Nasenscheidewand-OP: Übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten einer optischen Korrektur?

Nasenscheidewand-OP: Übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten einer optischen Korrektur?

© pixabay.com

Nasenscheidewand-OP: Übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten einer optischen Korrektur?

Wenn die Nasenscheidewand operiert und begradigt werden muss, lässt sich im gleichen Zuge eine Nasenkorrektur vornehmen. Doch zahlt die Krankenkasse beide Maßnahmen?

Dank Eingriff tief durchatmen können

Spätestens bei körperlicher Anstrengung machen sich Fehlstellungen der Nasenscheidewand unangenehm bemerkbar: Die Nasenatmung wird behindert. Auch bei Erkältungen hat man mit Problemen zu kämpfen. Denn aufgrund der schiefen beziehungsweise verformten Scheidewand ist die Nase deutlich öfter verstopft.

Ob sich die Schwierigkeiten tatsächlich auf die Nasenscheidewand zurückführen lassen, kann nur der Hals-Nase-Ohren-Arzt klären. Dass er dabei auf ein perfekt geformtes und absolut gerades Innenleben der Nase stößt, ist eher unwahrscheinlich. Denn bei den meisten Menschen ist die Nasenscheidewand leicht schief. Das ist bis zu einem gewissen Grad normal und schränkt auch die Lebensqualität nicht ein.

Notwendiger Eingriff: die Nasenscheidewand-Operation

Wenn der Arzt nun aber feststellt, dass eine Korrektur unumgänglich ist, führt in der Regel kein Weg an der Operation vorbei. Man spricht in dem Fall von einer funktionellen Nasenkorrektur mit dem Ziel, Beeinträchtigungen der Gesundheit zu beseitigen. Damit die Kosten für den Eingriff von der Krankenversicherung übernommen werden, muss der Arzt bescheinigen, dass der Eingriff notwendig ist, und einen Bericht schreiben. Das reicht in der Regel aus, damit die Kassen grünes Licht geben.

Möchte man mehr und gewissermaßen die Gunst der Stunde nutzen, um nicht nur das Innere der Nase, sondern auch das Äußere in Form zu bringen, gestaltet sich das Thema Kostenübernahme deutlich komplizierter. Fachärzte raten zwar dazu, die ästhetische und funktionelle Nasenkorrektur zu verbinden. Alleine schon, um nur einmal auf den OP-Tisch und sich nicht zweimal einer Vollnarkose unterziehen zu müssen. Allerdings weisen sie auch darauf hin, dass die Krankenkasse nur den funktionellen Part übernimmt.

Die ästhetische Nasenkorrektur ist keine Kassenleistung

Für den Arzt und den Patienten heißt das: Es wird getrennt abgerechnet. Der Teil der OP, bei dem der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund steht – also die Anpassung der Nasenscheidewand – geht zulasten der Krankenkasse. Dazu zählt dann auch die Narkose, wenngleich sie für beide Maßnahmen erforderlich ist. Alle weiteren Eingriffe, die rein der Optik dienen, wie zum Beispiel das Abschleifen eines Höckers, muss der Patient bezahlen.

Eine exakte Aufschlüsslung der Kosten kann nur der Arzt vornehmen. Daher ist es ratsam, sich vorab beraten zu lassen. Zum einen, weil nicht alle HNO-Ärzte auch ästhetische Korrekturen vornehmen. Zum anderen, weil man unter Umständen völlig falsche Vorstellungen von den Möglichkeiten einer solchen Nasenkorrektur hat. Plump ausgedrückt: Auch ein Profi kann aus einem Apfel keine Birne machen.

Was machbar und vor allen Dingen auch sinnvoll ist, sollte mit dem Arzt besprochen werden. Anhand dieser Vorgaben lässt sich dann auch ein Kostenplan erstellen. Ästhetische Eingriffe kosten zwischen im Schnitt zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Je komplexer der Eingriff ist, kann sich auch ein deutlich höherer Betrag ergeben. Um böse finanzielle Überraschungen zu vermeiden, ist eine Beratung daher unabdingbar.

Den Kostenplan mit der Krankenkasse besprechen

Zudem sollte man mit der Krankenversicherung sprechen und klären, wie und ob die Kosten aufgeteilt werden. Alleine schon deshalb, um Problemen und Ärger aus dem Weg zu gehen. Vielleicht übernimmt die Kasse sogar die kompletten OP-Kosten. Beste Chancen hat man hier bei einer privaten Krankenversicherung, der eine faire Leistungserbringung und ein hoher Service bescheinigt werden. Das gilt laut aktueller Tests gleich für mehrere Assekuranzen (Quelle: https://www.krankenkassenzentrale.de/test/private-krankenversicherungen ). Aber eine vollumfängliche Kostenübernahme ist nach wie vor ist eher die Ausnahme. Dazu muss die Nase ursächlich für gravierende psychische oder körperliche Beschwerden sein. Und das ist eher die Ausnahme.

Das könnte Sie auch interessieren