allerdings nicht ausreichend oder unauffällig, gehen Ärzte in der Regel dazu über, den Patienten mit Verfahren wie dem Röntgen oder einem CT zu „durchleuchten“, um eventuelle Fehlbildungen oder auch Tumore sichtbar zu machen. In seltenen Fällen kann ein Arzt auch die Arbeits- oder Wohnumgebung eines Patienten untersuchen lassen, um mögliche Ursachen einer chronischen Müdigkeit aufzuspüren.

Therapie bei Müdigkeit

Je nachdem, worauf sich die Müdigkeit zurückzuführen lässt, gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen, mit der man dem Patienten helfen kann. Ist die Müdigkeit auf die allgemeinen Lebensgewohnheiten, also wenig Schlaf, viel Stress, eine hohe körperliche Belastung, mangelnde Ernährung und unzureichendes Trinken zurückzuführen, hilft bereits eine Umstellung der normalen Gewohnheiten. Dabei steht zunächst das eigene Schlafverhalten im Vordergrund, weshalb Patienten geraten wird, mindestens 6 ½ Stunden pro Nacht zu schlafen, um ausgeruht zu sein. Vor dem Schlafen ist dann ausreichendes Lüften notwendig, um zum einen für frische Luft zu sorgen und die Raumtemperatur abzusenken, was den Schlaf verbessert. Gegen Stress und Belastung tagsüber kann den Patienten ein sportlicher Ausgleich am Abend helfen, damit sie sich entspannen können. Feste Zeiten für Frühstück, Mittag und Abendbrot – auch während stressiger Zeiten – sorgen für die nötige Energie für den Körper. Zudem wird allen Patienten geraten, mindestens 2l Flüssigkeit am Tag zu sich zu nehmen, um die geistige Leistungsfähigkeit deutlich zu erhöhen. Allerdings wird Patienten nicht zum Trinken von Alkohol oder Kaffee geraten. Denn Alkohol macht zwar auch müde und lässt Personen schnell einschlafen, allerdings werden durch den Alkohol auch bestimmte Synapsen im Gehirn blockiert, die zur Aufnahme von Hormonen wichtig sind. Dadurch kommt es nur zu einem leichten Schlaf und die Patienten sind am Morgen genauso müde wie vorher. Kaffee putscht den Organismus dagegen zwar auf und hilft kurzzeitig gegen Müdigkeit, allerdings bringt er nichts, wenn ein Patient bereits müde ist und das im Kaffee gelöste Koffein kann über 14 Stunden im Blutkreislauf bleiben, bevor es abgebaut wird. Darum kann es sein, dass Leute, die morgens einen Kaffee trinken, nachts trotzdem nicht einschlafen können. 

Wurde bei der Diagnose der Müdigkeit als Ursache eine andere Erkrankung festgestellt, muss die jeweilige Krankheit behandelt werden, um auch die Müdigkeit zu behandeln. Je nach Krankheitsform sind dafür unterschiedliche Therapien notwendig. Bei einem Diabetes mellitus müssen Patienten zum Beispiel ihre Ernährung umstellen und sind eventuell auch auf das Spritzen von Insulin-Präparaten angewiesen, um ihren Blutzucker auf ein normales Niveau bringen zu können. Hat ein Patient dagegen eine Schilddrüsenunterfunktion, kann das mit einer Iod-Behandlung korrigiert werden. Dabei müssen die Patienten bestimmte Mengen an Iod idealerweise über die Nahrung zu sich nehmen, damit die Schilddrüse wieder normal arbeiten kann. Andere Krankheiten wie Hepatitis oder Krebs bedürfen dagegen weitaus umfangreicherer Behandlungen, bei der die Müdigkeit zunächst unwichtig ist. Erst wenn ein Patient medikamentös richtig eingestellt ist oder auf eine Krebs-Therapie positiv anschlägt, kann die Müdigkeit behandelt werden. Allerdings werden den Patienten in diesen Fällen oftmals lediglich Tabletten oder Präparate verschrieben, damit sie tagsüber halbwegs leistungsfähig sein können.

Liegt bei einem Patienten allerdings kein körperliches Leiden vor, obwohl er chronisch müde ist, dann ist die Ursache nicht physisch sondern psychisch. In diesem Fall wird Patienten angeraten, einen Psychologen zu konsultieren, um eventuelle psychische Probleme wie Stress, Antriebslosigkeit oder auch manchmal Depressionen zu behandeln und den Patienten wieder zu einem gesunden Schlaf zu verhelfen.

Rezeptfreie Medikamente gegen Müdigkeit

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  • PHYTO PHYTOCYANE Vital Shampoo (PZN: 125244)
  • PROSAN Vital Kapseln (PZN: 2297665)
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  • VIGANTOLETTEN 1.000 I.E: Vitamin D3 Tabletten (PZN: 10544155)

Diese Arzneimittel stellen lediglich eine exemplarische Auflistung von rezeptfreien Medikamenten gegen das Symptom dar und gegen keine Empfehlung. Konsultieren Sie bevor sie irgendwelche Medikamente nehmen, unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker.

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